Coronavirus: Krankschreibung per Telefon bei Erkältungen erneut verlängert

Deutschland/Welt - In Deutschland stagnieren die Corona-Zahlen derzeit. Gleichzeitig ist die Impfwilligkeit der Menschen ins Stocken geraten. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.
In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 4,1 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Insgesamt 92.837 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit knapp 3,9 Millionen an.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 76,3 (Vortag: 77,9).

Corona in Baden-Württemberg: Land will Testpflicht für Beschäftigte mit Außenkontakt
Coronavirus Corona in Baden-Württemberg: Land will Testpflicht für Beschäftigte mit Außenkontakt

Weltweit gibt es mehr als 226,3 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen rund 4,7 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 16. September, 6 Uhr).

+++ Ältere Informationen zur Corona-Situation findet Ihr im TAG24-Coronavirus-Newsarchiv +++

Update, 16. September, 15.12 Uhr: Krankschreibung per Telefon bei Erkältungen bis Jahresende möglich

Angesichts der weiter angespannten Corona-Lage bleiben Krankschreibungen wegen leichter Erkältungsbeschwerden bis Jahresende auch telefonisch und ohne Besuch einer Arztpraxis möglich.

Die Sonderregelung wird nochmals um drei Monate bis 31. Dezember verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Donnerstag beschloss. Dies solle wegen der leichter übertragbaren Delta-Virusvariante und langsam voranschreitender Impfungen weiterhin helfen, Kontakte zu vermeiden und Infektionsrisiken zu minimieren.

Telefonische Krankschreibungen sind bis zu sieben Tage möglich und können ebenfalls telefonisch für weitere sieben Kalendertage verlängert werden. Ärztinnen und Ärzte müssen sich dafür durch «eingehende telefonische Befragung» persönlich vom gesundheitlichen Zustand überzeugen.

In den Krankenhäusern soll eine Corona-Sonderregelung auslaufen. Ab 1. Oktober sollen ausgesetzte Vorgaben zu einer Mindestbesetzung mit Pflegefachkräften in bestimmten Stationen wieder greifen. Diese Mindestausstattung solle gerade in kritischen Bereichen wie der Versorgung Frühgeborener und von Kindern nach einer Herzoperation oder einer Krebsbehandlung wieder gewährleistet sein.

Für eine Krankschreibung wegen einer Erkältung muss in diesem Jahr niemand mehr zum Arzt gehen.
Für eine Krankschreibung wegen einer Erkältung muss in diesem Jahr niemand mehr zum Arzt gehen.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 16. September, 14.30 Uhr: Schutz vor Gesundheitskrisen - Neue EU-Behörde geht an den Start

Die geplante EU-Behörde zur Vorsorge von Gesundheitskrisen wie der Corona-Pandemie soll Anfang 2022 voll einsatzfähig sein. Schon jetzt nimmt die Behörde namens Hera (Health Emergency Preparedness and Response Authority) ihre Arbeit auf, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte.

Sie soll gesundheitliche Notstände in Zukunft verhindern, gefährliche Erreger schneller entdecken sowie zügig und grenzüberschreitend darauf reagieren. Bis 2027 stehen Hera sechs Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt zur Verfügung. Die Behörde bekommt keinen eigenen Sitz, sondern wird innerhalb der EU-Kommission angesiedelt.

"Wir müssen für die nächste Gesundheitskrise bereit sein", sagte die zuständige EU-Kommissarin Stella Kyriakides (65). Es müsse sichergestellt sein, dass die Bürgerinnen und Bürger schnell und effektiv geschützt werden. Zuvor hatte die EU-Kommission bereits vorgeschlagen, die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sowie die Europäische Arzneimittel-Agentur zu stärken. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (62) hatte Hera im Frühjahr angekündigt, nachdem sie teils heftig für die EU-Corona-Impfstoffstrategie kritisiert worden war.

