Coronavirus: Bund kündigt an: "Das, was wir aufmachen, sollte auch offen bleiben können"

Deutschland/Welt - Ärzte mahnen zur Vorsicht bei der Lockerung der Corona-Bestimmungen. Sie machen sich große Sorge wegen der britischen Mutante. Wenn geöffnet werde, sei extreme Disziplin notwenig. Wie es nach dem 7. März - solange dauert der Corona-Lockdown vorerst - weitergeht, berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am heutigen Mittwoch. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie etwa 2.465.361 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mehr als 2,27 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein.

Insgesamt 70.926 Menschen sind hierzulande außerdem mit oder an dem Virus verstorben (Alle Datenstände: 3. März, 13 Uhr)

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 64,0 (Stand 3. März, 5.35 Uhr).

Weltweit gibt es rund 114.843.310 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 2.551.200 Todesfälle (Stand 3. März, 13 Uhr).

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Update, 3. März, 16.04 Uhr: Spahn rechnet mit Astrazeneca-Empfehlung auch für Ältere

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) geht davon aus, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca künftig auch an ältere Menschen in Deutschland verabreicht werden kann.

Es werde mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hinauslaufen, dass die Zulassung des Impfstoffes für über 65-Jährige komme, sagte Spahn nach Teilnehmerangaben am Mittwoch bei den Corona-Beratungen von Bund und Ländern. Dies sei Daten zu verdanken, die man aus Schottland und England habe. Die Ständige Impfkommission (Stiko) befinde sich dazu in der finalen Entscheidungsfindung.

Update, 3. März, 15.50 Uhr: Aktuelle Fallzahlen in den Bundesländern

In der folgenden Grafik sind die aktuellen Inzidenz-Werte der einzelnen Bundesländer Deutschlands zu sehen.

Die Zahlen stammen vom Robert Koch-Institut und sind auf dem Stand vom 3. März, 0 Uhr. Einzelne Bundesländer können deshalb inzwischen schon wieder abweichende Werte melden.

Die RKI-Zahlen sind aber letztlich entscheidend, wenn es um Corona-Beschränkungen und -Regeln geht.

Zurzeit weist Thüringen mit 124,5 die mit Abstand höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland auf.
Zurzeit weist Thüringen mit 124,5 die mit Abstand höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland auf.  © TAG24

Update, 3. März, 15.43 Uhr: Söder will Impfungen beschleunigen, Haus- und Betriebsärzte einbinden

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) hat in den Corona-Beratungen von Bund und Ländern eine Beschleunigung der Impfungen auch unter Einbeziehung von Ärzten in der Fläche gefordert.

Das Motto müsse sein: "All you can vaccinate", sagte Söder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in der Schalte am Mittwochnachmittag. Man müsse aus der starren "Impfbürokratie" in mehr Flexibilität kommen.

Deshalb müsse man so schnell wie irgend möglich alle Ärzte einbeziehen, niedergelassene Hausärzte, Betriebsärzte, Krankenhäuser und dann auch Schulärzte. Söder bezog sich dabei dem Vernehmen nach zunächst auf den Impfstoff von Astrazeneca, später müsse dies auch für andere Impfstoffe gelten.

Söder will endlich Vollgas beim Impfen.
Söder will endlich Vollgas beim Impfen.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 3. März, 15.38 Uhr: Scholz plant Nachtragshaushalt wegen Lockdown-Kosten

Die Corona-Pandemie kommt den Staat noch teurer zu stehen als gedacht. Finanzminister Olaf Scholz (62, SPD) plant angesichts der Kosten für den langen Corona-Lockdown, für Unternehmenshilfen, Tests und Bonuszahlungen für Familien einen Nachtragshaushalt.

Darüber informierte der Vizekanzler nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch die Haushälter von Union und SPD. Die geplante Größenordnung ist demnach noch offen. Zuletzt war zu hören, dass das Ministerium von einem Mehrbedarf von etwa 50 Milliarden Euro ausgeht.

Bisher sieht der Bundeshaushalt für 2021 eine Neuverschuldung von rund 180 Milliarden Euro vor. Damals ging Scholz allerdings noch nicht von einem so umfassenden Lockdown aus, wie er wegen hoher Infektionszahlen zu Jahresbeginn verhängt wurde. Das Finanzministerium arbeitet derzeit parallel bereits am Etat für 2022, den Scholz Ende März dem Kabinett vorlegen will.

Finanzminister und Kanzlerkandidat Olaf Scholz (62, SPD).
Finanzminister und Kanzlerkandidat Olaf Scholz (62, SPD).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 3. März, 15.02 Uhr: Merkel: Können Übergang in eine neue Phase gehen

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat zu Beginn der Verhandlungen mit den Ministerpräsidenten der Länder über mögliche Lockerungen des monatelangen Corona-Lockdowns die besondere Bedeutung der Beratungen hervorgehoben.

Es sei ein "wichtiger Tag", sagte Merkel am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen zu Beginn der Online-Beratungen mit den Länderchefs. Sie wurde mit den Worten zitiert: "Wir können den Übergang in eine neue Phase gehen." Vor der großen Runde hatten die Ministerpräsidenten in einer gesonderten Runde ohne Merkel miteinander beraten.

In den entscheidenden Verhandlungen am Nachmittag sollte besprochen werden, wie es nach dem Ende des zunächst bis zum 7. März befristeten Lockdowns bei der Pandemie-Eindämmung weitergeht und welche Perspektiven für Lockerungen der Corona-Maßnahmen es gibt.

