Coronavirus: Karl Lauterbach erwartet nach der Omikron-Welle "die Zeit für Lockerungen"

Deutschland/Welt - In Deutschland verschärft sich die Corona-Lage, die Fallzahlen steigen. Strengere Auflagen treffen jetzt sogar Menschen, die noch nicht gegen das Covid-19-Virus geboostert sind.

Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen mindestens die 2G-Regel, oft sogar 2G plus.
Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen mindestens die 2G-Regel, oft sogar 2G plus.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt bundesweit laut Robert-Koch-Institut bei 840,3 (Vortag: 806,8).

Laut RKI sind seit Beginn der Pandemie rund 8,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Insgesamt 116.746 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 7,3 Millionen an (alle Daten Stand 24. Januar, 5 Uhr).

Bund-Länder-Gipfel: Streitthema-PCR-Tests! Das wurde beschlossen
Coronavirus Bund-Länder-Gipfel: Streitthema-PCR-Tests! Das wurde beschlossen

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Update, 24. Januar, 21.25 Uhr: Karl Lauterbach erwartet nach der Omikron-Welle "die Zeit für Lockerungen"

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) rechnet damit, dass die Corona-Maßnahmen in Deutschland nach Überschreiten der Omikron-Welle gelockert werden können.

Im Moment müsse man angesichts der steigenden Fallzahlen noch hoffen, "dass wir ohne Verschärfungen hinkommen", sagte er am Montagabend nach Ende der Bund-Länder-Beratungen in der ARD. Wenn die Welle aber überwunden sei, "beispielsweise Mitte Februar", und die Infektionszahlen wieder runtergingen, "dann ist die Zeit für Lockerungen gekommen".

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) rechnet zum Höhepunkt der Omikron-Welle in Deutschland mit mehreren Hunderttausend Neuinfektionen pro Tag. Ist diese Phase überwunden, könne es Lockerungen geben.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) rechnet zum Höhepunkt der Omikron-Welle in Deutschland mit mehreren Hunderttausend Neuinfektionen pro Tag. Ist diese Phase überwunden, könne es Lockerungen geben.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 24. Januar, 20.55 Uhr: Johnson feierte mit bis zu 30 Gästen im Lockdown Geburtstag

Kuchen, Happy-Birthday-Singen und 30 Gäste: Einem Bericht des Fernsehsenders ITV zufolge soll der britische Premierminister Boris Johnson (57) mitten im Lockdown in größerer Runde Geburtstag gefeiert haben.

Johnsons Frau Carrie habe eine Überraschungsparty für den Premier im Sitzungsraum des Kabinetts im Regierungssitz in der Downing Street organisiert, hieß es in dem Bericht vom Montag. Bis zu 30 Gäste seien bei der angeblichen Feier am Nachmittag des 19. Juni 2020 dabei gewesen, darunter vor allem Mitarbeiter, aber auch die Designerin Lulu Lytle, die damals für viel Geld die Dienstwohnung der Johnsons renovierte. Carrie Johnson soll dem Bericht zufolge dann das Lied "Happy Birthday" angestimmt haben. Später seien mehrere Familienmitglieder in der Wohnung der Johnsons zu einer privaten Feier gewesen.

Update, 24. Januar, 20.20 Uhr: BVB-Boss Watzke kritisiert Corona-Beschlüsse

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (62) vom Bundesligisten Borussia Dortmund hat den Verzicht von Bund und Ländern auf eine weitere Öffnung der Fußball-Stadien für Zuschauer mit deutlichen Worten kritisiert und erwägt sogar juristische Schritte.

"Wir werden uns die Beschlüsse des Landes NRW genau anschauen und prüfen, ob wir sie im Eilverfahren kontrollieren lassen", sagte Watzke am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei "bitter, dass die Mehrheit der MPK-Teilnehmer nach zwei Jahren nur an Verbote denkt und nicht auch an ein Mindestmaß an Möglichkeiten und logischen Entscheidungen", erklärte Watzke. Mehr dazu im TAG24-Artikel zur BVB-Kritik an den Corona-Beschlüssen.

Update, 24. Januar, 19.43 Uhr: Tausende demonstrieren für und gegen Corona-Maßnahmen

In verschiedenen Städten Deutschlands haben am Montagabend erneut mehrere tausend Menschen gegen eine allgemeine Impfpflicht und gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert.

Vielerorts hielten auch Gegendemonstranten mit eigenen Veranstaltungen oder Mahnwachen für die Toten der Pandemie dagegen. In Lübeck etwa zogen Gegner der Corona-Politik unter dem Motto "Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht" durch die Innenstadt. Gleichzeitig fand eine Gegendemonstration unter dem Motto "Für Einhaltung der Regeln und Anerkennung wissenschaftlicher Tatsachen" statt.

Auch in weiteren Städten wie Karlsruhe, Rottweil, Potsdam, Bernau und Rostock gab es am Montag ähnliche Demos.

Corona-Leugner und Impf-Gegner zogen am Montag durch Lübeck. Auch Gegendemonstranten waren in der Stadt unterwegs.
Corona-Leugner und Impf-Gegner zogen am Montag durch Lübeck. Auch Gegendemonstranten waren in der Stadt unterwegs.  © Christian Charisius/dpa

Update, 24. Januar, 19.15 Uhr: Vorerst keine Rückkehr von Zuschauern in Stadien und Hallen

Eine verstärkte Rückkehr von Zuschauern zu Spielen der Fußball-Bundesliga und anderen deutschen Profiligen wird es wegen der steigenden Zahl an Corona-Infektionen vorerst nicht geben.