EU-Kommissarin Stella Kyriakides (65)
EU-Kommissarin Stella Kyriakides (65)  © dpa/AP/EPA Pool/Olivier Hoslet

Update, 16. September, 14.15 Uhr: Simbabwe-Regierung warnt: Ohne Corona-Impfung kein Lohn!

Inmitten der Corona-Pandemie streicht die Regierung des südafrikanischen Staates Simbabwe Impfverweigerern unter seinen Staatsbediensteten künftig den Lohn. Der zuständige Leiter des rund 300 000 Mitarbeiter starken öffentlichen Dienstes bestätigte am Donnerstag in einem Rundschreiben entsprechende Ankündigungen von Justizminister Ziyambi Ziyambi. "In Übereinstimmung mit dem Kabinettsbeschluss werden alle Staatsdiener unverzüglich geimpft; nicht geimpften Mitarbeitern wird nicht erlaubt, sich zur Arbeit zu melden", heißt es in dem Schreiben von Jonathan Wutawunashe. Wer nicht geimpft sei, müsse zu Hause bleiben.

Mehrere Gewerkschaften haben Widerspruch gegen die als drakonisch und diskriminierend empfundene Direktive eingelegt und bereits mit gerichtlichen Klagen gedroht. "Während wir unsere Mitglieder und alle Bürger zum Impfen ermuntern, werden wir die Regierung wegen der Zwangsimpfung definitiv verklagen; Arbeiter oder Bürger sollten nicht auf Basis ihres Glaubens und ihrer Werte diskriminiert werden - die Regierung sollte lieber mehr tun für die Verbreitung der Information über die Bedeutung der Impfung", rügte etwa Robson Chere von der Lehrergewerkschaft Amalgamated Rural Teachers’ Union.

Ziyambi hatte im Radiosender ZiFM betont: "Wer Regierungsbediensteter ist - zuständig für den Schutz der anderen und der Menschen, denen er dient - sollte sich impfen lassen; wer seine in der Verfassung verankerten Rechte genießen will, kann ja kündigen".

Bewohner lassen ihre Temperatur messen, bevor sie sich im örtlichen Krankenhaus behandeln lassen.
Bewohner lassen ihre Temperatur messen, bevor sie sich im örtlichen Krankenhaus behandeln lassen.  © dpa/AP/Tsvangirayi Mukwazhi

Update, 16. September, 14 Uhr: 3000 Gesundheitskräfte wegen Impfpflicht in Frankreich suspendiert

Mit Start der Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen in Frankreich sind rund 3000 Angestellte vorläufig suspendiert worden. Sie hätten am Mittwoch noch keine erste Impfung gegen das Coronavirus vorweisen können, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran (41) am Donnerstag. Er gehe aber davon aus, dass die Angestellten, die etwa in Bereichen wie Küche oder Wäscherei arbeiteten, die Impfung schnell nachholten.

"Alle, die mit kranken und schwachen Menschen in Kliniken oder Heimen arbeiten, sind jetzt geimpft", betonte der Minister in einem TV-Interview. Es habe nur wenige Dutzend Kündigungen von Beschäftigten gegeben, die mit der Impfpflicht gar nicht einverstanden seien.

Betroffen von der Impfpflicht in Frankreich sind rund 2,7 Millionen Beschäftigte, überwiegend im Gesundheitssektor, auch aber Feuerwehrleute, Beschäftigte des Zivilschutzes sowie Gendarmen. Wer bislang nur die erste Impfdosis erhalten hat, muss zudem einen negativen Test auf der Arbeit vorlegen, bis er einen vollständigen Impfschutz hat. Ihre Impftermine dürfen die Beschäftigten ausdrücklich in die Arbeitszeit legen, um die Impfung zu erleichtern.

