Coronavirus: Hunderte Schulkinder aus Göttingen müssen in die Quarantäne

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen zunächst beruhigt. Das ist laut der Bundesregierung und dem RKI zwar erfreulich, jedoch noch kein Grund zur Entwarnung.

Kaum eine Spur von Corona: Am Warnemünder Ostseestrand verbringen viele Deutsche ihren Sommer-Anfang.
Kaum eine Spur von Corona: Am Warnemünder Ostseestrand verbringen viele Deutsche ihren Sommer-Anfang.  © dpa/Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild

Deutschland kann, mit einer Schutzmaske über Mund und Nase, größtenteils aufatmen und sich an die "Neue Normalität" gewöhnen.

Unter Auflagen (Abstand halten und Gesichtsmaske tragen) können alle Geschäfte wieder öffnen. Auch jeder Schüler und jedes Vorschulkind soll vor dem Sommer noch mindestens einmal in die Schule oder Kita gehen.

Restaurants, Cafés, Hotels und Ferienwohnungen dürfen ebenfalls unter teils erheblichen Einschränkungen wieder öffnen. Jedes Bundesland legt hierfür eigene Regeln fest. Selbst Freizeitparks und Freibäder dürfen unter strengen Voraussetzungen vielerorts wieder öffnen.

Mittlerweile gibt es 184.924 bestätigte Infektionen in Deutschland. Außerdem 8642 Todesfälle und 168.445 Genesene (Stand 5. Juni, 14 Uhr).

Die USA haben weiterhin weltweit die meisten Fälle - über 1,87 Millionen. 108.211 Menschen sind bereits gestorben (Stand 5. Juni, 14 Uhr).

Weltweit gibt es über 6,66 Millionen bestätigte Fälle und mehr als 391.656 Todesfälle (Stand 5. Juni, 14 Uhr).

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Update, 5. Juni, 15.35 Uhr: Opel tritt bei betrieblicher Altersvorsorge auf die Kostenbremse

Rund 15.000 Mitarbeiter des Autobauers Opel in Deutschland müssen sich auf Einschnitte bei ihrer betrieblichen Altersvorsorge einstellen. Personalchef Ralph Wangemann informierte die Belegschaft am Freitag in einer internen Nachricht darüber, dass zügig Verhandlungen mit dem Betriebsrat über "eine grundlegende Modernisierung" des Systems aufgenommen werden sollen. Die zu 100 Prozent vom Unternehmen getragene betriebliche Altersvorsorge, die "seit vielen Jahrzehnten deutlich über dem Marktstandard angesiedelt ist", sei "ein gewichtiger Kostenfaktor". Dem Vernehmen nach liegt die durchschnittliche Verzinsung trotz des allgemeinen Zinstiefs nach wie vor bei fünf Prozent.

Ein Opel-Sprecher begründete den Vorstoß unter anderem mit dem massiven Einbruch der Weltwirtschaft in der Corona-Krise. "Darüber hinaus steht die Automobilindustrie vor der Herausforderung eines weitreichenden Strukturwandels, was die kontinuierliche Optimierung der Kostenstrukturen erfordert", sagte der Sprecher. Um eine nachhaltige Altersversorgung für die Opel-Beschäftigten zu gewährleisten, müsse das bestehende System der betrieblichen Altersvorsorge angepasst werden. "Bereits erworbenes Renten-Kapital bleibt selbstverständlich geschützt", betonte der Sprecher.

Zum Gesamtvolumen der betrieblichen Altersvorsorge und zur Höhe der Einsparziele machte der zur französischen PSA-Gruppe gehörende Hersteller mit Stammsitz im hessischen Rüsselsheim keine Angaben.

Ein Stop-Schild steht vor dem Opel-Logo. Rund 15.000 Mitarbeiter des Autobauers Opel in Deutschland müssen sich auf Einschnitte bei ihrer betrieblichen Altersvorsorge einstellen.
Ein Stop-Schild steht vor dem Opel-Logo. Rund 15.000 Mitarbeiter des Autobauers Opel in Deutschland müssen sich auf Einschnitte bei ihrer betrieblichen Altersvorsorge einstellen.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 5. Juni, 15.30 Uhr: Nach Corona-Ausbruch müssen Hunderte Kinder in Quarantäne

