Mats Hummels enthüllt: Darum hat er ein Problem mit Julian Nagelsmann
Foxborough (Massachusetts) - Nach dem Aus der deutschen Nationalmannschaft gab es zahlreiche Abrechnungen mit dem Team und auch Bundestrainer Julian Nagelsmann (38). Einer, der kein Blatt vor den Mund nahm, war Ex-Profi Mats Hummels (37). Nun hat er im Rahmen einer Übertragung bei Magenta TV nachgelegt und erklärt, wieso er ein Problem mit Nagelsmann hat.
Hintergrund ist seine Ausbootung vor der Heim-EM 2024, als der Bundestrainer auf die Dienste des ehemaligen Innenverteidigers verzichtete, obwohl er mit dem BVB eine ganz starke Saison hingelegt hatte und im Finale der Champions League stand.
"Ich bin natürlich von der Geschichte um die Heim-EM 2024 geprägt - da ist nicht alles sehr fair und ehrlich mit mir gelaufen. Das müssen wir irgendwann mal in einem privaten Gespräch auch noch einmal aufräumen. Das ist nicht passiert bisher. Und deswegen bin ich logischerweise da emotional in eine Richtung gedrängt. Aber wenn man die ganze Faktenlage so sieht, würde ich sagen: es muss sich auf der Trainerposition etwas ändern", sagte er auf die Frage von Moderatorin Laura Wontorra (37), ob Julian Nagelsmann aus der Sicht von Mats Hummels noch der Richtige sei.
Während der WM wurde immer wieder in Gesprächen zwischen den Experten Jürgen Klopp (59) und Thomas Müller (36) thematisiert, dass Hummels als Spieler ein emotional-kritischer Geist war. Nagelsmann soll deshalb von einer Nominierung 2024 abgesehen haben, da er befürchtete, der Innenverteidiger könne zum Unruhe-Herd werden.
Hummels hatte direkt nach dem Ausscheiden in einem Video zur Knallhart-Analyse ausgeholt und präzisierte die im Gespräch mit Wontorra nochmals.
Mats Hummels kritisiert das Auftreten von Julian Nagelsmann
"Ich habe es schon bewusst so formuliert, dass ich eben nicht die Namen nenne. Das Einzige, was ich gemacht habe, war die Position des Bundestrainers natürlich zu hinterfragen. Mit ist danach eingefallen, dass man einfach daran denken muss, wie erfolgreich Jogi Löw war, der sechs Turniere in Folge im Halbfinale oder Finale stand, oder das Ding gewonnen hat", sagte Mats Hummels über seinen Ex-Coach.
"Und bei dem nach einem schlechten Turnier 2018 schon so laut Konsequenzen gefordert wurden, dass er sich im März 2019 genötigt gefühlt hat, einen schlechten Schritt für den deutschen Fußball zu tun, um eben selbst noch dableiben zu können", erinnert sich der Innenverteidiger. Löw wollte damals ein Zeichen setzen und rasierte die drei Bayern-Stars Hummels, Müller und Jérôme Boateng, um einen Neuanfang einzuleiten.
Hummels schlug dann im Gespräch den Bogen zu Nagelsmann: "Und dann muss man natürlich fragen, was war jetzt in den knapp vier Jahren Amtszeit richtig gut, was war nicht so gut, und dann werden Entscheidungen getroffen. Schon schwer vorstellbar, dass es so weitergehen soll", glaubt der Weltmeister 2014 fest an Konsequenzen.
Er kritisierte Nagelsmann zudem dafür, wie sich der 38-Jährige nach dem Aus präsentierte. "Ich fand auch, dass es zu schmallippig war, dass es manchmal ein bisschen patzig rüberkam. Ich glaube auch, dass es für die nächsten Jahre eine große Baustelle für sein Trainerdasein, auf so einer großen Bühne wie wenn Du Nationaltrainer bist, einfach noch verbessern musst."
Zudem sei es nicht der richtige Weg gewesen, sich nicht direkt nach der Niederlage zu den Spielern auf den Rasen zu begeben. "Ich glaube, dass er im ersten Moment erstmal für sich sein wollte, und sich zurückgezogen hat. Das ist menschlich absolut nachvollziehbar. In der Rolle muss man wahrscheinlich trotzdem direkt zur Mannschaft gehen und Präsenz zeigen und so doof, wie es klingt, aber auch auf den Bildern des Ausscheidens zu sehen sein, so richtig dann mit der Mannschaft und nicht so für sich sein."
Die kommenden Tage dürfte beim DFB auf jeden Fall ordentlich diskutiert werden.
Titelfoto: IMAGO / Schüler
