Coronavirus: Inzidenz erstmals seit Mai wieder dreistellig

Deutschland/Welt - In Deutschland gibt es immer mehr Lockerungen, dennoch ist das Coronavirus immer noch allgegenwärtig und nicht zu unterschätzen.

In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.
In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 100 (Vortag: 95,1).

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 4,4 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona in Bayern: Gesundheitsminister Holetschek für Verlängerung der epidemischen Lage
Coronavirus Corona in Bayern: Gesundheitsminister Holetschek für Verlängerung der epidemischen Lage

Insgesamt 95.077 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund 4,2 Millionen an.

Weltweit gibt es mehr als 242,8 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 4,94 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 23. Oktober, 10.00 Uhr).

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Update, 23. Oktober, 12.55 Uhr: Karl Lauterbach fordert Ersatzregelung

Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58, SPD) sagte der Passauer Neuen Presse am Samstag, die Ankündigung von Jens Spahn (41, CDU) in einer Phase, in der es steigende Infektionszahlen, Impfdurchbrüche, stagnierende Impfquoten und andere Probleme gebe, habe ihn überrascht.

Sollte die Feststellung der epidemischen Notlage nach dem 25. November tatsächlich auslaufen, fordere er eine Ersatzregelung. Auch die Ministerpräsidenten der Bundesländer hatten am Freitag erklärt, es müsse weiter eine bundeseinheitliche Rechtsgrundlage für die Corona-Schutzmaßnahmen geben.

Karl Lauterbach (58, SPD) überrascht die Aussage von Gesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU). Der Experte fordert eine Ersatzregelung.
Karl Lauterbach (58, SPD) überrascht die Aussage von Gesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU). Der Experte fordert eine Ersatzregelung.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 23. Oktober, 12.40 Uhr: Kritiker befürchten "Flickenteppich" nach Spahns Forderung

Der Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) für eine Beendigung der durch den Bundestag festgestellten Corona-Notlage sorgte angesichts der steigenden Zahlen für Diskussionen.

Kritiker befürchten einen "Flickenteppich" an Maßnahmen und Regelungen. Spahn betonte im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks, es gehe darum, nach 19 Monaten einen Ausnahmezustand zu beenden.

Die Befugnisse der Bundesregierung sollten in einen Normalzustand zurückgeführt werden. Er betonte, dies bedeute keinen "Freedom Day" (Freiheitstag) oder das Ende aller Maßnahmen. Diese könnten auch ohne den Ausnahmezustand geregelt werden.

Die Forderung von Jens Spahn (41, CDU), den Ausnahmezustand zu beenden, sorgte für Diskussionen.
Die Forderung von Jens Spahn (41, CDU), den Ausnahmezustand zu beenden, sorgte für Diskussionen.  © Bernd Thissen/dpa

Update, 23. Oktober, 6.45 Uhr: Kostenpflicht für Corona-Tests hat Impftempo nicht beschleunigt

Die am 11. Oktober eingeführte Kostenpflicht für die Corona-Bürgertests hat das Impftempo in Mecklenburg-Vorpommern nicht erhöht. Die Impfquote gegen Covid-19 stieg seither - wie auch schon zuvor - um etwa 0,1 Prozentpunkte am Tag.

Das geht aus den täglichen Veröffentlichungen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) hervor. Inzwischen haben demnach knapp zwei Drittel der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern den kompletten Impfschutz.

Wissenschaftlern zufolge reicht das jedoch nicht aus, um die erwartete Welle im Herbst und Winter flach zu halten.

Bislang führten die kostenpflichtigen Tests nicht zu einem schnelleren Anstieg der Impfungen.
Bislang führten die kostenpflichtigen Tests nicht zu einem schnelleren Anstieg der Impfungen.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 23. Oktober, 6.30 Uhr: Gibt es einen Kriminalitätsanstieg durch Corona?

Wegen Corona waren Treffen in großen Gruppen monatelang verboten. Junge Menschen kamen teils heimlich in Parks zusammen. Gefeiert wird immer noch gerne draußen.

Die Gewerkschaft der Polizei spricht von einer Tendenz, dass sich Menschen vermehrt auf der Straße, in Parks und an öffentlichen Plätzen treffen. Die Art und Weise der Straftaten müsse sich da gar nicht unbedingt ändern, sie seien aber auffälliger und rückten wesentlich näher an Unbeteiligte heran, sagte der niedersächsische Landeschef Dietmar Schilff: "Das ist problematisch, weil sich die Menschen vor der eigenen Haustür nicht mehr sicher fühlen."

Die Polizei reagiere mit mehr Präsenz an bekannten Konfliktpunkten.

Die Verkehrskreuzung am Küchengartenplatz in Hannover. In den letzten Wochen kam es dort zu einer Reihe an Gewalttaten, die Polizei zeigt Präsenz.
Die Verkehrskreuzung am Küchengartenplatz in Hannover. In den letzten Wochen kam es dort zu einer Reihe an Gewalttaten, die Polizei zeigt Präsenz.  © Michael Matthey/dpa

Update, 23. Oktober, 6.17 Uhr: Hertha-Keeper Jarstein nach schwerer Corona-Erkrankung für Impfung

Torwart Rune Jarstein (37) von Hertha BSC hat sich nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung mit folgender Herzmuskelentzündung deutlich für die Impfung gegen das Coronavirus ausgesprochen.

