Wie Hertha-Star Leistner die Krawalle erlebte: "Dachte am Anfang, das ist die Polizei"

Berlin - Hertha BSC nutzt die vielleicht allerletzte Mini-Chance, doch nochmal im Aufstiegsrennen mitzumischen, gewinnt mit zehn Mann bei Dynamo Dresden mit 1:0. Über das Spiel redet im Anschluss aber keiner mehr. Zu schwer wiegen die Krawalle.

Die Polizei drängte die Fans zurück in den K-Block.  © Sebastian Kahnert/dpa

"Was da im ersten Durchgang passiert ist, hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen", sagte Toni Leistner (35) bei RTL Nitro. "Ich möchte nicht bewerten, was da schiefgelaufen ist. Das sollen die Verantwortlichen machen."

Was der gebürtige Dresdner meint: In der 19. Minute unterbrach Schiedsrichter Sven Jablonski (35) zum zweiten Mal die Partie - schickte beide Mannschaften sofort in die Kabine. Hertha-Fans waren in den Innenraum gelangt, daraufhin stürmten auch etwa 60 Dresdner Fans in Richtung Gästeblock. Beide Fanlager beschossen sich mit Pyro, ehe die Polizei die Anhänger zurück in den Block drängte.

"Ich habe gar nicht so viel mitbekommen. Ich habe es nur laut knallen gehört und dann ein paar schwarz Vermummte rüberrennen sehen. Ich dachte am Anfang, das ist die Polizei, weil sie schwarz angezogen waren", beschrieb Leistner, wie er den Platzsturm wahrgenommen hat.

Hertha BSC Herthas irre Achterbahnfahrt in Dresden: "Auf und Ab der Gefühle"

Erst nach 20 Minuten konnte weitergespielt werden. "Als Sportler ist man so in seinem Tunnel, auf einmal hat es überall geknallt. Es gab Rauch und Nebel, die Atmosphäre war insgesamt schon krass. Plötzlich lief irgendwer über den Platz und dann mussten wir auch schon rein", sagte Fabian Reese (28).

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Toni Leistner (35) stand in seiner Heimatstadt Dresden in der Startelf.  © David Inderlied/dpa

Nach Dresden-Eklat: DFB kündigt Ermittlungsverfahren an

Ob die später im K-Block abgefackelte Fahne des Förderkreises Ostkurve der Auslöser der Fan-Ausschreitungen war oder von wem welche Provokationen ausgingen: unklar. Fakt ist aber: Das wird noch ein Nachspiel haben. Der DFB-Kontrollausschuss wird ermitteln - gegen beide Vereine.

Schon unmittelbar im Zuge der Ereignisse verurteilten sowohl Hertha als auch Dynamo Dresden die Vorkommnisse: "Das entspricht nicht meinem Wertegerüst. Sobald Gewalt im Spiel ist, sobald man auf andere Menschen mit Pyrotechnik schießt, hört es bei mir einfach auf. Ich möchte da überhaupt kein Verständnis in irgendeiner Art und Weise aufbringen", fand Hertha-Boss Peter Görlich (59) deutliche Worte.

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Tabelle 2. Bundesliga

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 FC Schalke 04 28 39:24 55
2 SC Paderborn 07 28 47:31 54
3 SV 07 Elversberg 28 48:30 52
4 SV Darmstadt 98 28 50:32 50
5 Hannover 96 28 47:35 50
6 Hertha BSC 28 43:33 47
7 1. FC Kaiserslautern 28 48:41 43
8 1. FC Nürnberg 28 38:38 37
9 Karlsruher SC 28 43:52 37
10 VfL Bochum 1848 28 39:40 33
11 Arminia Bielefeld 28 41:40 31
12 Fortuna Düsseldorf 28 26:43 31
13 1. FC Magdeburg 28 43:51 30
14 Eintracht Braunschweig 28 30:45 30
15 SG Dynamo Dresden 28 45:47 29
16 Holstein Kiel 28 34:42 29
17 SpVgg Greuther Fürth 28 40:61 29
18 SC Preußen Münster 28 31:47 27

Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Zweitliga-Meister und steigt in die 1. Bundesliga auf. Letzteres gilt auch für Rang 2. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Rang der Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Spielklasse.

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