Planegg/Oberhof - Schon als Athlet redete er gern Klartext, zuletzt liebten ihn die Fans als kritischen und ehrlichen TV-Experten: Biathlon-Legende Erik Lesser (37) könnte jetzt aber das Mikrofon zur Seite legen, denn der gebürtige Suhler hat einen neuen Job. Der Olympiasieger von 2014 rückt ins Trainerteam des deutschen Ski-Verbandes auf.
Das teilte der Verband auf Instagram mit. Lesser beerbt auf der Position des Trainers des Nachwuchskader 1 der Juniorinnen damit Vorgänger Alexander Wolf (47). Generell gab es nach dem enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Winterspielen im Februar einen großen personellen Umbruch im deutschen Biathlon.
"Das DSV-Biathlon-Trainerteam steht: Mit frischer Struktur, vertrauten Gesichtern und neuen Impulsen gehen wir in die kommende Saison – bereit für den nächsten Schritt", heißt es in den sozialen Medien.
Erik Lesser hatte neben seiner Tätigkeit als TV-Experte bereits als Schießtrainer der Männer in Oberhof gearbeitet und damit im Mai 2023 die Nachfolge von Mark Kirchner (56) angetreten.
Nun wechselt er in den weiblichen Nachwuchs. Der 37-Jährige hatte nach seinem Karriereende 2022 eine Trainerausbildung an der DSHS Köln absolviert und parallel in der ARD als Experte für die Übertragungen der Biathlon-Weltcups gearbeitet.
Biathlon: Großer personeller Umbruch im DSV nach den Olympischen Winterspielen
Im deutschen Biathlon-Team gibt es neben dem neuen Sportdirektor Bernd Eisenbichler (50) bei den Frauen mit Cheftrainerin Sandra Flunger (44) und Co-Trainer Danny Andritzke (37) ein neues Führungs-Duo.
Sie hatten die Nachfolge von Chef Kristian Mehringer (44) und Assistent Sverre Olsbu Røiseland (35) angetreten, die ihre Posten räumen mussten. Während Røiseland jetzt Cheftrainer des norwegischen Damenteams ist, stieg auch Mehringer auf, denn er ist ab sofort "Head of Development" im deutschen Biathlon und verantwortet damit die Athleten-Entwicklung.
"Die Zeit im Weltcup war intensiv, lehrreich und prägend. Jetzt ist für mich der richtige Moment, einen neuen Schwerpunkt zu setzen und den Blick nach vorne zu richten", so Mehringer auf Instagram. Der neue Posten soll ihm nicht nur Raum für neue Impulse schaffen, sondern auch mehr Zeit mit der Familie bescheren.
Bei den Herren gab es keinen großen Umbruch, dort sind weiterhin Tobias Reiter (40) und Jens Fillbrich (47) die Coaches.