Kohle-Zoff bei Skispringern: Olympia-Helden warten immer noch auf ihre Prämien
Polen - Bei den Olympischen Winterspielen 2026 flog Kacper Tomasiak (19) hinter Philipp Raimund (25) auf der Normalschanze zur Silbermedaille, doch auf die entsprechende Prämie wartet der polnische Skispringer bis heute. Jetzt droht dem Olympia-Komitee des deutschen Nachbarlandes juristischer Ärger.
"Wir haben bereits mit Anwälten gesprochen und beabsichtigen, am Montag nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub in dieser Angelegenheit tätig zu werden", kündigte Kinga Tomasiak, die Mutter des Olympioniken, gegenüber "WP Sportwefakty" an.
Nicht nur der 19-Jährige, sondern auch seine Verbandskollegen seien von dem Verzug betroffen, Stichtag sei eigentlich der 30. April gewesen.
Insgesamt geht es laut dem Bericht um umgerechnet rund 260.000 Euro, knapp 130.000 Euro sollen dem zweifachen Silbergewinner zustehen. Der Rest verteilt sich demnach auf Skisprung-Mitstreiter Paweł Wąsek (26), Eisschnellläufer Vladimir Semirunniy (26) sowie die Trainer Maciej Maciusiak (44) und Roland Cieślak (38).
Ursächlich für den Geld-Zoff ist offenbar das Unternehmen "Zondacrypto". Die Krypto-Börsenplattform ist einer der Hauptsponsoren des Polnischen Olympischen Komitees (POK), hat aber ihrerseits mit Liquiditätsproblemen und einem handfesten Skandal zu kämpfen, wie unter anderem "Blick" berichtet.
In einem offiziellen Statement wälzte das POK die Verantwortung für die ausstehenden Zahlungen kürzlich auf den Sponsor ab. Dieser habe sich zu den Prämien verpflichtet, man selbst habe dafür nicht die finanziellen Mittel, so eine Sprecherin.
Mama von Skispringer Kacper Tomasiak schießt gegen POK-Präsidenten
"Die jüngsten Erklärungen des Polnischen Olympischen Komitees sind für mich unverständlich. Ich möchte daran erinnern, dass in den Statuten für Prämien an olympische Athleten klar festgelegt ist, dass das Polnische Olympische Komitee die Prämien vergibt. Von Zondacrypto ist dort keine Rede", erklärte jedoch Mama Tomasiak.
Zumindest die im Vorfeld der Spiele im Netz veröffentlichten Schreiben scheinen der Sportler-Mutter recht zu geben, die auch POK-Präsident Radosław Piesiewicz kritisierte. Der 45-Jährige feierte die Olympia-Resultate nach dem Mega-Event nämlich medienwirksam.
"Der Präsident sprach mit einem breiten Lächeln von Rekordprämien und prahlte mit seinen Erfolgen, doch als es darum ging, seine Versprechen einzulösen, traten Probleme auf", wetterte Kinga Tomasiak.
Der Ärger ist verständlich, denn ihr Sohn lieferte in Italien ab. Neben Platz zwei auf der Normalschanze sackte der 19-Jährige auch Bronze auf der Großschanze ein und sprang im Super-Team mit Kollege Wąsek ebenfalls zu Silber.
Laut dem Bericht soll auch Wąsek bereits aktiv geworden sein und zunächst das Gespräch mit dem POK gesucht haben.
Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

