Leipzig - Die Spielerzahlen waren zuletzt stetig gesunken, nun folgte das endgültige Aus: Entwicklerstudio Bungie wird am 9. Juni sein letztes Update für "Destiny 2" veröffentlichen und den Live-Service für den Loot-Shooter anschließend einstellen. Bungies einstiges Flaggschiff findet damit ein unerwartetes Ende. Gleichzeitig mehren sich die Fragen, wie es mit dem Entwickler weitergeht.
Denn noch am selben Tag der für viele traurigen Nachricht, verkündete "Bloomberg"-Journalist Jason Schreier, das Studio bereite bereits Entlassungen für die Zeit nach "Destiny 2" vor. Die "Halo"-Macher wollen sich demnach vorerst auf das im März veröffentlichte "Marathon" konzentrieren, anstatt - wie von vielen erhofft - direkt die Arbeit an "Destiny 3" zu beginnen.
"Monument of Triumph", so der Name des finalen Updates, soll noch einmal neue Waffen, Rüstungen und Spielmodi in den Shooter bringen. Story-Elemente sollen offene Enden zu einem interessanten Abschluss führen. Mit der "Sparrow Racing League", einer Art Wettrennen um Preise, kehrt zudem ein von vielen Spielern lang ersehnter Modus aus "Destiny 1" zurück.
"Destiny 2" soll auch nach Release des Updates spielbar und die Server online bleiben. Die Entwicklung an dem Spiel scheint jedoch vollständig eingestellt zu werden. Eine für viele trotz aller Entwicklungen überraschende Wendung, schließlich hatte Bungie mit den letzten beiden Erweiterungen "The Edge of Fate" und "Renegades" zuletzt noch den Beginn einer neuen Saga sowie mindestens zwei weitere DLCs angekündigt. Mit "Renegades" kam es sogar zu einer Kooperation mit Sci-Fi-Über-Franchise "Star Wars", die unter anderem Laserschwerter in das Spiel brachte.
Die Spielerzahlen waren dennoch immer weiter gesunken. Hatten einst Zehntausende täglich das Spiel gestartet, konnte diese Marke zuletzt nur noch knapp erreicht werden.
Bekanntmachung traf die Community wie eine Todesnachricht
Hinzu kamen immer wieder Negativ-Meldungen rund um Entwickler Bungie, die "Destiny"-Fans zunehmend auf Abstand gehen ließen. So wurden bereits nach dem 2024er DLC "The Final Shape" zahlreiche Mitarbeiter entlassen. Während der Entwicklung von Extraction-Shooter "Marathon" war es einmal mehr zu einem Skandal gekommen, als ein Künstler eigene Werke im Spiel entdeckte, die er zuvor nicht freigegeben hatte.
Vorurteile gegenüber Bungies Extraction-Shooter waren dadurch schnell geschürt und die Verkaufszahlen blieben trotz überzeugenden Gameplays deutlich hinter den Erwartungen. Die Entwickler scheinen sich nun vollends auf den neuen Titel konzentrieren zu wollen, um das Ruder noch rumzureißen. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten.
Die "Destiny"-Community, die seit Wochen auf News rund um ihr Spiel wartete, traf die Bekanntmachung wie eine Todesnachricht. Zahlreiche Streamer, darunter Urgesteine wie Datto und Aztecross, veröffentlichten Videos, in denen sie enttäuschend und teilweise unter Tränen die Neuigkeiten verlasen.
Manch einer hoffte bereits auf "Destiny 3" und versuchte, zwischen den Zeilen Andeutungen darauf zu finden. Die Meldung von Jason Schreier wird vorerst auch die letzte Hoffnung zum Erlöschen gebracht haben.