Nach einem Corona-Ausbruch in Göttingen müssen voraussichtlich mehrere hundert Schulkinder für zwei Wochen in Quarantäne. Die Göttinger Schulen sollen nach der Schließung in dieser Woche zwar am Montag unter strengen Auflagen wieder den Betrieb aufnehmen, sagte Sozialdezernentin Petra Broistedt (SPD) am Freitag. Die Klassen der Kinder, die sich mit dem Coronavirus infizierten haben, kommen demnach aber in häusliche Quarantäne. Wie viele Jungen und Mädchen davon genau betroffen sind, konnte ein Stadtsprecher zunächst nicht sagen. Unter den 120 Menschen, die in Folge von Regelverstößen bei Privatfeiern zum muslimischen Zuckerfest mit dem Virus infiziert wurden, befinden sich 39 Schülerinnen und Schüler.

Bei dem am Freitagmorgen gestarteten Massentest in einem Hochhauskomplex, der als Schwerpunkt des Corona-Ausbruchs gilt, hätten sich bis zum Mittag gut 120 der etwa 700 Bewohner beteiligt. Dabei habe es keine Zwischenfälle gegeben, sagte Broistedt. Der Massentest soll bis Sonntag abgeschlossen sein.

Göttingen: Petra Broistedt (M, SPD), Dezernentin für Kultur, Soziales und Leiterin des Krisenstabes der Stadt Göttingen, spricht vor Journalisten am Hochhaus-Komplex Iduna-Zentrum. Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen hat die Stadt am Freitag mit einem Massentest begonnen. Mehrere Hundert Bewohner eines Hochhaus-Komplexes sollen dabei auf eine mögliche Infektion mit dem Virus untersucht werden. Bei mehreren größeren privaten Feiern haben sich in Göttingen mehrere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.
Göttingen: Petra Broistedt (M, SPD), Dezernentin für Kultur, Soziales und Leiterin des Krisenstabes der Stadt Göttingen, spricht vor Journalisten am Hochhaus-Komplex Iduna-Zentrum. Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen hat die Stadt am Freitag mit einem Massentest begonnen. Mehrere Hundert Bewohner eines Hochhaus-Komplexes sollen dabei auf eine mögliche Infektion mit dem Virus untersucht werden. Bei mehreren größeren privaten Feiern haben sich in Göttingen mehrere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.  © Swen Pförtner/dpa

Update, 5. Juni, 15.25 Uhr: Frühere WHO-Chefin kritisiert China und nimmt WHO in Schutz

Das Krisenmanagement Chinas nach dem Ausbruch des Coronavirus war nach Ansicht der früheren Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Gro Harlem Brundtland, mangelhaft. "Die Verantwortlichen dort waren zu langsam, haben zu spät informiert", sagte Brundtland dem "Spiegel". "Am schlimmsten war, dass es lange gedauert hat, bis sie die Ansteckung von Mensch zu Mensch eingeräumt haben." Das sei schon lange vor der offiziellen Mitteilung am 20. Januar erkennbar gewesen.

Solche Vorwürfe hat auch US-Präsident Donald Trump gegen China erhoben. Er wirft dem Land vor, es habe dadurch verhindert, dass die Ausbreitung des Virus rechtzeitig gestoppt werden konnte. Trump attackiert deshalb auch die WHO. Sie habe zu lange auf Angaben aus China vertraut und sei deshalb mit verantwortlich für die Pandemie. Er hat die Zusammenarbeit mit der WHO aufgekündigt.

Brundtland nahm die WHO dagegen in Schutz. Sie sei auf die Zuarbeit der Mitgliedsländer angewiesen. "Die Experten der WHO haben von Anfang an darauf gedrängt, mehr aus China zu erfahren. Wäre
es klug gewesen, größeren Druck auf Peking auszuüben? Schwer zu sagen." Trump hatte Brundtland in seinem Beschwerdebrief an die WHO lobend erwähnt. Sie hatte als WHO-Chefin 2003 Druck auf China ausgeübt, weil das Land die Sars-Epidemie "vertuschen" wollte, wie Brundtland es jetzt nannte. "Die Welt hat sich seit 2003 dramatisch verändert", sagte sie dem "Spiegel". "China ist viel stärker geworden. Wer das Land öffentlich kritisiert, so wie ich es damals getan habe, riskiert heute, dass es sich zurückzieht."

