Einmal Leipzig, immer Leipzig? Wie Siebeck von der "ostdeutschen Mentalität" bei Lok und RB geprägt wurde

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Leipzig - Alexander Siebeck (32) gehört in dieser Saison zum festen Stammpersonal von Aufstiegsaspirant Lok Leipzig! Sein Vertrag läuft im kommenden Jahr aus. Was das für ihn bedeutet, wie er sich selbst einschätzt und ob er sich die 3. Liga zutraut, verrät er im TAG24-Interview.

Alexander Siebeck (32, l.) und Lok Leipzig stehen an der Tabellenspitze der Regionalliga Nordost und hoffen auf den Aufstieg.
Alexander Siebeck (32, l.) und Lok Leipzig stehen an der Tabellenspitze der Regionalliga Nordost und hoffen auf den Aufstieg.  © Picture Point / Roger Petzsche

In einer momentan von vielen Verletzungen gebeutelten Mannschaft ist Trainer Jochen Seitz (49) vermutlich sehr froh, dass er so konstant auf seinen zentralen Mittelfeldmann bauen kann. Doch wie viele Teile seines Teams bekam die Formkurve der Lok-Akteure zuletzt eine Delle. Da wurde auch viel selbst reflektiert.

"Ich kann das schon gut einschätzen, wie meine Leistung war, mich selbstkritisch hinterfragen, und ich bin auch ein Spieler, der es zugibt, wenn er ein Scheißspiel gemacht hat. Dann stelle ich mich auch vor die Mannschaft und sag das. Aber das kommt ja relativ selten vor bei mir (lacht). Ich bin schon immer ein Teamspieler gewesen, keiner, der sich hingestellt hat und gesagt hat, wie toll er ist, weil er ein Tor gemacht hat", so Siebeck.

Woher das kommt? "Vielleicht auch durch die Jugend, ich wurde hier geprägt bei Lok und RB Leipzig, da wurdest du eher zusammengeschissen, wenn du individuell dein Ding gemacht hast, das ist vielleicht auch die ostdeutsche Mentalität", so der 32-Jährige.

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Fünf Treffer und eine Vorlage stehen auf Siebecks Konto, der auch aufpassen muss, dass er mit seinen neun Gelben Karten demnächst nicht doch mal zuschauen muss.

"Ich bin in einem Alter, wo ich nicht mehr auf Scorer-Punkte achte. Mir geht es vordergründig nur um den Mannschaftserfolg. Es kann ja auch sein, dass ich angeschossen werde, der Ball geht ins Tor und sonst spiele ich nur scheiße. Lieber mache ich ein super Spiel, mach kein Tor oder Vorlage und habe 90 Prozent meiner Zweikämpfe gewonnen. Ich will auf meiner Position das machen, was ich machen muss."

Mindestens zwei Heimspiele haben die Leipziger mit Alexander Siebeck in dieser Saison noch. Natürlich ist das Ziel, auch das Aufstiegsspiel im Bruno-Plache-Stadion absolvieren zu können.
Mindestens zwei Heimspiele haben die Leipziger mit Alexander Siebeck in dieser Saison noch. Natürlich ist das Ziel, auch das Aufstiegsspiel im Bruno-Plache-Stadion absolvieren zu können.  © Silvio Bürger

Bleibt Alexander Siebeck bis zum Karriere-Ende bei Lok Leipzig?

Alexander Siebeck im Gespräch mit TAG24-Redakteur Michi Heymann.
Alexander Siebeck im Gespräch mit TAG24-Redakteur Michi Heymann.  © Silvio Bürger

Der Vertrag des gebürtigen Leipzigers läuft im kommenden Jahr aus. Was das Thema angeht, zeigte sich Siebeck sehr entspannt:

"Die Gespräche werden wahrscheinlich im nächsten Winter stattfinden. Es kommt ja auch darauf an, in welcher Liga wir spielen, wie meine Leistung zu dem Zeitpunkt ist. Der Verein weiß, was er an mir hat. Ich möchte gern in Leipzig bleiben. Für mich gibt es keine Gründe, hier wegzugehen. Ich kann mir vorstellen, meine Karriere hier zu beenden", so der zentrale Mittelfeldspieler ganz klar.

Sollte keine Verletzung dazwischengrätschen, scheint für den Kicker auch schon jetzt festzustehen, wann er seine Fußballschuhe an den Nagel hängt.

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Siebeck: "Ich bin jetzt 32, ich möchte mindestens bis 36 spielen. Solange mein Körper mitmacht."

Die 3. Liga würde sich Siebeck auf jeden Fall zutrauen. Der Weg ist aber noch lang. Drei Spiele sind noch offen. Sonntag konnte Verfolger Carl Zeiss Jena aber nicht punkten, verlor 1:4 beim 1. FC Magdeburg II. Somit sind es wieder fünf Zähler auf Lok.

"Wir sind vorne, wir haben es in der Hand. Die müssen hoffen, dass wir straucheln. Und wir sind jetzt in den letzten Wochen genug gestrauchelt. Es wird Zeit, dass wir wieder die Krone richten", so der Mittelfeldmann, der mit Blau-Gelb am Freitag einen wichtigen 1:0-Erfolg beim BFC Dynamo feiern konnte.

Titelfoto: Picture Point / Roger Petzsche

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