Coronavirus: Bundeswirtschafts-ministerium will Corona-Hilfen vereinfachen

Deutschland/Welt - Das Coronavirus dürfte Deutschland auch noch in den nächsten Monaten in Atem halten. Auf ausreichend Abstand zueinander achten und Maske tragen sind da noch die geringeren Hürden.

Eine Joggerin läuft an einem Graffiti mit der Aufschrift "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön") vorbei.
Eine Joggerin läuft an einem Graffiti mit der Aufschrift "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön") vorbei.  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie insgesamt 2.046.720 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. 1.680.439 davon sollen inzwischen wieder genesen sein.

Hierzulande starben bereits insgesamt 46.698 Menschen mit oder an dem Virus.

Die USA haben nach wie vor weltweit die meisten Fälle registriert: Über 23,76 Millionen Infizierte und 395.855 Tote wurden bereits erfasst.

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 94,59 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 2.024.110 Todesfälle (alle Angaben Stand 17. Januar, 15 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 17. Januar, 15.37 Uhr: London-Mutante in Belgien entdeckt

In einem Altenheim in Belgien sind zahlreiche Bewohner mit dem zuerst in England entdeckten mutierten Coronavirus infiziert worden.

In dem Heim "De Groene Verte" in Merkem im Westen Flanderns seien 75 Menschen - zwei Drittel aller Bewohner - positiv auf den neuen Virustyp getestet worden, meldete die Nachrichtenagentur Belga am Sonntag.

Alle gesellschaftlichen Aktivitäten in der Gemeinde seien nun untersagt. Nur Schulen, Kitas und medizinische Dienste blieben geöffnet. Im übrigen Gebiet der Gemeinde stieg die Zahl der Fälle auf 53 an. "Der Ursprung des Ausbruchs ist noch unbekannt, aber wir sind jetzt bei der Kontaktnachverfolgung", sagte Bürgermeister Joris Hindryckx nach Angaben von Belga.

Nach wochenlangem Rückgang sind die täglichen Corona-Fallzahlen in Belgien zuletzt wieder deutlich gestiegen.

Update, 17. Januar, 14.45 Uhr: Bundeswirtschaftsministerium will Corona-Hilfen vereinfachen

Nach Kritik an schleppenden Hilfen für Unternehmen mit Einbußen durch Corona-Beschränkungen strebt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) einfachere Bedingungen an. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur schlägt sein Ministerium Änderungen bei der Überbrückungshilfe III vor.

So sollen Firmen eine Förderung für jeden Monat erhalten können, in dem sie einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent nachweisen können - weitere Nachweise sollen entfallen, wie zuerst Der Spiegel (Sonntag) berichtete.

Damit Unterstützung schnell bei Firmen ankommt, soll die maximale Höhe von Abschlagszahlungen auf insgesamt 150.000 Euro angehoben werden - dies sind Vorschüsse auf spätere Zahlungen.

In den Katalog erstattungsfähiger Fixkosten sollen außerdem Abschreibungen auf verderbliche und saisonale Waren aufgenommen werden. Die Vorschläge werden nach dpa-Informationen nun zunächst in der Bundesregierung, vor allem mit dem Finanzministerium, abgestimmt.

Ein Stift liegt auf einem Antrag für den Corona-Soforthilfe-Zuschuss.
Ein Stift liegt auf einem Antrag für den Corona-Soforthilfe-Zuschuss.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 17. Januar, 14.42 Uhr: Mehrere Länder planen härteres Vorgehen gegen Quarantäne-Verweigerer

Mehrere Bundesländer wollen in der Corona-Pandemie härter gegen Quarantäne-Verweigerer vorgehen. Neben hohen Bußgeldern kommt es künftig im Extremfall zur Zwangseinweisung an zentralen Stellen, berichtete die Welt am Sonntag und verwies auf eigene Recherchen.

Demnach wären Menschen betroffen, die die amtliche Anordnung missachten, sich wegen einer möglichen oder tatsächlichen Corona-Infektion für bestimmte Zeit zu isolieren. Mit einem Richterbeschluss können sie bei wiederholtem Verstoß oder Weigerung für bestimmte Zeit unter Aufsicht untergebracht werden.

Update, 17. Januar, 13.42 Uhr: Gesundheitsministerium lehnt Vorstoß zu Vorteilen für Geimpfte ab

Das Bundesgesundheitsministerium hat einen Vorstoß von Außenminister Heiko Maas (SPD) zurückgewiesen, geimpften Menschen Ausnahmen von Corona-Beschränkungen zu ermöglichen.

Mehr Informationen findet Ihr >> hier +++

In einem geschlossenen Restaurant sind die Stühle umgedreht auf den Tischen.
In einem geschlossenen Restaurant sind die Stühle umgedreht auf den Tischen.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 17. Januar, 11.28 Uhr: Patientenschützer kritisiert Maas in Debatten über Impf-Privilegien

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat Außenminister Heiko Maas (SPD) scharf für den Vorschlag kritisiert, Menschen mit Corona-Impfung früher als anderen den Besuch von Restaurants oder Kinos zu erlauben.

Vorstand Eugen Brysch sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), Maas befeuere eine "Gespenster-Diskussion" über Impf-Privilegien. Es gebe zu wenig Impfstoff. "Bei der Organisation des Impfangebots hapert es. Auch weiß heute niemand, ob ein Geimpfter das Virus weitergeben kann." Als Außenminister sei Maas zudem nicht zuständig für das Thema.

Maas hatte der Bild am Sonntag gesagt: "Geimpfte sollten wieder ihre Grundrechte ausüben dürfen."

