Coronavirus: Spahn besorgt über "dicht gedrängte Menschen" bei Demonstrationen

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das neuartige Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen beruhigt. Das ist laut der Bundesregierung und dem RKI zwar erfreulich, jedoch noch kein Grund zur Entwarnung.

Das Coronavirus ist in Europa auf dem Rückzug. Grund genug, wieder einige Grenzen, wie hier die zwischen Deutschland und Tschechien, zu öffnen.
Das Coronavirus ist in Europa auf dem Rückzug. Grund genug, wieder einige Grenzen, wie hier die zwischen Deutschland und Tschechien, zu öffnen.  © dpa/Slavomír Kubeš/CTK

So ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung weiterhin in vielen Bereichen des täglichen Lebens Pflicht, vor allem beim Benutzen des Öffentlichen Personennahverkehrs und beim Einkaufen.

Doch Schüler können aufatmen: Sie dürfen in weiten Teilen des Landes wieder regelmäßig in die Schule, können aber im Klassenzimmer die Masken abnehmen. Gleiches gilt beispielsweise auch in Cafés und Restaurants, sobald man seinen Platz eingenommen hat.

Um eine zweite Corona-Welle zu vermeiden ist es weiterhin wichtig, den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten.

Mittlerweile gibt es in Deutschland insgesamt 185.450 bestätigte Infektionen. Außerdem wurden 8673 Todesfälle und 168.958 Genesene erfasst (Stand 7. Juni, 7 Uhr).

Die USA haben weiterhin weltweit mit Abstand die meisten Fälle - über 1,92 Millionen wurden seit Ausbruch der Lungenkrankheit registriert. 109.802 Menschen sind dort bereits an ihr gestorben (Stand 7. Juni, 7 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt über 6,89 Millionen bestätigte Fälle und mehr als 399.700 Todesfälle (Stand 7. Juni, 7 Uhr). 

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Update, 7. Juni, 8.30 Uhr: Verstoß gegen Virus-Auflagen: Harte Strafen gegen Fußballer

Sechs Fußballer des chinesischen U-19-Teams sind für ein halbes Jahr suspendiert worden, weil sie gegen Beschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus verstoßen haben. Die Spieler hätten das bis Samstag laufende Trainingscamp in Shanghai unerlaubt verlassen, um etwas trinken zu gehen, wie der chinesische Fußballverband nach Angaben der Staatsmedien vom Sonntag berichtete. "Es war ein schwerer Verstoß gegen die Vorschriften für das Team zur Kontrolle der Epidemie und hat die Mannschaft negativ beeinflusst."

Die Spieler dürfen bis zum 30. November weder bei ihren Clubs, noch auf nationaler Ebene spielen. Während einer der sechs Fußballer in Japan spielt, sind die anderen zusätzlich von ihren Clubs bestraft worden, indem ihnen für die Zeit das Gehalt gesperrt wurde. Auch wurden gegen zwei Spieler Geldstrafen von 200.000 und 300.000 Yuan verhängt, umgerechnet 25.000 beziehungsweise 37.000 Euro. 

Update, 7. Juni, 8.06 Uhr: Corona-Krise beschleunigt Banken-Filialabbau

Die Corona-Krise wird das Filialsterben bei Deutschlands Banken nach Einschätzung von Bankenpräsident Martin Zielke beschleunigen. "Wir werden nach dieser Krise viel mehr Menschen haben, die offener sind für andere Zugangs- und Vertriebswege. Der seit Jahren anhaltende Trend zur Digitalisierung wird einen großen Schub bekommen", sagte der Commerzbank-Chef in seiner Funktion als Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) der Deutschen Presse-Agentur. "Die Zahl der Filialen ist seit Jahren rückläufig. Hier wird es nochmal eine Beschleunigung geben. Dabei orientieren sich die Banken an den Bedürfnissen der Kunden."

Zielke, der seit dem 22. April BdB-Präsident ist, betonte: "Es gibt heute keine Bankenkrise - auch dank der Maßnahmen, die wir seit 2009 umgesetzt haben." Als Lehre aus der Finanzkrise waren Finanzinstitute unter anderem dazu verpflichtet worden, dickere Eigenkapitalpolster als Puffer für Krisen vorzuhalten und ihre Bilanzen zu entschlacken.

"Die Finanzbranche steht stabil da", stellte Zielke fest, der die teilverstaatlichte Commerzbank seit dem 1. Mai 2016 führt. "Wir sollten daher keine Bankenkrise herbeireden." Der Manager betonte: "Wir haben wesentlich stabilere Banken als vor der Finanzkrise. Die Kraft der Banken, mit solchen konjunkturellen Schwankungen umzugehen, ist viel größer als vor zehn Jahren. Völlig klar ist: Die Risikovorsorge wird in Folge der aktuellen Krise steigen. Aber Banken wissen sehr genau, was und wen sie finanzieren."

