Union Berlin vor Abstiegskracher mit historischem Anstrich
Berlin - Wenn Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr/Sky) daheim auf den VfL Wolfsburg trifft, wird Bundesliga-Geschichte geschrieben, denn Marie-Louise Eta (34) wird als erste Cheftrainerin bei den Männern im deutschen Fußballoberhaus an der Seitenlinie stehen.
Auch wenn sie um die mögliche Signalwirkung wisse: "Jetzt ist einfach das Wichtigste, dass wir uns bestmöglich darauf vorbereiten, am Wochenende das Bundesligaspiel gegen Wolfsburg positiv zu bestreiten", betonte die 34-Jährige bei der Pressekonferenz im Vorfeld des Keller-Duells mit historischem Anstrich.
"Wir haben noch fünf Spiele insgesamt zu begehen und wir sind in einer guten Ausgangssituation", stellte Eta fest. Mit einem Sieg gegen den VfL würden sich die Berliner aller direkten Abstiegssorgen entledigen, könnten den Abstand auf den akut abstiegsbedrohten Gegner auf satte 14 Zähler ausbauen.
Eine Niederlage würde hingegen umso mehr wehtun, da der direkte Konkurrent aus der Autostadt Boden gutmachen könnte. Es gehe jetzt aber in erster Linie darum, "positiv zu denken [...] und eben auch auszuhalten, wenn mal wieder ein Negativerlebnis kommt", das gehöre ja schließlich zum Fußball dazu, meinte die Fußballlehrerin.
"Uns erwartet schon ein Gegner, der auch eine enorme Offensivqualität hat, eine individuelle Qualität, aber natürlich zeigt die Tabellenkonstellation, dass dort auch nicht alles rundgelaufen ist in den letzten Wochen", merkte sie an.
"Nicht alles auf links drehen": Marie-Louise Eta legt Fokus auf defensive Stabilität
Das kann man wohl sagen, denn die Wölfe warten seit zwölf (!) Spielen auf einen Sieg und kassierten in dieser Zeit satte neun Pleiten. "Sie geben schon auch Räume und Möglichkeiten, die wir dann nutzen wollen, und deswegen liegt es dann viel an uns, wie wir dieses Spiel angehen", konstatierte die FCU-Trainerin.
Bei der Vorbereitung habe es ihr geholfen, dass sie die Mannschaft grundsätzlich schon gekannt habe. Nach einem kurzen Kennenlernen ging es im Wesentlichen darum, den Spielern den im Vorfeld erarbeiten Plan für das Spiel gegen Wolfsburg zu vermitteln.
Allerdings könne man in drei Tagen "auch nicht alles auf links drehen. Wir können jetzt nicht erwarten, dass von heute auf morgen alles viel einfacher ist", bekräftigte die Übungsleiterin.
Der Kader habe ihrer Meinung nach eine gute Qualität und es gehe natürlich darum, zu schauen, "welche Stärken wir auf den Platz bringen, da wird es immer auch um defensive Stabilität gehen" - die hatte auch ihr Vorgänger Steffen Baumgart (54) stets in den Vordergrund gestellt.
"Aber klar, wir wollen hier zu Hause Tore schießen, wir wollen Erfolgserlebnisse haben" - einer der Faktoren, an dem das Spiel unter Baumgart oftmals krankte. Tiki-Taka dürfe man jetzt aber natürlich trotzdem nicht erwarten, betonte Marie-Louise Eta.
Titelfoto: Swen Pförtner/dpa, Andreas Gora/dpa (Bildmontage)

