Nicht Brekalo: Er ist Herthas heimlicher Gewinner

Berlin - Hertha BSC gelingt mit dem 2:1 gegen Nürnberg die Wiedergutmachung. Der Matchwinner ist schnell ausgemacht: Doppelpacker Josip Brekalo (27).

Perfekte Koproduktion: Vorlagengeber Jeremy Dudziak (30, r.) und Torschütze Josip Brekalo (27, M.).  © Andreas Gora/dpa

Der Kroate kann es links wie rechts. Im Alleingang verhinderte der Flügelflitzer Herthas nächste Enttäuschung. "Die Reaktion war energetisch - nicht fußballerisch - absolut top", war Stefan Leitl (48) nach den vielen Nackenschlägen von seinem Team positiv überrascht.

Der Übungsleiter hatte schon im Vorfeld angekündigt, auf neue Kräfte zu setzen, und lag mit seinen fünf Wechseln komplett richtig - nicht nur wegen Brekalo. Vor allem Jeremy Dudziak (30) konnte wieder einmal überzeugen.

Der 30-Jährige leitete viel ein und bereitete gedankenschnell das 1:0 vor. Kam Dudziak zuletzt immer von der Bank, durfte er erstmals seit über eineinhalb Jahren mal wieder von Anfang starten - und das auf ungewohnter Position.

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Er ersetzte den formschwachen Michaël Cuisance (26) als Spielmacher, der sich nach diesem Auftritt vermutlich öfter auf der Bank wiederfinden könnte. "Was mich wahnsinnig freut, ist die Leistung von Jerry Dudziak. Dass er seine Chance nach dieser langen Verletzungspause so nutzt, finde ich klasse."

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Jeremy Dudziak machte gegen Nürnberg ein starkes Spiel.  © Andreas Gora/dpa

Darum wurde Fabian Reese so früh ausgewechselt

Stefan Leitl (48) setzt noch mehr auf das Leistungsprinzip.  © Andreas Gora/dpa

Erst im Oktober erhielt der 30-Jährige einen stark leistungsbezogenen Vertrag - nachdem er fast die gesamte Saison zuvor verletzt verpasst hatte. Über die U23 empfahl er sich für mehr. Gegen Schalke feierte der technisch versierte Mittelfeldspieler dann sein überraschendes Comeback, rettete Hertha einen Punkt beim KSC und gab nun auch in der Startelf ein starkes Bewerbungsschreiben ab: Er ist der heimliche Gewinner.

Die vielen Änderungen zeigen aber auch: Leitl greift durch. Pascal Klemens (21) stand wegen der Hängepartie um seine Zukunft gar nicht erst im Kader, Cuisance blieb nur die Bank und auch Unterschiedsspieler Fabian Reese (28) musste bemerkenswert früh runter.

Herthas Top-Scorer probierte viel, blieb aber glücklos. Nach 64 Minuten war Schluss. So früh wurde der Kapitän seit seinem Hertha-Wechsel noch nie ausgewechselt. Leitl: "Er hat sehr viel investiert. Wir brauchten frische Kräfte von der Bank."

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In Münster wird Reese dann wieder starten. So wie vermutlich auch Dudziak.

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