Banken und Sparkassen sind derzeit stark gefragt - etwa um Hilfskredite der staatlichen Förderbank KfW an Unternehmen zu bringen, deren Geschäft wegen der Corona-Pandemie eingebrochen ist. Die KfW - und damit der Staat - trägt bei diesen Krediten 80 bis 90 Prozent des Risikos für den Fall, dass ein Kreditnehmer das Geld nicht zurückzahlen kann. Weil ein Teil des Risikos in den Bilanzen der Banken landet, schauen die Geldhäuser gleichwohl genau hin.

Martin Zielke, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank.
Martin Zielke, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank.  © DPA/Arne Dedert

Update, 7. Juni, 7.58 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident: App-Anmeldung für Strandbesuch

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther will in der Urlaubszeit während der Corona-Krise auf die Buchung von Küstenabschnitten per Smartphone setzen. "Man kann über die App anmelden, dass man in einem bestimmten Zeitraum an einen Strandabschnitt will", sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel am Sonntag" zu den Plänen für das Buchungssystem. 

"Wenn dort noch Platz ist, bucht man sich ein und hat dann eine Zugangsberechtigung." Die Gemeinde Scharbeutz hat das System seinen Angaben nach entwickelt, jetzt könnte es auch von anderen Orten genutzt werden. Für die Urlaubszeit kündigte Günther an: "Wir werden weiter stark kontrollieren. Dass alle dicht an dicht wie in der Sardinenbüchse liegen, wird es bei uns nicht geben." 

Den Verlauf des Himmelfahrts- und des Pfingstwochenendes wertete der Ministerpräsident als gutes Zeichen für den Tourismus in Schleswig-Holstein. "Beide Wochenenden sind in den Tourismusorten gut verlaufen. Es gab gelegentlich Absperrungen, wenn zu viele Tagesgäste kamen. Aber der erste Test auf die Sommersaison hat funktioniert."

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.
Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.  © dpa/Christian Charisius

Update, 7. Juni, 7.54 Uhr: Umstellung der Mehrwertsteuer für Handel Herausforderung

Die geplante temporäre Absenkung der Mehrwertsteuer stellt den Einzelhandel vor große Herausforderungen. "Wir haben es mit einem vergleichsweise hohen Aufwand zu tun. Das würde einen hohen zweistelligen Millionenbetrag kosten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth, der Deutschen Presse-Agentur. Kassensysteme müssten umgestellt werden, Preisschilder ersetzt und Werbung neu gestaltet werden.

Rechtlich sei jedoch auch ein "Rechnungsrabatt" möglich: Dabei würden die Preise der einzelnen Artikel - in einem durchschnittlichen Supermarkt sind das rund 15.000, in großflächigen sogar 40.000 - wie bisher am Regal ausgeschildert und die Vergünstigung erst an der Kasse berechnet. "Man kann den Gesamtpreis an der Kasse entsprechend reduzieren. Das ist juristisch und verbraucherrechtlich möglich", sagte Genth. Allerdings müsse sich zeigen, ob es bei den Kunden dafür Akzeptanz gebe.

Um die durch die Corona-Pandemie schwer angeschlagene Konjunktur wieder anzukurbeln, hatte die Bundesregierung beschlossen, befristet den Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent zu senken. Der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent, der etwa für lebensnotwendige Güter gilt, soll auf fünf Prozent fallen.

Bei den Handelsketten war zunächst noch unklar, wie man sich auf die Umstellung in wenigen Wochen vorbereiten wollte. "Wir haben jetzt eine Menge Arbeit damit. Aber wir werden uns dieser Aufgabe stellen – und werden das auch an die Kunden weitergeben", sagte ein Sprecher der Supermarktkette Rewe. Auch die anderen Ketten wie Aldi, Lidl oder Netto hatten bereits angekündigt, die gesenkte Mehrwertsteuer in Form von Preissenkungen an die Kunden weitergeben zu wollen.

Kassiererin Kerstin Strasen (l) sitzt an einer Kasse in einem Supermarkt in Berlin.
Kassiererin Kerstin Strasen (l) sitzt an einer Kasse in einem Supermarkt in Berlin.  © dpa/Michael Sohn/POOL AP

Update, 7. Juni, 7.51 Uhr: Landeselternrat fordert individuelle Prüfungsaufgaben

Der Landeselternrat Mecklenburg-Vorpommern fordert für die Prüfungen zum Abitur und zur Mittleren Reife im kommenden Jahr eigene Prüfungsaufgaben für jede Schule. So solle verhindert werden, dass den Schülern Nachteile wegen des Unterrichtsausfalls aufgrund der Corona-Krise entstehen, sagte der Vorsitzende des Landeselternrates, Kay Czerwinski, der Deutschen Presse-Agentur. Die Anfragen besorgter Eltern häuften sich.

"An den einzelnen Schulen konnten unterschiedliche Unterrichtsinhalte nicht vermittelt werden", sagte er. Deshalb müsse es den Schulen erlaubt werden, ihren Schülern nächstes Jahr eigene Aufgaben für die Abschlussprüfungen zu stellen und dabei die Lücken zu berücksichtigen. In der Kultusministerkonferenz müsse geklärt werden, dass die Abschlüsse bundesweit anerkannt werden.

