Coronavirus: Kitzbühel verschärft Maßnahmen nach verbotener Après-Ski-Party

Deutschland/Welt - In Deutschland verschärft sich die Corona-Lage, die Fallzahlen steigen. Strengere Auflagen treffen jetzt sogar Menschen, die noch nicht gegen das Covid-19-Virus geboostert sind.

Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen mindestens die 2G-Regel, oft sogar 2G plus.
Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen mindestens die 2G-Regel, oft sogar 2G plus.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt bundesweit laut Robert-Koch-Institut bei 528,2 (Vortag: 515,7).

Laut RKI sind seit Beginn der Pandemie rund acht Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Insgesamt 115.649 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund sieben Millionen an (alle Daten Stand 17. Januar, 4.57 Uhr).

Corona in Bayern: Mehr als 10.000 Neuinfektionen, München mit höchster Inzidenz
Coronavirus Corona in Bayern: Mehr als 10.000 Neuinfektionen, München mit höchster Inzidenz

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Update, 18. Januar, 13.57 Uhr: Thüringen verschiebt Einführung von 2G plus in Gastronomie

Thüringens Landesregierung verschiebt die Einführung der 2G-plus-Regel in Restaurants, Cafés und Kneipen. Sie werde nicht wie geplant vom 23. Januar an landesweit gelten, sondern wie bisher nur in Hotspot-Regionen, sagte Regierungssprecher Falk Neubert am Dienstag in Erfurt.

Eine neue Verordnung, die auch 2G plus regelt, solle erst in 14 Tagen beschlossen werden. Zur Begründung sagte Neubert, die jetzige Verordnung, die die 2G-plus-Regel nur in Regionen mit hoher Inzidenz vorsehe, wirke. Eigentlich sollte der Bund-Länder-Beschluss zur Gastronomie Ende dieser Woche in Thüringen umgesetzt werden.

Update, 18. Januar, 13.53 Uhr: Nach Corona: Franzosen holen Hochzeiten und Kinderkriegen nach

Die während des ersten Corona-Lockdowns bei der Familiengründung verunsicherten Menschen in Frankreich haben Hochzeiten und das Kinderkriegen offenbar nachgeholt.

Wie aus der am Dienstag vorgestellten Bevölkerungsstatistik hervorgeht, gab es im vergangenen Jahr 42 Prozent mehr Eheschließungen in Frankreich als 2020. Menschen, die ihre Hochzeitspläne 2020 wegen des Lockdowns aufgeschoben hatten, hätten diese nun nachgeholt. Auch gerade junge Menschen, die sich wegen der angespannten Corona-Lage unschlüssig waren, hätten sich nun das Jawort gegeben, teilte die Statistikbehörde mit.

Neun Monate nach dem ersten Lockdown, während dem die Bevölkerung strikt ans Haus gefesselt war, brachen die Geburtenzahlen zunächst ein. Zwischen Mitte Dezember 2020 und Mitte Februar 2021 wurden zehn Prozent weniger Babys geboren, als im Vorjahreszeitraum, ergab die Statistik.

Die wirtschaftliche Unsicherheit und möglicherweise auch die Sorge vor Komplikationen während der Schwangerschaft hätten Paare davon abgehalten, einen Kinderwunsch zu verwirklichen. Ab März und insbesondere im Sommer seien die Geburtenzahlen dann aber in die Höhe geschnellt, so dass es unter dem Strich im vergangenen Jahr sogar geringfügig mehr Geburten gab als 2020.

In Frankreich finde wieder mehr Trauungen statt.
In Frankreich finde wieder mehr Trauungen statt.  © Sina Schuldt/dpa

Update, 18. Januar, 13.22 Uhr: Aus Sorge vor Corona-Übertragung: Hongkong lässt Hamster einschläfern

Im Zuge eines Corona-Ausbruchs haben die Behörden in Hongkong die Tötung von etwa 2000 Hamstern und anderen Kleintieren angeordnet.

Vorangegangen war nach Medienberichten der Fall einer Besitzerin einer Tierhandlung, bei der die erste Infektion mit der Delta-Variante in Hongkong seit gut drei Monaten festgestellt worden war. Im Anschluss seien Hamster in ihrem Geschäft positiv getestet worden, die nach Angaben des öffentlichen Senders RTHK aus den Niederlanden importiert worden waren.

Wie die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" und andere Hongkonger Medien übereinstimmend berichteten, wurden Geschäfte und Hamster-Halter am Dienstag aufgefordert, ihre Tiere einschläfern zu lassen. Betroffen seien alle Hamster, die nach dem 22. Dezember gekauft wurden. Auch einige andere Kleintiere in Tierhandlungen sollen demnach vorsorglich getötet werden.