"Ich bin nach meiner Erkrankung noch einmal geimpft worden. Ich finde es gut und wichtig, das zu machen. Ich bin ganz klar für die Impfung", sagte der 37 Jahre alte Norweger der Bild (Samstag). "Vielleicht hätte es mich nicht so hart erwischt, wenn ich mich im Frühling schon hätte impfen lassen können."

Herthas Torhüter Rune Jarstein (37) war im April schwer an Corona erkrankt.
Herthas Torhüter Rune Jarstein (37) war im April schwer an Corona erkrankt.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 23. Oktober, 4.58 Uhr: Österreich droht Ungeimpften mit Lockdown

Österreichs Regierung erhöht in der Corona-Krise mit einer drastischen Drohkulisse den Druck auf ungeimpfte Menschen. Bei einer dramatischen Verschärfung der Lage auf den Intensivstationen müssten ungeschützte Menschen mit Ausgangsbeschränkungen rechnen, sagte Österreichs Bundeskanzler Alexander Schallenberg (52) am Freitagabend nach einer Sitzung mit den Ministerpräsidenten.

"Wir sind drauf und dran, in eine Pandemie der ungeschützten Ungeimpften hineinzustolpern", sagte der Regierungschef. Einen Lockdown für Geimpfte oder Genesene schloss Schallenberg aus.

Er hoffe auf eine Signalwirkung dieser Pläne. Es gebe noch zu viele "Zögerer und Zauderer", sagte Schallenberg mit Blick auf die Impf-Skeptiker.

Österreichs Bundeskanzler Alexander Schallenberg (52) droht mit drastischen Maßnahmen.
Österreichs Bundeskanzler Alexander Schallenberg (52) droht mit drastischen Maßnahmen.  © Michael Gruber/APA/dpa

Update, 23. Oktober, 4.32 Uhr: RKI registriert 15.145 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 100

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat erstmals seit Mitte Mai den Wert von 100 erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit exakt 100,0 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 95,1 gelegen, vor einer Woche bei 70,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 15.145 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.31 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10.949 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 86 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 75 Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.452.425 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Freitag mit 2,68 an (Donnerstag 2,45). Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4 200 000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.077.

Update, 22. Oktober, 20.50 Uhr: Berliner Eishockey-Stürmer Zengerle positiv getestet

Auch die Eisbären Berlin haben einen Corona-Fall.

Stürmer Mark Zengerle (32) sei positiv auf Covid-19 getestet worden, teilte der deutsche Eishockey-Meister am Freitag vor Beginn des Spiels gegen die Schwenninger Wild Wings mit.

Dem deutsch-amerikanischen Stürmer, an dem Medienberichten zufolge die Wild Wings Interesse haben, gehe "es aber den Umständen entsprechend gut".

Update, 22. Oktober, 18.29 Uhr: Italien: Corona-Inzidenz wieder leicht gestiegen

In Italien ist der Corona-Inzidenzwert wieder leicht gestiegen.

Stand Donnerstag lag der Wert je 100.000 Einwohner für die vorangegangenen sieben Tag landesweit bei durchschnittlich 34 Fällen, wie das Gesundheitsministerium in seinem wöchentlichen Corona-Lagebericht am Freitag in Rom mitteilte.

In der Vorwoche ermittelten die Experten für den Sieben-Tage-Inzidenzwert noch 29 Fälle je 100.000 Einwohner. Zuvor war der Wert von Woche zu Woche gesunken.

Update, 22. Oktober, 17.47 Uhr: Spahn verteidigt Vorstoß zu Ende der "epidemischen Lage"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41) hat seinen Vorstoß für eine Beendigung der sogenannten epidemischen Lage nationaler Tragweite verteidigt.

Es gehe darum, nach 19 Monaten einen Ausnahmezustand zu beenden, sagte der CDU-Politiker im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Befugnisse der Bundesregierung sollten dadurch in einen Normalzustand zurückgeführt werden.

Spahn betonte, das Ende der epidemischen Lage bedeute keinen "Freedom Day" oder das Ende aller Maßnahmen. Man brauche weiterhin einen Zustand besonderer Vorsicht sowie 3G-Regelungen im Innenraum oder die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen. Dies könne aber auch ohne den Ausnahmezustand der sogenannten epidemischen Lage von nationaler Tragweite geregelt werden.

Dafür müsse entweder die bundesgesetzliche Regelungskompetenz geändert werden, oder die Landtage müssten entsprechende Befugnisse auf Landesebene beschließen, sagte Spahn.

Jens Spahn (41, CDU), Bundesminister für Gesundheit.
Jens Spahn (41, CDU), Bundesminister für Gesundheit.  © Marcel Kusch/dpa

Update, 22. Oktober, 17.25 Uhr: Trotz Impfdurchbrüchen im Sport: "Schutzwirkung exzellent"

Die steigenden Zahlen von Corona-Infektionen trotz Impfung wie in der Fußball-Bundesliga zuletzt bei Bayern Münchens Trainer Julian Nagelsmann (34) oder Hoffenheims Spieler Christoph Baumgartner (22) sind nach Ansicht von Experten kein Grund zur Beunruhigung.

Leif Erik Sander von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité in Berlin betonte, "dass das Hauptziel der Impfung der Schutz vor Erkrankung, insbesondere vor schwerer Erkrankung ist".

Somit seien Impfdurchbrüche - Infektionen trotz Impfung - kein Argument zu sagen, "die Impfung funktioniere nicht". Meyer ist ebenfalls überzeugt: "Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand ist die Schutzwirkung von Impfungen gegenüber schweren Verläufen exzellent und gegenüber Ansteckungen mindestens gut."

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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