Coronavirus: Erneut Proteste gegen Corona-Beschränkungen in Stuttgart

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das neuartige Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen weiter entspant. Grund zur Entwarnung gibt es laut Bundesregierung und RKI jedoch nicht.

Ein Mann geht in Zeiten der Coronavirus-Pandemie an einem Maskenautomaten im Flughafen Stuttgart vorbei.
Ein Mann geht in Zeiten der Coronavirus-Pandemie an einem Maskenautomaten im Flughafen Stuttgart vorbei.  © dpa/Sebastian Gollnow

Viele Politiker sprechen sich weiterhin für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aus. Auch Abstandhalten ist nach wie vor eine wichtige und effektive Maßnahme, um eine Infektion mit dem neuartigen Virus zu vermeiden.

In Deutschland summierte sich die Fallzahl mittlerweile auf 199.709 bestätigte Infektionen. 9070 Corona-Patienten starben an der Infektion, 184.266 gelten mittlerweile als genesen (Stand 11. Juli, 22.30 Uhr).

Weiterhin haben die USA weltweit die meisten Fälle registriert - über 3,22 Millionen Infizierte wurden erfasst. 134.580 Personen sind dort bereits gestorben (Stand 11. Juli, 22.30 Uhr).

Weltweit gibt es nun insgesamt über 12,58 Millionen bestätigte Fälle und 562.137 Todesfälle (Stand 11. Juli, 22.30 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 11. Juli, 19.53 Uhr: Berlins Sportsenator Geisel zeigt sich offen für Union-Vorstoß

Berlins Sportsenator Andreas Geisel zeigt sich offen für Pläne des Fußball-Bundesligisten 1. FC Union, in der kommenden Saison trotz Corona von Anfang an im komplett gefüllten Stadion zu spielen. "Wir verstehen Unions Ambitionen", sagte der SPD-Politiker am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir werden uns zeitnah mit der Vereinsführung treffen, um über das Konzept zu sprechen." Natürlich müsse ein Konzept die hygienischen Anforderungen erfüllen und von der DFL getragen werden, fügte Geisel hinzu. "Es sollte keine unterschiedlichen Lösungen innerhalb der Bundesliga geben."

Mit seinem in Deutschland bislang einmaligen Vorhaben, das am Freitagabend veröffentlicht wurde, sorgt Union für mächtig Wirbel. Der Club will "spätestens" ab dem ersten Spieltag der kommenden Saison - also ab Mitte September - wieder eine "Vollauslastung" des Stadions An der Alten Försterei erreichen. Dazu soll es umfassende Tests auf das Coronavirus für alle Stadionbesucher geben. Das Konzept will der Club gemeinsam mit dem Berliner Senat und dem zuständigen Gesundheitsamt des Stadtbezirks Treptow-Köpenick ausarbeiten.

Kritik an dem Plan äußerte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. "Das halte ich für nicht vertretbar", sagte der Politiker dem "Tagesspiegel am Sonntag". Man könne "nicht mit Sicherheit ausschließen, dass Infizierte ins Stadion kommen", urteilte Lauterbach. Zuschauer könnten sich auch noch unmittelbar vor Spielbeginn und damit nach Abgabe des Corona-Tests infizieren, außerdem bestehe die Gefahr falscher negativer Test-Ergebnisse.

Andreas Geisel sieht Spielen in gefüllten Stadien optimistisch entgegen. Andere Politiker hingegen äußern sich besorgt.
Andreas Geisel sieht Spielen in gefüllten Stadien optimistisch entgegen. Andere Politiker hingegen äußern sich besorgt.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 11. Juli, 17.25 Uhr: Erneut Demonstration gegen Corona-Beschränkungen in Stuttgart

In Stuttgart haben am Samstag erneut einige hundert Menschen gegen die Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus und für die Wahrung der Grundrechte demonstriert. Die von der Initiative "Querdenken 711" organisierte Veranstaltung im Unteren Schlossgarten trug den Titel "Fest für Frieden und Freiheit".

Zuvor hatte es laut Polizei eine Demonstration durch die Innenstadt gegeben. Die Polizei sprach von einem ruhigen Verlauf, von Zwischenfällen war nichts bekannt. Offizielle Angaben zur Teilnehmerzahl gab es nicht. Angemeldet zu der mehrstündigen Kundgebung im Schlossgarten waren laut Stadt 5000 Teilnehmer.

