Coronavirus: Lockerungen? Jens Spahn spricht von "Balance"

Deutschland/Welt - In Deutschland ist die bundesweite Corona-Inzidenz im Sinkflug. Doch macht die Delta-Mutante alles wieder kaputt? Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

90.390 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 8,8 (Vortag: 9,3).

Das Delta-Gespenst geht um: Kommt Corona mit voller Wucht zurück?
Coronavirus Das Delta-Gespenst geht um: Kommt Corona mit voller Wucht zurück?

Weltweit gibt es rund 178 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 3,8 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 20. Juni, 7.50 Uhr).

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Update, 20. Juni, 19.45 Uhr: Armin Laschet und Markus Söder gegen Steuererhöhungen

Zum Auftakt der zweitägigen Klausur der Unionsspitzen in Berlin haben CDU-Chef Armin Laschet (60) und CSU-Chef Markus Söder(54) für die Bundestagswahl Geschlossenheit demonstriert.

"Unser Anspruch ist es, ein gemeinsames Programm zu machen", sagte Unions-Kanzlerkandidat Laschet am Sonntagabend vor Beginn der Sitzung der Präsidien von CDU und CSU in Berlin.

Beide Parteichefs betonten, dass sie Steuererhöhungen ablehnten, nach der Pandemie werde es aber auch keine flächendeckenden Steuersenkungen geben, da auch der Staat auf die Einnahmen angewiesen bleibe.

Update, 20. Juni, 19.15 Uhr: Kultusminister-Chefin dafür, sich nicht zu früh auf Maßnahmen festzulegen

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (60, SPD), hat sich gegen frühzeitige Festlegungen auf weitere Einschränkungen des Regelunterrichts in den Schulen nach den Sommerferien ausgesprochen.

"Die KMK hat für Präsenzunterricht plädiert, und das sollte nicht vorzeitig in Frage gestellt werden", sagte sie dem Tagesspiegel.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) hatte am Samstag gesagt, dass Corona-Maßnahmen in den Schulen noch längere Zeit aufrechterhalten werden müssten. Im Herbst und Winter würden trotz derzeit sehr niedriger Inzidenzen voraussichtlich nach wie vor Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht notwendig sein.

Update, 20. Juni, 19 Uhr: Jens Spahn spricht über Lockerungen

Nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) geht es in der derzeitigen Pandemie-Phase auch mit Blick auf die Delta-Variante darum, die richtige Balance zu finden.

"Wir können jetzt lockern", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Die Stimmung dürfe aber nicht zu Übermut führen. "Also: Zuversicht für den Sommer, aber eben auch Vorsicht vor allem dann auch Richtung Herbst und Winter." Mit Blick auf Kinder und Jugendliche sagte Spahn: "Unser Ziel sollte sein, so viel Normalität wie möglich nach den Ferien auch für die Schulen, aber eben auch so viel Sicherheit wie möglich."

Eine Möglichkeit dabei seien Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren. "Wir können bis Ende August, jedem über 12-Jährigen, der geimpft werden will, mindestens die erste Impfung angeboten haben."

Für alle Nicht-Geimpften brauche es auch weiterhin mindestens regelmäßiges Testen.

Nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) geht es darum, die richtige Balance zu finden.
Nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) geht es darum, die richtige Balance zu finden.  © Carsten Koall/dpa

Update, 20. Juni, 18.38 Uhr: Berliner Bootsdemo für Partys und Clubs

Auf Booten und mit lauter Musik haben Mitglieder der Berliner Party- und Clubszene am Sonntag für mehr Freiheit beim Feiern demonstriert. "Vermeidet Kulturalschaden" und "Kultur, Du Opfer", stand auf Transparenten.

Mit mehreren Booten zogen sie über den Landwehrkanal. An den Ufern tanzten Schaulustige mit. Für den Abend war eine "Abschlusstanzkundgebung" am Treptower Park geplant.

Die Veranstalter kritisieren, dass Sport im Freien in Gruppen und ohne Abstand möglich sei, Tanzen werde aber auch künftig strenger reglementiert. Seit Freitag kann in den Berliner Clubs draußen wieder getanzt werden.