Jede Woche gehen Tausende in mehreren Städten Frankreichs auf die Straßen, um gegen die Impfpflicht zu demonstrieren, wie hier in Marseille.
Jede Woche gehen Tausende in mehreren Städten Frankreichs auf die Straßen, um gegen die Impfpflicht zu demonstrieren, wie hier in Marseille.  © Max Patzig

Update, 16. September, 13.45 Uhr: BioNTech-Booster erhöht Corona-Schutz bei Senioren deutlich

Eine Corona-Auffrischungsimpfung bei Menschen über 60 Jahren erhöht die Schutzwirkung des BioNTech-Mittels einer Studie zufolge beträchtlich. So habe es bei zweifach Geimpften in Israel mehr als 10 Mal so viele nachgewiesene Infektionen und knapp 20 Mal mehr schwere Erkrankungen gegeben als bei 3-fach-Geimpften, schreiben israelische Forscher im "New England Journal of Medicine". Ein deutscher Experte zeigte sich beeindruckt vom Effekt der Booster-Impfung.

Israel wird trotz sehr hoher Impfquoten derzeit von einer schweren Corona-Welle geplagt. Die israelischen Forscher gehen davon aus, dass die ansteckendere Delta-Variante und der nachlassende Immunschutz sechs Monate nach einer zweiten Dosis dazu führen, dass die Wirksamkeit bezüglich einer Infektion auf 50 Prozent fällt - mit dem Booster werde die Wirksamkeit auf 95 Prozent gesteigert. Das sei vergleichbar mit dem Impfschutz, der anfangs gegen die Alpha-Variante berichtet wurde.

Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, überraschen die Ergebnisse der Untersuchung nicht. Es sei bereits bekannt gewesen, dass die Antikörperspiegel nach einer dritten Dosis etwa 10 Mal höher sind als nach nur zwei Spritzen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Studie zeige aber nun, dass sich das "in eine sehr sehr ordentliche Schutzwirkung übersetzt". Der Schutz vor Infektion und Erkrankung sei bei den drei Mal Geimpften "deutlich besser".

Dass eine dritte Dosis den Immunschutz deutlich verbessert, heißt nicht unbedingt, dass sie auch nötig ist. Schließlich schützen auch zwei Dosen laut Robert Koch-Institut insbesondere Jüngere sehr wirksam vor Hospitalisierung. Watzl empfiehlt den Booster deshalb nicht für jüngere Menschen, aber für alle Über-80-Jährigen und für Über-60-Jährige mit Vorerkrankungen. Bei diesen Gruppen nehme die Schutzwirkung eher mit der Zeit ab, zudem seien sie besonders anfällig für schwere Verläufe.

Spritzen mit dem BioNTech-Impfstoff liegen bereit.
Spritzen mit dem BioNTech-Impfstoff liegen bereit.  © dpa/Bodo Schackow

Update, 16. September, 13.35 Uhr: 83 Infizierte nach 2G-Party - Bisher keine Verstöße bei Impfnachweis

Nach einer Clubparty nur für Geimpfte und Genesene in Münster ist die Zahl der mit Corona infizierten Besucher auf 83 gestiegen. Bis Donnerstag seien 59 Impfnachweise eingereicht und überprüft worden, teilte die Stadt mit. "Bisher ist kein Verstoß bei den Impfnachweisen festgestellt worden."

Insgesamt hatten am 3. September rund 380 Menschen an der Partynacht teilgenommen. Für den Zutritt galt die sogenannte 2G-Regel, das heißt, nur Geimpfte oder Genesene wurden reingelassen.

Die Betroffenen zeigten weiterhin nur milde oder gar keine Symptome, teilte die Stadt weiter mit. Bereits am Dienstag hieß es, dass die meisten infizierten Gäste aus Münster kommen, die übrigen Personen in der erweiterten Region wohnen. Auch ein Mitarbeiter des Clubs sei infiziert.

Update, 16. September, 12.45 Uhr: Spürhunde sollen bei Konzerten Corona-Infektionen riechen

Erstmals in Deutschland sollen Corona-Spürhunde im Praxiseinsatz eine Konzertreihe für ein Forschungsprojekt in Hannover sicherer machen. Ziel sei, "Gefährdungspotenziale herunterzudampfen" - und herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option sei, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (50) am Donnerstag.

