Union Berlin: Wann lässt Marie-Louise Eta ihre jungen Wilden von der Kette?
Berlin - Beim 1:3 gegen RB Leipzig hat sich bei Union Berlin wieder einmal ein Problem gezeigt, das sich, mit wenigen Ausnahmen, schon durch die ganze Saison zieht: die mangelnde Durchschlagskraft im Angriff.
Unter Marie-Louise Eta (34) deutete sich bei der knappen und durchaus unverdienten 1:2-Pleite gegen den VfL Wolfsburg zwar eine Trendwende an, davon war bei den Roten Bullen aber nichts mehr zu sehen.
So oft wie gegen die Wölfe hatten die Eisernen in der laufenden Spielzeit selten in Richtung gegnerischen Kasten geschossen. Hierin liegt aber gleichzeitig auch die Krux, denn bei den vielen Torversuchen wurde nur selten echte Gefahr heraufbeschworen.
Effizienz war wieder einmal das entscheidende Stichwort, wie auch zuvor schon oftmals unter ihrem Vorgänger Steffen Baumgart (54). Gegen RB tat sich die Eta-Truppe aber schwer, überhaupt Abschlüsse zu generieren - es waren ganze fünf.
Man habe es nicht geschafft, "aus dem eigenen Ballbesitz etwas mehr zu machen", stellte Eta nach Spielschluss in Leipzig fest. "Wir brauchen insgesamt dann schon auch die Überzeugung und den Mut, miteinander Fußball zu spielen."
Ihr Team müsse "es einfach besser mit dem Ball machen, um dann einfach auch Tore zu schießen", konstatierte die 34-Jährige. Ist es dann jetzt vielleicht an der Zeit, die jungen Wilden von der Kette zu lassen?
Linus Güther und Dmytro Bogdanov im Fokus: Mit Unbekümmertheit zum Klassenerhalt?
Mit Dmytro Bogdanov (19) und besonders Linus Güther (16) haben die Köpenicker zwei vielversprechende Nachwuchshoffnungen in den eigenen Reihen, die bereits mit den Hufen scharren und den Arrivierten Druck machen wollen.
In der U19 liefern die beiden regelmäßig gute Leistungen ab. Güther legte seit seinem Debüt in der Bundesliga beim 1:3 in Heidenheim fünf Treffer in der DFB-Nachwuchsliga auf und führte die A-Junioren mit einem Tor und drei Vorlagen beim 4:2-Sieg gegen den Lokalrivalen Hertha BSC im Berliner Landespokal quasi im Alleingang ins Finale.
Bogdanov, der Ende Februar beim 0:1 in Gladbach debütierte, glänzte im Nachwuchsbereich zuletzt zweimal mit einem Doppelpack. Bei seinem Einsatz in der 2. Runde des DFB-Pokals legte der 19-Jährige sogar den Siegtreffer zum 2:1 gegen Arminia Bielefeld in der Verlängerung auf.
Und Eta kennt die beiden nur zu gut, hat sie vor ihrer Beförderung selbst bei der U19 trainiert und Güther vorzeitig von der U17 hochgezogen. Dennoch verzichtete sie nach seinem Debüt auf das Wunderkind und schickte ihn zum Nachwuchs zurück. Er sollte aufgrund seiner schulischen Verpflichtungen zweimal pro Woche ins Profi-Training eingebunden werden und "am Ende geht es da dann eben auch um Leistung", betonte die Fußballlehrerin.
Die Saison in der DFB-Nachwuchsliga ist für Union jetzt beendet, was die Chancen auf einen Kaderplatz für Güther und Bogdanov im Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den 1. FC Köln erhöhen könnte, sofern Marie-Louise Eta auf sie setzt.
Titelfoto: Jan Woitas/dpa, Harry Langer/dpa (Bildmontage)