Update, 11. Juli, 16.56 Uhr: Elf Menschen ertrinken bei Rettungsversuch eines Jungen in Ägypten

In Ägypten sind elf Menschen nach Medienberichten ertrunken, als sie versuchten, einen badenden Jungen aus dem Mittelmeer zu retten. Die Behörden ordneten anschließend die Schließung des Strandes in Alexandria an, wie die ägyptische Zeitung "Al-Ahram" am Samstag berichtete. Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 11. Juli, 15.43 Uhr: Tennisspielerin Görges lässt Teilnahme an US Open offen

Die deutsche Fed-Cup-Spielerin Julia Görges geht davon aus, dass es noch eine weitere Entscheidung über eine Austragung der US Open im Tennis geben wird. Die einstige Wimbledon-Halbfinalistin sagte am Samstag in Berlin, dass sie noch nicht über eine mögliche Teilnahme entschieden habe. "Das Wichtigste ist die Sicherheit", betonte die 31-Jährige, derzeit die Nummer 38 der Weltrangliste. Görges nimmt ab Montag an zwei Einladungsturnieren in Berlin teil.

Wegen der Coronavirus-Pandemie ist die weltweite Tennis-Tour derzeit unterbrochen, sie soll im August wieder aufgenommen werden. In den USA gibt es derzeit aber in einigen Bundesstaaten wieder zahlreiche Infektionen mit dem Virus. Die US Open in New York hatten im Juni die Genehmigung zur Austragung erhalten.

Als erste große Tennis-Veranstaltung war Anfang März das Masters-Turnier in Indian Wells abgesagt worden, wo der frühere Weltranglisten-Zweite Tommy Haas als Turnierdirektor fungiert. Haas sagte in Berlin, im Nachhinein sei klar gewesen, dass dies die richtige Entscheidung war.

Eine Wiederaufnahme der Tour hält der 42 Jahre alte Hamburger, der in Los Angeles lebt, für möglich. "Ich denke, dass die Turniere genug Zeit hatten, sich vorzubereiten", sagte Haas. Es gebe aber einen gewissen Vorbehalt. Auch der 2017 vom Profi-Tennis zurückgetretene Haas ist in der kommenden Woche in Berlin noch einmal dabei.

11. Juli, Berlin: Julia Görges, Tennisprofi, nimmt an einer Pressekonferenz anlässlich der Einladungsturniere im Steffi-Graf-Stadion und in einem Hangar des ehemaligen Flughafens Tempelhof teil.
11. Juli, Berlin: Julia Görges, Tennisprofi, nimmt an einer Pressekonferenz anlässlich der Einladungsturniere im Steffi-Graf-Stadion und in einem Hangar des ehemaligen Flughafens Tempelhof teil.  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 11. Juli, 15.33 Uhr: Ballermann-Party ohne Masken und ohne Abstand schockiert Mallorca

Hunderte Urlauber aus Deutschland sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren. Auf einem am Samstag veröffentlichten Video der "Mallorca Zeitung" (MZ) ist zu sehen, wie die Menschen am Freitagabend auf der berühmten "Bierstraße" im dichten Gedränge feiern, trinken und tanzen - "als gäb's kein Corona", so die MZ. Mehr dazu erfahrt ihr >>>>hier.

Update, 11. Juli, 15.29 Uhr: "Walt Disney World"-Freizeitpark wieder geöffnet

Trotz steigender Coronavirus-Fallzahlen im US-Bundesstaat Florida hat der Freizeitpark "Walt Disney World" seine Türen wieder für Besucher geöffnet.

"Der Magic Kingdom-Park und der Disney's Animal Kingdom-Park sind jetzt geöffnet", hieß es am Samstag auf der Webseite des Freizeitparks nahe der Stadt Orlando. Am Eingang werde die Körpertemperatur gemessen und Abstands- und Hygieneregeln müssten eingehalten werden, hieß es weiter. "Es wird anders sein als beim letzten Mal, als du uns besucht hast. Aber gemeinsam können wir neue Wege finden, magische Momente zu schaffen - und kostbare Erinnerungen."

