Rúrik Gíslason mit schweren Vorwürfen gegen den SV Sandhausen: "Verpasste die Beerdigung meiner Mutter"

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Sandhausen - Bereits im Sommer 2020 endete die Trennung zwischen dem SV Sandhausen und dem ehemaligen Fußball-Profi Rúrik Gíslason (38) in einer Schlammschlacht. Jetzt hat der ehemalige Sieger von Let's Dance die Kritik an dem damaligen Verein aus der 2. Bundesliga erneuert. Der Klub habe ihm damals verboten, die Beerdigung seiner eigenen Mama zu besuchen.

Rúrik Gíslason (38) stand von Januar 2018 bis Juni 2020 beim SV Sandhausen unter Vertrag. Jetzt hat er schwere Vorwürfe gegen den Verein geäußert.
Rúrik Gíslason (38) stand von Januar 2018 bis Juni 2020 beim SV Sandhausen unter Vertrag. Jetzt hat er schwere Vorwürfe gegen den Verein geäußert.  © IMAGO / Pressefoto Baumann

In "Meine Geschichte" mit Riccardo Basile (34) bei Sky schießt der Isländer heftig gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, der mittlerweile in der Regionalliga spielt. Seine Mama erkrankte 2020 an Leukämie und verstarb innerhalb kurzer Zeit.

Aufgrund der Corona-Pandemie pausierten die Bundesliga und die 2. Bundesliga fast den gesamten März und April. Ende April reiste Rúrik Gíslason dann zu seiner Mama, die er im Hospiz besuchte. Sie wollte, dass er ihr den letzten Wunsch erfüllt und ihren Sarg aus der Kirche trägt, doch dazu sollte es nach ihrem Tod wenige Tage später nicht kommen.

"Dann hat mein damaliger Club angefangen mich anzurufen und zu sagen: 'Jetzt musst du zurück nach Deutschland zum Training.' Dann habe ich gesagt: 'Ja, aber die Beerdigung ist in ein paar Tagen'", so der Isländer.

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Der SV Sandhausen habe ihm daraufhin klargemacht, dass er einen Vertrag habe, man hätte ihm erlaubt, nach Island zu fliegen, da sei er schon "drei, vier, fünf Tage gewesen. Jetzt musst du aber zurück", habe der Verein laut des Ex-Fußballers gesagt.

Laut Gíslason hätte der Club ihm dann mit Konsequenzen gedroht, wenn er nicht zurückkäme, also habe er sich "aus Angst" entschieden, nach Deutschland zu fliegen. Die Beerdigung seiner Mama habe er schließlich "alleine zu Hause auf YouTube" geschaut. Es sei der wohl schlimmste Moment seines Lebens gewesen.

Meinungen über die Rückkehr aus Island gingen bei Gíslason und SV Sandhausen schon 2020 auseinander

Der Isländer wurde während der WM 2018 aufgrund eines Tweets einer argentinischen Schauspielerin zum Star. Mittlerweile arbeitet er als Schauspieler, Entertainer und Unternehmer.
Der Isländer wurde während der WM 2018 aufgrund eines Tweets einer argentinischen Schauspielerin zum Star. Mittlerweile arbeitet er als Schauspieler, Entertainer und Unternehmer.  © IMAGO / STAR-MEDIA

Tatsächlich stand der Isländer nach seiner Rückkehr bei den restlichen neun Saisonspielen nie wieder im Kader. In "Meine Geschichte" berichtet er davon, dass der SV Sandhausen ihn nach seiner Rückkehr aufgefordert habe, auf 20 Prozent seines Gehaltes zu verzichten. Ein Vorgang, den viele Vereine im Profisport damals aufgrund der Einnahmen-Verluste durch die Corona-Pandemie einschlugen.

Wie Gíslason heute bestätigt, habe er dem nicht zugestimmt. 2020 hatte er noch gesagt, er habe dem Verein erklärt, er wollte das Geld lieber spenden. Daraufhin erhielt der Isländer nach eigener Aussage ein Laufprogramm und durfte nicht mehr am Mannschaftstraining teilnehmen.

Der damalige Sportliche Leiter Mikaiyl Kabaca (49) hatte nach der Trennung im Juli 2020 erklärt, dass der Nicht-Verzicht der Grund gewesen sei, warum Gíslason nicht mehr für den Verein spielte. Im April 2020 erklärte der Verein gegenüber den Medien, Gíslason sei nicht fit gewesen. Im Juli legte Präsident Jürgen Machmeier (65) nach und sagte: "Rúrik kam in einer desolaten körperlichen Verfassung aus Island zurück. Hätten wir ihn mit der Mannschaft trainieren lassen, wäre die Verletzungsgefahr groß gewesen."

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Der Fußballer schoss damals auch scharf gegen Trainer Uwe Koschinat (55). Er habe in der Öffentlichkeit behauptet, dass Gíslason in Island Urlaub gemacht habe. Der damalige Profi konnte aber nicht sagen, wo er das gehört habe und Koschinat wies die Vorwürfe entschieden zurück.

Im November 2020 beendete Gíslason seine Karriere. Wie er in "Meine Geschichte" berichtet, seien der Tod seiner Mama und die Vorgänge beim SV Sandhausen der Grund dafür gewesen. Mittlerweile ist der Isländer als Schauspieler, Entertainer und Unternehmer tätig.

Titelfoto: IMAGO / Pressefoto Baumann

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