Coronavirus: Spahn über Sommerurlaub: "Bis zur Nordsee wird man sicher kommen"

Deutschland/Welt - Deutschland verharrt mindestens bis zum 18. April im Lockdown. Weiterhin sollen die Menschen in Deutschland die Zahl ihrer Kontakte möglichst gering halten. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 3,08 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mehr als 2,74 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein. Insgesamt 79.428 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben (Alle Datenstände: 15. April, 11.15 Uhr).

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 160 (Stand 15. April, 0 Uhr).

Weltweit gibt es 138,3 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 2,97 Millionen Todesfälle (Stand 15. April, 11.15 Uhr).

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Update, 15. April, 13.20 Uhr: "Wunder-Pille" gegen Covid-19 wird es laut Bundesforschungsministerin Karliczek nicht geben

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (49, CDU) hat Hoffnungen auf schnelle Erfolge bei der Medikamentenforschung zur Behandlung von Covid-19 erneut gedämpft.

Aus vielen Gesprächen mit Forschern sei immer wieder deutlich geworden, dass man keine Wunder erwarten dürfe, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. Arzneimittelentwicklung dauere in der Regel Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte. "Es wird nicht die eine Wunder-Pille gegen Covid-19 geben können", sagte Karliczek. Patienten benötigten stattdessen je nach Schwere oder auch Stadium der Erkrankung unterschiedliche Therapien. Hier wolle man ansetzen.

Das Bundesforschungsministerium fördert die Medikamentenforschung mit 50 Millionen Euro. Ein Expertengremium hat inzwischen für mehrere Projekte Empfehlungen im Rahmen dieses Förderprogramms ausgesprochen. Als Gutachter beteiligt waren Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie in Frankfurt am Main, und Christoph Spinner, Oberarzt für Infektiologie und Pandemiebeauftragter des Klinikums rechts der Isar in München.

Beide sprachen am Donnerstag ebenfalls von langwierigen Prozessen. "Es gibt nach wie vor kaum Medikamente mit einem erwiesenen Nutzen gegen diese Erkrankung", sagte Ciesek. Spinner sagte, viele einstige Hoffnungsträger wie das Malaria-Medikament Chloroquin seien gänzlich aus der Klinik verschwunden, weil sie keinen Nutzen gehabt hätten. Spinner sieht noch großen Forschungsbedarf. "Es geht vor allem um das richtige Medikament zur richtigen Zeit."

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (49, CDU).
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (49, CDU).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 15. April, 12.40 Uhr: Litauen will sich um Astrazeneca-Dosen aus Dänemark bemühen

Nach dem Verzicht Dänemarks auf den Corona-Impfstoff von Astrazeneca will sich Litauen um die übrig bleibenden Dosen bemühen.

"Wenn Dänemark erwägen würde, diese Mengen zu teilen, wären wir wirklich glücklich, zu denen zu gehören, die sie übernehmen würden", sagte Regierungschefin Ingrida Simonyte am Donnerstag in Vilnius. Das baltische EU-Land habe bereits sein Interesse in Kopenhagen signalisiert. Unklar ist allerdings, ob ein solcher Handel nach den EU-Beschaffungsregeln überhaupt möglich ist.

Update, 15. April, 12.30 Uhr: Sachsen-Anhalt impft Wahlhelfer vorrangig gegen Corona

Ehrenamtliche Wahlhelfer bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt können vorrangig gegen Corona geimpft werden. Darauf haben sich Landeswahlleiterin Christa Dieckmann und das zuständige Sozialministerium verständigt.

"Der Schutz der Personen, die als Wahlhelfer dieses wichtige Ehrenamt für unsere Demokratie ausüben, hat Priorität", erklärte Dieckmann am Donnerstag. Insgesamt würden in Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl am 6. Juni mehr als 20 000 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer benötigt.

«Das Engagement der Wahlhelferinnen und Wahlhelfer ist unentbehrlich», ergänzte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (58, SPD). "Wir werden rechtzeitig vor der Landtagswahl mit den Impfungen beginnen können und damit einen Beitrag zum Infektionsschutz in den Wahllokalen leisten."

