Coronavirus: "Leuchtendes Vorbild Tübingen gescheitert", Altmaier will die Notbremse!

Deutschland/Welt - Deutschland verharrt mindestens bis zum 18. April im Lockdown. Weiterhin sollen die Menschen in Deutschland die Zahl ihrer Kontakte möglichst gering halten. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 3,13 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mehr als 2,76 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein. Insgesamt 79.898 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben (Alle Datenstände: 17. April, 15.20 Uhr).

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 160,7 (Stand 17. April, 5.20 Uhr).

Weltweit gibt es 140,05 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als drei Millionen Todesfälle (Stand 17. April, 15.20 Uhr).

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Update, 18. April, 10.30 Uhr: Altmaier pro Notbremse, "leuchtendes Vorbild Tübingen gescheitert"

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU) hat die geplanten bundesweiten Regelungen für eine Corona-Notbremse gegen Kritik verteidigt.

"Die Notbremse ist notwendig und kein Holzhammer", sagte Altmaier der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er hoffe auf eine breite Mehrheit in Bundestag und Bundesrat. Die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes dürften jetzt nicht "wieder zerredet werden". "Überall auf der Welt, wo eine Infektionswelle erfolgreich gebrochen wurde, hat man das mit dem Instrument eines harten Lockdowns geschafft."

Zu den geplanten Ausgangsbeschränkungen sagte Altmaier, es gehe dabei "nicht um den Spaziergänger mit seinem Hund". "Sondern darum, dass man sich nicht unter Verletzung der Kontaktregeln abends gegenseitig besucht und feiert."

Der CDU-Politiker fügte hinzu: "Auf der sicheren Seite sind wir, wenn wir insgesamt die Zahl der sozialen Kontakte reduzieren - und die entstehen, wenn alles geöffnet ist, eben auch im öffentlichen Nahverkehr, in Fußgängerzonen, im privaten Bereich. Daran sind alle differenzierten Modelle gescheitert, auch die leuchtenden Vorbilder Tübingen und Rostock konnten den Anstieg der Infektionen letztlich nicht verhindern."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU).
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 18. April, 10 Uhr: Keine Freigabe der Behörden: Kanu-EM in Duisburg Anfang Juni abgesagt

Die Kanu-Europameisterschaft in Duisburg ist abgesagt worden. Das teilte der Europäische Verband (ECA) am Samstagabend auf seiner Homepage mit.

Die kontinentalen Titelkämpfe waren für den 2. bis 6. Juni geplant, können aufgrund der Pandemie-Situation aber nicht ausgetragen werden. Die lokalen Behörden gaben für die EM keine Freigabe, teilte die ECA mit.

"Zusammen mit den lokalen Organisatoren haben wir unser Bestes getan, um die ECA-Kanusprint- und Paracanoe-Europameisterschaften 2021 zu organisieren, es sollte ein Festival für die besten Sprint-Athleten werden. Leider hat Corona all diese Pläne durcheinander gebracht und es unmöglich gemacht, die Kanusprint-Europameisterschaften auszurichten", sagte Thomas Konietzko, Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV).

Update, 18. April, 9 Uhr: Corona-Fälle sorgen für Spielabsagen bei Keplers Twins in der MLB

Der deutsche Baseball-Profi Maximilian Kepler (28) und die Minnesota Twins müssen wegen positiver Corona-Testergebnisse eine Zwangspause in der nordamerikanischen Profi-Liga MLB einlegen.

Die für Samstag und Sonntag (Ortszeit) geplanten Partien bei den Los Angeles Angels wurden nach inzwischen vier Fällen verschoben. Andrelton Simmons hatte die Reise nach Anaheim gar nicht erst angetreten. Vor Ort fielen drei weitere Tests positiv aus.

Bei einer weiteren Probenreihe kamen keine weiteren Fälle hinzu. Allerdings sei dennoch nicht absehbar, wann Minnesota den Spielbetrieb wieder aufnehmen dürfe, hieß es. Das nächste Duell steht am Montag bei den Oakland Athletics an.

Update, 18. April, 7.40 Uhr: Maskenpflicht im Freien in Israel aufgehoben

Gut ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie ist die Maskenpflicht im Freien in Israel aufgehoben worden. Auf den Straßen waren am Sonntagmorgen bereits viele Menschen ohne Mundschutz unterwegs.

In Innenräumen, die öffentlich genutzt werden, gilt die Pflicht weiterhin. Experten gehen aber davon aus, dass sie angesichts der stark gesunkenen Infektionszahlen in einem Monat ebenfalls aufgehoben werden kann.

Erstmals seit einem Jahr wurden auch viele Schulen wieder vollständig geöffnet. Die Kinder und Jugendlichen lernen wieder in Klassenverbänden statt in kleinen Gruppen. In den Klassenräumen gilt allerdings weiterhin Maskenpflicht.

Update, 18. April, 7.25 Uhr: Erneut mehr als 100 Eingereiste aus Mecklenburg-Vorpommern verbannt

Wegen der verschärften Einreisebeschränkungen in Mecklenburg-Vorpommern hat die Polizei am Samstag in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald insgesamt 620 Fahrzeuge entlang der Landesgrenzen kontrolliert.

69 Fahrzeuge mit 112 Insassen wurden von den Beamten wieder abgewiesen, wie die Polizei bekanntgab. Insgesamt verliefen die Kontrollen demnach ruhig.

