Coronavirus: Krise vermiest Bilanz der Dax-Konzerne

Deutschland/Welt - Nachdem die Infektionszahlen in Zusammenhang mit einer Erkrankung am neuartigen Coronavirus lange Zeit rückläufig waren, steigen sie nun wieder schneller an. Schutzmaßnahmen wurden deshalb in der jüngsten Vergangenheit nur verhalten gelockert. Nun steht eine erneute Verschärfung im Raum.

Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.
Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.  © Clara Margais/dpa

Zumindest Abstand halten und Maske tragen wird wohl deshalb noch für einige Zeit auf der Tagesordnung stehen.

In Deutschland wurden mittlerweile 221.044 Infektionen bestätigt. 9217 Corona-Patienten starben an der Infektion, 199.471 gelten mittlerweile als genesen (Stand 13. August, 12 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 5,19 Millionen Infizierte und 166.027 Tote wurden bereits erfasst (Stand 13. August, 12 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 20,6 Millionen bestätigte Infektionen und 749.656 Todesfälle (Stand 13. August, 12 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 13. August, 14.11 Uhr: Finnische Regierung empfiehlt Tragen von Mundschutz

Die finnische Regierung empfiehlt ihren Bürgern das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Die Masken sollten von den Finnen in öffentlichen Verkehrsmitteln und in anderen Situationen getragen werden, in denen sich enge körperliche Kontakte nicht vermeiden ließen, sagte Ministerpräsidentin Sanna Marin am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Helsinki.

Damit folgt ihre Regierung einer Empfehlung der nationalen Gesundheitsbehörde THL für Finnen im Alter ab 15 Jahren. Zugleich riet Marin ihren Landsleuten in Regionen mit verhältnismäßig hohen Infektionszahlen, aus dem Homeoffice zu arbeiten.

Finnland hat noch immer auf die Einwohnerzahl gerechnet eine der geringsten Neuinfektionsraten Europas. Aber auch im nördlichsten EU-Land nehmen die Infektionszahlen seit einiger Zeit wieder zu. Eine Maskenpflicht besteht in Nordeuropa weitgehend nicht, vielerorts wird aber über entsprechende Maßnahmen und Empfehlungen diskutiert, darunter auch in Dänemark.

Offiziell kann die finnische Regierung ihren Bürgern rein rechtlich keine Maskenpflicht vorschreiben, sondern diese nur strengstens empfehlen.

Helsinki: Sanna Marin, Ministerpräsidentin von Finnland, spricht bei einer Pressekonferenz. Die finnische Regierung hat die aktuelle Lage in der Corona-Krise bewertet und über erforderliche Maßnahmen diskutiert.
Helsinki: Sanna Marin, Ministerpräsidentin von Finnland, spricht bei einer Pressekonferenz. Die finnische Regierung hat die aktuelle Lage in der Corona-Krise bewertet und über erforderliche Maßnahmen diskutiert.  © Roni Rekomaa/Lehtikuva/dpa

Update, 13. August, 14.06 Uhr: Stiftung Patientenschutz - Weitere Hinweise auf schleppende Test-Infos

Hinweise auf schleppende oder ausbleibende Informationen nach Corona-Tests gibt es laut der Deutschen Stiftung Patientenschutz nicht nur aus Bayern. Unsicher sei, "ob nur in Bayern die Rückmeldung der Testergebnisse nicht funktioniert", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

In Bayern waren 900 Urlaubsheimkehrer zunächst nicht über ihre Infektionen informiert worden. Brysch sagte unter Berufung auf Beratungsgespräche seiner Stiftung: "Es gibt aus dem Bundesgebiet vereinzelt Hinweise, dass Resultate von Grenzübergängen, Flughäfen und Bahnhöfen gar nicht oder nur schleppend übermittelt werden." Er forderte die Länder zur Information darüber auf, "ob bei ihnen das Testverfahren für Reiserückkehrer reibungslos umgesetzt wird".

Die Hamburger Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) erinnerte an die Quarantänepflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Dass es manchmal mehrere Tage bis zum Vorliegen eines Ergebnisses dauere, sei nicht abwendbar, sagte sie am Donnerstag.

"Wir wollen ja auch, dass die Ergebnisse richtig sind und den richtigen erreichen." Deswegen könne es dauern. Ebenso sei wichtig: "Die Quarantäne ist nicht aufgehoben mit dem Test, sondern die Quarantäne ist aufgehoben mit Zustellung des negativen Testergebnisses. Völlig egal, wie lang es dauert."

