Nicht wegen Personalnot: Gerät deswegen Herthas Aufstiegschance in Gefahr?

Berlin - Platzt der Knoten bei den Freunden? Hertha BSC reist mit großen Sorgenfalten zum KSC. Wie schon zu Saisonbeginn ist die Alte Dame vom Verletzungspech geplagt. In Karlsruhe fehlen Stefan Leitl (48) gleich sechs Profis: John Anthony Brooks (32), Diego Demme (34), Leon Jensen (28), Niklas Kolbe (28), sowie Maurice Krattenmacher (20) und Kennet Eichhorn (16).

Top-Talent Kennt Eichhorn (16) wird die nächsten Wochen verletzte ausfallen.
Top-Talent Kennt Eichhorn (16) wird die nächsten Wochen verletzte ausfallen.  © Andreas Gora/dpa

Besonders der Ausfall von Top-Talent Eichhorn trifft Hertha hart, drückt der Teenager trotz seiner erst 16 Jahre jetzt schon dem Spiel seinem Stempel auf. Dennoch hat sich an der Marschroute nichts geändert: "Fakt ist: Wir fahren dahin, um zu gewinnen", kündigte Leitl an.

Dafür braucht es aber Tore. Und daran hapert es. Mit erst 21 Toren stellt Hertha derzeit die drittschwächste Offensive der Liga. Nur Düsseldorf (16) und Braunschweig (20) trafen noch seltener.

"Das ist natürlich zu wenig, auch für unseren Anspruch", so der Übungsleiter.

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Dass die Alte Dame angesichts der mageren Ausbeute überhaupt in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen ist, liegt vor allem am Defensivverhalten. Auf Dauer können sich die Berliner aber nicht auf einem knappen Ergebnis ausruhen - siehe Bielefeld.

Dabei hätten es schon in den vergangenen 18 Spielen viel öfter klingeln können. Gemessen am "Expected Goals"-Wert hätte Hertha 28 anstatt 21 Buden erzielen müssen. Heißt: Der Hauptstadtklub muss effizienter werden.

Herthas bester Torschütze wird auch beim KSC starten: Luca Schuler (26, r.) steht derzeit bei fünf Treffern.
Herthas bester Torschütze wird auch beim KSC starten: Luca Schuler (26, r.) steht derzeit bei fünf Treffern.  © Andreas Gora/dpa

Stefan Leitl setzt in Karsruhe erneut auf Luca Schuler

Bei der Offensive um Fabian Reese (28, l.) und Dawid Kownacki (28) hapert es noch.
Bei der Offensive um Fabian Reese (28, l.) und Dawid Kownacki (28) hapert es noch.  © Andreas Gora/dpa

"Wir haben nicht die Tauben vom Dach geschossen, sondern den Ball schon Richtung Tor gebracht", sagte Leitl mit Blick aufs vergangene Wochenende. Nur leider stand da ein überragender Loris Karius (32) im Kasten.

"Der Weg zum Tor war gut. Wir haben immer die Räume gefunden, wir hatten die richtige Positionierung, wir waren in der Entscheidungsfindung gut. Auch die Abschlüsse waren okay."

Jetzt muss der Ball nur noch reingehen. Was Hertha aber fehlt, ist ein verlässlicher Knipser. So einer wie Haris Tabakovic (31), als sich der mittlerweile Gladbacher mit 22 Toren die Krone schnappte.

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Eigentlich hätte Dawid Kownacki (28) das Potenzial in die Fußstapfen von Tabakovic zu treten, doch kaum kam der Pole nach seinem Wechsel in Berlin in Tritt, verletzte er sich am Sprunggelenk. Wieder fit verhinderte ein Infekt das Trainingslager. Jetzt kämpft sich die Werder-Leihe langsam wieder ran, muss aber beim KSC erstmal zuschauen.

Leitl: "Luca wird spielen und Dawid wird erstmal neben mir sitzen."

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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