Brundtland (81) war Ärztin. Sie war von 1998 bis 2003 WHO-Chefin und in den 80er und 90er Jahren dreimal Ministerpräsidentin von Norwegen.

Touristen blicken auf die Skyline von Shanghai. Der zweite Sonderflug der deutschen Wirtschaft landet am Donnerstag in der Stadt. Am Wochenende war bereits ein erster Flieger mit 180 in China tätigen Managern, Technikern und anderen Vertretern der deutschen Wirtschaft sowie Angehörigen in Tianjin gelandet, die danach in 14-tägige Quarantäne gingen.
Touristen blicken auf die Skyline von Shanghai. Der zweite Sonderflug der deutschen Wirtschaft landet am Donnerstag in der Stadt. Am Wochenende war bereits ein erster Flieger mit 180 in China tätigen Managern, Technikern und anderen Vertretern der deutschen Wirtschaft sowie Angehörigen in Tianjin gelandet, die danach in 14-tägige Quarantäne gingen.  © Wang Xiang/XinHua/dpa

Update, 5. Juni, 15.15 Uhr: Robuste US-Arbeitsmarktdaten befeuern Dax-Erholung

Besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten haben die Erholungsrally am deutschen Aktienmarkt am Freitag weiter angetrieben. Der Dax baute seine Gewinne am Nachmittag aus und stand zuletzt 2,63 Prozent höher bei 12.757,31 Punkten. Zuvor hatten die Anleger bereits den kleinen Rücksetzer vom Vortag ausgenutzt, um weiter zuzukaufen.

Der MDax kletterte vor dem Wochenende erstmals seit Ende Februar wieder über die Marke von 27.000 Punkten und stand zuletzt um 1,19 Prozent höher bei 27.079,11 Zählern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx rückte um 2,73 Prozent auf 3350,79 Punkte vor.

Seit dem März-Tief nach dem Corona-Crash hat der Dax inzwischen 50 Prozent hinzugewonnen. Vom Februar-Rekord ist der deutsche Leitindex damit inzwischen nur noch knapp 8 Prozent entfernt. Angesichts dieser Aufholjagd warnen Beobachter derzeit immer lauter vor einer Überhitzung des Marktes. Die Anleger setzen weiter auf eine schnelle Rückkehr aus der Corona-Krise in die Normalität.

Schwache Auftragsdaten aus der deutschen Industrie waren am Morgen praktisch ignoriert worden. Am Nachmittag wurden die unerwartet robusten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt von den Anlegern umso mehr willkommen geheißen. In den USA hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Corona-Krise ein klein wenig entspannt.

Am Frankfurter Aktienmarkt waren vor dem Wochenende die am Vortag unter die Räder gekommenen Autoaktien unter den größten Gewinnern zu finden. Die Banken setzten ihren guten Lauf weiter fort, die Branche hatte zuvor bereits vom aufgestockten Anleihekaufprogramm der EZB profitiert.

Auch Werte aus der Luftfahrtbranche liefen stark. Anleger setzen derzeit auf eine dynamische Wiederbelebung des Flugverkehrs. So trotzten auch Lufthansa mit der Fortsetzung ihrer Erholung und einem Kursplus von mehr als sechs Prozent dem besiegelten Dax-Abstieg. Aktien der Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen, die für die Lufthansa in den deutschen Leitindex einzieht, verteuerten sich zuletzt um rund ein Prozent.

Der Euro fiel nach den US-Daten weiter ab und stand zuletzt bei 1,1299 US-Dollar. Zuvor hatte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1384 Dollar zeitweise den höchsten Stand seit März erreicht, dann aber hatten bereits Gewinnmitnahmen eingesetzt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1250 (Mittwoch: 1,1194) Dollar festgesetzt. Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind vor dem Wochenende gefallen. Der Rentenindex Rex gab um 0,05 Prozent auf 144,07 Punkte nach. Die Umlaufrendite jedoch stieg im Gegenzug von minus 0,35 am Vortag auf minus 0,30 Prozent. Der Bund-Future lag zuletzt mit 0,29 Prozent im Minus bei 170,05 Punkten.

