Coronavirus: Delta-Mutante nimmt in Deutschland deutlich zu!

Deutschland/Welt - In Deutschland ist die bundesweite Corona-Inzidenz im Sinkflug. Doch macht die Delta-Mutante alles wieder kaputt? Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

90.079 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 13,2 (Vortag: 15,5).

Keine Experimente! Gesundheits-Minister halten bis mindestens Herbst an breit angelegten Corona-Tests fest
Coronavirus Keine Experimente! Gesundheits-Minister halten bis mindestens Herbst an breit angelegten Corona-Tests fest

Weltweit gibt es rund 176,6 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 3,8 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 16. Juni, 12 Uhr).

+++ Ältere Informationen zur Corona-Situation findet Ihr im TAG24-Coronavirus-Newsarchiv +++

Update, 16. Juni, 18.49 Uhr: Virusvariante Delta nimmt in Deutschland deutlich zu!

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta hat ihren Anteil an den Sars-CoV-2-Neuinfektionen in Deutschland binnen einer Woche deutlich gesteigert.

Mit 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni) bleibe sie aber weiter relativ selten, heißt es im jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend. In der Woche zuvor (KW 21) hatte der Anteil der Delta-Variante an den untersuchten Proben demnach noch bei 3,7 Prozent gelegen.

Mit einem Anteil von gut 86 Prozent an den untersuchten Proben löste die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) in der ersten Juniwoche bundesweit weiter den Großteil der Infektionen aus. Ihr Anteil sinkt allerdings langsam. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle.

Hoffentlich sorgt die Delta-Mutante nicht auch in Deutschland bald wieder für volle Kliniken (Symbolbild).
Hoffentlich sorgt die Delta-Mutante nicht auch in Deutschland bald wieder für volle Kliniken (Symbolbild).  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 16. Juni, 18.35 Uhr: Höchster Wert an Corona-Neuinfektionen in Großbritannien - seit Februar!

Die Delta-Variante des Coronavirus treibt die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien weiter deutlich in die Höhe. Am Mittwoch meldeten die Behörden 9055 neue Fälle - das waren etwa 1380 mehr als am Vortag und der höchste Tageswert seit Februar.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, die noch Anfang Mai unter 20 lag, stieg mittlerweile wieder auf deutlich mehr als 70 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Wie schnell sich das Virus derzeit ausbreitet, zeigt die Gesamtzahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage: 55.216 Fälle zwischen dem 10. und 16. Juni bedeuten ein Plus von fast einem Drittel im Vergleich zur Vorwoche.

Experten gehen zudem von einer Dunkelziffer in etwa gleicher Höhe aus. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen nahm im Wochenvergleich sogar um 40 Prozent zu.

Boris Johnson (56), Premierminister von Großbritannien, sieht sich mit neuen Horror-Corona-Zahlen konfrontiert.
Boris Johnson (56), Premierminister von Großbritannien, sieht sich mit neuen Horror-Corona-Zahlen konfrontiert.  © Alberto Pezzali/AP/dpa

Update, 16. Juni, 17.31 Uhr: Spahn befürwortet Masken im Unterricht vorerst bis zu den Sommerferien

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) befürwortet es, wenn im Schulunterricht vorerst noch eine Corona-Maskenpflicht beibehalten wird. Er habe "großes Verständnis" für die Bundesländer, die zumindest bis in die Sommerferien hinein dieses Maß an Sicherheit geben wollten, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in München nach Beratungen mit seinen Länderkollegen.

Über das Vorgehen nach den Sommerferien würden die Kultusminister im Lichte der Entwicklung und der Impfungen beraten. In Schulen seien naturgemäß viele Menschen in einem geschlossenen Raum, auch wenn man Fenster öffnen könne.

Masken seien nervig, aber im Vergleich zu allem anderen eine einfach und erträglich umzusetzende Maßnahme, sagte Spahn. Wenn alle in einem Raum sie trügen, gebe dies viel Schutz und Sicherheit. Der Minister verwies auch darauf, dass es Impfungen für Kinder unter 12 Jahre nicht gebe. Ab 12 Jahre seien sie gerade erst möglich geworden und außerdem eine Abwägungsfrage.

Maske im Unterricht: So geht es wohl noch eine Weile weiter (Symbolbild).
Maske im Unterricht: So geht es wohl noch eine Weile weiter (Symbolbild).  © Daniel Bockwoldt/dpa

Update, 16. Juni, 17.05 Uhr: Impfzentren doch nicht vor dem Ende - jetzt gibt es einen neuen Plan

In Deutschland sollen über den Sommer hinaus Impfzentren in Bereitschaft gehalten werden. Bund und Länder vereinbarten, dass die Länder ein entsprechendes Konzept entwickeln, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) nach turnusmäßigen Beratungen mit seinen Amtskolleginnen und -kollegen in München mitteilte.

