Ausgerechnet in Berlin: Als der Sohn trifft, kullern beim Papa auf der Tribüne die Tränen

Berlin - Da wäre der Papa vor Stolz wohl fast geplatzt! Am Sonntag erzielte Patrice Čović (18) sein erstes Bundesliga-Tor für den SV Werder Bremen. Noch dazu war es ein ganz besonderer Debüt-Treffer: Ausgerechnet vor den Augen seines Vaters, ausgerechnet im Stadion An der Alten Försterei.

Herthas U19-Coach Ante Čović (50, M.) kamen nach dem Debüt-Tor seines Sohnes die Tränen.
Herthas U19-Coach Ante Čović (50, M.) kamen nach dem Debüt-Tor seines Sohnes die Tränen.  © IMAGO / Matthias Koch

"Einen schöneren Ort zum Toreschießen gibt es für mich nicht", sagte das Mittelfeldtalent der Grün-Weißen nach Abpfiff in der Mixed Zone.

Erst zwei Minuten vor Ende der Nachspielzeit war der kroatische Youngster vom neuen SVW-Coach Daniel Thioune (51) eingewechselt worden, dennoch sollte mehr als ein paar Sekunden Oberhaus-Luft rausspringen. Nach Zuspiel von Leonardo Bittencourt (32) drückte der 18-Jährige das Leder aus leichter Rücklage zum Schlusspunkt beim 4:1-Erfolg der Bremer über die Linie.

Anschließend gab es kein Halten mehr, die gesamte Mannschaft gratulierte dem Juwel, die mitgereisten Fans aus dem Norden feierten frenetisch. Selbst bekam Čović das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht.

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Und auf der Tribüne kullerten Papa Ante (50) sichtlich die Freudentränen über die Wangen. Kein Wunder, denn der Moment war nahezu perfekt. Patrice ist gebürtiger Berliner, durchlief etwa neun Jahre die Nachwuchsteams der Hertha. Dort ist sein Vater, der 2019 für wenige Monate bei den Profis an der Seitenlinie stand, aktuell Trainer der U19.

Patrice Čović wünscht Hertha BSC den Aufstieg

Patrice Čović (18) bejubelt sein erstes Bundesliga-Tor, das er vor den Augen seines Papas erzielte.
Patrice Čović (18) bejubelt sein erstes Bundesliga-Tor, das er vor den Augen seines Papas erzielte.  © Soeren Stache/dpa

"Für mich geht es nicht schöner, wieder hier vor meiner ganzen Familie", strahlte der Teenager im Anschluss. Dass er sich sein erstes Bundesliga-Tor für den großen Rivalen der Alten Dame aufgehoben hat, schmeckte natürlich besonders süß.

"Ich habe Hertha sehr viel zu verdanken - ich schaue mir jede Woche die Spiele an und hoffe, dass sie den Aufstieg schaffen", erklärte Čović. "Hier bei Union zu treffen, ist daher unfassbar schön für mich."

Im Sommer 2024 verließ der hochbegabte Spielmacher die Hauptstadt und wechselte an die Weser. Seitdem gewann er mit der U19 den A-Junioren-Pokal, ehe er diese Saison noch unter Horst Steffen (57) sein Profidebüt feierte.

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Während der sportlichen Talfahrt der Norddeutschen war das Minutensammeln schwer, auch wenn Thioune kürzlich betonte, wie ungern er den Rohdiamanten eigentlich draußen lässt oder zurück in die U23 schickt. Zuletzt stand Čović zweimal nicht im Kader, jetzt hat er seine rund 120 Sekunden optimal genutzt.

Vor dem nächsten Entwicklungsschritt steht jedoch die obligatorische Runde zum Tor-Einstad an: "Ich hoffe, dass ich nicht zu viel zahlen muss, aber ich gebe den Jungs gerne einen aus", freute sich der Werderaner.

Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / Matthias Koch, Soeren Stache/dpa

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