Coronavirus: Intensivmediziner befürchten Erstarken viraler Erreger neben Corona

Deutschland/Welt - In Deutschland steigt die Corona-Inzidenz wieder an. Gleichzeitig ist die Impfwilligkeit der Menschen ins Stocken geraten. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In Deutschland hat die Gastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In Deutschland hat die Gastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,8 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

91.709 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.655.000 an.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 16,0 (Vortag: 15,0).

Coronavirus in NRW: Sieben-Tage-Inzidenz steigt erneut an
Coronavirus Coronavirus in NRW: Sieben-Tage-Inzidenz steigt erneut an

Weltweit gibt es mehr als 195,91 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 4,19 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 29. Juli, 6.30 Uhr).

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Update, 29. Juli, 6.27 Uhr: IOC zu Klagen über Quarantäne-Hotels: Wir arbeiten an Verbesserung

Nach Beschwerden über die harschen Bedingungen in Japans Quarantäne-Hotels bei den Sommerspielen in Tokio hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) Unterstützung für die betroffenen Athleten zugesichert.

Man arbeite daran, dass die "Prozesse verbessert" werden, sagte Kirsty Coventry (37), Chefin der Athletenkommission beim IOC, am Donnerstag. Man stehe in Kontakt mit den betroffenen Athleten, ihre Beschwerden würden angegangen.

Die IOC-Funktionärin wies allerdings zugleich darauf hin, dass die Quarantäne-Hotels Einrichtungen der japanischen Regierung seien.

Update, 29. Juli, 4.48 Uhr: Höchstwert bei Olympia: 24 neue Corona-Fälle im Umfeld der Spiele

Parallel zu den stark steigenden Corona-Zahlen in Tokio ist auch bei den Olympischen Spielen ein neuer Tages-Höchstwert an positiven Fällen registriert worden.

Insgesamt 24 weitere Personen sind im Umfeld der Spiele positiv getestet worden. Das gaben die Organisatoren der Spiele am Donnerstag bekannt.

So viele Fälle sind seit Beginn der Erfassung am 1. Juli nicht an einem Tag verzeichnet worden. Unter den Positivfällen sind auch drei Athleten. Die Namen der Sportler werden von den Organisatoren nicht veröffentlicht.

Bei den Olympischen Spielen in Tokio wurde ein neuer Tages-Höchstwert an positiven Fällen registriert.
Bei den Olympischen Spielen in Tokio wurde ein neuer Tages-Höchstwert an positiven Fällen registriert.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 29. Juli, 4.33 Uhr: RKI registriert 3520 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 16,0

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in gut drei Wochen auf mehr als das Dreifache gestiegen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen lag sie bei 16,0 – am Vortag betrug der Wert 15,0 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 3520 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 1890 Ansteckungen gelegen, wahrscheinlich fehlten damals jedoch 19 Neuinfektionen aus Brandenburg.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 10 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 42 Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.769.608 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.655.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.702.

Update, 29. Juli, 4.30 Uhr: Intensivmediziner befürchten Erstarken viraler Erreger neben Corona

Intensivmediziner in Deutschland rechnen für Herbst und Winter wieder verstärkt mit Menschen mit diversen Atemwegserkrankungen.

"Durch das Tragen von Masken und die anderen Regeln war die Zahl der Patienten mit Grippe und anderen viralen Krankheitserregern während der Corona-Zeit verschwindend gering", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx (55), der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir befürchten, dass dieser positive Effekt nun verschwinden wird und wir zu den potenziellen Corona-Patienten zwischen Oktober und März auch die anderen Patienten mit viralen Erkrankungen betreuen werden."

Gernot Marx (55), Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).
Gernot Marx (55), Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).  © Fabrizio Bensch/Reuters Pool/dpa

Update, 29. Juli, 1.06 Uhr: Schäuble will weniger Einschränkungen für Geimpfte und Genesene

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (78) hält es für angemessen, dass in der Corona-Pandemie Geimpfte und Genesene mehr Freiheiten genießen als Ungeimpfte.

Es sei erwiesen, dass nach Genesung oder nach der vollständigen Impfung die Gefahr deutlich sinke, andere anzustecken, sagte Schäuble der Neuen Osnabrücker Zeitung (Donnerstag).

"Daher werden wir diese Gruppen nicht dauerhaft allen Beschränkungen unterwerfen können, die für Nichtgeimpfte gelten müssen, um die Pandemie zu bekämpfen", betonte der CDU-Politiker.

Für eine solche unterschiedliche Behandlung sehe er auch keine verfassungsrechtlichen Probleme.

Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident.
Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 29. Juli, 0.40 Uhr: Söder dringt auf Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (54) macht weiter Druck für eine Corona-Testpflicht bei Urlaubsrückkehrern.

Er dränge sehr darauf, dass man es jetzt mache, sagte Söder am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". Die Delta-Variante breite sich weiter aus, man müsse sich auf den Herbst vorbereiten.

Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 29. Juli, 0.25 Uhr: Google und Facebook verhängen in den USA Impfpflicht für Mitarbeiter

Die Mitarbeiter der Internetriesen Google und Facebook in den USA müssen sich vor einer Rückkehr in die Büros gegen das Coronavirus impfen lassen. Das teilten die Unternehmen unabhängig voneinander am Mittwoch (Ortszeit) mit.