Gewährleistet werden soll demnach ein Mindestbetrieb der Zentren. Bei Bedarf sollten sie auch schnell wieder hochgefahren werden. Der Bund sei weiter bereit, die Zentren mit zu finanzieren. Die Finanzierung der regionalen Impfzentren der Länder durch den Bund ist bisher nur bis Ende September vereinbart.

Notfalls bleiben die Impfzentren erstmal leer stehen. Abgebaut werden soll zunächst nichts (Symbolbild).
Notfalls bleiben die Impfzentren erstmal leer stehen. Abgebaut werden soll zunächst nichts (Symbolbild).  © Marijan Murat/dpa

Update, 16. Juni, 16.33 Uhr: Kinobetreiber klagen über Flickenteppich an Auflagen

Kinobetreiber hoffen bundesweit auf einen Neustart und appellieren an die Politik, möglichst bald "faire" Vorgaben zu schaffen. Aktuell seien Kinos "mit einem föderalen Flickenteppich von Auflagen" konfrontiert, kritisierte die AG Kino - Gilde am Mittwoch.

Der Verband vertritt Programmkinos in Deutschland. "Die Stimmung ist ziemlich genervt", sagte Verbandschef Christian Bräuer aus Berlin.

Einige Kinos haben bereits geöffnet - etliche Betreiber peilen einen Neustart zum 1. Juli an. Mehrere Kinoverbände hatten sich dazu mit Filmverleihern abgesprochen, damit neue Filme in möglichst vielen Häusern anlaufen können. Die Vorgaben, zu denen Kinos wieder öffnen können, sind laut Verband aber unterschiedlich.

Der Verband kritisiert, es fehlten in mehreren Bundesländern noch "verbindliche Planungsparameter". Zudem gebe es unterschiedliche Ideen bei Abständen, Test- und Maskenpflicht, Lüftungsanlagen sowie Besucherobergrenzen. "Unser Appell geht daher an die Politik, jetzt Auflagen für die Kinos zum 1. Juli zu benennen, die verhältnismäßig, sinnvoll und bundesweit vergleichbar sind."

Bei Kinobetreibern macht sich Ratlosigkeit breit.
Bei Kinobetreibern macht sich Ratlosigkeit breit.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 16. Juni, 16.27 Uhr: Keine Experimente! Gesundheits-Minister halten bis mindestens Herbst an breit angelegten Corona-Tests fest

Die Gesundheitsminister und -ministerinnen von Bund und Ländern setzen trotz sinkender Corona-Zahlen weiter auf eine Absicherung über breit angelegte Tests - auch mit Blick auf die Sommerreisezeit.

Mehr Infos unter: "Keine Experimente! Gesundheits-Minister halten bis mindestens Herbst an breit angelegten Corona-Tests fest".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU).
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU).  © Michael Kappeler/dpa

Update, 16. Juni, 15.34 Uhr: Verkehrsminister plädieren für Verlängerung der Maskenpflicht im ÖPNV

Die Verkehrsminister der Länder haben sich dafür ausgesprochen, trotz der stark gesunkenen Corona-Inzidenzwerte die Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) beizubehalten.

In einer Videokonferenz sprach sich die Ministerrunde am Mittwoch für eine bundeseinheitliche Regelung aus. "Das verbindliche Tragen einer medizinischen Maske ist ein wesentlicher Grund dafür, den ÖPNV bei Beachtung der Corona-Regeln nutzen zu können", sagte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, die Bremer Senatorin Maike Schaefer (50, Grüne).

Die Länder seien übereinstimmend der Auffassung gewesen, dass für das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste und deren Vertrauen in den ÖPNV sowie zum Schutz vor Infektionen weiterhin die Notwendigkeit zum Tragen medizinischer Masken bestehe.

Die Bremer Senatorin Maike Schaefer (50, Grüne).
Die Bremer Senatorin Maike Schaefer (50, Grüne).  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 16. Juni, 15.11 Uhr: Homeoffice-Pflicht läuft aus, aber wann genau?

Arbeitgeber müssen ab Juli aller Voraussicht nach kein Homeoffice mehr anbieten. Die entsprechende Pflicht läuft zum Monatsende aus, und Absichten sie zu verlängern gibt es nach Angaben aus der Bundesregierung nicht.

"Die gesetzliche Homeoffice-Pflicht ist Teil des Infektionsschutzgesetzes, besser bekannt als Notbremse, und wird Ende Juni auslaufen", sagte Kanzleramtschef Helge Braun (48, CDU) der Wirtschaftswoche.

Dass eine Verlängerung der sogenannten Bundesnotbremse, die konkrete bundesweite Corona-Regeln vorschreibt, nicht geplant ist, hatte die Regierung schon Ende Mai angekündigt. Arbeitgeber mussten der Vorgabe zufolge Homeoffice anbieten, "wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen".

