RB Leipzig: Was war 2022 gut, was muss 2023 besser werden?

Leipzig - Man kann wirklich nicht sagen, dass 2022 für RB Leipzig ein langweiliges Jahr war! Wie bei einer wilden Achterbahnfahrt gab es ein Auf und Ab. TAG24 gibt einen kurzen Überblick, was alles passiert ist und 2023 möglichst besser werden muss.

Stolz zeigte sich Mohamed Simakan (22) nach dem Sieg im Finale mit dem gewonnenen DFB-Pokal.
Stolz zeigte sich Mohamed Simakan (22) nach dem Sieg im Finale mit dem gewonnenen DFB-Pokal.  © Jan Woitas/dpa

Zu Beginn des Jahres mussten die Sachsen bereits mit einem dicken Handicap umgehen. In der Bundesliga waren die Spitzenplätze in weiter Ferne und in der Champions League war man ausgeschieden.

Das Abenteuer Jesse Marsch (49) hatte noch 2021 ein Ende gefunden. Domenico Tedesco (37) sollte die Sachsen wieder in die Spur bringen - und tat das auch!

Die Roten Bullen wurden sensationell Rückrundenmeister und kämpften sich in der Liga sogar noch auf den vierten Rang vor, was die erneute Teilnahme in der Champions League bedeutete.

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Das war aber nicht der größte Erfolg, den die Mannschaft erzielte. Zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren kamen die Rasenballer ins Finale des DFB-Pokals.

Nachdem der FC Bayern München und Borussia Dortmund RB jeweils den Titel weggenommen hatten, konnte der SC Freiburg in einem packenden Endspiel schließlich geschlagen werden.

Der erste Titel der Vereinsgeschichte war die Folge. Da tat es dann auch nicht mehr ganz so weh, dass im Halbfinale der Europa League gegen die Glasgow Rangers Schluss war.

RB Leipzig entlässt Domenico Tedesco

Domenico Tedesco (37) musste RB Leipzig trotz einer überragenden Rückrunde in der Saison 2021/22 verlassen.
Domenico Tedesco (37) musste RB Leipzig trotz einer überragenden Rückrunde in der Saison 2021/22 verlassen.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Mit der erfolgreichen Rückrunde im Gepäck hatten viele Fans vermutlich erwartet, dass es mit den neuen Tugenden Spielkontrolle und Fokus auf Verteidigung in der neuen Saison genauso weitergeht wie zuvor.

Doch Fehlanzeige. Obwohl mit Christopher Nkunku (25) und Konrad Laimer (25) wichtige Stammkräfte gehalten werden konnten und mit Timo Werner (26) sogar Verstärkung für die Offensive verpflichtet wurde, legten die Sachsen einen ähnlichen Fehlstart wie im Jahr zuvor hin.

Der Schuldige wurde schnell gefunden: Erfolgstrainer Tedesco ließ nicht den Überfallfußball spielen, den man in Leipzig gewohnt war. Zwar beteuerte die Mannschaft immer wieder, dass ihr der neue Spielstil liegen würde - nach dem desaströsen 1:4 gegen Schachtar Donezk in der Champions League war für den Coach allerdings Schluss.

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Der damalige RB-Chef Oliver Mintzlaff (47) hatte zu dem Zeitpunkt noch keinen neuen Sportdirektor installiert und musste stattdessen selbst alle möglichen Hebel in Bewegung setzen, um auf der Bank einen passenden Ersatz zu finden. Das klappte tatsächlich auch innerhalb weniger Tage.

Marco Rose bringt RB Leipzigs Offensivfußball zurück

Marco Rose (48) brachte den Erfolg zu RB Leipzig zurück. Zudem lässt er den Fußball spielen, den man bei den Sachsen gerne sehen möchte.
Marco Rose (48) brachte den Erfolg zu RB Leipzig zurück. Zudem lässt er den Fußball spielen, den man bei den Sachsen gerne sehen möchte.  © Picture Point / Roger Petzsche

Der gebürtige Leipziger Marco Rose (48) übernahm bei den Roten Bullen und passte nicht nur durch seine Nähe zur Stadt, sondern auch durch seinen Fußball, den er spielen wollte, perfekt zum Bundesligisten.

Seinen Einstand vergoldete er direkt mit einem 3:0 gegen seinen Ex-Klub Borussia Dortmund. In der Liga ging es stetig bergauf. Platz drei zum Jahreswechsel war mehr, als man sich nach dem Tedesco-Aus erhofft hatte.

Zudem tanzt man noch auf allen drei Hochzeiten. Im Pokal-Achtelfinale ist am 1. Februar die TSG 1899 Hoffenheim zu Gast in der Red Bull Arena. Im Achtelfinale der Königsklasse zog man mit Manchester City den vermeintlich stärksten Gegner.

Zudem konnte mit Max Eberl (49) endlich ein neuer Sportgeschäftsführer gefunden werden, der am 1. Dezember seinen Dienst antrat.

Man könnte meinen, dass die Sachsen somit ihre Stabilität wiedergefunden haben. Doch im neuen Jahr könnte es einige Veränderungen geben.

RB Leipzigs Ausblick auf das Jahr 2023

Kontinuität ist das Zauberwort, das Rose zusammen mit seinem alten Weggefährten Eberl unbedingt der Mannschaft einimpfen muss. Das Auf und Ab der vergangenen Jahre muss ein Ende finden, will man dem großen FC Bayern über kurz oder lang tatsächlich einmal ernsthaft gefährlich werden.

Dafür wird es wichtig sein, das Mannschaftsgefüge zusammenzuhalten. Und so, wie es aussieht, wird das über die Saison 2022/23 hinaus nicht der Fall sein. Nkunku schließt sich wohl dem FC Chelsea an, Laimer möchte zum Rekordmeister wechseln. Auch Dani Olmo (24) liebäugelt mit einem Abgang nach Spanien.

Gut möglich, dass sich das Team im Sommer ein weiteres Mal finden muss. Hoffentlich dann wenigstens mit Konstanz auf der Trainerbank.

Titelfoto: PICTURE POINT / S. Sonntag/Jan Woitas/dpa

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