Google-Chef Sundar Pichai (49) erklärte, die Regelung betreffe zunächst die USA, werde in den kommenden Monaten aber auch für andere Regionen gelten, sobald dort Impfungen weithin verfügbar seien.

Bei Facebook erklärte Personalchefin Lori Goler, die Umsetzung der Impfpflicht für Mitarbeiter in den US-Büros werde von "örtlichen Bedingungen und Vorschriften" abhängen.

Update, 29. Juli, 0.01 Uhr: Ministerpräsidenten unterstützen Testpflicht für Urlaubsrückkehrer

Die geplante generelle Corona-Testpflicht für Urlaubsheimkehrer, die keinen Nachweis einer vollständigen Impfung oder Genesung haben, wird von den Regierungschefs mehrerer Bundesländer unterstützt.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (56) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag): "Die Tests sind der zentrale Baustein, um das Infektionsgeschehen in der ungeimpften Bevölkerung einzudämmen."

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (46) betonte, aus dem vergangenen Jahr wisse man, dass Reiserückkehrer viel zum Anstieg des Infektionsgeschehens beigetragen hätten.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (60, SPD) sagte dem Redaktionsnetzwerk, Ziel sei es, keine Infektionen ins Land zu tragen, um die Inzidenzen so niedrig wie möglich zu halten.

Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (59) hatte sich am Mittwochabend im TV-Sender Phoenix ebenfalls "ganz klar" für eine Testpflicht für jene ausgesprochen, "die aus Regionen zurückkehren, die eine höhere Inzidenz haben als wir in Deutschland, und die vielleicht auch aus Virus-Mutationsgebieten kommen".

Auch Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (53) dringt diesbezüglich aufs Tempo.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (58) hält eine Testpflicht für Urlaubsheimkehrer für richtig, plädiert aber dafür, dass ein Test nicht zwingend im Ausland vor Rückreise gemacht werden muss.

Update, 28. Juli, 20.16 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat Scholz will kostenpflichtige, aber günstige Corona-Tests für Bürger

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63) hat sich dafür ausgesprochen, Corona-Tests in absehbarer Zeit für viele Bürger kostenpflichtig zu machen.

Wenn sich alle hätten impfen lassen können, werde man Tests irgendwann selbst bezahlen müssen, sagte der Vizekanzler am Mittwoch in der Gesprächsreihe "Brigitte live". Das dürfe aber nicht für diejenigen gelten, die sich aus gesundheitlichen Gründen sich nicht impfen lassen könnten oder für die es - wie für Kinder - keine Impfempfehlung gebe.

In den Schulen und Betrieben müssten Tests weiter kostenlos sein, sagte Scholz. Für alle anderen müssten die Tests "so billig wie möglich sein".

Olaf Scholz (63, SPD, r.), Kanzlerkandidat und Bundesminister der Finanzen, bei der Gesprächsreihe "Brigitte Live" am Mittwochabend.
Olaf Scholz (63, SPD, r.), Kanzlerkandidat und Bundesminister der Finanzen, bei der Gesprächsreihe "Brigitte Live" am Mittwochabend.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 28. Juli, 19 Uhr: FDP-Chef Lindner gegen pauschale Testpflicht für Reiserückkehrer

Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner (42) hat sich kritisch über die Pläne der Bundesregierung zu erweiterten Testpflichten für Reiserückkehrende geäußert.

Die Unionsgeführte Bundesregierung bereite die Öffentlichkeit erneut auf erhebliche Freiheitseinschränkungen vor, sagte Lindner am Mittwoch im schleswig-holsteinischen Strande.

Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie seien hingegen mobile Impfteams notwendig "vor Möbelmärkten und in den Stadtteilen, wo vielleicht ein Verständigungsproblem besteht, weil die soziale Zusammensetzung dort eben nicht nur deutsch als Umgangssprache hat", sagte Lindner.

Ein neuer pauschaler Lockdown müsse in jedem Fall ausgeschlossen werden. "Und auch die bisher Nicht-Geimpften müssen sich mit einem negativen Test am gesellschaftlichen Leben beteiligen können."

FDP-Chef Christian Lindner (42).
FDP-Chef Christian Lindner (42).  © Stefan Sauer/dpa

Update, 28. Juli, 18.46 Uhr: Berliner Polizei verbietet zwei "Querdenken"-Demos am Wochenende

Zwei für das Wochenende in der Hauptstadt geplante "Querdenken"-Kundgebungen gegen die Corona-Politik sind verboten worden. Das teilte ein Sprecher der Berliner Polizei am Mittwochabend mit.

"Unter Berücksichtigung und nach Bewertung der objektiven Sachlage haben wir bisher zwei Versammlungen, eine am 31. Juli und eine am 1. August 2021, verboten." Um welche Demonstrationen genau es sich dabei handelt, teilte die Polizei auch auf Nachfrage nicht mit. Die Prüfung weiterer Versammlungen dauere außerdem noch an.

Titelfoto: Fabrizio Bensch/Reuters Pool/dpa

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