Für manche Segen, für manche Fluch: Homeoffice (Symbolbild).
Für manche Segen, für manche Fluch: Homeoffice (Symbolbild).  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 16. Juni, 15.06 Uhr: Frankreich macht mit Ausgangssperre und Maskenpflicht im Freien Schluss

Frankreich lockert in dieser Woche weitere Corona-Maßnahmen. Das Tragen von Masken im Freien ist ab Donnerstag nur noch bei Menschenansammlungen verpflichtend, wie Premierminister Jean Castex (55) am Mittwoch verkündete.

Die nächtliche Ausgangssperre ab 23.00 Uhr entfällt demnach ab Sonntag. Eigentlich sollte die Regelung noch bis Ende des Monats gelten. Castex sagte, die Situation habe sich schneller als erwartet verbessert. In keinem Département auf dem Festland gebe es eine besorgniserregende Entwicklung. Auch in den Überseegebieten verbessere sich die Lage.

Der französische Premierminister Jean Castex (55).
Der französische Premierminister Jean Castex (55).  © Gonzalo Fuentes/REUTERS POOL/AP/dpa

Update, 16. Juni, 15.03 Uhr: Staatssekretär Mayer fordert nach Corona-Krise Neustart im Sport

Einen Neustart im deutschen Sport hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium für die Zeit nach der Corona-Pandemie gefordert.

Dafür brauche es allerdings "einen Kraftakt, bei dem sowohl der organisierte Sport als auch alle staatlichen Ebenen mitmachen müssen", sagte der CSU-Politiker Stephan Mayer am Mittwoch im Podcast des Informationsdienstleisters Sponsors.

Seit März 2020 lag der Breitensport meistens still, was zu einem weiter voranschreitenden Mitgliederschwund in den Sportvereinen geführt hat. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte angegeben, bis Ende 2020 über eine Million Mitglieder verloren zu haben.

Mit einem solchen Neustart-Programm soll laut Mayer vor allem das Ziel verfolgt werden, das ehrenamtliche Engagement zu stärken und das Interesse am gemeinnützigen Arbeiten wieder zu erwecken. Das sei nach der Pandemie dringend erforderlich als "Revitalisierungsprogramm für unsere Sportvereine", sagte er.

Stephan Mayer (47, CSU).
Stephan Mayer (47, CSU).  © Fabian Strauch/dpa

Update, 16. Juni, 15 Uhr: Lieferengpässe bei Biontech gibt es nicht wirklich!

Der Impfstoffhersteller Biontech wird seine Impfstofflieferungen für Deutschland nach einer Übererfüllung im Juni im kommenden Monat wieder auf das vereinbarte Maß bringen.

"Biontech hat im zweiten Quartal mehr als 50 Millionen Dosen an Deutschland ausgeliefert und damit den Vertrag übererfüllt", sagte eine Unternehmenssprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

"Wir werden im Juni mehr Dosen liefern als ursprünglich vereinbart war, um die Impfkampagnen in Europa und damit auch in Deutschland zu unterstützen und zu beschleunigen." Im dritten Quartal und damit auch im Juli werde die Dosenanzahl wie vertraglich vereinbart geliefert.

Das Bundesgesundheitsministerium betonte: "Biontech hat durch eine vorgezogene Lieferung aus den Folgequartalen ermöglicht, dass im zweiten Quartal und insbesondere im Juni deutlich mehr Impfdosen geliefert werden können."

Es sei aber immer klar gewesen, dass die Gesamtmenge, die Biontech liefere, im dritten Quartal sinken und insgesamt bei 40,2 Millionen liegen werde im Vergleich zu über 50 Millionen im zweiten Quartal. Das Bundesministerium geht für das dritte Quartal von durchschnittlich rund 3,3 Millionen Biontech-Impfdosen pro Woche aus.

Biontech liefert auch im dritten Quartal Millionen Impfdosen an Deutschland (Symbolbild).
Biontech liefert auch im dritten Quartal Millionen Impfdosen an Deutschland (Symbolbild).  © Marijan Murat/dpa

Update, 16. Juni, 13.56 Uhr: Moskau führt Corona-Pflichtimpfungen in Unternehmen ein

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verpflichtet Russlands Hauptstadt Moskau eine Reihe von Unternehmen, mindestens 60 Prozent ihrer Mitarbeiter impfen zu lassen.

Unter anderem im Handel, in der Gastronomie sowie im Bildungs-, Kultur- und Sportbereich soll diese Impfquote bis Mitte August erfüllt sein, wie aus einer Anordnung der obersten Amtsärztin Moskaus, Jelena Andrejewa, hervorgeht. Die neue Regelung gilt auch für staatliche und kommunale Einrichtungen.

Auch rund ein halbes Jahr nach dem Start der Massenimpfungen zögern viele Menschen weiterhin, sich mit einem der russischen Präparate immunisieren zu lassen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin zufolge sind bislang erst 1,8 Millionen Menschen in seiner Stadt gegen Corona geimpft - das entspricht etwa 15 Prozent der Bevölkerung in der Metropole mit zwölf Millionen Einwohnern.

Titelfoto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: