Schönwald - Mit dem Ende der Olympischen Winterspiele in Italien rollte die Rücktrittslawine im Biathlon an. Doro Wierer (36), Paulina Bátovská Fialková (33) und nicht zuletzt DSV-Star Franziska Preuß (32) haben das Gewehr unter anderem an den Nagel gehängt. Folgt zeitnah die nächste? Janina Hettich-Walz (29) denkt ebenfalls bereits offen über ein baldiges Karriereende nach.
"Noch ein, vielleicht auch noch zwei Jahre - und dann kommt das Ende meiner Karriere", kündigte die 29-Jährige nun im Interview mit dem SWR an.
Der Hauptgrund für den in diesem Falle eher frühzeitigen Rücktritt sei die Familienplanung. Die gebürtige Schwarzwälderin möchte nämlich definitiv noch ein zweites Baby, nachdem sie und ihr Mann Kai im Frühjahr 2025 ihre erste Tochter Karlotta begrüßen durften.
"Und mit zwei Kindern kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen", so die 29-Jährige weiter. "Es gibt einfach eine Saison, in der man keine Wettkämpfe machen kann. Da haben es Männer einfacher. Man muss es sich schon genau überlegen."
Nach der Geburt ihres ersten Kindes hatte sich Hettich-Walz mit dem großen Ziel der Olympischen Spiele vor Augen mühsam zurückgekämpft.
Bereits im September feierte sie ihr Comeback, schaffte es anschließend nach Italien, wo aber die große Ernüchterung folgte.
Bei Janina Hettich-Walz ist der olympische Funke nicht übergesprungen
In Antholz verliefen die Biathlon-Wettbewerbe aus deutscher Sicht historisch enttäuschend, Edelmetall blieb der Sportsoldatin bei ihrer ersten und wohl einzigen Olympia-Teilnahme verwehrt.
"Die Enttäuschung war schon sehr groß", ärgerte sich Hettich-Walz. "Zu verarbeiten, dass man in der Karriere diesen Traum nicht erreichen wird, war nicht so einfach. Dies war meine einzige Chance. Denn für mich ist klar, in vier Jahren werde ich nicht mehr dabei sein."
Zudem habe ihre Tochter keine Akkreditierung erhalten, Papa Kai blieb mit dem Nachwuchs in einer außerhalb gelegenen Unterkunft und nicht mit im Teamhotel, weshalb der "olympische Gedanke, dieses Feuer" bei ihr nicht wirklich übergesprungen sei.
"Das fand ich schade. Das sind schließlich die Personen, die einen das komplette Leben unterstützen", so Hettich-Walz.