Darum haben Herthas Talente einen schweren Stand: "Wir werden keine Geschenke verteilen"
Berlin - Der Aufstieg ist in weiter Ferne und doch wird es bei Hertha BSC keine Experimente geben. Trainer Stefan Leitl (48) erteilte den Nachwuchsspielern eine Abfuhr: Er wird sie nicht reinwerfen, nur weil sie jung und talentiert sind.
"Wir werden keine Geschenke verteilen. Einsatzzeiten muss man sich verdienen", sagte der 48-Jährige. "Das gilt für die Profis, das gilt aber auch für die jungen Spieler."
Zwei Nachwuchsspieler haben diese Saison unter Leitl bereits ihr Profidebüt feiern können: Janne Berner (20) und Wunderkind Kennet Eichhorn (16). Letzter wird schmerzlich vermisst, während Berner zwar im Training mitmischt, es aber nur noch selten in den Kader schafft.
Die größten Einsatzchancen besitzt derzeit eher Boris Lum (18). Durfte der Sechser meist nur in den Schlussminuten mitmischen, hat der 18-Jährige einen großen Sprung nach vorne gemacht.
Gegen Bochum kratzte er bereits an der Startelf, Kevin Sessa (25) wurde aber doch noch rechtzeitig fit, dennoch konnte Lum auch nach seiner Einwechslung mit seiner starken Antizipierung erneut Argumente sammeln. Sein Pech aber: Sessa zeigte sein wohl stärkstes Spiel im Hertha-Dress. Daher wird dem Eigengewächs wohl in Düsseldorf erstmal wieder nur die Bank bleiben.
John Anthony Brooks fällt verletzt aus
"Wir sind im Leistungsfußball unterwegs, für uns geht es um sehr viel dieses Jahr. Auch wenn der Aufstieg weg ist, geht es um die bestmögliche Platzierung. Da geht es für den Verein um sehr viel Geld."
Heißt: je höher die Platzierung, desto höher die Fernsehgelder. Leitl hatte schon vor Wochen Platz sechs als Ziel ausgeben.
Unabhängig davon sollen am Sonntag in Düsseldorf (13.30 Uhr/Sky) drei Punkte her. "Uns erwartet ein schweres Auswärtsspiel. Die brauchen Punkte, wir wollen Punkte holen. Es ist eine schöne Aufgabe für uns, um das nächste Auswärtsspiel nach Münster zu gewinnen", so Leitl.
Obwohl die Fortuna sich mit dem Torschießen schwertut - mit nur 24 Toren stellen sie die schwächste Offensive der Liga da - erwartet Leitl ein gutes Spiel. "Man sieht, dass in der Rückrunde unter Markus Anfang seine Hebel greifen", sagte der Übungsleiter. "Markus ist kein Trainer, der destruktiv spielen lässt."
Verzichten muss der Coach neben den gelbgesperrten Michael Cuisance (26), die verletzten Keeper Marius Gersbeck (30) und Top-Talent Eichhorn (16), auch auf John Anthony Brooks (33). Der Innenverteidiger hatte erst in den Schlussminuten gegen Bochum sein Comeback gefeiert, fehlt jetzt aber wieder verletzt.
Titelfoto: Andreas Gora/dpa