Nach Czerwinskis Worten ist die Situation in Mecklenburg-Vorpommern besonders dramatisch, weil der Nordosten zu den Bundesländern mit einem besonders frühen Ferienbeginn in diesem Jahr gehört. Die Zeugnisse werden bereits am 19. Juni ausgegeben. 

"In Bundesländern mit einem späteren Sommerferien-Start haben die Schulen noch die Möglichkeit, in den kommenden Wochen Unterrichtsstoff aufzuholen. In Mecklenburg-Vorpommern ist das nicht möglich." Es drohe eine Benachteiligung der Jugendlichen im Nordosten.

Die Elftklässler an den Gymnasien und die Neuntklässler an den Regionalen Schulen erhalten seit dem 4. Mai wieder Unterricht - allerdings nicht in vollem Umfang, wie Czerwinski betonte. Die Schulen waren Mitte März geschlossen worden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Czerwinski begrüßte die vom Bildungsministerium geschaffene Möglichkeit für die Schüler, in den Ferien kostenlos Nachhilfe zu nehmen, um Lücken zu schließen. Dafür hat das Land eine Million Euro bereitgestellt. Schüler können bei privaten Nachhilfe-Anbietern Stunden nehmen; die Rechnung will das Land begleichen.

Schüler einer 12. Klasse nehmen im Innerstädtischen Gymnasium Rostock IGS an einem Englisch-Leistungskurs teil.
Schüler einer 12. Klasse nehmen im Innerstädtischen Gymnasium Rostock IGS an einem Englisch-Leistungskurs teil.  © dpa/Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild

Update, 7. Juni, 7.47 Uhr: Metropole New York beginnt in Corona-Krise mit ersten Lockerungen

Nach rund dreimonatigen Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie sind in der Millionenmetropole New York ab Montag erste Lockerungen erlaubt. In der ersten von vier zweiwöchigen Lockerungsphasen können dann unter anderem Bauarbeiten wieder aufgenommen werden und nicht systemrelevante Läden ihre Ware beispielsweise von der Eingangstür aus verkaufen. In der vierten Phase dürfen dann unter anderem auch Kultureinrichtungen wieder öffnen.

Die Millionenmetropole hatte als letzte von zehn Regionen des Bundesstaats New York alle sieben Bedingungen für den Start der Lockerungsphasen erfüllt - beispielsweise ausreichend freie Krankenhausbetten und ausreichend Tests. Hygiene- und Abstandsregeln gelten weiter. Wenn sich die Zahlen verschlechtern, kann der Prozess jederzeit angehalten oder auch zurückgedreht werden.

Im Bundesstaat New York mit rund 19 Millionen Einwohnern haben sich fast 400.000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt, mehr als 30.000 davon sind nach einer Infektion gestorben. Jeweils rund zwei Drittel davon stammen aus der dicht bevölkerten Metropole New York, wo rund die Hälfte der Einwohner des Bundesstaates leben - sie wurde zum Epizentrum der Pandemie in den USA. Zuletzt hatte es immer weniger Neuinfektionen gegeben, die Zahl der Toten pro Tag sank von rund 800 noch vor wenigen Wochen auf weniger als 50, wie Gouverneur Andrew Cuomo mitteilte. 

Passanten, die zur Vermeidung einer Verbreitung von Covid-19 Mundschutze tragen, gehen im Stadtteil SoHo an bei Protesten zerstörten und mit Holz bedeckten Fenstern vorbei, auf denen Porträts von systemrelevanten Arbeitern während der Corona-Pandemie angebracht sind.
Passanten, die zur Vermeidung einer Verbreitung von Covid-19 Mundschutze tragen, gehen im Stadtteil SoHo an bei Protesten zerstörten und mit Holz bedeckten Fenstern vorbei, auf denen Porträts von systemrelevanten Arbeitern während der Corona-Pandemie angebracht sind.  © dpa/Mark Lennihan/AP

Update, 7. Juni, 7.45 Uhr: Corona-Pandemie lässt Müllhalden im Wald wachsen

Hessens Forstämter haben in den zurückliegenden Wochen mehr Müll im Wald registriert als sonst. Insbesondere in der Nähe von Städten sei die Zahl illegaler Müllhalden deutlich gewachsen, erklärte der Leiter von Hessen Forst, Michael Gerst, in Kassel auf dpa-Anfrage. "Teilweise wurden ganze Lkw-Ladungen Bauschutt oder Altreifen an Waldwegen abgekippt."

Gerst vermutet als Grund für den Anstieg die Corona-Regeln: "Bürgerinnen und Bürger verbringen wegen der Corona-Pandemie schlicht mehr Zeit zu Hause und sie nutzen die Gelegenheit in Haus und Garten für Ordnung zu sorgen", erläuterte er. In manchen Fällen scheine auch kriminelle Energie mitzuspielen. Vielerorts sei die Arbeit der Recyclinghöfe wegen der Corona-Regeln eingeschränkt.

Der Abfall beeinträchtigt den Wald nach den Worten des Forstexperten massiv. Dies gelte auch für Grünschnitthaufen. Sie erstickten die natürliche Bodenvegetation und nähmen Bodenlebewesen Luft, Licht und Wärme. Außerdem könne das Einschleppen fremder Arten das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen.

"Autoreifen, Farbeimer oder Benzinkanister setzen nicht selten giftige Stoffe frei, die den Boden und das Grundwasser verunreinigen", warnte Gerst. "Wir appellieren deswegen nachdrücklich an unsere Mitbürger, die eigenen Mülltonnen zu nutzen, Hausrat und Grünschnitt auf dem eigenen Grundstück zwischenzulagern."

Illegal entsorgter Müll liegt in einem Wald.
Illegal entsorgter Müll liegt in einem Wald.  © dpa/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Update, 7. Juni, 7.40 Uhr: Heilbäderverband hofft auf Öffnung der Thermen

Der Hessische Heilbäderverband hofft auf eine Öffnung der Thermen Ende Juni. "Es gibt darüber Gespräche", sagte Almut Boller, Geschäftsführerin des Verbands in Wiesbaden, der Deutschen Presse-Agentur. Mitte des Monats erwarte man weitere Entscheidungen der Landesregierung. Bei einem Ja zur Wiedereröffnung brauchten die Thermalbäder zehn bis 14 Tage zur Vorbereitung. Das volle Angebot werde vermutlich nicht sofort zur Verfügung stehen: "Wir gehen von einer schrittweisen Öffnung aus."

30 Heilbäder und Kurorte gibt es in Hessen. Die dortigen Thermen sind laut dem Verband in kommunaler Hand. Rund 600 direkte Arbeitsplätze hängen daran. 

Doch seit dem Corona-Lockdown Mitte März sind die Bäder zu - aber nicht komplett außer Betrieb. "Sie müssen dort einen Grundbetrieb aufrecht erhalten", sagt Boller. Das Wasser müsse fließen, sonst drohten Schäden. Daher laufen die Kosten weiter und summierten sich bis Ende des Monats auf elf Millionen Euro. Hinzukämen Millionenausfälle durch weniger Kurtaxe.

Ein Gast des Thermalbades Toskana Therme liegt im salzhaltigen Wasser eines runden Schwimmbeckens unter farbiger Beleuchtung und lauscht den Unterwasser-Klängen der Musik.
Ein Gast des Thermalbades Toskana Therme liegt im salzhaltigen Wasser eines runden Schwimmbeckens unter farbiger Beleuchtung und lauscht den Unterwasser-Klängen der Musik.  © dpa/picture alliance/Frank Rumpenhorst

Update, 7. Juni, 7.35 Uhr: Olympia in Tokio bleibt für Ludwig "das große Ziel"

Die ins Jahr 2021 verschobenen Sommerspiele in Tokio bleiben für Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig "das große Ziel". Aufgeschoben sei nicht aufgehoben, sagte die 34-Jährige im ZDF-"Sportstudio" am Samstagabend: "Das ist ein Riesenevent für jeden Athleten. Das eine Jahr, da würde man nicht so einfach aufgeben." Sie habe aber nach der Bekanntgabe der Verschiebung aufgrund der Corona-Pandemie "einige Tage" gebaucht, "um meine ganzen Fragezeichen im Kopf zu sortieren."

Top-Sprinterin Gina Lückenkemper (23) betonte, dass "Kreativität" gefordert sei. "Natürlich war es eine schwierige Situation. Sich frustriert in die Ecke zu setzen, bringt in solchen Situationen nichts. (…) Da muss man schauen, wie bekommt man das am besten hin."

Para-Doppelweltmeister Johannes Floors machte auf vielschichtige Probleme während der Corona-Krise aufmerksam: "Weil wir die Prothese haben, müssen wir trainieren", sagte der 25 Jahre alte Sprinter, dessen Beine amputiert sind. "Denn wenn wir nicht trainieren, bauen sich die Muskeln ab und der Stumpf verändert sich. Und im schlimmsten Fall passt dann die Prothese nicht mehr." Das könne mit hohen Kosten verbunden sein. "Das sind schnell Summen um die 5000 Euro und die kann sich aktuell kein Sportler leisten."

Laura Ludwig aus Deutschland in Aktion.
Laura Ludwig aus Deutschland in Aktion.  © dpa/Georg Hochmuth/APA

Update, 7. Juni, 7.30 Uhr: Lehrerverbands-Präsident erwartet schlechtere Pisa-Ergebnisse

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, rechnet mit einem schlechteren Abschneiden der deutschen Schüler bei der nächsten Pisa-Studie. "Ich gehe fest davon aus, dass sich die deutschen Pisa-Ergebnisse verschlechtern werden", sagte Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Sonntag). 

Als einen Grund nannte er einen "weiter massiven Lehrermangel in den Naturwissenschaften und an den Grundschulen". "Die Schulen haben nicht ausreichend viele Lehrer und weiteres Personal, um den gewachsenen Herausforderungen in Sachen Integration gerecht werden zu können."

