Klassenerhalt, Heiratsantrag, Fan-Ekstase: Feiertag bei der BSG Chemie Leipzig
Leipzig - Mit einem Sieg über den FC Eilenburg hat die BSG Chemie Leipzig am Freitagabend endgültig den Verbleib in der Regionalliga Nordost unter Dach und Fach bringen können. Durch das 3:2 (2:1) sind die Sachsen vor dem letzten Spieltag uneinholbar vorn. Doch es gab noch mehr zu feiern: In der Pause wurden die 4999 Fans im Alfred-Kunze-Sportpark zudem Zeuge eines besonderen Moments.
Fan Claudia, die ihre Tochter als Verstärkung mitnahm, nutzte die 15 Minuten, um Chemie-Ordner Tim, der vorher noch nichts von seinem Glück wusste, zu fragen, ob er sie heiraten möchte. Die Antwort, die die Chemiker im Rund klatschen ließ, war natürlich "Ja".
Vor dem Anpfiff war die Stimmung eine andere. Aufgrund der Amok-Ereignisse am vergangenen Montag in Leipzig legten beide Klubs eine Schweigeminute ein. Danach brannten die Chemie-Fans auf den Rängen aber ein wahres Feuerwerk ab, weshalb der Anpfiff zunächst verzögert werden musste.
Dann legten die Hausherren auf dem Feld los wie die Feuerwehr, gingen mit einem direkten Freistoß von Nils Lihsek in den rechten oberen Winkel mit 1:0 in Führung (8.).
Auch nach dem Treffer blieben die Gastgeber die klar bessere Mannschaft. Eilenburg fand offensiv quasi nicht statt, während Chemie sich immer wieder Chancen erarbeite und schon früher das Ergebnis hätte klarer gestalten können.
In der 32. Minute war es dann so weit. Eher durch Zufall kam die Kugel zu Cyrill Akono, der das Leder rechts unten ins Eck spitzelte. Alles sah schon nach einer 2:0-Halbzeitführung aus, da kamen die Gäste mit der ersten echten Chance zum Anschluss. Marcus Niemitz war der Torschütze, der von links ins rechte untere Eck traf (43.).
BSG Chemie Leipzig lässt am Ende nichts anbrennen
Chemie wollte nach Wiederbeginn sofort den alten Abstand wiederherstellen. Stanley Ratifo hatte dazu die dicke Chance, scheiterte nach einer Ecke von rechts aber aus kurzer Distanz per Kopf (48.).
Aber auch Eilenburg war nach dem Anschluss im Angriff präsent, drängte ebenso auf den Treffer, was es für den neutralen Zuschauer zu einem ansehnlichen Spiel machte.
Die dickeren Möglichkeiten hatten weiterhin die Grün-Weißen, die den Sack aber einfach nicht zumachten. Tim Hoops köpfte nach einer Flanke an die Latte, das hätte das 3:1 sein können (68.).
Offenbar brauchte Chemie etwas Unterstützung. Die kam von Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer, die den Gastgebern einen eher schmeichelhaften Elfmeter nach "Foul" an Stanley Ratifo zugestand. Der Stürmer trat selbst an und traf sicher rechts unten (74.).
Danach war die Sache eigentlich erledigt. Die BSG ließ nichts zunächst mehr anbrennen, hatte selbst sogar noch Möglichkeiten, das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten. Eilenburg verkürzte überraschend aber kurz vor Schluss doch noch durch Corvin Kosak. Für mehr reichte es aber nicht und Chemie konnte mit den Fans feiern.
Titelfoto: Roger PetzschRoger Petzsche / PICTURE POINTe / PICTURE POINT