Update, 17. Januar, 11.15 Uhr: Verdi: Arbeitgeber bei neuen Vorgaben zu FFP2-Masken in der Pflicht

Die Gewerkschaft Verdi sieht bei möglichen weiteren Vorgaben zum Tragen von FFP2-Masken etwa in Geschäften oder Bussen und Bahnen auch die Arbeitgeber in der Pflicht. "In jedem Fall müssen die Unternehmen ihren Beschäftigten FFP-2-Masken kostenfrei und in ausreichender Stückzahl zur Verfügung stellen", sagte Verdi-Chef Frank Werneke am Sonntag.

Arbeitnehmern müsse es zudem möglich sein, zusätzliche bezahlte Kurzpausen einzulegen, um die Maske absetzen und durchatmen zu können. Kontrollen einer Maskenpflicht dürften auch nicht den Beschäftigten aufgebürdet werden, verlangte Werneke - damit müsse Wach- und Sicherheitspersonal betraut werden.

Alle Menschen müssten auch Zugang zu Masken erhalten können. "Es muss sichergestellt sein, dass FFP-2-Masken rechtzeitig in ausreichender Zahl und für Bezieher niedriger Einkommen auch kostenlos zur Verfügung stehen."

Eine FFP2-Maske hängt an einem Türhaken.
Eine FFP2-Maske hängt an einem Türhaken.  © Till Simon Nagel/dpa-tmn

Update, 17. Januar, 11.07 Uhr: OECD-Bildungsexperte Schleicher für Öffnung der Grundschulen

Der Verantwortliche für die internationalen Pisa-Studien, OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher, hat sich für die Öffnung von Grundschulen und Kindergärten in der Pandemie ausgesprochen.

"Selbst in der gegenwärtigen Infektionslage habe ich wenig Verständnis dafür, dass Grundschulen und Kindergärten flächendeckend geschlossen werden", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Schleicher ist Bildungsdirektor der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

"Schulschließungen haben langfristig schwerwiegende Folgen, vor allem in den ersten Schuljahren und vor allem für Kinder aus sozial benachteiligtem Umfeld", erklärte er.

Update, 17. Januar, 10.55 Uhr: Rund 14.000 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.882 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Sonntag sind die vom RKI bekannt gegebenen Zahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am Vortag hatte das RKI von 18.678 Neuinfektionen berichtet, am Sonntag vergangener Woche von 16.946.

Insgesamt stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Infektionen auf 2.033.518 (Stand: 17.01., 00.00 Uhr), wie das RKI am Sonntag mitteilte. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Außerdem wurden insgesamt 46.419 Todesfälle verzeichnet. Das sind 445 mehr als am Vortag.

Nordrhein-Westfalen, Moers: Eine Laborantin des Medizintechnik-Herstellers "nal von minden" kontrolliert die Qualität eines Corona-Schnelltestes.
Nordrhein-Westfalen, Moers: Eine Laborantin des Medizintechnik-Herstellers "nal von minden" kontrolliert die Qualität eines Corona-Schnelltestes.  © Roland Weihrauch/dpa

Update, 17. Januar, 10.55 Uhr: 23 Festnahmen bei Demonstration gegen Corona-Regeln in Wien

Bei einer Demonstration gegen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Wien sind 23 Menschen festgenommen worden. Zudem wurde gegen mehr als 300 Teilnehmer der Kundgebung Anzeigen erstattet, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Nach Angaben der Polizei setzten sich viele Demonstranten über Abstandsregeln hinweg und verzichteten auf einen Mund-Nasen-Schutz. Insgesamt nahmen am Samstag etwa 10.000 Menschen an der Kundgebung teil, darunter Angehörige der rechten Szene.

Die Demonstration hatte friedlich begonnen. Später kam es zu Tumulten. Medienvertreter berichteten, angepöbelt und bedroht worden zu sein. Sechs Verdächtige wurden wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen. Unter den Teilnehmern war auch der ehemalige Vizekanzler und frühere FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

Update, 17. Januar, 9.15 Uhr: Bayer prüft Produktion von Corona-Impfstoffen

Der Pharmakonzern Bayer erwägt, in die Produktion von Corona-Impfstoffen einzusteigen. "Wir diskutieren mit Curevac und auch mit der Politik und den Behörden, was gemacht werden kann", sagte Bayer-Chef Werner Baumann der Welt am Sonntag.

"Mit unserem Produktionsnetzwerk in Deutschland und den USA sowie dem entsprechenden zeitlichen Vorlauf wären wir grundsätzlich in der Lage, Impfstoff in größeren Mengen zu produzieren. Dies prüfen wir gerade unter Hochdruck."

Dabei gehe es in erster Linie nicht um finanzielle Überlegungen, sondern darum, den Impfstoff so schnell wie möglich verfügbar zu machen. Anfang des Monats hatten Bayer und das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac einen Kooperations- und Servicevertrag geschlossen.

Spritzen, mit denen der Moderna-Impfstoff verabreicht wird, sind in einem Behälter.
Spritzen, mit denen der Moderna-Impfstoff verabreicht wird, sind in einem Behälter.  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Update, 17. Januar, 9 Uhr: SPD-Politiker Lauterbach glaubt an Absage der Fußball-EM

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem Ausfall der Fußball-Europameisterschaft in diesem Jahr.

"Ich glaube, dass die EM komplett abgesagt wird, weil wir im März eine Situation haben werden, die in vielen Ländern Europas schlechter sein wird als heute", sagte der 57-Jährige bei t-online.

"Es wird sich alles – leider – von allein ergeben. Wir könnten im März eine Situation erleben, in der kaum jemand überhaupt auf die Idee kommen wird, eine Fußball-EM auszutragen."

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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