Die Besucher müssen negative Tests vorweisen und zum Teil Masken tragen.

Auf Booten und mit Musik haben Mitglieder der Berliner Party- und Clubszene für mehr Freiheit beim Feiern demonstriert.
Auf Booten und mit Musik haben Mitglieder der Berliner Party- und Clubszene für mehr Freiheit beim Feiern demonstriert.  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 20. Juni, 17.55 Uhr: Mehr als zehn Millionen Corona-Impfungen in Bayern

In Bayern sind nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) inzwischen mehr als zehn Millionen Impfungen gegen das Corona-Virus verabreicht worden.

"Heute ist in Bayern die Grenze von 10 Millionen Corona-Impfungen überschritten", twitterte Söder am Sonntag. "Aber wir müssen noch besser und schneller werden. Jede Impfdose muss sofort verimpft werden. Denn wir sind in einem Wettlauf mit der Zeit gegen die Delta-Variante."

Update, 20. Juni, 17.50 Uhr: Inselbewohner in Brasilien für Studie gegen Covid-19 geimpft

In einem Modellprojekt sind Bewohner der Ilha de Paquetá in Brasilien gegen das Coronavirus geimpft worden. Ziel der Aktion am Sonntag war es, alle 3530 Erwachsenen der Insel in der Guanabara-Bucht bei Rio de Janeiro innerhalb eines Tages zu impfen, wie die brasilianische Nachrichtenplattform G1 berichtete.

Der Feldversuch mit dem Vakzin von AstraZeneca soll Hinweise über die Sicherheit des Impfstoffs liefern und Aufschluss darüber geben, inwiefern die Immunisierung der erwachsenen Bevölkerung auch die nicht geimpften Kinder und Jugendlichen vor eine Infektion schützt, wie der Leiter des Gesundheitsamts von Rio de Janeiro, Daniel Soranz, erklärte.

"Impfen ist immer spannend, vor allem, wenn wir an die Bedeutung der Forschung denken, die den Impfstoff und die Auswirkungen auf die Übertragung bewertet", sagte die Präsidentin der Forschungseinrichtung Fundação Oswaldo Cruz (Fiocruz), Nísia Trindade.

In den kommenden Wochen und Monaten soll zudem beobachtet werden, ob bereits die erste Dosis des Impfstoffs die Übertragung von Fällen in der Region vollständig verhindert oder ob dies erst nach der zweiten Dosis geschieht.

Update, 20. Juni, 17.20 Uhr: Zwei Corona-Neuinfektionen in MV gemeldet - Inzidenz bei 2,2!

In Mecklenburg-Vorpommern sind am Sonntag nur zwei neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden!

Das war eine mehr als am vergangenen Sonntag, wie aus den Daten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) hervorging (Stand: 15.46 Uhr). Die Gesamtzahl der Todesfälle seit Beginn wurde mit unverändert 1148 angegeben. Die Inzidenz blieb bei 2,2 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Vor einer Woche lag dieser Wert den Angaben zufolge landesweit bei 4,8. Mit 6,1 ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Ludwigslust-Parchim derzeit am höchsten.

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen im Nordosten beträgt 44.101. Als genesen gelten rund 42.799 Menschen. Derzeit werden wie am Samstag 24 Corona-Patienten in Kliniken behandelt. Zwölf von ihnen befanden sich auf Intensivstationen, diese Zahl hat sich seit Samstag nicht verändert.

Update, 20. Juni, 15.55 Uhr: Olaf Scholz gegen Steuersenkungen für Unternehmen nach Corona-Krise

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63) hat sich strikt gegen Steuersenkungen für Unternehmen ausgesprochen.

Beim Zukunftscamp der SPD warf der Bundesfinanzminister der Unionsführung am Sonntag einen "absurden Einfall" vor zu sagen, "diese Leute brauchen jetzt erst noch einmal eine Steuersenkung - die ganz viel verdienen, die große Gewinne machen - weil das sei wichtig für die Zukunft". Er sprach von einem Fehler und sagte weiter: "Wir haben merkwürdige Konservative weit hinter der Zeit und als ob sie die Krise nicht verstanden haben."

