Lok Leipzigs Trainer Seitz nur von einer Sache enttäuscht: "Das schlägt einem einfach in die Fresse rein"

Leipzig - Was ist das schon jetzt für eine fantastische Saison, die Lok Leipzig wieder spielt? Mit einem beeindruckenden 3:2 in Altglienicke, wo sogar ein großer Teil der Mannschaft fehlte, verabschiedeten sich die Sachsen mit einem Dreier in die Winterpause. Trainer Jochen Seitz (49) hat als Regionalliga-Tabellenführer allen Grund, um zufrieden zu sein. Ist er auch, nur eine Sache wurmt den Coach.

Lok Leipzigs Trainer Jochen Seitz (49) haben die Fan-Eskalationen in dieser Saison auch hart getroffen.
Lok Leipzigs Trainer Jochen Seitz (49) haben die Fan-Eskalationen in dieser Saison auch hart getroffen.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Denn wo sein Team auf dem Platz in der Regel alles gegeben hat, um den Verein in eine Spitzenposition zu führen, sorgten einzelne Fans der Lokschen im Laufe der letzten Monate dafür, dass der Klub immer wieder in Verruf geriet.

Richtig hängen geblieben ist der Rassismus-Eklat beim DFB-Pokal-Spiel gegen den FC Schalke 04 und natürlich der Becherwurf, der den Busfahrer des FSV Zwickau zuletzt am Kopf verletzte.

Robert Eckhold, Gesellschafter und Geschäftsführer der Eckhold Gruppe und Hauptsponsor der Blau-Gelben, wurde zuletzt schon deutlich, sagte wütend: "All diese Mühe ist am Ende nichts wert, wenn wir durch das Verhalten einzelner Idioten immer wieder in negative Schlagzeilen geraten."

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Und auch an Trainer Seitz gingen die Vorfälle natürlich nicht spurlos vorbei.

Der 49-Jährige gegenüber TAG24: "Das kostet den Verein extrem viel Kraft - und Geld. Der Verein unternimmt extrem viel, um von dem Image bisschen wegzukommen. Und dann gerade so was wie gegen Schalke oder der Becherwurf: Das schlägt halt jedem, der hier Herzblut reinsteckt, einfach in die Fresse rein."

Mit verschiedenen Aktionen wie der "Echt keen Bock auf Rassismus!"-Kampagne versucht die Loksche, ihre Fans zu sensibilisieren.
Mit verschiedenen Aktionen wie der "Echt keen Bock auf Rassismus!"-Kampagne versucht die Loksche, ihre Fans zu sensibilisieren.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Lok Leipzig vertritt klare Werte

FSV-Zwickau-Busfahrer Stephan Mildner wurde nach dem Becherwurf getackert und saß danach wieder auf der Bank.
FSV-Zwickau-Busfahrer Stephan Mildner wurde nach dem Becherwurf getackert und saß danach wieder auf der Bank.  © Picture Point / Gabor Krieg

Klar ist aber auch, dass es immer wieder Einzelne sind, die sich offenbar nicht im Griff haben und ihrem Verein dadurch schaden.

Seitz klar: "Das tut halt extrem weh. Die Leute, die vernünftig sind, die können das nachvollziehen. Die unvernünftig sind, die muss man dann halt rausfiltern. Aber es ist halt leider Gottes so, dass wenn 8000 Menschen zusammenkommen, hast du halt leider immer fünf bis sechs Idioten dabei, die sich daneben benehmen. Das ist für den Verein eine einzige Katastrophe."

Damit solche Vorfälle in Zukunft hoffentlich nicht mehr vorkommen, versucht die Loksche, ihre Fans großflächig zu sensibilisieren.

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In allen Spielen groß auf den Werbebannern zu sehen: die "Echt keen Bock auf Rassismus!"-Kampagne des Klubs.

Lok dazu: "Es dürfte allen bekannt sein, dass sich unser Verein seit Jahren sehr aktiv gegen Rassismus, Intoleranz und Ausgrenzung einsetzt. Alle Anhänger des Ersten Deutschen Meisters sind dabei mit an Bord und leben die Werte des Sports. Leider gibt es aber immer wieder den ein oder anderen, der das einfach nicht kapiert und dem 1. FC Lok mit hirnlosen und verletzenden Ausrufen massiv schadet."

Titelfoto: PICTURE POINT / S. Sonntag

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