Berlin/Bergamo - Nervenstark und eiskalt hat sich am Mittwochabend ein Berliner Junge auf der ganz großen europäischen Bühne gezeigt und sein Team ins Achtelfinale der Champions League geschossen - zum Leidwesen von Borussia Dortmund.
Wir schreiben die 98. Spielminute, wohlgemerkt noch in der regulären Spielzeit, als sich ein gewisser Lazar Samardzic (24) in einer turbulenten Schlussphase mit drei Platzverweisen die Kugel schnappte.
Nach VAR-Eingriff hatte der spanische Schiedsrichter Jose Maria Sanchez Martinez (42) vollkommen zu Recht auf den Punkt gezeigt und Atalanta Bergamo damit die große Chance eröffnet, den Einzug in die nächste Runde doch noch ohne den Umweg über die Verlängerung und ein mögliches Elfmeterschießen perfekt zu machen.
Und Samardzic behielt in der angespannten Atmosphäre die Nerven, ließ Gregor Kobel (28) im Kasten der Dortmunder nicht den Hauch einer Chance. Voller Überzeugung donnerte der 24-Jährige den Ball mit links in den rechten Winkel und sorgte für Ekstase in der brodelnden New Balance Arena. Durch seinen Treffer zum 4:1 konnte La Dea nach der 0:2-Pleite im Hinspiel doch noch das Achtelfinale buchen.
Es war eben jener Samardzic, der sein Debüt in der Bundesliga in der Saison 2019/20 im Alter von 18 Jahren unter Bruno Labbadia (60) für Hertha BSC gab - damals ausgerechnet gegen den Lokalrivalen Union Berlin.
Lazar Samardzic reift in Italien zum Stamm- und Führungsspieler
Zuvor durchlief der gebürtige Berliner sämtliche Jugendmannschaften bei der Alten Dame. Es folgten zwei weitere Kurzeinsätze im Oberhaus gegen Eintracht Frankfurt und auch gegen den BVB - hier schließt sich der Kreis also irgendwie auch.
In der darauffolgenden Spielzeit suchte der offensive Mittelfeldspieler sein Glück bei RB Leipzig, konnte sich dort in jungen Jahren aber noch nicht durchsetzen. Bei den Roten Bullen brachte er es auf lediglich neun Pflichtspiele, in der Regel als Kurzarbeiter.
Sein Weg führte ihn schließlich nach Italien. Hier reifte der Linksfuß zum Stamm- und Führungsspieler heran - erst bei Udinese Calcio und dann bei Atalanta, wo er seit Juli 2025 nach vorheriger Leihe fest unter Vertrag steht.
Lazar Samardzic spielte von der U16 bis zur U21 übrigens auch für die Deutsche Nationalmannschaft, fand dann aber keine Berücksichtigung mehr. Mittlerweile hat er 26 Einsätze für Serbien absolviert. Seine jüngeren Brüder Tadija und Luka kicken auch, Ersterer für Hertha, der andere bei Union.