Härtel-Nachfolger in Aue gefunden? Er kennt Sportchef, Co-Trainer und Spielsystem
Aue - Michael Tarnat (56) hatte sich seinen Amtsantritt bei Erzgebirge Aue beileibe anders vorgestellt, wie er bei der Entlassung von Cheftrainer Jens Härtel (56) zugab. Drei Niederlagen in Folge, darunter jüngst die Pleiten gegen die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, Ulm (0:3) und Havelse (1:3), zwangen Tarnat und die Vereinsführung zum Handeln. Die nächste Patrone muss jetzt sitzen.
Der neue Sportchef hält sich zu Personalien generell bedeckt, seien es Spielerneuzugänge oder die seit letztem Sonnabend offene Trainerstelle.
Die Hinweise verdichten sich jedoch, dass Christoph Dabrowski (47) derjenige sein wird, der die Pumpen anwerfen soll, damit der Schacht im 80. Jahr des Vereinsbestehens nicht absäuft.
Was Bild am Sonntag als erstes berichtete, deckt sich mit TAG24-Informationen, wonach der 47-Jährige erster Anwärter für die Härtel-Nachfolge ist.
Geht alles seinen Gang, wird Dabrowski am Dienstag als neuer Cheftrainer vorgestellt. Eine entsprechende Pressekonferenz ist bereits anberaumt.
Die Personalie ist nachvollziehbar, da beide einst gemeinsam für Hannover 96 kickten und später im gleichen Verein Dabrowski als Nachwuchstrainer unter NLZ-Boss Tarnat arbeitete.
Zur selben Zeit war auch Härtels Co-Trainer und aktueller Interimscoach Lars Fuchs (43) im Nachwuchs der 96er tätig und fungierte in 56 Spielen als Dabrowskis Assistenztrainer für die Hannover U23.
Das spricht für Christoph Dabrowski als Aue-Coach
Das ist allerdings nicht das einzige Kriterium, welches für Dabrowski als neuen Cheftrainer spricht. Er kennt neben der 2. Bundesliga als Chefcoach bei Hannover (19 Spiele/darunter ein 3:1 gegen Aue 2021/22) die 3. Liga aus seiner Zeit bei Rot-Weiss Essen.
Sein bevorzugtes Spielsystem 4-2-3-1 deckt sich zudem mit jenem der beiden Vorgänger Härtel und Pavel Dotchev (60). Insofern würde der Mannschaft kein komplett neues System übergestülpt werden.
Dazu kommt: Dabrowski kennt den rauen Abstiegskampf aus Essen, das er nach dem Drittligaaufstieg 2022 übernahm und im Folgejahr als 15. zum Klassenerhalt führte.
In 93 Drittligaspielen an der Seitenlinie bei RWE kam Dabrowski auf eine Bilanz von 30 Siegen, 27 Unentschieden und 36 Niederlagen. Zu seiner Arbeit im Ruhrpott heißt es, Dabrowski sei ein geradliniger, akribischer Trainer und harter Arbeiter.
Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

