Dynamo Dresden: Das sind erste Maßnahmen nach den Ausschreitungen gegen Hertha BSC

Dresden - Dynamo Dresden hat nach den Ausschreitungen im Heimspiel gegen Hertha BSC erste Erkenntnisse der Aufarbeitung und auch konkrete Maßnahmen präsentiert.

Dynamo Dresdens Aufsichtsratsboss Michael Ziegenbalg zeigte sich geschockt und kündigte Maßnahmen nach den Ausschreitungen gegen Hertha BSC an.  © Eric Münch

Dabei ist die Rede nicht nur von Stadionverboten für die eigenen "Fans", sondern auch von Ausschlüssen aus dem Verein. Zudem werden bauliche Umbaumaßnahmen im Bereich des Gästeblocks im Rudolf-Harbig-Stadion geprüft. Bei Hochrisikospielen wird es demnächst auch vor dem Gästeblock sowie dem K-Block mehr Ordner-Präsenz geben. Auch Polizeibeamte werden den Stadioninnenraum absichern.

"Wir waren schockiert darüber, derartige Szenen beobachten zu müssen. Dass erstmals seit dem Stadionneubau 2009 eine solche Eskalation passieren konnte, hat alle erschüttert. [...] Wenn Vertrauen missbraucht und deutliche Grenzen überschritten werden, sind wir als Verein in der Verantwortung, grundsätzliche Vorgehensweisen zu ändern", erklärt Aufsichtsratsboss Michael Ziegenbalg.

Am 4. April war es bei der 0:1-Heimniederlage ab der 20. Minute zur Eskalation gekommen. Dabei hatten Hertha-Anhänger eine Mauer übersprungen und gelangten in den Innenraum des Stadions, suchten dort die direkte Konfrontation mit Fans auf der Gegentribüne der SGD, es kam zu Prügelszenen. Wenig später sprangen rund 60 bis 70 Dynamo-Anhänger aus dem K-Block und rannten in Richtung Gästeblock.

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In der Folge beschossen die Hertha-"Fans" die SGD-Anhänger mit Pyrotechnik, zuvor landeten die Geschosse auch schon im Dresdner Sitzplatzbereich. Die Dynamo-"Fans" warfen die Pyrotechnik zurück in den Gästeblock und schossen ebenfalls Feuerwerkskörper ab.

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Geschäftsführer Stephan Zimmermann (38) kündigt Stadionverbote an.  © Lutz Hentschel

Dazu präzisierte der Klub am Dienstag, dass schon vor Spielbeginn eine Plexiglasscheibe im Gästeblock zerstört worden war, sodass eine Trennung der aktiven Szene von anderen Fans nicht mehr möglich war.

Zudem kam es nach dem Fahnenklau hinter dem Hertha-Block zu Randalen, bei denen die Auswärtsfans versuchten, die Sektorentrennung zu zerstören. Diese Aktion band Ordner aus dem Innenraum. Deshalb war beim Aufeinandertreffen der Anhänger im Innenraum nicht mehr in der ursprünglich geplanten Zahl vorhanden.

"Durch die Sichtung von Foto- und Videomaterial konnten wir zahlreiche Erkenntnisse der Abläufe gewinnen. Im nächsten Schritt sollen jetzt mithilfe der Polizei die entsprechenden Personen ermittelt werden, die erkennbar im Innenraum an den Auseinandersetzungen beteiligt waren. Für uns gibt es hierbei keinerlei Diskussionspotenzial - sobald Täter ermittelt werden, wird es neben der strafrechtlichen Verfolgung durch die Polizei auch ein striktes Verfahren für Stadionverbote von unserer Seite geben", sagt Geschäftsführer Stephan Zimmermann (38).

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Nach den Ausschreitungen am Karsamstag kam es einige Tage später in der Nacht von Freitag auf Samstag zu einer verabredeten Massenschlägerei in Thüringen zwischen Dynamo-"Fans" und Nürnberg-"Fans".

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Präsident Ronny Rehn kündigt an, dass Fans aus dem Verein geschmissen werden, sollten sie nach der Massenschlägerei identifiziert werden.  © Lutz Hentschel

Dabei ermittelte die Polizei aber zahlreiche Personalien. "Wer derartige Verfehlungen vorweist, kann nicht länger Teil unserer Sportgemeinschaft sein. Unsere Mitgliedschaft lebt von den im Leitbild festgehaltenen Leitsätzen. Wenn Werte wie Respekt, Fairness und Menschlichkeit mit Füßen getreten werden, werden wir beim Ehrenrat dafür plädieren, diesen Personen die Mitgliedschaft zu entziehen", erklärt Präsident Ronny Rehn.

Die SGD muss nun in den sauren Apfel beißen, die Pufferblöcke zu vergrößern, und kann damit weniger Tickets bei Hochrisikospielen verkaufen.

Der Bereich Block R5 wird nicht mehr verkauft, es werden Netze ausgelegt. Für die Partie am Samstag gegen Bochum werden Anhänger, die für diesen Bereich bereits Tickets haben, umgesetzt.

Bis Freitag 12 Uhr muss Dynamo beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) Stellung zu den Ausschreitungen schriftlich beziehen.

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