Merkel sieht Licht am Ende des Corona-Tunnels.
Merkel sieht Licht am Ende des Corona-Tunnels.  © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa, Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Update, 3. März, 14.47 Uhr: Immer mehr Deutsche wollen sich gegen Corona impfen lassen

Eine große Mehrheit der Deutschen will sich laut einer Umfrage so schnell wie möglich gegen das Coronavirus impfen lassen.

73 Prozent der Befragten beabsichtigen eine Impfung, sobald sie die Chance dazu haben, wie die am Mittwoch veröffentlichte Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das RTL/ntv-"Trendbarometer" ergab.

Zum Vergleich: Mitte Februar lag der Anteil derer, die eine Impfung wollen, laut Forsa-Umfrage noch bei 68 Prozent. 12 Prozent gaben bei der aktuellen Erhebung an, weiterhin erstmal abwarten zu wollen - 8 Prozent verzichten lieber ganz auf ein Corona-Vakzin.

Ein Arzt hält im Impfzentrum die Spritze an den Arm von Elisabeth Steubesand (105). Die älteste Kölnerin hat kein Verständnis für Menschen, die ihre Impftermine absagen, weil ihnen der Impfstoff nicht passt.
Ein Arzt hält im Impfzentrum die Spritze an den Arm von Elisabeth Steubesand (105). Die älteste Kölnerin hat kein Verständnis für Menschen, die ihre Impftermine absagen, weil ihnen der Impfstoff nicht passt.  © Oliver Berg/dpa

Update, 3. März, 14.43 Uhr: Bund kündigt an: "Das, was wir aufmachen, sollte auch offen bleiben können"

Die Bundesregierung will bei den geplanten Lockerungen des Corona-Lockdowns in Deutschland ein vorschnelles Vorgehen vermeiden.

Die Öffnungsschritte seien "mit Umsicht und Vorsicht" zu begleiten, sagte eine Regierungssprecherin am Mittwoch in Berlin. Die Ministerpräsidenten der Länder wollten bis zum Abend mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) über die Möglichkeiten beraten, Teile der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens trotz vielerorts wieder ansteigender Infektionszahlen zu öffnen.

"Das, was wir aufmachen, sollte auch offen bleiben können", sagte die Sprecherin. "Es ist eine schwierige Aufgabe, da einen guten und verantwortungsvollen Weg für eine sichere und eben auch gerechte Öffnungsstrategie zu finden."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Update, 3. März, 14.40 Uhr: Neue Überbrückungshilfen jetzt auch für große Unternehmen

Große vom Corona-Lockdown betroffene Unternehmen können jetzt neue staatliche Hilfen beantragen. Die bislang geltende Umsatzhöchstgrenze für die Überbrückungshilfe III falle weg, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mit.

Das gelte für den Einzelhandel, für die Veranstaltungs- und Kulturbranche, die Hotellerie, Gastronomie und die Pyrotechnikbranche, die von Schließungen betroffen sind, zudem für den Großhandel und die Reisebranche.

Viele große Mittelständler könnten nun Hilfe bekommen, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU). "Gerade große mittelständische Betriebe im Handel, in der Gastronomie oder im Hotelbereich leiden stark unter der aktuellen Krise."

Die Überbrückungshilfe III ist für die Zeit bis Ende Juni vorgesehen. Unternehmen, die vom Lockdown stark betroffen sind, können im Monat bis zu 1,5 Millionen Euro vom Staat bekommen. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.

Unternehmen mit weniger als 750 Millionen Euro Umsatz konnten die Hilfe schon seit dem 10. Februar beantragen. Bisher gibt es allerdings lediglich Abschlagszahlungen, also eine Art Vorschuss auf den Förderbetrag.

Update, 3. März, 14.38 Uhr: Corona macht Autoindustrie weiter zu schaffen

Geschlossene Autohäuser, gestiegene Mehrwertsteuer: Autos verkaufen sich momentan nicht gut. 194.300 Pkw sind im Februar 2021 neu zugelassen worden, 19 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch in Flensburg mitteilte.

Besonders private Käufer halten sich demnach zurück. Weil bis Dezember noch die Mehrwertsteuer reduziert war, haben viele Kunden da schon gekauft, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) erklärte.

Weiterhin nutzen viele Kunden Kaufprämien für Elektroautos. Im Februar war jeder fünfte Neuwagen entweder rein batteriebetrieben oder hatte als Plug-In-Hybrid neben dem Verbrenner eine Batterie mit Stecker an Bord.

In den deutschen Autowerken liefen im Februar 17 Prozent weniger Autos vom Band als im Vorjahresmonat. Gehemmt wird die Produktion weiter unter anderem durch Lieferengpässe bei Halbleitern, wie der VDA mitteilte.

Viele Produzenten hatten in den vergangenen Monaten wegen der geringen Nachfrage der Autobranche auf andere Abnehmer umgeschwenkt.

Manch ein Auto steht wie Blei im Regal (Symbolbild).
Manch ein Auto steht wie Blei im Regal (Symbolbild).  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 3. März, 14.03 Uhr: Wien setzt Astrazeneca-Impfstoff bei Menschen über 65 ein

In Österreichs Hauptstadt Wien werden ab sofort auch Menschen über 65 Jahren mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft. Die Stadt gab diesen Schritt am Mittwoch bekannt.

Sie folgt damit Frankreich, wo die Regierung am Montag die Anwendung des britisch- schwedischen Impfstoffes auf die Altersgruppe von 65 bis 75 Jahren ausgeweitet hatte. "Es geht derzeit um die Schnelligkeit, und wir wissen von diesem Astrazeneca-Impfstoff, dass er auch bei älteren Personen gute Wirkung zeigt", sagte der Chefarzt der Wiener Krankenhäuser, Michael Binder.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

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