Lucky Punch für Union Berlin: Joker Jeong sorgt für Big Points im Abstiegskampf

Freiburg - Union Berlin hat sich dank eines Last-Minute-Treffers mit 1:0 (0:0) beim äußerst heimstarken SC Freiburg durchgesetzt und einen wichtigen Dreier im Abstiegskampf gelandet.

Wooyeong Jeong (r.) schaut seinem Schuss hinterher, der wenig später im Kasten der Freiburger einschlägt.
Wooyeong Jeong (r.) schaut seinem Schuss hinterher, der wenig später im Kasten der Freiburger einschlägt.  © Silas Stein/dpa

Joker Wooyeong Jeong erlöste die Eisernen erst in der Nachspielzeit. Der Ex-Freiburger dribbelte sich vom rechten Flügel in den Strafraum und schlenzte die Kugel mit links sehenswert in die lange Ecke. Der Rest war ein Jubelsturm an der Eckfahne.

Die Hausherren waren von Beginn an um Kontrolle bemüht. Den ersten (ungewollten) Abschluss hatten aber die Eisernen. Eine verunglückte Flanke von Tim Skarke wurde zur Bogenlampe, die SCF-Keeper Noah Atubolu problemlos über die Latte lenken konnte.

Die Berliner agierten durch das Fehlen von Leopold Querfeld und Diogo Leite seit langer Zeit erstmals wieder mit einer Viererkette, die zunächst aber nicht vor größere Herausforderungen gestellt wurde.

Abwehr-Alarm bei Union: Stellt Baumgart jetzt auf Viererkette um?
1. FC Union Berlin Abwehr-Alarm bei Union: Stellt Baumgart jetzt auf Viererkette um?

Nach gut 21 Minuten musste Matheo Raab, der den verletzten Frederik Rönnow zwischen den Pfosten vertrat und sein Bundesliga-Debüt für Union feierte, erstmals zupacken - ohne große Probleme.

Die Freiburger hatten phasenweise zwar mehr als 70 Prozent Ballbesitz, fanden aber kaum Wege, den kompakten Gäste-Riegel zu knacken. Die Berliner suchten ihr Heil indes immer wieder vergebens in langen Schlägen auf Andrej Ilic. Bis zur Pause hatte die Partie jede Menge Leerlauf - der Fokus lag bei beiden Teams klar auf der Defensive.

Matheo Raab hat gegen Freiburg sein Bundesliga-Debüt für Union Berlin gefeiert.
Matheo Raab hat gegen Freiburg sein Bundesliga-Debüt für Union Berlin gefeiert.  © Silas Stein/dpa
Andrej Ilic (l.) ist im Sturmzentrum der Eisernen immer wieder mit langen Schlägen gesucht worden.
Andrej Ilic (l.) ist im Sturmzentrum der Eisernen immer wieder mit langen Schlägen gesucht worden.  © Silas Stein/dpa

Blutiger Kopf-Crash und wilde Nachspielzeit

Am Ende konnten sich die Berliner über einen späten Sieg freuen.
Am Ende konnten sich die Berliner über einen späten Sieg freuen.  © Silas Stein/dpa

Auch nach Wiederanpfiff zeigte sich zunächst ein unverändertes Bild: Die Breisgauer waren die überlegene Mannschaft - die Köpenicker lauerten auf Umschaltmomente, die der SCF aber durch seine konsequente Rückwärtsbewegung nicht zuließ.

So richtig ins Risiko wollte auch zur Mitte des zweiten Durchgangs keines der Teams gehen. Nach 69 Zeigerumdrehungen prüfte dann Joker Alex Kral nach längerer Zeit wieder einmal Atubolu.

Nach einem blutigen Kopf-Crash mussten Igor Matanovic und Danilho Doekhi minutenlang auf dem Platz behandelt werden. Beide konnten aber weiterspielen - Doekhi mit Verband, Matanovic wurde auf dem Platz an der Augenbraue getackert.

Union Berlin will in Freiburg punkten: "Versuchen, Spiel mit elf Leuten zu beenden"
1. FC Union Berlin Union Berlin will in Freiburg punkten: "Versuchen, Spiel mit elf Leuten zu beenden"

Maximilian Eggestein zwang Raab in der 89. Minute zu seiner ersten echten Parade und läutete mit seinem Abschluss eine neunminütige Nachspielzeit ein, in der Jeong aus dem Nichts den Lucky Punch für den Hauptstadtklub setzte.

Die wilde Extrazeit wurde aufgrund einer Verletzung von Raab sogar noch einmal um fünf Minuten verlängert, in der der SC vergeblich noch einmal alles nach vorn warf. Der angeschlagene FCU-Keeper rettete dem Hauptstadtklub den Sieg am Ende noch mit einer Glanzparade nach einem Schuss von Jan-Niklas Beste.

Matheo Raab (vorn) hat seiner Mannschaft mit einer Glanzparade drei wichtige Punkte in Freiburg gerettet.
Matheo Raab (vorn) hat seiner Mannschaft mit einer Glanzparade drei wichtige Punkte in Freiburg gerettet.  © Silas Stein/dpa

Statistik zum Spiel zwischen dem SC Freiburg und Union Berlin

Bundesliga, 26. Spieltag

SC Freiburg - 1. FC Union Berlin 0:1 (0:0)

Aufstellung SC Freiburg: Atubolu - Treu, Ginter, Ogbus, Makengo (86. Günter) - M. Eggestein, Manzambi - Irié (77. Beste), Höler (61. Y. Suzuki), Scherhant (77. Grifo) - Matanovic

Aufstellung 1. FC Union Berlin: Raab - Doekhi, Khedira, Nsoki - Haberer (80. Kemlein) - Trimmel (80. Juranovic), Köhn - Skarke (64. Jeong) - Burcu (87. Rothe), Ansah (64. Kral), Ilic

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

Zuschauer: 33.200

Tore: 0:1 Jeong (90.+2)

Gelbe Karten: - / Köhn (4), Burcu (3)

Titelfoto: Silas Stein/dpa

Mehr zum Thema 1. FC Union Berlin: