Neuer Epstein-Ärger für Bill Gates: Was hatte seine Stiftung mit dem Sexualverbrecher zu tun?

Washington D.C. - Multimilliardär Bill Gates (70) rückt erneut wegen des Skandals um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in den Fokus. Diesmal geht es um seine wohltätige Stiftung.

Der Unternehmer Bill Gates (70) steht wegen seiner Verbindungen zu Jeffrey Epstein in der Kritik. (Archivbild)  © Annette Riedl/dpa

Epstein soll als eine Art Mittelsmann zwischen der "Gates Foundation" und der NGO "International Peace Institute" (IPI) fungiert und auf diese Weise unter anderem Einreisegenehmigungen für junge Frauen aus Osteuropa erwirkt haben, wie aus einer Recherche des Magazins "Vanity Fair" hervorgeht.

Dem Bericht vom Donnerstag zufolge soll die Gates-Stiftung im Zeitraum zwischen 2013 und 2018 insgesamt acht Millionen US-Dollar (rund 6,9 Millionen Euro) an IPI überwiesen haben, um eine Impfkampagne in Pakistan und Afghanistan zu finanzieren.

Der bereits 2008 verurteilte Epstein habe dabei im engen Austausch mit der damaligen IPI-Führung um den norwegischen Diplomaten Terje Rød-Larsen (78) - gegen den aufgrund seiner Verbindung zu Epstein derzeit ermittelt wird - gestanden und zur Beschaffung der Gelder beigetragen, hieß es. Die "Gates Foundation" dementierte dies gegenüber dem Magazin: "Epstein war nicht an den Zuschussprozessen der Stiftung beteiligt."

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In seiner Berater-Funktion habe Epstein laut dem Medienbericht von IPI-Mitarbeitern Informationen über ihre Arbeit mit der "Gates Foundation" abgezapft, darunter geheimdienstlich relevante Informationen über Terroristen in Pakistan, Krankheitsausbrüche oder chemische Waffen in Syrien. Unklar ist dagegen, warum er das getan haben soll.

Angesichts der schwerwiegenden Missbrauchsvorwürfe gegen den 2019 in Haft verstorbenen Epstein wiegt eine andere Erkenntnis aus der Recherche aber deutlich schwerer: Über IPI soll Epstein offenbar auch Visa für junge Frauen aus Osteuropa beschafft haben.

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Epstein-Files: Hilfsorganisation als Visum-Sprungbrett für junge Frauen aus Osteuropa

Die vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten bringen nach und nach die Machenschaften des Sexualstraftäters ans Licht. (Symbolbild)  © Jon Elswick/AP/dpa

So gehe aus den vom US-Justizministerium veröffentlichten "Epstein-Files" hervor, dass junge und offenbar unterqualifizierte Osteuropäerinnen verdächtig häufig für Praktika bei IPI eingestellt worden seien, aber nur kurz blieben und dann verschwanden.

Fotos der Praktikantinnen seien dabei an Epstein geschickt worden. In einer E-Mail habe Epstein ein solches Bild einer Frau mit den Worten "Ich frage mich, ob es ok ist, mit ihr Sex zu haben. Sie ist sooo sexy" geantwortet haben.

Eine weitere E-Mail zeige, wie Epstein eine IPI-Mitarbeiterin nach Afrika geschickt haben soll, um dort laufende Projekte mit der "Gates Foundation" zu begleiten.

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Bereits kurz nach Veröffentlichung der Epstein-Akten hatte die "Gates Foundation" eine Überprüfung der Kommunikation zwischen Epstein und Mitarbeitern der Organisation angekündigt. In einer Stellungnahme Anfang Februar wurde bereits eingeräumt, dass "eine kleine Anzahl von Stiftungsmitarbeitern" mit dem Sexualstraftäter in Kontakt gestanden habe. Zahlungen an Epstein seien jedoch nie getätigt worden.

Auch Gates selbst stand in der Kritik, da er mehrfach in den Epstein-Akten auftaucht, auch auf Fotos mit Frauen. Er bezeichnete den Kontakt zu Epstein dabei als "Riesenfehler", betonte jedoch, "nichts Illegales" gesehen oder getan zu haben.

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