Paukenschlag bei Hertha BSC: Windhorst stellt nach Eklat Anteile zum Verkauf

Berlin - 374 Millionen Euro: Hertha BSC kann die Anteile von Investor Lars Windhorst (45) zurückkaufen. Nach drei Jahren steht die viel belastete Beziehung vor dem Ende.

Investor Lars Windhorst (45) wirft Kay Bernstein (42) vor, nicht an einer vertrauensvollen und seriösen Zusammenarbeit interessiert zu sein.
Investor Lars Windhorst (45) wirft Kay Bernstein (42) vor, nicht an einer vertrauensvollen und seriösen Zusammenarbeit interessiert zu sein.  © Soeren Stache/dpa

Windhorst will nach dem jüngsten Eklat seine Zusammenarbeit mit dem Hauptstadtklub beenden und bietet den Blau-Weißen den Rückkauf der für 374 Millionen Euro erworbenen Anteile an.

In einer Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, verdeutlichte der 45-Jährige, dass der aktuelle Präsident Kay Bernstein (42) "erkennbar an einer vertrauensvollen und seriösen Zusammenarbeit nicht interessiert" sei. Es gebe keine Basis und keine Perspektive mehr.

Bernstein hatte am Mittwoch seinen 101. Tag im Amt des Präsidenten bei der Alten Dame. Der ehemalige Ultra hatte die Wahl nach dem Rücktritt von Werner Gegenbauer (72) überraschend gewonnen.

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Den langjährigen Chef wollte Windhorst aus dem Amt haben, daran hatte der 2019 mit seiner Tennor-Gruppe bei Hertha eingestiegene Investor keinen Zweifel gelassen.

Medienberichte, wonach Windhorst dazu über eine israelische Agentur eine Kampagne gegen Gegenbauer veranlasst haben soll, wies Windhorst indes als Unsinn von sich.

Lars Windhorst sieht für eine Zusammenarbeit mit Hertha BSC keine gemeinsame Basis mehr

Hertha-Präsident Kay Bernstein (42) ist seit 101 Tagen bei der Alten Dame im Amt.
Hertha-Präsident Kay Bernstein (42) ist seit 101 Tagen bei der Alten Dame im Amt.  © Soeren Stache/dpa

"Statt gemeinsam mit uns an der Aufklärung zu arbeiten, hat Präsident Bernstein entschieden, sich ohne Prüfung der Beweislage den Vorverurteilungen anzuschließen", schilderte Windhorst das Vorgehen der neuen Vereinsführung aus seiner Sicht. Der Präsident habe in einem Gespräch mit ihnen als Ziel seiner Aktivitäten "den Break mit Tennor" genannt.

Unter diesen Voraussetzungen sei eine weitere Zusammenarbeit zum Wohle von Hertha BSC ausgeschlossen, wirtschaftliche und sportliche Ziele seien so nicht zu erreichen, "und damit ist die wesentliche Grundlage unseres Engagements für Hertha BSC zerstört".

Deshalb werde er das Engagement bei Hertha beenden und dem Klub offiziell anbieten, "unsere Mehrheits-Anteile in Höhe von 64,7 % zum damaligen Kaufpreis zurückzukaufen".

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Wie der "Spiegel" berichtete, will das Präsidium von Hertha am Mittwochabend über einen Antrag auf einen Vereinsausschluss von Windhorst entscheiden. Der Klub verwies darauf, dass man sich generell nicht vorab zu Inhalten der turnusmäßigen Sitzungen äußere.

Zudem werde man der Untersuchung der Spionage-Affäre durch eine Kanzlei nicht vorgreifen. Über einen Ausschluss von Windhorst aus dem Verein würde im Falle eines Antrags des Präsidiums das Vereinsgericht der Berliner entscheiden. Am Status von Tennor als Anteilseigner würde ein Ausschluss nichts ändern.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa (Bildmontage)

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