Bei ihren Beratungen mit dem Bund beschlossen die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder am Montag, dass die Chefs der Staats- und Senatskanzleien bis zum 9. Februar zumindest eine einheitliche Regelung für überregionale Großveranstaltungen vereinbaren sollen. Das geht aus dem nach der Videoschaltkonferenz von Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder veröffentlichten Papier hervor.

Update, 24. Januar, 18.57 Uhr: PCR-Testkapazitäten sollen erhöht werden

Angesichts der rasant steigenden Corona-Infektionen sollen die begrenzten Kapazitäten für PCR-Tests erhöht werden.

Dazu müssten alle Anstrengungen unternommen werden, heißt es in einem Beschluss von Bund und Ländern vom Montag. Zugleich wurde festgehalten, dass es bei auftretenden Engpässen unabdingbar sei, Priorisierungen vorzunehmen. Mehr dazu lest Ihr im TAG24-Artikel zu den Beschlüssen des Bund-Länder-Gipfels.

Update, 24. Januar, 18.46 Uhr: Laut MPK-Vorsitzendem Wüst müssen strenge Corona-Regeln beibehalten werden

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, CDU) hat die Beibehaltung der strengen Corona-Regeln angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Virusvariante gerechtfertigt.

"Omikron hat die Pandemie verändert", sagte Wüst am Montag nach den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise. Die Mutation erfordere höchste Wachsamkeit. Der Expertenrat der Bundesregierung halte auch eine Überlastung des Gesundheitswesens für möglich und habe eine "klare Mahnung" ausgesprochen. "Das Infektionsgeschehen erfordert die Beibehaltung und strikte Umsetzung der bisherigen Maßnahmen", sagte Wüst, der aktuell auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ist.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, CDU) ist derzeit der Vorsitzende der Ministerpräsidenten-Konferenz.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (46, CDU) ist derzeit der Vorsitzende der Ministerpräsidenten-Konferenz.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 24. Januar, 18.40 Uhr: Neue Kampagne soll Impfquote steigern

Zur Erhöhung der Impfquote in Deutschland will die Bundesregierung nach Angaben von Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) noch stärker als bisher für den Impfschutz gegen das Coronavirus werben.

Mit großer Anstrengung habe die Bundesregierung eine neue Kampagne zum Impfen und Boostern aufgelegt, erklärte Scholz am Montag nach den Beratungen von Bund und Ländern zu den Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Neben Plakaten mit der Motto-Aufschrift "Impfen hilft" solle es nun auch verstärkt Aufrufe im Radio und auch auf Social-Media-Plattformen geben.

Update, 24. Januar, 18.31 Uhr: Bund und Länder verzichten auf schärfere Corona-Maßnahmen, Scholz will "Kurs halten"

Trotz des rasanten Anstiegs der Infektionszahlen wollen Bund und Länder die Corona-Maßnahmen vorerst nicht verschärfen.

Es gelte jetzt, Kurs zu halten, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) am Montagabend nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Mehr dazu lest Ihr im TAG24-Artikel zu den Beschlüssen des Bund-Länder-Gipfels.

Update, 24. Januar, 18.17 Uhr: Viele Festnahmen nach Krawallen bei Corona-Demonstration in Brüssel

Nach Ausschreitungen bei einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Brüssel hat die Polizei 239 Menschen in Gewahrsam genommen.

Elf von ihnen seien verhaftet worden, gab die Brüsseler Polizei am Montag bekannt. Sie müssten sich voraussichtlich vor der Justiz verantworten, unter anderem wegen Waffenbesitz und Auflehnung gegen die Ordnungskräfte. Nach Angaben der Polizei hatten sich am Sonntag rund 50.000 Menschen in der Brüsseler Innenstadt versammelt, um gegen die Corona-Maßnahmen in Belgien zu protestieren. Die Demonstration verlief demnach zunächst friedlich, am Nachmittag brachen jedoch Krawalle am Ende des Demonstrationszuges aus.

Der Nachrichtenagentur Belga zufolge warfen Demonstranten Gegenstände auf Polizisten und beschädigten Gebäude, unter anderem den Sitz des Europäischen Auswärtiger Dienstes. Die Polizei setzte den Angaben zufolge Tränengas und Wasserwerfer ein, 15 Menschen wurden verletzt.

Bei den Ausschreitungen rund um die Corona-Demo in Brüssel musste die Polizei Tränengas und Wasserwerfer einsetzen, 15 Menschen wurden verletzt.
Bei den Ausschreitungen rund um die Corona-Demo in Brüssel musste die Polizei Tränengas und Wasserwerfer einsetzen, 15 Menschen wurden verletzt.  © Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Update, 24. Januar, 17.57 Uhr: Union fordert Aufbau eines Impfregisters

In der Debatte um mehr Schub für die Corona-Impfungen fordert die Union die zügige Einrichtung eines Impfregisters.

"Wenn wir jetzt nicht anfangen, wann dann", sagte der Fraktionsvize im Bundestag, Sepp Müller (33, CDU), am Montag. Damit könne man dann auch einfache Impfangebote ausbauen, etwa durch direkte Anschreiben oder verpflichtende Beratungsgespräche für Menschen aus Risikogruppen. Ein Register sei auch unabhängig davon wichtig, wie die Frage einer allgemeinen Impfpflicht beantwortet werde.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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