Minneapolis (USA) - Vier Schüsse beendeten das Leben von Renée Good. Der Vorfall löste landesweit Proteste aus. Die 37-Jährige hinterlässt drei Kinder, eines davon als Vollwaise.
Die US-Amerikanerin, die am 7. Januar von einem Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE tödlich verletzt wurde, hatte keine Chance: Renée erlitt vier Schussverletzungen - zwei an der Brust, eine am linken Unterarm und eine am Kopf.
Rettungssanitäter fanden die 37-Jährige bewusstlos in ihrem Wagen. Aus ihrem linken Ohr floss Blut, ihre Pupillen waren erweitert. Sämtliche Versuche, sie wiederzubeleben, scheiterten. Im Krankenhaus konnte nur noch der Tod festgestellt werden.
Auf ihrem Instagram-Kanal beschrieb sich Renée als "Dichterin, Schreiberin, Ehefrau, Mutter und miserable Gitarrenspielerin aus Colorado".
Die junge Frau studierte kreatives Schreiben an der Old Dominion University in Virginia, wo sie 2020 ihren Abschluss erlangte. Eines ihrer Gedichte wurde mit dem Academy of American Poets Prize ausgezeichnet.
Renée, die erst im vergangenen Jahr nach Minneapolis gezogen war, hinterlässt drei Kinder im Alter von sechs, zwölf und 15 Jahren. Der Vater des jüngsten Kindes starb bereits im Jahr 2023 - der Junge muss nach dem Tod seiner Mutter nun also als Vollwaise aufwachsen.
Familie von Renée Good engagiert George-Floyd-Anwälte
"Renée war eine der freundlichsten Menschen, die ich jemals kannte", sagte ihre Mutter Donna Ganger gegenüber TMZ. Sie sei eine "extrem warmherzige" Person gewesen, die sich stets um die Menschen in ihrem Leben gekümmert habe.
Ihr Vater Tim Ganger sagte, seine Tochter habe ein gutes, aber hartes Leben gehabt. Auch er beschrieb sie als eine "wundervolle Person". Renées Partnerin Becca Good, die bei dem Unglück dabei war, sagte, die 37-Jährige sei "pures Sonnenlicht" gewesen und habe stets gestrahlt. Sie kritisierte ICE deutlich und sagte: "Sie hatten Waffen, wir hatten nur Trillerpfeifen."
Schon kurz nach dem Vorfall versuchte die Trump-Administration, Renée als "inländische Terroristin" darzustellen, die von dem Beamten in einem Akt der Selbstverteidigung getötet worden sei, nachdem sie ihn "überfahren" wollte.
Örtliche Behördenvertreter wiesen diese Darstellung jedoch entschieden zurück. Sie betonten unter Verweis auf Videos von dem Vorfall, dass Renée ihr Fahrzeug von dem ICE-Beamten weggesteuert und somit keinerlei Gefahr dargestellt habe.
Nach zahlreichen Protesten meldeten sich auch mehrere Politiker und Senatoren zu Wort und forderten ICE auf, die Stadt Minneapolis unverzüglich zu verlassen. Renées Familie schaltete unterdessen dieselbe Anwaltskanzlei ein, die auch schon die Angehörigen des getöteten Afroamerikaners George Floyd (†46) vertrat.