HSV-Profi stichelt gegen die Reklamier-Bayern
Hamburg - Ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf: Beim verdienten Punktgewinn gegen den FC Bayern München (2:2) überraschte der HSV nicht nur ergebnistechnisch, sondern vor allem durch sein mutiges Auftreten.
Dabei ließen sich die Rothosen auch nicht durch den Trubel um den suspendierten Jean-Luc Dompé (30) aus der Ruhe bringen. "Was außenrum passiert, können wir nicht groß beeinflussen. Was wir machen können, ist auf dem Platz zu arbeiten und alles reinzuhauen", erklärte Linksverteidiger Miro Muheim (27).
Das taten die Rothosen - und die robuste Gangart sorgte ein ums andere Mal für Unverständnis bei den Bayern, die sehr oft das Gespräch mit Schiedsrichter Harm Osmers (41) suchten. Sportvorstand Max Eberl (52) warf dem Referee anschließend vor, "etwas überfordert" gewesen zu sein.
Den Hamburgern wiederum war eher das Auftreten der Münchner ein Dorn im Auge gewesen. "Sie haben viel mit dem Schiri diskutiert. Wir hätten da alle Gelb bekommen und sie sind bei jeder Aktion da hingerannt und haben nur reklamiert, das war ein bisschen doll", stichelte Nicolai Remberg (25).
Am Ende des Tages dürfte das dem Mittelfeldmotor und seinen Teamkollegen aber herzlich egal sein - schließlich knöpften sie dem hochfavorisierten Rekordmeister einen Zähler ab, der im Abstiegskampf noch sehr wertvoll werden könnte.
HSV-Coach Merlin Polzin: "Wie schaffen wir es, dass jeder seine Stärken auf den Platz kriegt?"
"Wir hatten uns vorgenommen, dass wir mit Überzeugung spielen und uns nicht verstecken, sondern zeigen, dass wir hier was holen können", erklärte Daniel Elfadli (28) nach dem Abpfiff, ehe er hinterherschob: "Das ist uns gelungen."
In den 99 hochunterhaltsamen Minuten zuvor hatten die Hanseaten dieses Vorhaben tatsächlich auf beeindruckende Art und Weise durchgezogen. "Wir stehen für mutigen Fußball, auch gegen Bayern. Es ist egal, wie der Gegner heißt. Die Grundidee ändert sich nicht", betonte Daniel Heuer Fernandes (33).
Trainer Merlin Polzin (35) verdeutlichte, dass man weniger auf die Spielstile der Konkurrenten im Abstiegskampf schaue, sondern es nur darum gehe, das eigene Potenzial bestmöglich abzurufen. "Wie schaffen wir es, dass jeder seine Stärken auf den Platz kriegt?", so der Chefcoach.
Seine Mannschaft habe neben dem eingeforderten Mut im Spiel nach vorn auch die notwendige Galligkeit gegen den Ball an den Tag gelegt, analysierte der 35-Jährige. "Das war auf jeden Fall ein magischer Abend hier im Volksparkstadion."
Titelfoto: WITTERS