Auf all das kämen jetzt noch die Folgen der Corona-Krise oben drauf, sagte Meidinger. "Das einzige, was uns im Länderranking helfen kann, ist, dass auch andere Länder stark mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen haben."

OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher hatte vor kurzem die Ansicht geäußert, dass die wochenlangen Schulschließungen und der weiterhin nur eingeschränkte Schulbetrieb sich in den nächsten Pisa-Testergebnissen niederschlagen könnten. Es sei gut möglich, dass die "sozialen Disparitäten" in späteren Pisa-Vergleichen weiter zunähmen, sagte Schleicher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Pisa-Studie ist die größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Die Federführung hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Seit dem Jahr 2000 werden dafür alle drei Jahre weltweit Hunderttausende Schüler im Alter von 15 Jahren in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet.

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.  © dpa/Armin Weigel

Update, 7. Juni, 7.25 Uhr: Acrylglas-Kabinen für alle Landtagsabgeordneten in NRW

Der nordrhein-westfälische Landtag könnte noch vor der Sommerpause erstmals seit Beginn der Corona-Krise wieder in voller Besetzung zusammenkommen: Getrennt durch Acrylglas-Kabinen sollen alle Parlamentarier ab dem 24. Juni wieder im Plenum sitzen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Fraktionskreisen.

In den vergangenen Wochen hatte der Landtag nur mit einem Drittel der Abgeordneten getagt, die dadurch den gebotenen Mindestabstand zueinander halten konnten. Im Mai hatte der Ältestenrat einstimmig die Anschaffung von Acrylglastrennwänden beschlossen, die eigentlich in der Sommerpause aufgebaut werden sollten. Nach dpa-Informationen sind sich die Fraktionen aber einig, dass der Start bereits Ende Juni sein soll.

Die Acrylglaswände - links, rechts und vorne geschlossen - haben Saugnäpfe, damit man sie einfach wieder abbauen kann. Sie werden an jedem Platz installiert und kosten pro Stück 130 Euro, wie Landtagspräsident André Kuper dem WDR sagte.

In den Fraktionen gab es dem Vernehmen nach auch Skepsis: Vor allem solle nicht der Eindruck eines Sonderweges für Politiker im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen entstehen, hieß es aus einem Lager. Einig waren sich alle Fraktionen, dass der Landtag funktionsfähig bleiben müsse.

Der Prototyp einer Acrylglas-Kabine steht im Plenarsaal des nordrhein-westfälischen Landtages auf dem Tisch der Abgeordneten.
Der Prototyp einer Acrylglas-Kabine steht im Plenarsaal des nordrhein-westfälischen Landtages auf dem Tisch der Abgeordneten.  © dpa/David Young

Update, 7. Juni, 7.22 Uhr: Drei-Sterne-Koch: "Können Job nicht mehr so tun wie vor Corona"

Spitzengastronomie wie in Vor-Corona-Zeiten ist nach Ansicht des saarländischen Drei-Sterne-Kochs Christian Bau wegen bestehender Auflagen derzeit nicht möglich: "Wir können dieses Programm und Erlebnis, für das wir normalerweise stehen, nicht bieten wie zuvor", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Perl. 

Er und sein Team seien in der Pandemie angehalten, die Kommunikation mit den Gästen so weit wie möglich runterzufahren und deren Aufenthaltsdauer möglichst auf drei Stunden zu senken. "Genau das widerspricht eigentlich unserem Konzept von einem abendfüllenden Programm mit viel Konversation und 18 bis 20 Tellern, die aufgetragen werden."

Natürlich seien die Corona-Einschränkungen "richtig und wichtig". "Ich sage also nicht, dass es dafür einen Schuldigen gibt", sagte Bau. Aber: "Wir können den Job jetzt nicht mehr so tun wie vorher. Ob es wieder zurückkommen wird? Ich wage die Prognose: wahrscheinlich erst, wenn wir einen Impfstoff haben." 

Das "Victor's Fine Dining by Christian Bau" in Perl ist eines von derzeit zehn Restaurants in Deutschland, die vom Führer "Guide Michelin" mit drei Sternen ausgezeichnet wurden. 2017 war Bau vom Restaurantführer "Gault&Millau" zum Koch des Jahres gekürt worden.

Das Restaurant von Bau ist seit dem 14. März geschlossen. Nach derzeitiger Planung will er Mitte Juni wieder öffnen - die Nachfrage sei bereits spürbar. Es werde weiter die klassischen Edelprodukte der "Fine Dining Szene" geben: "Wir bieten weiterhin Hummer an, Trüffel, Gänseleber und Kaviar. Und ich bin mir sicher, die Leute lechzen danach", sagte er. 

Vor Corona kamen 54 Prozent seiner Gäste aus dem Ausland. "Es reisen Gäste aus Asien und aus Nordamerika zu uns, um bei uns zu essen." Bau begeistert mit einer asiatisch und japanisch inspirierten Küche.