Update, 18. April, 5.30 Uhr: Karliczek appeliert: Zusammenstehen, damit es nicht noch mehr Tote gibt

Vor der zentralen Gedenkveranstaltung für die Verstorbenen in der Corona-Pandemie hat Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (49, CDU) dazu aufgerufen, durch Zusammenhalt und persönliches Verhalten bei der Eindämmung der Pandemie mitzuhelfen.

Mit dem Gedenken setze man ein sichtbares Zeichen der Anteilnahme, er sei aber auch eine Mahnung, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Wir müssen in dieser kritischen Phase der Pandemie weiter zusammenstehen, damit es nicht noch mehr Tote gibt. Wir können das nur durch Disziplin verhindern."

Diese Disziplin aufzubringen, sei auch ein Zeichen der Mitmenschlichkeit, sagte Karliczek. Ein Zurücknehmen im täglichen Leben könne sehr viele Menschenleben retten. "Gemeinsam können wir diese Pandemie durch unser Verhalten eindämmen."

Update, 18. April, 4.30 Uhr: Landkreise fordern Überarbeitung der Bundes-Notbremse

Die deutschen Landkreise fordern eine Überarbeitung der geplanten bundeseinheitlichen Corona-Notbremse.

"Der Gesetzentwurf muss an vielen Stellen korrigiert werden", sagte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager (62, CDU), den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag). "Die reine Anknüpfung an Inzidenzen wird dem Pandemiegeschehen nach mehr als einem Jahr und den regional sehr unterschiedlichen Situationen nicht gerecht."

Sager fordert hingegen, die Belegung der Intensivbetten, die Reproduktionszahl und den Impffortschritt mit in die Betrachtung einzubeziehen. "Wenn ein Landkreis zwar eine hohe Inzidenz aufweist, aber gleichzeitig sehr viele freie Krankenhausbetten hat und die Impfungen gut voran gehen, muss man dies berücksichtigen können." Gleiches gelte für klar eingrenzbare Ansteckungen etwa in einem Betrieb. "Die reine Orientierung an der Inzidenz zeichnet kein realistisches Bild der Situation vor Ort", so Sager.

Sager kritisierte die geplanten Ausgangsbeschränkungen ab 21 Uhr in Gebieten mit hoher Inzidenz. "Diese wären in Ihrer Pauschalität ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Freiheitsrechte der Menschen, weil dem kein überlegener Effekt zur Verhinderung von Neuinfektionen gegenübersteht."

Reinhard Sager (62, CDU), Präsident des Deutschen Landkreistages.
Reinhard Sager (62, CDU), Präsident des Deutschen Landkreistages.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 18. April, 0.20 Uhr: Vizekanzler Scholz möchte Geimpften und Genesenen rasch mehr Rechte gewähren

In der Debatte über die staatlichen Corona-Beschränkungen wirbt Vizekanzler Olaf Scholz (62, SPD )dafür, dass Geimpfte und Genesene rasch genauso behandelt werden wie negativ getestete Menschen.

Die genauen Regeln dazu werde die Ministerpräsidentenkonferenz noch in diesem Monat diskutieren, kündigte der SPD-Kanzlerkandidat in der "Welt am Sonntag" an. Im Infektionsschutzgesetz finde sich dazu eine Verordnungsermächtigung, "damit wir das dann rasch umsetzen können, ohne ein weiteres Gesetz machen zu müssen". Konkret müssten Geimpfte oder Genesene dann etwa beim Shopping oder Friseur keinen Corona-Test mehr vorweisen.

Zur geplanten Corona-Notbremse des Bundes mit den umstrittenen Ausgangsbeschränkungen ab 21 Uhr sagte Scholz: "Ich erwarte aber keine wesentlichen Änderungen gegenüber dem Entwurf." Auf die Frage, ob es bei der geplanten Ausgangssperre Ausnahmen für Spaziergänger oder Jogger geben soll, antwortete er ausweichend: "Wichtig ist mir, dass es klare, einheitliche und lebensnahe Regelungen gibt. Für die privaten Kontakte, für das Einkaufen, für Ausgangsbeschränkungen, von deren Nutzen ich weiterhin überzeugt bin. Es muss für jede und jeden nachvollziehbar sein, was gilt."

Update, 17. April, 22.26 Uhr: Mit Corona infizierter Entertainer Jauch weiter in Quarantäne

Der mit Corona infizierte Entertainer Günther Jauch ist auch in den nächsten Tagen weiter in Quarantäne. In der RTL-Show "Denn sie wissen nicht, was passiert!", bei der Jauch eigentlich hätte dabei sein sollen, wurde er am Samstagabend live kurz zugeschaltet.

Er sagte seinen Promikollegen Thomas Gottschalk und Barbara Schöneberger über seinen Gesundheitszustand: "Im Prinzip geht es mir auch gut." Hier erfahrt Ihr, warum er trotzdem noch nicht wieder raus darf.

Update, 17. April, 18.20 Uhr: Brandenburg beschließt nächtliche Ausgangsbeschränkung

In Brandenburg soll ab Montag eine Ausgangsbeschränkung zwischen 22 Uhr und 5 Uhr für Regionen gelten, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz mindestens drei Tage lang über 100 liegt.

Ab 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche sollen in Landkreisen oder kreisfreien Städten alle Schulen mit Ausnahme der Abschlussklassen und die Kitas geschlossen werden, erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Samstag.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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