Normalerweise kommen fast 60 Millionen Menschen jedes Jahr in den Freizeitpark in Florida, der wegen der Coronavirus-Pandemie seit März geschlossen war. Ein ebenfalls vom US-Unterhaltungsriesen Walt Disney betriebener Vergnügungspark im US-Bundesstaat Kalifornien blieb zunächst weiter geschlossen, nur ein angeschlossenes Einkaufszentrum öffnete in der vergangenen Woche.

Update, 11. Juli, 15.01 Uhr: USA verzeichnen mehr als 66.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

Die USA haben erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 66.000 Neuinfektionen an einem einzelnen Tag verzeichnet. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Samstag lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 66.627.

Erst am Donnerstag war die Zahl auf einen Rekordwert von 63.247 gestiegen. Die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, hat seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch zugenommen.

Seit Beginn der Pandemie haben die Forscher der JHU in den USA insgesamt fast 3,2 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 134.000 Menschen starben demnach infolge einer Covid-19-Erkrankung.

Die Zahl der täglich verzeichneten Toten liegt in den USA zwar weiterhin deutlich niedriger als zum Höhepunkt der Krise, hat in den vergangenen Tagen aber wieder zugenommen. Am Freitag verzeichnete die Statistik der Universität 802 Tote.

Update, 11. Juli, 14.52 Uhr: Ruhani gegen Lahmlegung der Wirtschaft im Iran wegen Corona

Irans Präsident Hassan Ruhani lehnt eine Abkehr von Lockerungen in der Corona-Krise ab. "Langfristig die Wirtschaft lahmzulegen, wäre für das Volk inakzeptabel", sagte Ruhani am Samstag laut Webportal des Präsidentenamtes.

Eine Corona-Phobie sei genauso gefährlich, wie die Pandemie auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Normalität müsse trotz Corona weitergehen, aber unter strikten Hygieneauflagen.

Millionen Iraner haben während der Corona-Krise ihre Arbeitsplätze verloren. Die Wirtschaft steckt in einer akuten Krise, und die nationale Währung Rial ist nur noch weniger als die Hälfte wert. Im Parlament wird deswegen schon intensiv über eine Einbestellung und Rücktrittsforderung an Ruhani diskutiert. Kommentatoren, aber auch Offizielle, warnen sogar vor Unruhen.

Nach dem dramatischen Anstieg der Fallzahlen in den vergangenen Wochen steht Ruhani mit seiner Lockerungspolitik in der Kritik. Seit den Lockerungen Ende Mai haben die Iraner die Hygienevorschriften nicht mehr ernstgenommen. Folgerichtig stieg die Zahl der Neuinfektionen und Opfer drastisch. Ohne ein Ende der Lockerungen befürchten Experten einen noch höheren Anstieg.

Die offiziellen Zahlen geben den Experten recht. Laut Gesundheitsministerium am Samstag gab es in den letzten 24 Stunden wieder über 180 Tote und fast 2400 Neuinfizierte. Damit liegt die Zahl der Todesopfer aktuell bei 12.635, die der Infizierten bei 255.117.

Teheran: Hassan Ruhani (r), Präsident des Iran, spricht mit Eshagh Dschahangiri, Vizepräsident des Iran, nach einem Wirtschaftstreffen der Regierung.
Teheran: Hassan Ruhani (r), Präsident des Iran, spricht mit Eshagh Dschahangiri, Vizepräsident des Iran, nach einem Wirtschaftstreffen der Regierung.  © -/Iranian Presidency/dpa

Update, 11. Juli, 14.33 Uhr: Hofreiter - Zu wenig Corona-Hilfen für finanziell Schwache

Grünen-Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter hat Lücken bei der Unterstützung finanziell schwacher Bevölkerungsgruppen in der Corona-Krisenpolitik der Bundesregierung beklagt.

"Wir geben über 200 Milliarden Euro zusätzlich aus, und für Hartz-IV-Empfänger, für Grundsicherungsempfänger war noch nicht einmal ein temporärer Aufschlag drin. Das finde ich, ehrlich gesagt, wirklich beschämend von Seiten der Bundesregierung", sagte Hofreiter am Samstag beim ersten digitalen kleinen Parteitag der Bayern-Grünen. Ebenso seien generell Kulturschaffende, Soloselbstständige und Familien mit Kindern bislang zu wenig unterstützt worden.