"Es gibt weltweit Interesse an dem Projekt", betonte der CDU-Politiker. Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, sprach von weltweit 26 Studien, die alle ergeben hätten, dass Hunde Corona-Infektionen erschnüffeln könnten.

Die vierteilige Konzertreihe startet am Sonntag mit Fury in the Slaughterhouse auf der Gilde-Parkbühne in Hannover - gesichert von Corona-Spürhunden. Sie wird fortgesetzt mit Rea Garvey, einer Rave-Party und Sarah Connor und ist Teil des Projekts "Back to Culture" von Tierärztlicher Hochschule Hannover, Hannover Concerts und ProEvent Hannover, das vom Ministerium mit 1,3 Millionen Euro gefördert wird.

Jeder Besucher gebe eine Schweißprobe aus der Armbeuge für die Hunde ab, parallel würden Antigen-Schnelltests und PCR-Tests für jeden Besucher gemacht, erklärte Volk. Beim ersten Konzert mit 500 Besuchern sollten fünf bis sechs Hunde im Einsatz sein.

Der Cocker Spaniel Joe schnüffelt in der Tierärztlichen Hochschule Hannover an einer Trainingsmaschine für Corona-Spürhunde.
Der Cocker Spaniel Joe schnüffelt in der Tierärztlichen Hochschule Hannover an einer Trainingsmaschine für Corona-Spürhunde.  © dpa/Ole Spata

Update, 16. September, 12.40 Uhr: Kassenärzte empfehlen Impfungen gegen Grippe und Corona

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KSVA) hat zur Impfung gegen Grippe aufgerufen. "Wer bestmöglich geschützt sein möchte, lässt sich gegen Corona und gegen Grippe impfen", erklärte KSVA-Vorstandsvorsitzender Jörg Böhme am Donnerstag in Magdeburg.

Bislang sei das Jahr 2021 vom Impfen gegen Corona geprägt gewesen. Mit Blick auf den bevorstehenden Herbst und Winter rate die KSVA dringend, auch an die Grippe-Schutzimpfung zu denken. Eine Infektion mit Influenzaviren könne in besonders schweren Verläufen sogar bis zum Tod führen – wie auch eine Corona-Infektion.

Eine Grippe-Schutzimpfung sei besonders wichtig für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, chronisch Kranke und Personen in Einrichtungen mit starkem Publikumsverkehr. In den letzten Jahren ist es laut KSVA insbesondere bei den über 60-Jährigen gelungen, die Impfquote zu steigern. So seien in der Grippesaison 2020/2021 insgesamt etwa 63 Prozent der über 60-jährigen gesetzlich Krankenversicherten in Arztpraxen geimpft worden. Vor fünf Jahren seien es erst rund 55 Prozent gewesen.

Eine Ärztin impft eine Person mit dem Arzneimittel Influsplit Tetra gegen Grippe.
Eine Ärztin impft eine Person mit dem Arzneimittel Influsplit Tetra gegen Grippe.  © dpa/Marcus Brandt

Update, 16. September, 11.45 Uhr: YouTube sperrt Videokanal von rumänischem Senat

Wegen Äußerungen der rumänischen Senatorin und Corona-Leugnerin Diana Sosoaca (45) hat das Portal YouTube vorübergehend den offiziellen Videokanal des rumänischen Senats gesperrt. Das berichtete die rumänische Internet-Zeitung g4media.ro am Donnerstag unter Berufung auf die Senatspräsidentin Anca Dragu (49).

Sosoaca wirbt seit Ausbruch der Corona-Pandemie kontinuierlich im Plenum der oberen Parlamentskammer (Senat) und bei anderen öffentlichen Auftritten gegen das Tragen von Mund-Nasen-Schutz und gegen Corona-Impfungen. Vor wenigen Tagen blockierte Sosoaca zusammen mit Anhängern die Aktivität eines Impfzentrums im nordostrumänischen Dorf Rachiteni. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft.