Scholz wies darauf hin, dass in der Krise 400 Milliarden Euro Schulden aufgenommen und Unternehmen mit hohen Milliardenbeträgen unterstützt worden seien und die Bundesregierung bereits in der Größenordnung von über 100 Milliarden Steuererleichterungen möglich gemacht habe. "Und wir brauchen natürlich auch eine globale Mindestbesteuerung für Unternehmen", sagte Scholz zudem. "Das ist eine Voraussetzung dafür, dass unser Wirtschaftsmodell überhaupt funktioniert."

Er sei sehr froh, dass es unter den klassischen Industrienationen inzwischen eine Verständigung darüber gebe.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63) hat sich strikt gegen Steuersenkungen für Unternehmen ausgesprochen.
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63) hat sich strikt gegen Steuersenkungen für Unternehmen ausgesprochen.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 20. Juni, 14.43 Uhr: Delta-Variante macht in Lissabon mehr als 60 Prozent aller Fälle aus

In der am Wochenende abgeriegelten portugiesischen Hauptstadt Lissabon sind bereits mehr als 60 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen auf die Delta-Variante des Virus zurückzuführen.

Das sei das vorläufige Ergebnis der bisher im Juni durchgeführten Sequenzierungen positiver Corona-Proben, berichteten die Zeitung Público und andere Medien am Sonntag unter Berufung auf das Nationale Gesundheitsinstitut Insa.

Die Absperrung Lissabons für rund zweieinhalb Tage war wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante angeordnet worden. Seit Freitagnachmittag und bis Montagmorgen dürfen die gut 2,8 Millionen Menschen mit Wohnsitz in Lissabon die "Area Metropolitana" nur aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige dürfen nur in Ausnahmefällen einreisen.

Ob die Absperrung an den nächsten Wochenenden wiederholt wird, soll kurzfristig entschieden werden.

Update, 20. Juni, 14.25 Uhr: Einreisebeschränkungen könnten auch ohne Pandemie-Notlage gelten

Bundesweite Einreisebeschränkungen etwa für Gebiete mit Corona-Mutationen sollen nach dem Willen der Regierungsfraktionen auch nach einem möglichen Ende der "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" vom Bund verfügt werden können.

Über eine entsprechende Änderung des Infektionsschutzgesetzes soll der Bundestag noch in der kommenden Woche abstimmen, wie SPD- und Unionsfraktion am Sonntag bestätigten. Zuvor hatte die Welt am Sonntag berichtet.

Man komme in Deutschland gut bei der Pandemie-Bekämpfung voran, sagte der rechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jan-Marco Luczak (CDU), der dpa. In anderen Teilen der Welt herrsche jedoch eine hohe Infektionsgefahr mit gefährlichen Mutationen.

"Unsere Erfolge bei der Pandemiebekämpfung dürfen nicht durch aus diesen Gebieten zurückkehrende Menschen zunichte gemacht werden." Einreisebeschränkungen und Testpflichten müssten daher auch unabhängig von einer "epidemische Lage von nationaler Tragweite" möglich sein. "Dafür schaffen wir nun die rechtlichen Voraussetzungen."

Einreisebeschränkungen könnten auch ohne Pandemie-Notlage gelten.
Einreisebeschränkungen könnten auch ohne Pandemie-Notlage gelten.  © Alessandro Della Valle/KEYSTONE Pool/dpa

Update, 20. Juni, 12 Uhr: Laith Al-Deen hat in Pandemie an Berufung als Musiker gezweifelt

Der Sänger Laith Al-Deen ("Bilder von dir") hat während der Corona-Pandemie an seiner Berufung als Musiker gezweifelt.

"Aber jetzt bin ich wieder fein mit mir. Ich kriege so eine Sicht auf das, was ich machen möchte", sagte der 49-Jährige in der Sendung "Silvia am Sonntag" des Senders Hit Radio FFH in Bad Vilbel.

Derzeit besuche er nach und nach seine Bandkollegen und entdecke ganz neue Seiten an ihnen, sagte Al-Deen. "Mein Keyboarder macht seinen Bootsschein und weiß jetzt ganz genau, wie man Gartenbeete anlegt."

Titelfoto: Carsten Koall/dpa

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