Trotz großem Fan-Kritikpunkt: Sachsenring-Ticketnachfrage über Rekord-Vorjahr

Leipzig/Oberlungwitz - 256.441 Menschen gönnten sich im vergangenen Jahr das Sachsenring-Erlebnis – ein Allzeit-Rekord. Aktuelle Prognosen geben Grund zur Annahme, dass diese Zahl 2026 sogar übertroffen werden könnte. Doch die Organisatoren sind (noch) vorsichtig.

Präsentierten einige Kernzahlen zum diesjährigen MotoGP-Rennen am Sachsenring (v.l.): Sachsenring-Event-Chef Robert Dorn, ADAC-Motorsport-Sprecher Oliver Runschke und ADAC-Sachsen-Boss Klaus Klötzner.  © Lutz Brose

Bis Dienstagabend seien 105.000 Tickets verkauft worden, teilte der Chef der Sachsenring Event GmbH, Robert Dorn (36), im "Dock20" am neuen Leipziger Stadthafen mit. Damit läge man rund drei Prozent über dem Vorjahreswert, den man damals rund vier Wochen vor der Veranstaltung erreicht hatte. Einige Tribünen seien sogar schon ausverkauft.

Die Preise habe man trotz erhöhter Lizenzgebühr durch die Vertragsverlängerung bis 2031 stabil halten können. Dorn: "Wir werden tunlichst vermeiden, Mehrkosten auf die Besucher umzulegen!"

Diese Wasserstandsmeldung bedeute jedoch nicht, dass man zum Moto-GP-Rennen am Sonntag (12. Juli) auch mehr Zuschauer auf den Rängen habe. Besonders viele Besucher aus der Region würden sich erst kurzfristig und vor allem wetterabhängig für oder gegen ein Kommen entscheiden.

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Das Event entwickle sich auch immer mehr zu einem Familienfest. Tickets würden demnach nicht nur eingefleischte Motorsportfans kaufen.

Um dem Zuschauertrend zu folgen, wird dieses Jahr am Donnerstag (9. Juli) erstmals ein kostenfreier Family Day ausgerichtet, bei dem Kinder bei MotoGP-Simulator, Hüpfburg, Pocket Bikes und vielem anderen auf ihre Kosten kommen.

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Stadthafen-Boss Jan Benzien (43, M.) stellte die erst am Samstag eröffnete Eventlocation zur Verfügung.  © Lutz Brose

Größter Fan-Kritikpunkt am Sachsenring: Nahbarkeit

Mehr als 250.000 Menschen strömten 2025 auf den Sachsenring. Werden es dieses Jahr noch mehr?  © Robert Michael/dpa

Nicht nur die röhrenden Motoren, in den Kurven liegenden Fahrer und driftenden Maschinen aus der Entfernung beobachten, sondern den MotoGP-Stars ganz nah sein: ein Traum von wahrscheinlich jedem Motorsportfan.

Was bisher vor allem VIPs und Sponsoren vorbehalten war, dürfen jetzt auch andere hautnah miterleben. "Wir haben mit Dorna hart verhandelt, dass wir 500 Tickets an den 'normalen' Fan verkaufen können", sagte Dorn. Auf dieser geführten Paddock-Tour geht es über das Fahrerlager aufs Boxendach mit bestem Blick über die Rennstrecke, den man so sonst nicht hat.

Für den Veranstalter essenziell, das wurde am Dienstag immer wieder hervorgehoben, sei die Fankultur, die sogar für das immaterielle Kulturerbe vorgeschlagen wurde und über das 2027 auf der Kulturministerkonferenz abgestimmt wird.

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Dennoch sei klar, "dass nicht alle 250.000 Fans ein Autogramm mit Marc Márquez [Topstar und MotoGP-Rekordsieger, Anm. d. Red.] kriegen", so Dorn, der dennoch alles versuchen wolle, den Zuschauern die bestmöglichen Einblicke zu geben.

Marc Márquez (33) ist mit sieben MotoGP-Titeln Rekordhalter.  © Robert Michael/dpa

MotoGP auf dem Sachsenring: Eine ganze Region profitiert

Von dem Rennsportwochenende auf dem Sachsenring, der 2027 sein 100-jähriges Jubiläum feiert, profitiert eine ganze Region. Etwa 130 Millionen Euro sei 2025 erwirtschaftet worden – für Hotellerie, Gastronomie, Wäschereien und Co. Dies ziehe sich bis Thüringen und Tschechien.

Tickets für den Sachsenring erhaltet Ihr auf etix.com. Alle weiteren Informationen rund um das Rennwochenende gibt's auf adac-motorsport.de.

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