USA, Salt Lake City: Menschen warten vor einem Arbeitsamt. Die Arbeitslosenquote in den USA ist im Mai trotz der Coronavirus-Pandemie leicht auf 13,3 Prozent gesunken.
USA, Salt Lake City: Menschen warten vor einem Arbeitsamt. Die Arbeitslosenquote in den USA ist im Mai trotz der Coronavirus-Pandemie leicht auf 13,3 Prozent gesunken.  © Rick Bowmer/AP/dpa

Update, 5. Juni, 15 Uhr: Leichtathleten wollen Saison retten: Noch fünf große Meisterschaften

Der Deutsche Leichtathletik-Verband will trotz der strengen Corona-Auflagen in diesem Jahr zumindest noch fünf große Meisterschaften über die Bühne bringen. Bei einigen Events der "Late Season" (Späte Saison) stehen allerdings noch Sondergenehmigungen der Behörden aus beziehungsweise Termine noch nicht fest. So wurde für die deutschen Meisterschaften, die am 8./9. August in Braunschweig - definitiv ohne Zuschauer - nachgeholt werden sollen, die erforderliche Sondererlaubnis beantragt, die Veranstaltung aber noch nicht genehmigt. Dies teilte der DLV am Freitag mit.

So sind die deutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Vaterstetten für den 21. bis 23. August geplant - auch Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul (Mainz) will daran teilnehmen. Für die Jugendmeisterschaften in Ulm (Mitte September) stehe ein genaues Datum noch nicht fest, für die Mehrkampf-Meisterschaften der Senioren in Zella-Mehlis soll eine Entscheidung bis 16. Juni fallen. Auch die erforderliche Sondergenehmigung für den Länderkampf "Berlin fliegt!" Mitte August sei noch nicht erteilt worden.

Zahlreiche Meisterschaften wurden wegen der Corona-Pandemie definitiv abgesagt: unter anderem die U23-DM, die Meisterschaften über 50 Kilometer Gehen sowie im Marathon und Halbmarathon.

"Für alle Titelkämpfe, die durchgeführt werden sollen, muss neben einem Sonderantrag an die Behörden ein Durchführungs- und Hygienekonzept erstellt werden auf der Basis der behördlichen Anordnungen", heißt es in dem DLV-Statement.

Darüber hinaus habe der Verband ein allgemeines Hygiene- und Durchführungskonzept erarbeitet, "welches als Empfehlung dient und auch von Landesverbänden, Kreisen/Bezirken und Vereinen als Grundlage für die Ableitung eigener Konzepte verwendet werden kann".

Der Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul bei der Weltmeisterschaft 2019 in Katar.
Der Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul bei der Weltmeisterschaft 2019 in Katar.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 5. Juni, 14.50 Uhr: Tarifabschluss für VW-Dienstleistungstöchter - Entgeltfrage später

Für rund 9100 Mitarbeiter der VW-Dienstleistungstöchter Volkswagen Group Services und Volkswagen Vertriebsbetreuungsgesellschaft gibt es einen neuen Tarifvertrag. Bis zum Jahresende wird jedoch angesichts der angespannten Lage in der Corona-Krise auf eine Entgelterhöhung verzichtet. Dies wurde auch schon für die knapp 120.000 Beschäftigten im VW-Haustarif ähnlich geregelt. Wie die IG Metall am Freitag berichtete, einigten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf eine Verschiebung der Lohnrunde.

Vereinbart wurde aber bereits jetzt unter anderem die Möglichkeit eines bis zu sechsmonatigen Sabbaticals für Beschäftigte bei anhaltender Zahlung von drei Vierteln des Bruttolohns. Freistellungen zur Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen gehören ebenso dazu. Zudem gibt es betriebliche Aufstockungen der Leistungen für Eltern, deren Kinder von angeordneten Schulschließungen betroffen sind.

Die US-Fahne spiegelt sich in Logo und Kühlergrill eines Volkswagen-Fahrzeugs. Volkswagen muss in der "Dieselgate"-Affäre weitere empfindliche Bußgelder in den USA fürchten. Ein Berufungsgericht entschied am Montag, dass trotz bereits geschlossener Vergleiche zusätzliche Strafen zweier Bezirke der Bundesstaaten Florida und Utah zulässig seien.
Die US-Fahne spiegelt sich in Logo und Kühlergrill eines Volkswagen-Fahrzeugs. Volkswagen muss in der "Dieselgate"-Affäre weitere empfindliche Bußgelder in den USA fürchten. Ein Berufungsgericht entschied am Montag, dass trotz bereits geschlossener Vergleiche zusätzliche Strafen zweier Bezirke der Bundesstaaten Florida und Utah zulässig seien.  © picture alliance / Friso Gentsch/dpa