Update, 13. August, 14 Uhr: China findet Coronavirus-Spuren auf brasilianischen Chicken-Wings

Behörden in China haben eigenen Angaben zufolge Spuren des Coronavirus auf importierten Chicken-Wings aus Brasilien und anderen Waren entdeckt. Eine Probe von der Oberfläche der Hühnerflügel sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte die südchinesische Stadt Shenzhen mit. Es seien Coronatests für alle Menschen organisiert worden, die möglicherweise den Produkten ausgesetzt waren. Alle Tests seien dabei jedoch negativ ausgefallen. Spuren von Coronaviren müssen nicht zwangsläufig infektiös sein.

China hat in den vergangenen Monaten damit begonnen, Einfuhren von Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten zu testen, die in wichtigen Häfen des Landes ankommen. So wurden nach Behörden-Angaben kürzlich auch Spuren des Virus auf importierten Meeresfrüchten in der nordostchinesischen Stadt Dalian entdeckt.

Bei einem Corona-Ausbruch in der Hauptstadt Peking hieß es im Juni, das Virus sei auf einem Schneidebrett für importierten Lachs entdeckt worden. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC gibt es kein oder nur ein sehr geringes Risiko, dass das neue Coronavirus über Nahrungsmittel übertragen wird.

Update, 13. August, 13.37 Uhr: Bahnfahrer aus Risikogebieten sollen Online-Formular ausfüllen

Bahnreisende aus Risikogebieten sollen ihre Daten bei der Fahrt mit der Deutschen Bahn in Online-Formulare eintragen. Diese stehen von nun an auf der Internetseite des bundeseigenen Konzerns zur Verfügung, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte. Darin müssen die Kunden ihre Zugdaten, die persönliche Adresse sowie Ziele und Aufenthaltsorte in Deutschland angeben. Auch mögliche Covid-19-Krankheitssymptome sollen in dem Formular angegeben werden.

"Reisende, die mit Zügen der Deutschen Bahn aus Risikogebieten einreisen, werden mit Durchsagen in den Zügen darüber informiert, dass die behördliche Pflicht besteht, Kontaktdaten und Angaben zur Reise zu hinterlegen", hieß es. "Die Daten werden sicher gespeichert und nur auf offizielle Nachfrage den Gesundheitsbehörden zur Verfügung gestellt." Nach einem Monat würden sie gelöscht. Ob die betroffenen Reisenden der Aufforderung nachkommen, werde allerdings nicht kontrolliert.

Das einzige Risikogebiet, aus dem heraus es regionale Bahn-Verbindungen nach Deutschland gibt, ist derzeit Luxemburg. Mit München, Nürnberg und Stuttgart können sich Reisende bislang an drei deutschen Bahnhöfen testen lassen. Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind Tests verpflichtend.

Update, 13. August, 13.24 Uhr: Corona-Krise vermiest Bilanz der Dax-Konzerne - Autobranche schwach

Die Corona-Pandemie hat die Geschäfte der Dax-Konzerne im zweiten Quartal schwer getroffen. Vor allem wegen der Krise der Autobranche fiel der Umsatz der größten Börsenunternehmen insgesamt um 13 Prozent auf 283 Milliarden Euro, wie eine Analyse der Beratungsgesellschaft EY zeigt. Ohne die Übernahme des Energiekonzerns Innogy durch den Versorger Eon und die Fusion von T-Mobile US mit Sprint wären die Erlöse noch stärker gefallen: Dann hätte sich ein Umsatzminus von 17 Prozent ergeben, heißt es in dem Papier von Donnerstag. Bei der Umsatzanalyse wurde die Deutsche Bank nicht berücksichtigt.

Besonders die konjunkturabhängige Autobranche litt unter der Corona-Krise: BMW, Daimler, VW und Continental verzeichneten insgesamt einen Umsatzeinbruch von 32 Prozent. Zwölf Konzerne konnten EY zufolge hingegen ihre Erlöse trotz der Pandemie steigern: Neben Eon und Deutsche Telekom waren das die Deutsche Börse, Munich Re und Vonovia.

"Die Pandemie hat gerade Industrieunternehmen massiv getroffen", sagte Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung. Werkschließungen und der Lockdown in vielen Ländern hätten zu enormen Einbußen geführt.

Noch stärker als die Umsätze fiel der operative Gewinn (Ebit) der Dax-Konzerne: Er sank in Summe um 97 Prozent oder 23,5 Milliarden auf 750 Millionen Euro. In der Studie fehlt der insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard, der keine Zahlen vorlegte. Grund für den Gewinneinbruch war aber nicht nur die Corona-Krise, sondern auch Rechtsstreitigkeiten. Bayer etwa schrieb wegen Rückstellungen im Glyphosatstreit mit US-Klägern im zweiten Quartal Milliardenverluste.