Koch Christian Bau steht in der Küche seines Restaurants "Victor's Fine Dining".
Koch Christian Bau steht in der Küche seines Restaurants "Victor's Fine Dining".  © dpa/picture alliance/Oliver Dietze

Update, 7. Juni, 7.17 Uhr: Corona-Hilfen - Zuschüsse begehrt, Kredite weniger gefragt

In der Corona-Krise haben Thüringer Unternehmen und Selbstständige ohne Mitarbeiter in den vergangenen Wochen vor allem nicht-rückzahlbare Zuschüsse von Bund und Land beantragt und oft auch erhalten. Die wegen der Krise auch bereitgestellten Kredithilfen seien dagegen weit weniger nachgefragt gewesen, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. 

Für viele Unternehmen sei die Soforthilfe existenziell notwendig und deshalb absolut gerechtfertigt gewesen. "Das zeigt, wie hoch der Bedarf an einem solchen schnellen, unbürokratischen Förderangebot war", sagte Tiefensee.

Insgesamt sind nach Daten des Ministeriums und der Thüringer Aufbaubank bis Anfang Juni in Thüringen etwa 305 Millionen Euro als Soforthilfen in Form von nicht-rückzahlbaren Zuschüssen bewilligt und größtenteils auch bereits ausgezahlt worden. Dagegen seien über das wichtigste Corona-Kreditprogramm des Landes – den sogenannten Thüringer Konsolidierungsfonds – insgesamt 131 Anträge von Unternehmen im Umfang von etwa 11 Millionen Euro bewilligt worden.

Zahlreiche Banknoten von 10, 20 und 50 Euro liegen sortiert auf einem Tisch.
Zahlreiche Banknoten von 10, 20 und 50 Euro liegen sortiert auf einem Tisch.  © dpa/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild

Update, 7. Juni, 7.16 Uhr: Tausende neue Mitarbeiter in Gesundheitsämtern

Um Kontaktpersonen von Corona-Infizierten besser ermitteln zu können, hat die Landesregierung in den vergangenen Wochen die entsprechenden Teams in den Gesundheitsämtern aufgestockt. Rund 2200 Vollzeitstellen sind laut Sozialministerium seit Anfang März in der Kontaktpersonen-Nachverfolgung dazugekommen. Insgesamt arbeiten dort mittlerweile rund 3000 Menschen.

Die Teams werden aktiv, wenn jemand positiv auf das Coronavirus getestet wird. Die Mitarbeiter machen die Menschen aus, die die Infizierten als Kontaktpersonen angeben. Wie das funktioniert, lest Ihr >>> hier.

Dominique Scheuermann, Leiterin des Gesundheitsamt des Landkreises Esslingen, steht in ihrem Büro.
Dominique Scheuermann, Leiterin des Gesundheitsamt des Landkreises Esslingen, steht in ihrem Büro.  © dpa/Marijan Murat

Update, 7. Juni, 7.12 Uhr: Bundesweiter Unesco-Welterbetag - deutsche Orte im digitalen Format

Dieser Sonntag ist Unesco-Welterbetag und wird wegen der Corona-Pandemie digitaler begangen als sonst üblich. Die deutschen Welterbestätten präsentieren sich erstmals auf einer eigens dafür konzipierte Webseite, teilte der Verein Unesco-Welterbestätten Deutschland vorab mit. 

Diese ermögliche eine "virtuelle Entdeckungstour durch das vielfältige Kultur- und Naturerbe Deutschlands". So sollten durch die Corona-Pandemie verursachte Einschränkungen überwunden werden.

Interviews mit lokalen Welterbeexperten vermitteln dem Verein zufolge persönliche Eindrücke zur täglichen Herausforderung der Erhaltungs- und Vermittlungsarbeit. Kinder können sich mithilfe von Malvorlagen und Bastelanleitungen kreativ mit dem Welterbe auseinandersetzen. Angeboten wird zudem die Fotoaktion "#WelterbeVerbindet", mit der Interessierten die Möglichkeit haben, den Unesco-Welterbetag selbst mitzugestalten.

46 der weltweit mehr als 1000 Welterbestätten liegen in Deutschland. Mehr dazu >>> hier.

Die Altstadt von Quedlinburg gehört zu den Welterbestätten. Touristen besichtigen die Altstadt mit Klopstockhaus (l-r) und den Kaffeehäusern "Am Finkenherd".
Die Altstadt von Quedlinburg gehört zu den Welterbestätten. Touristen besichtigen die Altstadt mit Klopstockhaus (l-r) und den Kaffeehäusern "Am Finkenherd".  © dpa/Jens Wolf/dpa-Zentralbild/ZB

Update, 7. Juni, 7.10 Uhr: Maas hofft auf EU-China-Gipfel noch bis Jahresende

Bundesaußenminister Heiko Maas hofft darauf, den verschobenen EU-China-Gipfel noch in diesem Jahr nachholen zu können. "Ich hoffe noch, dass der Gipfel bis zum Jahresende stattfinden kann", sagte Maas der "Bild am Sonntag". "China ist kommende Supermacht. China ist Deutschlands größter Handelspartner." 