Update, 5. Juni, 14.40 Uhr: Schlachthofmitarbeiter in Rheinland-Pfalz positiv auf Covid-19 getestet

Ein Mitarbeiter eines Schlachthofs in Wittlich ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Der Mann sei zuvor zwei Wochen in Heimaturlaub in Rumänien gewesen und am Pfingstwochenende gemeinsam mit drei weiteren Mitarbeitern nach Wittlich zurückgekehrt, teilte die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich am Freitag mit. Die vier Mitarbeiter hätten seitdem in einer "Quarantäne-Wohnung" in Wittlich gewohnt. Bei den anderen drei Mitarbeitern seien die Tests negativ ausgefallen - sie müssten sich aber am Montag erneut testen lassen, hieß es.

Laut Kreisverwaltung sind alle vier Personen zurzeit von der Arbeit freigestellt. Sie seien bis zum Ende der behördlich angeordneten Quarantäne in zwei unterschiedlichen Wohnungen untergebracht. Keiner der Mitarbeiter zeige Symptome. Gemäß dem Testkonzept des Landes Rheinland-Pfalz werde zurzeit auch das zu ermittelnde Umfeld der positiv getesteten Person untersucht, teilte der Kreis mit. Am Montag sollte es vorsorglich insgesamt rund 20 weitere Testungen geben.

Wegen der häuslichen Quarantäne der Mitarbeiter und verschiedener Hygienemaßnahmen des Unternehmens bestehe "Hoffnung, dass aus dem Einzelfall kein größeres Infektionsgeschehen innerhalb des Betriebs erwächst", teilte die Kreisverwaltung mit. Genaueres werde man Anfang nächster Woche nach den Tests abschätzen können. Das von dem Fall betroffene Unternehmen hat eine Belegschaft von gut 500 Personen.

Halbierte Schweine hängen in einem Schlachthof. Im niedersächsischen Dissen wurden Mitte Mai 92 Mitarbeiter eines Schlachthofes positiv auf Corona getestet. Die Befürchtung vieler Betriebe, dass sich das Virus auch bei Ihnen ausbreitet, wächst.
Halbierte Schweine hängen in einem Schlachthof. Im niedersächsischen Dissen wurden Mitte Mai 92 Mitarbeiter eines Schlachthofes positiv auf Corona getestet. Die Befürchtung vieler Betriebe, dass sich das Virus auch bei Ihnen ausbreitet, wächst.  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Update, 5. Juni, 14.35 Uhr: Arbeitslosenquote in den USA im Mai leicht auf 13,3 Prozent gesunken

Die Arbeitslosenquote in den USA ist im Mai trotz der Coronavirus-Pandemie leicht auf 13,3 Prozent gesunken. Im April hatte die Quote noch bei 14,7 Prozent gelegen, wie die US-Regierung am Freitag mitteilte. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sei um 2,5 Millionen angestiegen, hieß es.

Update, 5. Juni, 14.25 Uhr: Scheuer fordert Autobauer zu mehr Tempo bei Elektromobilität auf

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat die deutsche Autoindustrie zu mehr Tempo bei der Elektromobilität aufgefordert. Es müssten "massenwirksam" Produkte mit alternativen Antrieben auf die Straße kommen, sagte Scheuer am Freitag in Berlin. Auch die Wirtschaft habe eine Aufgabe, sie könne nicht nur nach dem Staat und der Politik rufen.

Die von den Koalitionsspitzen beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer sei ein "echtes Angebot" an die Branche. Daneben gebe es in dem Konjunkturpaket Programme, um die Erneuerung von Flotten beispielsweise von Handwerkern voranzubringen. Auch beim Ausbau des Ladenetzes für E-Autos solle es noch einmal einen Schub geben.

Die Spitzen von Union und SPD hatten vereinbart, Kaufprämien für Elektroautos zu erhöhen - die von der Autobranche vehement geforderten Prämien beim Kauf neuer Autos mit Verbrennungsmotor aber gibt es nicht. Vor allem die SPD-Spitze war dagegen. Auch Scheuer hatte sich eigentlich für eine solche Verbrenner-Prämie eingesetzt. Er verwies nun aber auf die geplante Senkung der Mehrwertsteuer.