Alle betroffenen Tiere würden auf das Coronavirus getestet, hieß es. Sollte der Test positiv ausfallen, müssten sich die Besitzer in Quarantäne begeben, ebenso wie Besucher der jeweils betroffenen Tierhandlung.

Update, 18. Januar, 13.15 Uhr: Israel verteilt bis zu 30 Millionen Antigen-Tests an Bürger

Israel will bis zu 30 Millionen kostenlose Corona-Schnelltests an seine Bürger verteilen. Das Angebot richte sich vor allem an finanziell schwächere Bevölkerungsgruppen unter den etwa 9,4 Millionen Einwohnern, teilte die Regierung am Dienstag mit.

So sollen vor allem Schüler, bedürftige Familien, Studenten und Senioren die Antigen-Testkits erhalten. Die Verteilung solle nächste Woche beginnen. Verantwortlich dafür seien unter anderem das Sozialhilfeministerium und das Heimatschutzkommando.

Israel hatte wegen Überlastung der PCR-Teststationen vorletzte Woche die PCR-Testpflicht massiv eingeschränkt. Weite Teile der Bevölkerung müssen seither nur noch Antigen-Tests machen, wenn sie mit einem Corona-Infizierten in Kontakt gekommen sind. Allerdings kostete ein Antigen-Test zuletzt rund sechs Euro. Nach Medienberichten bemüht sich die Regierung, die Preise zu senken.

Update, 18. Januar, 12.44 Uhr: Nach Gewalt bei Corona-Demo in Berlin: Bewährungsstrafe

Nach Angriffen auf Polizisten bei einer Demonstration in Berlin gegen Corona-Maßnahmen ist ein Angeklagter zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach den 50-jährigen am Dienstag des besonders schweren Landfriedensbruchs sowie der versuchten gefährlichen Körperverletzung und des tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte schuldig. Der Mann aus Sachsen habe sich am 18. November 2020 in einer aufgeheizten Stimmung dazu hinreißen lassen, Flaschen aufzunehmen und zu werfen, begründete der Richter. "Von dem Handeln ging hohe Gefährlichkeit aus."

Rund 9000 Menschen hatten sich damals in Berlin zu Protesten gegen die Corona-Politik versammelt, während der Bundestag über die staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in der Corona-Pandemie beriet. Die Polizei hatte den Bereich damals weiträumig abgesperrt, erstmals seit Jahren wurden Wasserwerfer eingesetzt. Rund 2500 Beamte waren nach Behördenangaben im Einsatz, knapp 80 von ihnen wurden verletzt.

Der Angeklagte hatte erklärt, er habe nur eine leere Plastikflasche "aufgehoben und zurückgeworfen". Er und seine Frau seien aus Sachsen nach Berlin gereist, um sich mit anderen Menschen, die wie sie als Selbstständige damals ohne Einnahmen waren, auszutauschen. Die Verteidigerin sagte, ihr Mandant sei kein Corona-Leugner. Die Staatsanwältin hatte auf ein Jahr und vier Monate Haft auf Bewährung plädiert. Die Verteidigerin forderte Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Update, 18. Januar, 12.26 Uhr: Kitzbühel verschärft Maßnahmen nach verbotener Après-Ski-Party

Der österreichische Luxus-Skiort Kitzbühel will scharf gegen wegen der Corona-Pandemie verbotene Après-Ski-Partys vorgehen.

Die Bezirksbehörde kündigte am Dienstag an, dass die Außengastronomie bis Ende der Woche geschlossen bleiben muss - also auch während der traditionellen Weltcup-Skirennen der Herren am Wochenende. Außerdem sollen Polizeistreifen "in Dauerschleife durch die Stadt ziehen", um Lokale und Bars zu kontrollieren, sagte Bezirkshauptmann Michael Berger dem Sender ORF. Ausgelöst wurden die strengeren Maßnahmen durch ein Video einer Après-Ski-Party.

Derzeit sind der Barbetrieb und das Servieren ohne zugewiesene Sitzplätze in allen österreichischen Lokalen verboten. Ein Unternehmer, der als Gast in einer Bar in Kitzbühel war, hatte Aufnahmen von dicht gedrängt Feiernden vor wenigen Tagen online geteilt. Eine Welle der Entrüstung folgte. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger warnte, dass Gastronomen Corona-Hilfsgelder zurückzahlen müssen, wenn sie sich nicht an die Regeln hielten.