Update, 15. April, 12.10 Uhr: Italiens Staatsverschuldung steigt auf Rekordhoch

Italiens Staatsverschuldung ist weiter gestiegen und hat ein Rekordhoch erreicht. Verglichen mit dem Vormonat betrug der Anstieg im Februar 36,9 Milliarden Euro, wie die italienische Nationalbank Banca d'Italia am Donnerstag mitteilte.

Damit liege die Gesamtverschuldung der öffentlichen Verwaltung bei etwa 2643,8 Milliarden Euro.

Italien hat im Corona-Jahr 2020 einen weiteren Schuldenzuwachs verzeichnet. In Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausgedrückt lag die Staatsverschuldung nach Angaben der Banca d'Italia bei 155,6 Prozent.

Update, 15. April, 11.05 Uhr: Wieler und Spahn kritisieren Schul-Notbremse als unzureichend

RKI-Präsident Lothar Wieler (60) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) haben den geplanten Stopp von Präsenzunterricht ab einer Corona-Inzidenz von 200 als unzureichend kritisiert.

"Aus meiner Sicht ist die 200er-Grenze zu hoch", sagte Wieler am Donnerstag in Berlin. Je höher man die Schwelle setze, desto mehr Kinder werde man wegen Infektionen aus den Klassen nehmen und desto mehr ganze Klassen werde man zuhause lassen müssen.

Spahn sagte mit Blick auf die vorherrschende, als britische Mutation bekannte Virusvariante: "Gerade bei den Schulen, gerade mit den Erfahrungen, die wir mit dieser Mutation haben, kann ich mir auch deutlich früher als bei 200 diese Maßnahmen vorstellen - unbedingt."

Generell gelte zudem, dass ein negatives Testergebnis nicht als Freifahrtschein genommen werden könne, sagte Spahn. Wieler zitierte Studien, nach denen die britische Variante um 30 bis 70 Prozent ansteckender sei. "Die Übertragung ist so rasch und intensiv", man bekomme das Virus nicht weggetestet.

RKI-Präsident Lothar Wieler (60) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) haben den geplanten Stopp von Präsenzunterricht ab einer Corona-Inzidenz von 200 als unzureichend kritisiert.
RKI-Präsident Lothar Wieler (60) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) haben den geplanten Stopp von Präsenzunterricht ab einer Corona-Inzidenz von 200 als unzureichend kritisiert.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 15. April, 10.55 Uhr: Spahn zum Sommer: "Bis zur Nordsee wird man sicher kommen"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) erwartet trotz Rückschlägen bei den Impfstoffen von Astrazeneca und Johnson & Johnson, dass bis zum Ende des Sommers weiterhin jeder Impfwillige eine Corona-Impfung bekommen kann.

Der CDU-Politiker verwies am Donnerstag in Berlin auf erwartete 50 Millionen Dosen von "Hauptlieferant" Biontech/Pfizer im laufenden zweiten Quartal. "Das gibt schon mal viel Trittsicherheit auch mit diesem Impfstoff in einer sehr verlässlichen Liefersituation."

Zu den allgemeinen Aussichten für den Sommer gefragt, zeigte sich der Minister vorsichtig optimistisch. "Ob dann gleich schon wieder alle bis zu den Seychellen fliegen müssen, weiß ich nicht. Bis zur Nordsee wird man sicher kommen." Die Frage sei jetzt, wie gut es gelinge, die dritte Welle zu brechen.

"Gleichzeitig bin ich sehr, sehr zuversichtlich, dass wir im Sommer mit dem, was die Impfkampagne jetzt auch hergibt in der weiteren Entwicklung eine deutlich andere Lage haben. Unbedingt."

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 15. April, 10.40 Uhr: Wirtschaftsforscher lassen aufhorchen: Schraubt Corona das Rentenalter in die Höhe?

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben sich angesichts der in der Corona-Krise steigenden Staatsschulden für ein höheres Rentenalter in Deutschland ausgesprochen.

Angesichts der älter werdenden Bevölkerung spiele dabei vor allem die Rentenversicherung eine Rolle. Ein höheres Rentenalter könne die Staatsfinanzen stützen.