Die Nachfrage nach Autos ist in der Corona-Krise eingebrochen. Die Autobranche hatte sich enttäuscht darüber gezeigt, dass es keine Prämien beim Kauf von neuen Benzinern und Dieselautos gibt. Die Nachfrage nach E-Autos ist zwar zuletzt gestiegen, die Zahl der Neuzulassungen liegt aber immer noch auf einem niedrigen Niveau.

Andreas Scheuer (CSU), Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, wartet auf den Beginn einer Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Andreas Scheuer (CSU), Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, wartet auf den Beginn einer Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Update, 5. Juni, 14.15 Uhr: Mehr Firmen-Insolvenzen - Ausmaß der Pleitewelle noch nicht sichtbar

Mit Auswirkungen auf tausende Arbeitnehmer ist im Mai die Zahl der Firmenpleiten einer Statistik des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zufolge weiter gestiegen. 1019 Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland und damit 70 mehr als im Vormonat April hätten sich insolvent gemeldet, teilte das IWH am Freitag mit. Während die Firmen-Zahl relativ leicht anstieg, waren im Mai deutlich mehr Arbeitskräfte als zuvor betroffen. Nach Angaben des IWH beschäftigen allein die fünf größten Firmen darunter insgesamt mehr als 10.000 Menschen. Zuvor hätten sich kaum Firmen mit mehr als 1000 Arbeitskräften insolvent gemeldet.

Dass auch große Unternehmen betroffen sind, liegt dem IWH zufolge daran, dass in der akuten Krise ausgelöst durch das Coronavirus oft die nötige Zeit fehle. Jenseits von Wirtschaftskrisen schafften es angeschlagenen Großunternehmen eigentlich besser als kleine Firmen, Insolvenzen durch Sanierungsmaßnahmen zu vermeiden, hieß es weiter.

Zudem spiegelten die aktuellen Zahlen lediglich den Anfang der Krise wider, erklärte IWH-Insolvenzforscher Steffen Müller. Das Ausmaß der Pleitewelle wird ihm zufolge erst in den kommenden Monaten sichtbar. Das liege unter anderem am zeitlichen Abstand zwischen der Antragstellung auf Insolvenz und der Bekanntmachung der Eröffnungsentscheidung im Insolvenzverfahren durch die Gerichte. Ein Unternehmen, das beispielsweise im Mai seine Insolvenz bekannt machte, könnte schon im Februar oder März angezeigt haben, nicht mehr zahlungsfähig gewesen zu sein.

Das Logo des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).
Das Logo des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).  © Hendrik Schmidt/ZB/dpa

Update, 5. Juni, 14.10 Uhr: Italienischer Außenminister würdigt deutsche Corona-Hilfe

Der italienische Außenminister Luigi Di Maio hat in Berlin bei seiner ersten Auslandsreise seit Beginn der Corona-Krise die deutsche Hilfe für Italien gewürdigt. "Die Unterstützung Deutschlands für unser Land hat in der gesamten Zeit der Pandemie eigentlich nie gefehlt", sagte er am Freitag nach einem Treffen mit seinem Kollegen Heiko Maas in Berlin. "Es hat hier umfangreiche Bezeugungen der Unterstützung und der Solidarität gegeben."

Zu Beginn der Krise im Februar und März hatte es aus Italien scharfe Kritik an Deutschland gegeben. Vor allem ein deutscher Exportstopp für Atemschutzmasken, Schutzanzüge und -brillen sorgte für Unmut. Auch das kategorische Nein der Bundesregierung zur Vergemeinschaftung von Schulden über sogenannte "Corona-Bonds" führte zu einer Anti-Deutschland-Stimmung. Dass die Bundesregierung italienische Covid-19-Kranke zur Behandlung nach Deutschland holte, wurde in der Öffentlichkeit weniger stark wahrgenommen.

Inzwischen haben Deutschland und Frankreich allerdings einen gemeinsamen Vorstoß für ein EU-Wiederaufbauprogramm gestartet, der in Italien gut angekommen ist. Außerdem hofft die italienische Tourismuswirtschaft auf deutsche Urlauber nach der Aufhebung der weltweiten Reisewarnung am 15. Juni.