YouTube habe den Senat in Bukarest schon Anfang des Jahres darauf aufmerksam gemacht, dass Äußerungen von Sosoaca gegen Richtlinien des Unternehmens verstoßen, sagte die Senatspräsidentin Dragu weiter. Man habe aber keine Möglichkeit, Äußerungen von Senatoren zu zensieren. Nun wollen die IT-Techniker versuchen, die Senatsvideos über einen anderen Kanal zu verbreiten.

Sosoaca, von Beruf Rechtsanwältin, wurde im Dezember 2020 auf der Liste der neuen, extrem rechten Partei AUR ins Parlament gewählt. Vorher hatte sie sich als Strafverteidigerin des als Corona-Leugner bekannten orthodoxen Erzbischofs von Constanta, Teodosie Petrescu (65), einen Namen gemacht. Inzwischen wurde die 45-Jährige von AUR ausgeschlossen, weil sie oft ohne Absprache mit der Parteileitung agiert hatte.

Update, 16. September, 11.30 Uhr: Gut 52 Millionen Menschen vollständig gegen Corona geimpft

Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiter voran. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nun 52,1 Millionen Menschen oder 62,7 Prozent aller Einwohner, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Donnerstag hervorgeht.

Mindestens eine erste Impfung bekommen haben inzwischen 55,6 Millionen Menschen oder 66,9 Prozent der Bevölkerung.

Minister Jens Spahn (41, CDU) rief erneut dazu auf, Impfgelegenheiten wahrzunehmen. "Die Impfung verhindert schon jetzt viel Leid und Krankheit", schrieb er bei Twitter. Aber auf den Intensivstationen lägen quasi nur Ungeimpfte. "Das wäre nicht nötig. Impfen schützt jetzt!"

Update, 16. September, 10.55 Uhr: Pandemie macht Onlineshopping häuslicher

Die Corona-Pandemie beeinflusst deutlich die Art der Waren, die Kundinnen und Kunden online einkaufen. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschers "Heute und Morgen" im Auftrag des IT-Dienstleisters Adesso hervor.

So seien die Online-Lebensmittelkäufe der Befragten im Vergleich zur Zeit vor Corona um 46 Prozent angestiegen. Bei den Kategorien Drogerie-, Kosmetik- und Hygiene-Artikeln sowie Haushalts-, Garten- und Baumarkt-Waren liege der Zuwachs bei jeweils 39 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) gab auch an, innerhalb der letzten drei Monaten bei Haushalts-, Garten- und Baumarkt-Waren einen "Click & Collect"-Service genutzt zu haben, also die Möglichkeit, etwas online zu bestellen und dann im Geschäft abzuholen.

Mit einem "Click & Collect"-Schild wirbt ein Modegeschäft für die Abholung bestellter Ware.
Mit einem "Click & Collect"-Schild wirbt ein Modegeschäft für die Abholung bestellter Ware.  © dpa/Friso Gentsch

Update, 16. September, 8.40 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in Schlachthof steigt auf 112

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Beschäftigten eines Schlachthofs in Georgsmarienhütte (Niedersachsen) ist auf 112 gestiegen. Das teilte der Betreiber Steinemann Holding am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. 27 Infizierte leben demnach im Landkreis Osnabrück, 85 im benachbarten Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen. Dort werden den überwiegend aus Osteuropa stammenden Beschäftigten Unterkünfte und Wohnungen gestellt.

Der erste Fall war dem Unternehmen zufolge bei den täglichen Tests im Betrieb aufgefallen. Es handelte sich um einen Reiserückkehrer. Dieser Mitarbeiter lebe im Kreis Steinfurt. Der Landkreis Osnabrück hatte dann PCR-Tests für alle rund 300 Beschäftigte angeordnet.

Die Ansteckungen danach seien nicht im Schlachthof, sondern offenbar bei privaten Treffen passiert, bevor die Quarantäne angeordnet war, sagte Geschäftsführer Andreas Steinemann. Der Schlachthof bleibt vorübergehend geschlossen, voraussichtlich bis Ende September.