Einen noch geringeren Betriebsgewinn als von April bis Juni hatten die Dax-Konzerne zuletzt im dritten Quartal 2002 ausgewiesen, so EY. Selbst in und nach der weltweiten Finanzkrise ab 2007 erzielten die Konzerne in Summe immer zweistellige Milliardengewinne.

Meyer erwartet indes eine Erholung im Herbst: "Die Stimmung in der Wirtschaft hat sich zuletzt spürbar verbessert, die Auftragseingänge machen Mut, der befürchtete Einbruch auf dem Arbeitsmarkt ist bislang ausgeblieben." Auch hätten die Dax-Konzerne sich für die Krise gerüstet und ihre Liquidität auf 136 Milliarden Euro aufgestockt.

Sindelfingen: Mitarbeiter der Daimler AG tragen in der Produktion der S-Klasse Mundschutz. Die Corona-Pandemie hat die Geschäfte der Dax-Konzerne im zweiten Quartal schwer getroffen.
Sindelfingen: Mitarbeiter der Daimler AG tragen in der Produktion der S-Klasse Mundschutz. Die Corona-Pandemie hat die Geschäfte der Dax-Konzerne im zweiten Quartal schwer getroffen.  © Marijan Murat/dpa

Update, 13. August, 13 Uhr: Trotz Corona - Elektronikhändler Ceconomy sieht sich wieder auf Kurs

Der Elektronikhändler Ceconomy sieht sich mit den Ketten Media Markt und Saturn trotz der Herausforderungen durch die Corona-Krise wieder auf Kurs. "Nach dem Ende der Marktschließungen haben wir im Mai schnell wieder Fuß gefasst", sagte Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann am Donnerstag bei der Präsentation der Quartalszahlen in Düsseldorf. Dennoch will der Elektronikhändler drei Filialen in Deutschland aufgeben. Welche Filialen geschlossen werden sollen, sagte Düttmann nicht.

Wesentlichen Anteil an der schnellen Erholung der Umsätze habe der Erfolg des Online-Geschäfts, das im dritten Geschäftsquartal von April bis Juni bereits mehr als ein Drittel zum Gesamtumsatz beigetragen habe. Für das Gesamtjahr rechnet der Elektronikhändler trotz der Ladenschließungen im April nun nur noch mit einem leichten Rückgang des währungsbereinigten Umsatzes.

Im dritten Quartal ging der Umsatz um 10 Prozent auf rund 4,1 Milliarden Euro zurück. Ausschlaggebend dafür waren die staatlich angeordneten Ladenschließungen im April. Danach fassten Media Markt und Saturn aber schnell wieder Tritt. Im Mai lagen die Umsätze bereits wieder um 3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Juni übertrafen die Verkaufszahlen den Vorjahreswert sogar um 12 Prozent.

Auch im Juli setzte sich der positive Trend fort. Dabei profitierte der Konzern nach eigenen Angaben sowohl von der Mehrwertsteuersenkung in Deutschland, als auch von der anhaltend starken Nachfrage nach Home-Office-, Home-Schooling- und Home-Entertainment-Produkten.

Wichtigster Wachstumsträger war das Online-Geschäft, das im dritten Quartal um rund 143 Prozent wuchs. Damit stiegen die Online-Umsätze auf 1,4 Milliarden Euro. Ihr Anteil am Gesamtumsatz erreichte 35,2 Prozent.

Trotz der raschen Erholung musste Ceconomy für das dritte Quartal einen Verlust von 104 Millionen Euro ausweisen. Das Minus fiel damit mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Bereits am Mittwoch hatte der Ceconomy-Aufsichtsrat deshalb einem Plan zur Neuausrichtung des Elektronikhändlers zugestimmt, mit dem die Strukturen des Konzerns vereinfacht und bis zu 3500 Stellen abgebaut werden sollen.

Außerdem will Ceconomy in einem ersten Schritt zunächst 14 defizitäre Märkte schließen, darunter die drei Geschäfte in Deutschland.

Ingolstadt: Ein Schild mit den Schriftzügen von Media Markt und Saturn, aufgenommen vor der Firmenzentrale der MediaMarktSaturn-Gruppe.
Ingolstadt: Ein Schild mit den Schriftzügen von Media Markt und Saturn, aufgenommen vor der Firmenzentrale der MediaMarktSaturn-Gruppe.  © Armin Weigel/dpa

Update, 13. August, 12.13 Uhr: Linke kritisiert Söder nach Test-Panne in Bayern

Linke-Chefin Katja Kipping hat Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) nach der Corona-Test-Panne im Freistaat scharf kritisiert. "Söder entlarvt sich als Scheinriese im Krisenmanagement", sagte Kipping laut einer Mitteilung ihrer Partei am Donnerstag.

