Berlin/Como - Während sich mit Fredrik Andre Björkan (27) und Lazar Samardzic (24) im Achtelfinale jüngst zwei ehemalige Profis von Hertha BSC aus der Champions League verabschiedet haben, kämpft ein weiterer Ex-Spieler gerade einigermaßen überraschend um den Einzug in selbige.
Als Marc Oliver Kempf (31) im Sommer 2024 überraschend von der Alten Dame nach Italien wechselte, rieben sich wohl viele Fans die Augen, denn seine Wahl fiel nicht auf einen der Top-Klubs, sondern er verließ die Hauptstadt, um seine Zelte fortan am malerischen Comer See aufzuschlagen.
Dass das sicherlich rein geografisch eine Verbesserung darstellte, darüber kann man wohl nicht streiten, aber dass er beim damaligen Aufsteiger in die Serie A auch sportlich noch einmal so richtig durchstarten würde, war zu diesem Zeitpunkt nicht abzusehen.
Denn Como 1907 wurde bei vielen Experten als einer der ersten Abstiegskandidaten gehandelt. Weit gefehlt, denn die Lombarden etablierten sich gleich in ihrem ersten Jahr in Italiens Oberhaus und schlossen die Spielzeit mit Kempf als absoluten Stammspieler auf Rang zehn ab.
Sein Ex-Klub durfte sich zwar über eine Ablösesumme in Höhe von 2,5 Millionen Euro freuen, verlor aber auch ein wichtiges Puzzleteil im Kader.
Marc Oliver Kempf trainiert in Como unter einem berühmten Trainer
Und während sich die Berliner weiterhin die Zähne am Wiederaufstieg in die Bundesliga ausbeißen, sorgt der 31-Jährige mit seinem neuen Arbeitgeber ordentlich für Furore und peilt in der zweiten Spielzeit sogar den Sprung in die Königsklasse an.
Das kleine Como rangiert aktuell nämlich tatsächlich auf Platz vier in der Serie A und damit vor arrivierten Klubs wie Juventus Turin, AS Rom, Atalanta Bergamo oder Lazio Rom.
Der Vorsprung beträgt bei acht noch ausstehenden Spieltagen zwar nur drei Punkte, aber warum soll Como nicht ein ähnliches Husarenstück vollbringen wie Union Berlin in der Saison 2022/23 im deutschen Fußballoberhaus?
Das wäre in der Tat ein beachtlicher Erfolg, wenn man bedenkt, dass Como vor sieben Jahren noch in der vierten italienischen Liga herumgedümpelt hat. Und daran hätte der Innenverteidiger, der unter seinem berühmten Trainer, dem spanischen Welt- und Doppel-Europameister Cesc Fabregas (38) weiterhin Stammspieler und ein wichtiger Baustein in der Defensive ist, einen großen Anteil.
Vor seiner Zeit beim Hauptstadtklub spielte Marc Oliver Kempf auch für Eintracht Frankfurt, SC Freiburg und den VfB Stuttgart. Internationale Luft durfte er bereits 2013/14 mit der Eintracht in der Europa League und 2017/18 mit dem SC in der Qualifikation zu selbiger schnuppern.