Nagelsmann erklärt Absage an Rekordmeister! "Hatte nicht nur Bayern München und DFB"

München - Bundestrainer Julian Nagelsmann (36) hat sich gegen ein Engagement beim FC Bayern München entschieden. Der Sportvorstand des deutschen Rekordmeisters, Max Eberl (50), glaubt zu wissen, warum. Doch er liegt falsch.

Bundestrainer Julian Nagelsmann (36) hat sich bei seiner Entscheidung gegen den FC Bayern nach eigener Aussage nicht von Ressentiments gegen den Rekordmeister leiten lassen.
Bundestrainer Julian Nagelsmann (36) hat sich bei seiner Entscheidung gegen den FC Bayern nach eigener Aussage nicht von Ressentiments gegen den Rekordmeister leiten lassen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Zumindest, wenn man den Aussagen Nagelsmanns Glauben schenken darf.

Am vergangenen Samstag meinte der Bayern-Sportchef bei "Sky": "Irgendwann hast du gemerkt - okay, der Stachel von damals sitzt noch tief, die Trennung ist noch sehr frisch und deswegen hat uns das jetzt nicht überrascht."

Jetzt hat sich der Bundestrainer bei MagentaTV zu dieser Aussage - mit einem gewissen Augenzwinkern - geäußert: "Ich habe gestern meinen Körper abgetastet, da sitzt kein Stachel."

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Seine Entscheidung, weiterhin die Nationalmannschaft zu trainieren, würde nichts mit bösem Blut gegenüber seinem Ex-Verein zu tun haben. Nagelsmann wurde vor einem Jahr von den Münchnern auf die Straße gesetzt und durch den aktuellen Trainer Thomas Tuchel (50) ersetzt.

"Ich handhabe es so wie auch bei allen Spieler-Nominierungen, wenn ich die erste Elf auswähle und überlege, wer für das Spiel der richtige Spieler ist, wie ist die richtige Zusammensetzung - dann entscheide ich mich immer für einen Spieler. Und nicht gegen einen Spieler", erklärt der 36-jährige Coach.

Finanzielles Angebot ist nicht die alleinige "Triebfeder"

Bayern-Sportvorstand Max Eberl (50) hat offenbar das Verhalten des Bundestrainers falsch interpretiert.
Bayern-Sportvorstand Max Eberl (50) hat offenbar das Verhalten des Bundestrainers falsch interpretiert.  © Jan Woitas/dpa

"Und so ist es jetzt auch. Ich habe mich bewusst für den DFB entschieden." Es sei ein besonderer Reiz, nach der Heim-EM die Nationalelf auch zur WM 2026 nach Amerika führen zu können.

Damit hätte seine Entscheidung am Ende nichts mit der ruhmlosen Trennung zwischen ihm und den Bayern vom 24. April 2023 zu tun.

"Es ist in den meisten Fällen normal, dass derjenige, der entlassen wird, sich eine andere Art wünscht als diejenigen, die einen entlassen", stellt Nagelsmann klar.

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"Das ist wahrscheinlich bei einem Spieler, wenn ich ihn nicht nominiere, ähnlich. Demnach sitzt da kein Stachel tief."

Zudem gab es mehrere Jobangebote, aus denen er auswählen konnte. Bei Vereinen wäre auch die finanzielle Entlohnung besser gewesen, doch das allein sei nicht seine "Triebfeder", sagt der Trainer.

"Ich hatte nicht nur Bayern München und den DFB", so der jüngste Turnier-Bundestrainer. "Ich habe auch die Pflicht, alles abzuwägen. Ich hatte beim DFB immer ein gutes Gefühl und das war immer einer meiner Favoriten."

Eine Rückkehr zum FC Bayern zu einem anderen Zeitpunkt schließt Nagelsmann weiterhin ausdrücklich nicht aus.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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