Heiko Maas (SPD), Außenminister, nimmt neben seinem italienischem Amtskollegen Luigi Di Maio (l) an einer Pressekonferenz nach einem gemeinsamen Gespräch im Auswärtigen Amt teil.
Heiko Maas (SPD), Außenminister, nimmt neben seinem italienischem Amtskollegen Luigi Di Maio (l) an einer Pressekonferenz nach einem gemeinsamen Gespräch im Auswärtigen Amt teil.  © Michael Kappeler/dpa POOL/dpa

Update, 5. Juni, 14.05 Uhr: Corona-Warn-App: Positiv Getestete können sich über Hotline melden

Anwender der künftigen Corona-Warn-App können auch über eine Telefonhotline ihren Infektionsstatus in der App aktualisieren, wenn sie positiv getestet wurden. 

Die Hotline sei einer von zwei Telefon-Services zu der für Mitte Juni erwarteten App, die rund um die Uhr erreichbar seien, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". In der anderen Hotline gehe es nur um technische Fragen der Nutzer.

Die Verifizierungs-Hotline ist notwendig, weil das Konzept der Corona-Warn-App nicht erlaubt, den Infektionsstatus ohne Nachweis auf "positiv" zu setzen. Damit sollen Fehlalarme vermieden werden. In der Regel soll die Freischaltung nach einem positiven Test deshalb digital erfolgen. 

Allerdings verfügen etliche Labore noch nicht über eine sichere Anbindung. Wer sich dort testen lasse, könne sich nicht wie eigentlich vorgesehen einfach per QR-Code in der App als infiziert melden, sondern müsse die Hotline anrufen. Dort stellten psychologisch geschulte Mitarbeiter dann Testfragen, die klären sollten, ob tatsächlich ein positiver Test vorliege oder ein Scherzbold in der Leitung sei.

Die Netzexpertin in der Linksfraktion des Bundestages, Anke Domscheit-Berg, kritisierte das Hotline-Verfahren als «problematisch und missbrauchsanfällig». Die App lasse sich "nicht allein mit Testfragen von Callcenter-Mitarbeitern trollsicher machen".

Anwender der künftigen Corona-Warn-App können auch über eine Telefonhotline ihren Infektionsstatus in der App aktualisieren, wenn sie positiv getestet wurden.
Anwender der künftigen Corona-Warn-App können auch über eine Telefonhotline ihren Infektionsstatus in der App aktualisieren, wenn sie positiv getestet wurden.  © Stefan Jaitner/dpa

Update, 5. Juni, 14 Uhr: Premier League gibt Spielplan für Wiederaufnahme der Saison bekannt

Der FC Liverpool könnte mit etwas Glück schon am 21. Juni englischer Fußballmeister werden. Die Premier League veröffentlichte am Freitag den neuen Spielplan für die restlichen Saisonspiele. Spitzenreiter Liverpool spielt am Sonntag, dem 21. Juni, beim Lokalrivalen FC Everton. 

Sollte der Titelverteidiger und Tabellenzweite Manchester City sein Auftaktspiel am 17. Juni gegen den FC Arsenal verlieren, wäre Liverpool mit einem Derbysieg Meister.

Wegen der Coronavirus-Pandemie war die Premier-League-Spielzeit im März unterbrochen worden. Vorausgesetzt, alle Sicherheitsvorkehrungen sind bis dahin eingeführt, soll die Saison vom Mittwoch (17. Juni) an fortgesetzt werden. Den Auftakt machen die beiden Nachholspiele des 29. Spieltags. Zunächst treffen die beiden Aufsteiger Aston Villa und Sheffield United aufeinander. Anschließend empfängt Man City den FC Arsenal.

Der FC Liverpool könnte mit etwas Glück schon am 21. Juni englischer Fußballmeister werden.
Der FC Liverpool könnte mit etwas Glück schon am 21. Juni englischer Fußballmeister werden.  © Peter Byrne/PA Wire/dpa

Am Freitag darauf geht es mit dem 30. Spieltag weiter. Tottenham Hotspur mit Trainer José Mourinho hat dessen Ex-Club Manchester United zu Gast. Am Samstag spielen unter anderem Brighton & Hove Albion gegen den FC Arsenal und Watford gegen Leicester City, bevor am Sonntag das Liverpool-Derby ansteht, dessen Austragungsort noch offen ist. 

Alle Spiele finden zeitversetzt statt und werden live im britischen Fernsehen übertragen, einige sogar im Free-TV.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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