Einige Skiregionen in Österreich weisen die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen im Alpenland auf. Im Bezirk Kitzbühel lag sie zuletzt bei etwa 3600. Laut der staatlichen Gesundheitsagentur Ages sind 70 bis 80 Prozent der Infektionen im Freizeitbereich auf Lokalbesuche von Skifahrern zurückzuführen.
Einige Skiregionen in Österreich weisen die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen im Alpenland auf. Im Bezirk Kitzbühel lag sie zuletzt bei etwa 3600. Laut der staatlichen Gesundheitsagentur Ages sind 70 bis 80 Prozent der Infektionen im Freizeitbereich auf Lokalbesuche von Skifahrern zurückzuführen.  © Barbara Gindl/APA/dpa

Update, 18. Januar, 11.48 Uhr: Modekonzern Hugo Boss überwindet Corona-Delle

Der Modekonzern Hugo Boss hat sich von seinem Corona-Tief erholt und im vergangenen Jahr deutlich besser abgeschnitten als erwartet.

Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2020 um 43 Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Metzingen mitteilte. Damit habe Hugo Boss fast wieder das Niveau aus der Zeit vor der Pandemie erreicht.

Die Kauflaune der Verbraucher kehrte im Jahresverlauf mehr und mehr zurück und löste bei Hugo Boss auch eine Ergebniswende aus. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg nach vorläufigen Berechnungen auf 228 Millionen Euro. Das Management hatte im besten Fall zuletzt 200 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Im Vorjahr hatte Hugo Boss wegen der Ladenschließungen in der Corona-Pandemie noch einen operativen Verlust von 236 Millionen Euro verbucht.

Die Kauflaune von Verbrauchern kehrt zurück, was dem Modehändler Hugo Boss wieder schwarze Zahlen beschert.
Die Kauflaune von Verbrauchern kehrt zurück, was dem Modehändler Hugo Boss wieder schwarze Zahlen beschert.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 18. Januar, 11.48 Uhr: Krankenkassen: Beratung auch bei telefonischer Krankschreibung

Auch bei den aktuell wegen der Corona-Pandemie möglichen telefonischen Krankenschreibungen ist aus Sicht der Krankenkassen eingehende ärztliche Beratung wichtig.

"Bis Ende März ist die telefonische Krankschreibung bei leichten Atemwegserkrankungen bereits heute möglich", sagte der Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, Florian Lanz, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Wichtig ist, dass sich die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte persönlich vom Zustand der Patientin oder des Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen", sagte Lanz.

Die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder hatten am Montagabend in einer Schalte das Bundesgesundheitsministerium gebeten, eine weitere Verlängerung der Regelungen zur telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei Atemwegserkrankungen zu prüfen.

Derzeit können - momentan noch befristet bis 31. März - Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankgeschrieben werden. Eine einmalige Verlängerung für weitere sieben Kalendertage kann ausgestellt werden.
Derzeit können - momentan noch befristet bis 31. März - Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankgeschrieben werden. Eine einmalige Verlängerung für weitere sieben Kalendertage kann ausgestellt werden.  © Patrick Pleul/ZB/dpa

Update, 18. Januar, 11.46 Uhr: Trotz Pandemie: "Wir-haben-es-satt"-Demo mit bis zu 30 Traktoren

Das Agrar-Bündnis "Wir haben es satt" will auch in diesem Jahr in Berlin für einen Systemwechsel in der Landwirtschaft demonstrieren - aufgrund der Corona-Pandemie geht das erneut nur in begrenztem Umfang.

Bis zu 30 Traktoren sollen am kommenden Samstag durch das Regierungsviertel fahren, wie das Bündnis am Dienstag mitteilte. Vertreter des Zusammenschlusses wollen ihre Forderungen anschließend an den neuen Landwirtschaftsminister, Cem Özdemir (56, Grüne), übergeben. Mit einer Videoaktion will das Bündnis zudem auf Missstände in der Ernährungsindustrie aufmerksam machen.

Update, 18. Januar, 11.44 Uhr: Schweinehalter: Verzögerung von Corona-Hilfen gefährdet Betriebe

In vielen Landwirtschaftsbetrieben mit Tierhaltung steigt nach Darstellung der Branche der Druck wegen verzögerter Corona-Hilfen.

Das Geld müsse endlich auf den Höfen ankommen, kritisierte der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), Torsten Staack, laut einem Bericht des NDR vom Dienstag. Oft hake es bei der Bewilligung der staatlichen Unterstützung - dies habe in etlichen Fällen ein finanzielles Desaster für die Schweinemäster zur Folge. Immer mehr Kolleginnen und Kollegen gerieten derzeit in Existenznot.

Die Betriebe bräuchten jetzt politischen Rückhalt, hieß es vor einem am Dienstag geplanten Kongress zur Agrarpolitik mit Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und Bundesumweltministerin Steffi Lemke (beide Grüne). Dabei soll es um Überlegungen für eine nachhaltige Agrar- und Ernährungswirtschaft gehen.

Titelfoto: Barbara Gindl/APA/dpa

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