Wirbel um Altglienicke-Test: Hat Cottbus drei Profis aussortiert?

Cottbus - Die kuriose Testspiel-Vereinbarung von Mittwoch wirkt nach: Die Cottbus-Profis Dennis Slamar (31) und Dennis Duah (22) liefen beim 2:2 für Gegner VSG Altglienicke auf. Eine Demütigung für die beiden Reservisten?

Energie spielte am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit, dennoch sorgt der Test für viel Gesprächsstoff.
Energie spielte am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit, dennoch sorgt der Test für viel Gesprächsstoff.  © TAG24/Lukas Schulze

Dies diskutieren die Energie-Fans, die zu dem Testspiel aus organisatorischen Gründen keinen Stadion-Zutritt hatten, intensiv im Netz.

Solche Maßnahme wie am Mittwoch kennt man aus der Kreisliga oder im Jugendfußball, wo sich Amateurvereine in der Not gegenseitig helfen. Im Profifußball ist eine solche Nummer ein Novum.

VSG-Sportchef Torsten Mattuschka (45) begründete die Maßnahme mit dem knappen Spielerkader der Südostberliner. Ein Umstand, den Außenstehende zunächst anzweifelten.

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Tatsächlich war die VSG mit 18 fitten Feldspielern angereist. Darunter in Patrick Kapp (28) aber nur mit einem nominellen Innenverteidiger.

Nach Mattuschka-Angaben fehlten die beiden etatmäßigen Manndecker Damian Roßbach (32) und David Kebe (22) angeschlagen. Ben Wagner (21), zuvor Innenverteidiger Nummer vier, hatte sich in der Winterpause Oberligist Mahlsdorf angeschlossen. Der Einsatz von Akteuren aus der Altglienicker U23 oder U19 war offenbar keine Option.

Da Cottbus darüber hinaus angefragt hatte, 120 Minuten spielen zu können, kam der Deal nur unter der Bedingung zustande, dass Energie zwei positionsgetreue Spieler den Altglienickern zur Verfügung stellte.

Energie Cottbus: Dennis Slamar und Dennis Duah stimmten Altglienicke-Einsatz zu

Cottbus-Profi Dennis Slamar (31, gelbe Schuhe in der Mitte) streifte am Mittwoch notgedrungen das Altglienicke-Trikot über.
Cottbus-Profi Dennis Slamar (31, gelbe Schuhe in der Mitte) streifte am Mittwoch notgedrungen das Altglienicke-Trikot über.  © IMAGO / Matthias Koch

Energie-Trainer Pele Wollitz (60) erklärte nach dem Spiel bei Niederlausitz Aktuell: "Ich hatte die Bitte an beide Spieler. Und beide Spieler haben das sofort zugestimmt. Das war auch kein Vorspielen."

Dennoch war es ein klares Zeichen - Slamar und Duah sind verzichtbar und sollen gehen. Statt ihnen bekamen in der zweiten Hälfte Nachwuchsmann Joel Awuah (18) und Sechser Dominik Pelivan (29) als Innenverteidiger den Vorzug.

Speziell Duah meisterte die Situation aber klasse, verteidigte im Altglienicke-Dress vieles weg und zeigte seine vielleicht beste Leistung, seitdem er in Cottbus ist.

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Dennoch ist diese Maßnahme eine große Belastungsprobe für die funktionierende Teamchemie. Sollten die Reservisten im Winter keinen neuen Klub finden, droht Dauer-Unzufriedenheit. Wollitz nennt keine Namen, kündigt aber an:

"Wenn nicht, müssen wir sehen, dass wir andere Lösungen finden. Vielleicht, dass die Spieler anderweitig trainieren neben der Mannschaft. Natürlich in der Professionalität, wie das die Jungs auch verdient haben."

Theo Ogbidi guckte auf Tribüne traurig aus der Wäsche

Theo Ogbidi (24, 1.v.l.) spielt in den Cottbuser Planungen keine Rolle mehr und bibberte am Mittwoch auf der Tribüne.
Theo Ogbidi (24, 1.v.l.) spielt in den Cottbuser Planungen keine Rolle mehr und bibberte am Mittwoch auf der Tribüne.  © IMAGO / Matthias Koch

Ein anderer Profi guckte am Mittwoch ebenso traurig drein: Theo Ogbidi (24) verfolgte die Partie neben den weiter verletzten Justin Butler (24) und King Manu (22) frierend von der Tribüne.

Schon zum Trainingsauftakt war er der einzige Akteur, der im Abschlussspiel nicht mitwirken durfte. Ein Wechsel in seine Geburtsstadt zum Halleschen FC steht im Raum.

Titelfoto: IMAGO / Matthias Koch

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