Insgesamt sei Deutschland zwar bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen, sagte Hofreiter. Dennoch habe die Krise bereits vorher bestehende Probleme deutlich aufgezeigt. Als Beispiel nannte er die teilweise schlechten Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie, die durch den Corona-Ausbruch im Fleischbetrieb Tönnies im Kreis Gütersloh in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt seien.

Update, 11. Juli, 13.55 Uhr: Ärger um Wahlverbot für Corona-Kranke in Spanien - "Ungeheuerlichkeit"

Der Ausschluss von Hunderten Corona-Infizierten von den Regionalwahlen an diesem Sonntag im Baskenland und Galicien sorgt in Spanien für Ärger. Medien und Experten kritisierten die Entscheidung der zuständigen Behörden, insgesamt knapp 500 Menschen mit einem Wahlverbot zu belegen, in aller Schärfe. Der angesehene Professor für Verwaltungsrecht Andrés Betancor sprach im Interview mit der Zeitung "El Mundo" (Samstag) von einer Ungeheuerlichkeit.

Man könne Kranke schon unter Quarantäne setzen, müsse diesen aber auf jeden Fall das Wahlrecht garantieren, selbst wenn diese zuvor nicht von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch gemacht hätten, so Betancor von der Universität Pompeu Fabra in Barcelona. Der Verfassungsrechtler Xavier Arbós bezeichnete den Ausschluss von Hunderten von Stimmberechtigten als "rundweg verfassungswidrig".

Betroffen sind Medienberichten zufolge nicht nur Covid-Kranke, die unter Quarantäne stehen, sondern auch registrierte Infizierte ohne Symptome und sogar Menschen mit Corona-Symptomen, die sich einem PCR-Test unterzogen, das Ergebnis aber noch nicht erhalten haben.

"Covid zertrampelt das Wahlrecht", titelte "El Confidencial". Wie anderen Medien kritisierte die viel gelesene Digitalzeitung am Samstag, das Wahlverbot sei "ohne jede Rechtsgrundlage" beschlossen worden.

Madrid: Eine Freiwillige des Spanischen Roten Kreuzes nimmt an der Entgegennahme von medizinischem Material teil.
Madrid: Eine Freiwillige des Spanischen Roten Kreuzes nimmt an der Entgegennahme von medizinischem Material teil.  © Jesús Hellín/Europa Press/dpa

Update, 11. Juli, 13.04 Uhr: Merkel - In Corona-Krise viel Bereitschaft zu globaler Solidarität

Die Corona-Krise lässt sich aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nur mit internationaler Solidarität und Zusammenarbeit bewältigen.

"Nur wenn wir auf diese globale Bedrohung globale Antworten finden, haben wir die Chance, aktuell und künftig Pandemien zu besiegen. Das gilt insbesondere bei einer wachsenden Weltbevölkerung", sagte die Kanzlerin in ihrer am Samstag veröffentlichen wöchentlichen Videobotschaft.

Deswegen unterstütze die Bundesregierung die Anstrengungen im Kampf gegen das Coronavirus, und Deutschland beteilige sich "an den Programmen der internationalen Organisationen, allen voran WHO, IWF und Weltbank", betonte die Kanzlerin. Darüber hinaus helfe Deutschland vielfältig in den Bereichen Gesundheit und Forschung - auch um zu einer globalen und gerechten Verteilung von Impfstoffen, Medikamenten und Diagnostika zu gelangen.

Sie sehe in vielen Staaten eine "große Bereitschaft, diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen", sagte Merkel. Das stimme sie hoffnungsvoll.

Die USA hatten vergangene Woche offiziell ihren Rücktritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingereicht. US-Präsident Donald Trump macht der WHO schwere Vorwürfe im Umgang mit der Pandemie: Er beschuldigt die Organisation, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle der chinesischen Regierung zu stehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Europäischen Parlament in Brüssel.
Bundeskanzlerin Angela Merkel im Europäischen Parlament in Brüssel.  © Yves Herman/Reuters Pool/AP/dpa

Update, 11. Juli, 12.59 Uhr: Corona-Alarm bei serbischem Top-Klub! Sechs Profis positiv getestet

Sechs weitere Spieler des serbischen Fußball-Meisters Roter Stern Belgrad sind positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Mehr dazu >>>> hier.

Titelfoto: Christoph Schmidt/ DPA

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