Kühe stehen in Georgsmarienhütte auf einer Weide.
Kühe stehen in Georgsmarienhütte auf einer Weide.  © dpa/Friso Gentsch

Update, 16. September, 8 Uhr: Lukas Podolski nach Corona-Quarantäne geschwächt

Lukas Podolski (36) fühlt sich nach überstandener Corona-Infektion noch nicht wieder in bester Verfassung. Durch die Quarantäne zu Hause sei er geschwächt, sagte der Fußball-Weltmeister von 2014 dem Kicker. "Ich konnte da relativ wenig trainieren. Deshalb werde ich erst nach der nächsten Länderspielpause wieder bei 100 Prozent sein", fügte der Torjäger hinzu.

Podolski spielt derzeit in der polnischen Liga für Gornik Zabrze, kam aber wegen seiner im August festgestellten Infektion mit dem Coronavirus bisher nur zweimal für seinen neuen Club zum Einsatz.

Auf seinen Start als TV-Experte für die RTL-Gruppe bei Spielen der Europa League und Conference League hat sich der 36-Jährige nach eigenen Worten "nicht großartig vorbereitet". Er sei "nach Tausenden von Interviews" auch nicht mehr nervös vor der Kamera. "Die Praxis ist, wie im Leben sonst auch, die beste Schule", sagte Podolski. Er wolle möglichst die Standardfragen von Reportern vermeiden. "Für mich kommt es auf das Spiel an. Man sollte Fragen nicht vorher planen", sagte der Ex-Nationalspieler.

Lukas Podolski (38), ehemaliger deutscher Fußball-Nationalspieler.
Lukas Podolski (38), ehemaliger deutscher Fußball-Nationalspieler.  © dpa/PAP/Andrzej Grygiel

Update, 16. September, 6.50 Uhr: 20 Prozent sind gegen Privilegien für Geimpfte und Genesene

20 Prozent der Deutschen sind nach einer neuen Umfrage gegen Privilegien für Geimpfte und von Corona Genesenen. Sie finden es nicht gut, wenn immunisierte Menschen von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen befreit werden und ihre alten Freiheiten in Restaurants und Hotels, Sport- und Kultureinrichtungen zurückerhalten. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Hamburger Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (OIZ).

Demnach sind besonders Jüngere und Singles gegen eine Besserstellung Geimpfter und Genesener. In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen betrug die Ablehnung 25 Prozent, bei den Singles im Alter von 25 bis 49 Jahren sogar 28 Prozent. Unter Familien mit Jugendlichen und Landbewohnern ist die Ablehnung mit 15 beziehungsweise 14 Prozent dagegen deutlich niedriger.

Nach Ansicht des Zukunftsforschers Horst Opaschowski (80) kann davon ausgegangen werden, dass sich viele Ungeimpfte und Impfgegner weiterhin gegen ihre Freiheitsbeschränkungen wehren werden. "Vielleicht verbergen sich hinter der stabilen 20-Prozent-Ablehnungsquote viele politisch Unzufriedene, die sich als Verlierer der Krise fühlen und Anlass zu sozialen Konflikten und Spannungen in der Gesellschaft geben", vermutet Opaschowski. "Das Ausgeschlossensein von der Teilnahme an Sport-, Kultur- und Eventveranstaltungen empfinden viele wie einen verordneten Hausarrest."

Wenn es nach 20 Prozent der Befragten geht, sollten Geimpfte nicht bessergestellt werden.
Wenn es nach 20 Prozent der Befragten geht, sollten Geimpfte nicht bessergestellt werden.  © dpa/Daniel Reinhardt

Update, 16. September, 6.20 Uhr: RKI registriert 12.925 Corona-Neuinfektionen

Beim Infektionsgeschehen in Deutschland gibt es derzeit kaum Dynamik. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Donnerstagmorgen bei 76,3. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 77,9 gelegen, vor einer Woche bei 83,5.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.925 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.23 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 15.431 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 68 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 50 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.114.856 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 1,88 an (Dienstag: 1,86). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.863.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.837.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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