Dennoch dürfe man den Dialog mit Peking "nicht allein auf Wirtschafts- und Handelsfragen reduzieren". "Wir brauchen eine gemeinsame europäische Strategie, um unsere freiheitlichen Werte gegenüber China zu vertreten."

Die Bundesregierung hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass der EU-China-Gipfel wegen der Corona-Pandemie verschoben wird. Das Treffen war für Mitte September in Leipzig geplant - Deutschland hat in der zweiten Jahreshälfte die EU-Ratspräsidentschaft. 

Erstmals sollten alle 27 EU-Staats- und Regierungschefs mit der chinesischen Führung zusammenkommen. Konkret sollte ein Investitionsschutzabkommen geschlossen werden, auf das europäische Unternehmen schon lange warten, das aber nach Angaben der EU-Kommission noch nicht fertig ist. Zudem sollten der gemeinsame Kampf gegen den Klimawandel bekräftigt und die Rolle der EU und Chinas in Afrika erörtert werden.

Die politischen Beziehungen sind zwiespältig und wegen der Spannungen zwischen China und den USA heikel. Die EU kritisiert unter anderem die chinesische Menschenrechts- und Investitionspolitik, sieht die Volksrepublik aber auch als Partner beim globalen Klimaschutz. Zuletzt sorgte das Sicherheitsgesetz für Hongkong für Protest. 

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) spricht auf einer Pressekonferenz im Auswärtigen Amt.
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) spricht auf einer Pressekonferenz im Auswärtigen Amt.  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Update, 7. Juni, 7.05 Uhr: Spahn besorgt über "dicht gedrängte Menschenmengen" bei Demos

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich nach den jüngsten Demonstrationen gegen Rassismus besorgt gezeigt über dichte Menschenmengen während der Corona-Pandemie. 

"Der Kampf gegen Rassismus braucht unser gemeinsames Engagement. Jeden Tag", erklärte Spahn am Samstagabend auf Twitter. "Doch dicht gedrängte Menschenmengen mitten in der Pandemie besorgen mich." 

Auch bei wichtigen Anliegen gelte: "Abstand halten, Alltagsmaske tragen, aufeinander acht geben. Um uns und andere zu schützen."

Zehntausende Menschen in Deutschland hatten am Samstag gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Allein am Berliner Alexanderplatz waren es nach Polizeiangaben rund 15.000 Teilnehmer. In München gingen etwa 25.000 Demonstranten auf die Straße. 

Auslöser war der Tod des Schwarzen George Floyd in den USA bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai.

Jens Spahn (CDU, r), Bundesgesundheitsminister, ist besorgt, wenn es um die Demonstrationen geht.
Jens Spahn (CDU, r), Bundesgesundheitsminister, ist besorgt, wenn es um die Demonstrationen geht.  © dpa/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild

Update, 7. Juni, 7 Uhr: Schweizer Polizei verteilt Masken an Demonstranten

Statt eine weit größere Demonstration als in Corona-Zeiten erlaubt aufzulösen, hat die Schweizer Polizei in Basel Masken an die Demonstranten verteilt. Etwa 5000 Menschen protestierten dort am Samstag unter dem Slogan "Black Lives Matter" (Schwarze Leben zählen) gegen Rassismus, wie die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. 

Erlaubt seien derzeit nur 300 Teilnehmer, um Coronavirus-Infektionen zu verhindern. Auslöser der andauernden Proteste in aller Welt war der Tod des Schwarzen George Floyd in den USA bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai. Zum Zeichen der Solidarität mit den Demonstranten knieten auch in Basel Polizisten nieder. Kleinere Demonstrationen gab es unter anderem in Zürich und Bern. 

Demonstrierende halten ein Banner mit der Aufschrift "Black Lives Matter - Auch in der Schweiz!" während eines Protests gegen Rassismus und Polizeigewalt.
Demonstrierende halten ein Banner mit der Aufschrift "Black Lives Matter - Auch in der Schweiz!" während eines Protests gegen Rassismus und Polizeigewalt.  © dpa/Georgios Kefalas/KEYSTONE

Update, 6. Juni, 22 Uhr: Djokovic - Strenge Maßnahmen für US Open geplant

Der Tennis-Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hat sich unglücklich über die geplanten strengen Hygienemaßnahmen für die US Open gezeigt, sollte das Grand-Slam-Turnier ab Ende August tatsächlich noch wie geplant in New York stattfinden. 

Im serbischen Sender Prva TV sprach er angesichts der Corona-Pandemie von extremen Maßnahmen und drakonischen Vorschlägen der Verantwortlichen, zeigte jedoch auch Verständnis.

Er habe mit Verantwortlichen im Welttennis über die Fortsetzung der Saison gesprochen, vor allem aber über die US Open, berichtete der 33 Jahre alte Serbe. Ob das Turnier stattfinden könne, sei immer noch ungewiss, die ihm genannten Maßnahmen seien extrem. Djokovic nannte indes nur einige Details. 