"So wichtig die breite Verfügbarkeit kostenloser Corona-Tests ist, so wichtig ist eben auch der sorgfältige Umgang mit den Ergebnissen." Die verantwortungsbewusste Verwaltung der Testdaten und die schnelle Information der Getesteten erfordere die gleiche Aufmerksamkeit wie der Aufbau der Testzentren.

Wegen des verspäteten Versendens von Testergebnissen wussten bis Mittwochabend 900 bei der Rückkehr aus dem Auslandsurlaub positiv getestete Bürger aus mutmaßlich mehreren Bundesländern nichts von ihren Infektionen und konnten dementsprechend andere Menschen anstecken. Insgesamt warteten 44.000 Reiserückkehrer nach freiwilligen Tests an Autobahnraststätten und Hauptbahnhöfen auf Ergebnisse.

Katja Kipping setzt sich zu einer Pressekonferenz im Hof ihrer Parteizentrale eine Mund-Nasenschutzmaske auf.
Katja Kipping setzt sich zu einer Pressekonferenz im Hof ihrer Parteizentrale eine Mund-Nasenschutzmaske auf.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 13. August, 12.08 Uhr: "We kick Corona" von Goretzka und Kimmich spendet an Auschwitz

Die deutschen Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka und Joshua Kimmich unterstützen mit ihrer Hilfsaktion "We kick Corona" auch die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau in Polen. Wie die Initiative am Donnerstag berichtete, soll eine Spende von 75.000 Euro in die dortige Bildungsarbeit fließen.

Wegen der Corona-Pandemie hatte die Gedenkstätte ab März lange geschlossen. Dadurch fehlen der Einrichtung Einnahmen. Das nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im damals von Deutschland besetzten Polen gilt weltweit als Symbol für den Holocaust.

"Auschwitz ist Teil unserer Geschichte und dessen Erinnerung 75 Jahre nach dem Kriegsende allgegenwärtig. Wir sind alle gefordert, dass sich eines der dunkelsten Kapitel der Menschheit nicht wiederholt. Mit WeKickCorona beizutragen, dass die Erinnerungskultur auch in der Corona-Pandemie hochgehalten wird, ist uns eine Herzensangelegenheit", schrieben Goretzka und Kimmich, die aktuell mit dem FC Bayern am Finalturnier der Champions League in Lissabon teilnehmen.

Die beiden 25 Jahre alten Nationalspieler hatten "We kick Corona" im März gegründet und selbst einen Startbetrag von einer Million Euro gespendet.

Update, 13. August, 12.05 Uhr: Migrant im Camp von Chios positiv auf Coronavirus getestet

Erstmals seit Ausbruch der Pandemie ist ein Migrant in einem Camp auf den Inseln im Osten der griechischen Ägäis positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es handelt sich um einen 35-jährigen Mann aus Jemen, der im Camp der Insel Chios (Camp Vial) lebt, wie die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA am Donnerstag berichtete.

Er sei im Krankenhaus der Insel isoliert worden. Die Gesundheitsbehörden prüften alle Kontakte des Mannes. Im Lager von Vial auf Chios leben rund 3900 Menschen.

Update, 13. August, 11.52 Uhr: Bayerische SPD - Gesundheitsministerin Huml soll zurücktreten

Die bayerische SPD fordert wegen der Corona-Testpanne im Freistaat den Rücktritt von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). "Frau Huml muss zurücktreten und Herr Söder muss sich erklären", sagte Generalsekretär Uli Grötsch am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. "Er muss Buße tun, weil er als Ministerpräsident seiner Verantwortung schlichtweg nicht gerecht geworden ist und mit der Gesundheit der Menschen in Bayern gespielt hat."

Wegen des verspäteten Versendens der bayerischen Corona-Testergebnisse wussten bis Mittwochabend 900 bei der Rückkehr aus dem Urlaub positiv getestete Bürger aus mutmaßlich mehreren Bundesländern nichts von ihren Infektionen und konnten dementsprechend andere Menschen anstecken. Insgesamt warteten 44.000 Reiserückkehrer nach den freiwilligen Tests an Autobahnraststätten und Hauptbahnhöfen auf die Ergebnisse. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine Krisensitzung in der Münchner Staatskanzlei anberaumt.

Das sei "die größte Verfehlung, die im ganzen Thema Corona-Pandemie in ganz Deutschland jemals passiert ist", sagte Grötsch weiter. Bayern ist allerdings das einzige Bundesland, das überhaupt freiwillige Corona-Tests für Urlaubsheimkehrer anbietet. An den Grenzen aller anderen Bundesländer wird gar nicht getestet.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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