Resident Evil 4 Remake ist ein absoluter (Alb-)Traum geworden!

Leipzig - 18 Jahre ist es inzwischen her, dass "Resident Evil 4" zunächst gamecubeexklusiv erschien. Nach zahlreichen Portierungen auf andere Plattformen fand Capcom, dass es nun Zeit für ein waschechtes Remake ist. Ob das genauso gut - oder sogar besser - gelungen ist als bei Teil 2 und 3, soll der Test verraten.

2005 erschien "Resident Evil 4" zeitweise exklusiv für den Nintendo Gamecube. 18 Jahre später sieht das Remake nicht nur deutlich besser aus, sondern hält für Kenner auch einige Überraschungen bereit!
2005 erschien "Resident Evil 4" zeitweise exklusiv für den Nintendo Gamecube. 18 Jahre später sieht das Remake nicht nur deutlich besser aus, sondern hält für Kenner auch einige Überraschungen bereit!  © Capcom

Es ist wohl das Jahr der Horrorspiele-Klassiker im neuen Gewand. Nach "Dead Space" im Januar wurde nun der nächste absolute Genre-Meilenstein komplett neu aufgelegt. Beim Weltraumschnetzler hatte das im Januar schon sehr gut funktioniert.

Beinahe jeder Abschnitt wurde originalgetreu übernommen und lediglich neue, kleine Details integriert.

Ähnliches hatte ich tatsächlich auch von "Resident Evil 4" erwartet - und wurde massiv geschockt! Als jemand, der den Titel damals bis zum Erbrechen gespielt hat und quasi jeden Stein kannte, wusste ich zunächst nicht so recht, wie ich damit umgehen soll, dass Capcom extrem viel geändert hat.

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Als Kenner weiß man zwar über die grobe Story (auch da gibt es aber Änderungen) und Handhabung Bescheid. Doch gerade was die einzelnen Levelabschnitte angeht, hat sich einiges getan.

Verschiedene, eigentlich bekannte Areale betretet Ihr jetzt von anderen Seiten, wurden beinahe von Grund auf verändert oder halten Überraschungen für den Spieler bereit, die es im Original nicht gab.

Wie gesagt: Am Anfang hat mich das geschockt und auch etwas irritiert. Doch je länger mein Abenteuer mit Leon Scott Kennedy auf der Suche nach Präsidententochter Ashley Graham in einem seltsamen spanischen Dorf ging, umso mehr war ich begeistert.

Resident Evil 4 Remake: Eine extrem tolle Mischung aus Alt und Neu

Im Kampf könnt Ihr Angriffe jetzt sogar mit dem Messer abwehren. Doch aufgepasst: Eurer Schneidegerät geht schnell zu Bruch und muss beim Händler repariert werden.
Im Kampf könnt Ihr Angriffe jetzt sogar mit dem Messer abwehren. Doch aufgepasst: Eurer Schneidegerät geht schnell zu Bruch und muss beim Händler repariert werden.  © Capcom

Denn was Capcom hier vielleicht sogar noch ein Stück besser als EA bei "Dead Space" geschafft hat, ist dieses Gefühl zu erzeugen, dass einem gleichzeitig etwas vertraut und doch neu vorkommt.

Nehmen wir als Beispiel einen Dorfabschnitt, der im Kern schon dem Klassiker gleicht. Doch dann bemerkt man, dass an der Stelle, wo eigentlich ein Pfad entlangführte, jetzt eine große Mühle steht. Das irritiert als Kenner fast noch mehr und bei meinem Durchlauf war ich extra vorsichtig, weil ich die Umgebung eigentlich kannte und weiß, was passiert.

Was gibt es noch zu berichten? An der Steuerung gibt es nichts auszusetzen. Leon verteidigt sich geschickt mit einem Messer, das jetzt auch zu Bruch gehen kann, und natürlich mit zahlreichen Wummen. Auch da gibt es ein paar neue Kaliber - beim Fund der Red9 wurde mir allerdings wohlig warm ums Herz.

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Spinelle, die im Original nur ein normaler Schatz waren, dienen jetzt als Extra-Währung, die Ihr beim Händler gegen nützlichen Kram eintauschen könnt. Spannend: Euer Koffer hat jetzt auch Effekte. Beispielsweise könnt Ihr Talismane an ihn heften, um zusätzliche Boni zu bekommen.

Tatsächlich gäbe es noch einen Haufen Details zu nennen, die anders sind, für einen Aha-Effekt sorgen oder zum Nachdenken anregen. Aber das mache ich nicht. Denn jeder soll dieses Meisterwerk, gerade wenn man es damals nicht erleben konnte, selbst spielen. "Resident Evil 4 Remake" ist ein absoluter Albtraum geworden, im positiven Sinne!

Auch im Remake ist Präsidententochter Ashley Graham entführt worden. Es liegt an Leon, sie aus ihrer Gefangenschaft zu befreien.
Auch im Remake ist Präsidententochter Ashley Graham entführt worden. Es liegt an Leon, sie aus ihrer Gefangenschaft zu befreien.  © Capcom
Vorsicht: Auch wenn man es nicht vermutet, aber dieser nette Herr, der sich offenbar einen Tierkopf auf seinen Schädel gebunden und eine gigantische Hammerwaffe in der Hand hat, ist Euch nicht freundlich gesinnt.
Vorsicht: Auch wenn man es nicht vermutet, aber dieser nette Herr, der sich offenbar einen Tierkopf auf seinen Schädel gebunden und eine gigantische Hammerwaffe in der Hand hat, ist Euch nicht freundlich gesinnt.  © Capcom

Fazit zu "Resident Evil 4 Remake"

Ich war mir wirklich sicher, dass ich mit "Dead Space" schon das beste Remake des Jahres gespielt habe. Doch ich habe mich getäuscht. Der vierte Teil der "Resident Evil"-Serie macht nahezu alles richtig und hat mich absolut umgehauen. Auch Kenner des Originals können bedenkenlos zugreifen, weil Capcom so viel geändert hat, dass eine Mischung aus Vertrautheit und Neugier entsteht, die sich wunderbar anfühlt.

Wenn ich einen Kritikpunkt anbringen müsste, dann wäre es die deutsche Sprachausgabe, die nicht so recht ins Geschehen passen möchte. Zum Glück lässt sich das kinderleicht auf Englisch umstellen. Außerdem ist Ashley mindestens noch genauso nervig wie früher - aber das gehört halt auch irgendwie zu "Resident Evil 4" dazu.

Sonst bleibt mir eigentlich nur zu sagen, dass es in diesem Jahr jedes Spiel für mich schwer haben wird, an diesen Spielspaßkoloss heranzukommen!

Titelfoto: Capcom

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