"Ich kann nicht viel sagen, aber wir hätten zum Beispiel keinen Zugang nach Manhattan, wir müssten in Flughafenhotels schlafen, uns zwei-, dreimal pro Woche testen lassen und nur eine Person auf das Turniergelände mitbringen, was schlicht unmöglich ist", sagte Djokovic bereits am Freitag. "Wir werden sehen, was passiert."

Der Weltranglisten-Zweite Rafael Nadal hatte am Freitag große Zweifel geäußert, dass die US Open angesichts der Lage im stark betroffenen New York und weltweiter Reisebeschränkungen stattfinden können. "Wir können nicht zurückkehren, bis die Situation in Bezug auf die Gesundheit völlig sicher ist", hatte der 33-jährige Spanier gesagt.

Die Tennis-Tour pausiert wegen der Pandemie derzeit weltweit bis zum 31. Juli, die US Open sollen eigentlich vom 31. August bis zum 13. September stattfinden. 

Eine Woche später sollen bereits die French Open in Paris nachgeholt werden, die offenbar eigenmächtige Verlegung durch die Veranstalter hatte für viel Kritik gesorgt. Der Rasen-Klassiker in Wimbledon fällt in diesem Jahr aus.

Tennisspieler Novak Djokovic.
Tennisspieler Novak Djokovic.  © Darko Vojinovic/AP/dpa

Update, 6. Juni, 21.50 Uhr: König Carl Gustaf würdigt Einsatz der Schweden gegen Corona-Pandemie

Schwedens König Carl XVI. Gustaf (74) ist nach Monaten des Corona-Rückzugs nach Stockholm zurückgekehrt und hat dabei den Kampf seiner Landsleute gegen die Pandemie gewürdigt. 

Viele in der schwedischen Gesellschaft hätten in der Corona-Krise einen "bewundernswerten und heldenhaften Einsatz" gezeigt, wofür ihnen ein großer Dank gebühre, sagte der Monarch am Samstagabend anlässlich des schwedischen Nationaltags in einer Rede vor dem Königsschloss in der Stockholmer Altstadt.

Gleichzeitig rief Carl Gustaf die Schweden zum Durchhalten auf. Es handele sich um eine schwere Zeit für viele, sagte er. "Jetzt gilt es durchzuhalten. Schweden ist in vielerlei Hinsicht ein reiches Land, aber unser größtes Vermögen ist der Wille, sich gegenseitig zu helfen." Den Sommer solle man stets verantwortungsbewusst, aber so klug und so gut wie möglich nutzen, ergänzte er.

Carl Gustaf und seine Frau Königin Silvia (76) halten sich seit März auf dem Schloss Stenhammers in der Region Sörmland auf. Manchmal haben sie dort kurze Ausflüge unternommen, sich insgesamt aber hauptsächlich in dem Anwesen aufgehalten. Das Königshaus hatte angekündigt, dass das Königspaar für den Nationaltag zeitweilig nach Stockholm zurückkehren werde.

In Schweden gelten lockerere Corona-Beschränkungen als etwa in Deutschland, aber auch dort wurden einige Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. 

Der freizügigere Weg hat jedoch dazu geführt, dass die Schweden im europäischen Vergleich relativ viele Infektions- und Todesfälle pro Einwohner verzeichnet haben.

König Carl XVI. Gustaf von Schweden.
König Carl XVI. Gustaf von Schweden.  © Issei Kato/Reuters Pool/AP/dpa

Update, 6. Juni, 21.41 Uhr: Fitnessstudios und Schwimmbäder dürfen in Dänemark wieder öffnen

Die Dänen dürfen ab Montag wieder Gewichte im Fitnessstudio stemmen oder ihre Bahnen im Schwimmbad ziehen. Die Regierung von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und die weiteren Parlamentsparteien einigten sich am Samstag darauf, dass Schwimmbäder, Fitnessstudios und andere überdachte Freizeit- und Sportstätten zum Start der neuen Woche wieder öffnen dürfen. 

Richtlinien dafür sollen zeitnah folgen, wie das dänische Kulturministerium am Samstagabend mitteilte. Bislang war vorgesehen gewesen, dass diese Stätten erst ab August mit einer Wiedereröffnung rechnen konnten. Sie sind seit fast drei Monaten geschlossen.

Dänemark hatte Mitte März besonders früh und strikt auf die Corona-Krise reagiert. Deutschlands nördlichstes Nachbarland hat die Ausbreitung des Coronavirus dadurch gut in den Griff bekommen. Daraufhin waren in zwei ersten Phasen der Lockerung der Corona-Maßnahmen unter anderem Schulen, Restaurants, Cafés und der Einzelhandel wieder geöffnet worden. 

Am Montag soll Phase drei beginnen - dann dürfte auch die erlaubte Teilnehmerzahl für öffentliche Versammlungen hochgesetzt werden. Sie liegt derzeit bei maximal zehn Personen. Die Regierung möchte sie gerne auf 50 hochsetzen. 

Eine Einigung in dieser Frage steht aber noch aus.

Titelfoto: dpa/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild

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