Mehr Informationen findet Ihr in unserem TAG24-Artikel "Wirtschaftsforscher lassen aufhorchen: Schraubt Corona das Rentenalter in die Höhe?"

Update, 15. April, 9.30 Uhr: Länder müssen laut Spahn nicht auf "Bundes-Notbremse" warten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hat angesichts weiter steigender Corona-Zahlen zusätzliche Maßnahmen angemahnt und die Länder aufgefordert, nicht auf die geplante "Bundes-Notbremse" zu warten.

"Jeder Tag zählt gerade in dieser schwierigen Lage", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. Spahn rief dazu auf, Warnungen der Intensivmediziner ernst zu nehmen. Hauptziel bleibe, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.

"Das was wir jetzt möglicherweise versäumen, rächt sich in zwei, drei Wochen. Genauso wie sich jetzt rächt, was vor zwei, drei Wochen nicht entschieden wurde."

Impfen und Testen reichten nicht, um die dritte Welle zu brechen, sagte Spahn. Es brauche entschiedenes Handeln und weitere Einschränkungen. Er appellierte "auch an die Länder, da die Zeit dränge. Bereits jetzt hätten alle die Möglichkeit, zu handeln. "Man muss nicht auf dieses Bundesgesetz warten."

Update, 15. April, 9 Uhr: Scholz verteidigt Ausgangsbeschränkungen als "verhältnismäßig"

Trotz anhaltender Kritik hat Vizekanzler Olaf Scholz (62, SPD) die geplanten Ausgangsbeschränkungen wegen der dritten Corona-Welle als "verhältnismäßig" verteidigt.

"Das hat überall geholfen. In vielen Staaten der Welt ist das gemacht worden. Und es hat die Inzidenzwerte nach unten gebracht", sagte der Finanzminister am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". "Deshalb ist das eine Maßnahme, die zu den vielen anderen dazugehört. Und sie ist auch verhältnismäßig."

Der SPD-Kanzlerkandidat sagte zur geplanten Änderung des Infektionsschutzgesetzes: "Viele der gesetzlichen Vorschläge, die jetzt gemacht worden sind, beruhen auf der Praxis der Länder." Ziel sei nun, mit einer bundesweiten Regelung für Klarheit zu sorgen.

"In dem einen Bundesland beginnt die Ausgangsbeschränkung um neun, wenn die Inzidenz zu hoch ist, in dem anderen um zehn. (...) Da muss man einfach nur für eine Einheitlichkeit sorgen." Die Kritik an den Maßnahmen sei bereits "tausendmal in den Ländern erörtert" worden.

Trotz anhaltender Kritik hat Vizekanzler Olaf Scholz (62, SPD) die geplanten Ausgangsbeschränkungen wegen der dritten Corona-Welle als "verhältnismäßig" verteidigt.
Trotz anhaltender Kritik hat Vizekanzler Olaf Scholz (62, SPD) die geplanten Ausgangsbeschränkungen wegen der dritten Corona-Welle als "verhältnismäßig" verteidigt.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 15. April, 8.10 Uhr: Island lockert Corona-Beschränkungen

Island lockert mit diesem Donnerstag die Corona-Bestimmungen. Die Menschen können nun wieder ins Fitnessstudio und in die von ihnen geliebten Schwimmbäder gehen.

Allerdings dürfen nur halb so viele Besucher hineingelassen werden wie normal, die Studios und Bäder müssen zudem spätestens um 22 Uhr schließen. Dieselbe Schließzeit gilt nun auch für Kneipen, die ab Donnerstag ebenfalls wieder Kunden empfangen dürfen.

Trainingseinheiten und sportliche Wettkämpfe sind für Kinder und Erwachsene auch wieder erlaubt, allerdings ohne Zuschauer. Im Chor und bei andere künstlerischen Veranstaltungen dürfen jetzt bis zu 50 Teilnehmer auf der Bühne sowie 100 sitzende Menschen im Publikum dabei sein. Die Obergrenze für Teilnehmer an öffentliche Zusammenkünfte wird von zehn auf 20 angehoben.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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