Coronavirus: Ministerin bezeichnet Corona-Entwicklung als besorgniserregend

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch für eine ganze Weile an der Tagesordnung stehen. Örtlich kommt es derzeit auch wieder zu schärferen Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung.

Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.
Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

In Deutschland wurden mittlerweile 270.029 Infektionen bestätigt. 9384 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion, während 239.595 weitere als genesen gelten (Stand 18. September, 16 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 6,67 Millionen Infizierte und 197.682 Tote wurden bereits erfasst (Stand 18. September, 16 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 30,21 Millionen bestätigte Infektionen und 946.847 Todesfälle (Stand 18. September, 16 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 18. September, 18.35 Uhr: Silvesterfeier am Brandenburger Tor geplant - nur mit Anmeldung

Auch in Zeiten von Corona ist eine Silvesterfeier am Brandenburger Tor geplant. Das Konzept solle an Corona-Auflagen angepasst werden, teilte der Veranstalter, die Silvester in Berlin GmbH, am Freitag mit. Es werde ein Publikum vor Ort geben, aber in diesem Jahr seien es deutlich weniger Menschen als in anderen Jahren - eine Zahl wurde nicht genannt. 

"Die Silvesterfeier am Brandenburger Tor ist für Berliner und Gastberliner nur mit gültiger, vorheriger Anmeldung geöffnet", hieß es. Wann und wo sich Besucher anmelden können, solle noch bekanntgegeben werden. Hunderttausende feierten in den vergangenen Jahren auf der größten Silvesterparty Deutschlands am Brandenburger Tor.

Aktuell sind in Berlin coronabedingt zu öffentlichen Veranstaltungen im Freien allerdings nur bis zu 5000 Menschen erlaubt. Die Feier soll in diesem Jahr, wie auch in den Vorjahren, im Fernsehen übertragen werden, hieß es von den Veranstaltern.

Ein Feuerwerk ist während Deutschlands größter Silvesterparty am Brandenburger Tor zu sehen.
Ein Feuerwerk ist während Deutschlands größter Silvesterparty am Brandenburger Tor zu sehen.  © dpa/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild

Update, 18. September, 18.30 Uhr: EU-Staaten wollen gemeinsame Corona-Daten für Reisebeschränkungen

Die EU-Staaten machen Fortschritte bei den Bemühungen um eine bessere Koordinierung der Corona-Reisebeschränkungen. Wie aus einem Fortschrittsbericht der derzeitigen deutschen EU-Ratspräsidentschaft hervorgeht, gibt es große Unterstützung für den Vorschlag, die EU-Gesundheitsagentur ECDC mit dem Aufbau einer gemeinsamen Datenbasis zum Infektionsgeschehen zu beauftragen. Zudem soll die Öffentlichkeit künftig mindestens 24 Stunden vor dem Inkrafttreten neuer Maßnahmen gewarnt werden.

Gemeinsame Kriterien für die Einführung von Reisebeschränkungen sind allerdings weiter ebenso wenig in Sicht wie einheitliche Regeln für Reisen in Risikogebiete. Die Diskussionen über eine gemeinsame Risikobewertung und mögliche gemeinsame Maßnahmen seien sensibel, heißt es in dem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Mitgliedstaaten hätten ihre allgemeine Bereitschaft zur Zusammenarbeit bekräftigt, aber gleichzeitig die nationale Verantwortung beim Thema öffentliche Gesundheit betont.

Ein Sprecher der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Verlauf der Diskussionen zwischen den Mitgliedstaaten. "Es ist ein gutes Zeichen, das bereits nach kurzer Zeit ein weitgehendes Einverständnis in den Bereichen Datengrundlagen und Kommunikation erreicht werden konnte", sagte er. Die Europaminister könnten bereits am Dienstag den Kurs für die weiteren Arbeiten vorgeben.

Die EU-Kommission hatte jüngst konkrete Kriterien für Reisebeschränkungen vorgeschlagen und auch einheitliche Test- und Quarantänepflichten für Rückkehrer aus Risikogebieten angeregt. Kritiker argumentieren allerdings, dass dabei zum Beispiel nicht die unterschiedliche Leistungsfähigkeit von Gesundheitssystemen berücksichtigt werden würde. Bislang entscheidet jedes Land selbst und nach eigenen Kriterien, welche anderen EU-Länder oder -Regionen es als Risikogebiet einstuft. Das führt zu großen Unterschieden.

Über die EU-Gesundheitsagentur ECDC soll nun auf jeden Fall die Datenbasis für solche Entscheidungen vereinheitlicht werden. Sie könnte den Plänen zufolge wöchentlich die Zahl der neuen Covid-19-Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten 14 Tage, die Zahl der Tests pro 100.000 Einwohner sowie die Zahl der positiven Tests in den Mitgliedstaaten erfassen. Zudem soll die ECDC auch gebeten werden, Daten zur Bevölkerungsgröße, zu Krankenhaus- und Intensivstations-Aufnahmen sowie zu Sterberaten zu sammeln.

Polnische Beamte stehen hinter der Absperrungen am Grenzübergang Ahlbeck - Swinemünde.
Polnische Beamte stehen hinter der Absperrungen am Grenzübergang Ahlbeck - Swinemünde.  © dpa/Jens Büttner/dpa-Zentralbild

Update, 18. September, 17.55 Uhr: Friedrichshain-Kreuzberg: Corona nach Partys bei jungen Erwachsenen

So betroffen ist derzeit kein anderer Berliner Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg zeigt sich wegen gestiegener Corona-Zahlen in Verbindung mit Partys alarmiert. "Die hohen Infektionszahlen in unserem Bezirk sind vielfach auf junge, feiernde Menschen zurückzuführen", erklärte Gesundheitsstadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke) am Freitag. Ansteckungsorte seien "oftmals Clubs, private Feiern und inoffizielle Veranstaltungsorte in Friedrichshain-Kreuzberg", aber auch in anderen Bezirken.

Von Infektionen betroffen ist nach Bezirksangaben vor allem die Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen. Auch Außenbereiche von Clubs spielten bei der Ansteckung eine Rolle, hieß es. "Weitere Schwerpunkte sind private Feiern und illegale Raves in Außenbezirken." Der Bezirk kündigte verstärkte Kontrollen von Veranstaltungsorten an und will bei Polizei und anderen Bezirken diesbezüglich "für eine gemeinsame Schwerpunktsetzung" werben.

Laut dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung von Freitag sind in Friedrichshain-Kreuzberg in den vergangenen sieben Tagen berlinweit die meisten Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl registriert worden, 114 Fälle wurden in dem Zeitraum erfasst.

Update, 18. September, 17.30 Uhr: Sachsens Wirtschaftsminister erhielt sein Corona-Testergebnis

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat kein Corona und kann nach einem Tag im Homeoffice ab sofort wieder Termine persönlich wahrnehmen.

Bei der gesamten Reisegruppe aus Österreich seien die Tests Covid-19 negativ, teilte ein Ministeriumssprecher am Freitag mit. "Das Gesundheitsamt hat die Quarantäne aufgehoben."

Alle Hintergründe dazu findet Ihr hier.

Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen.
Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 18. September, 17.25 Uhr: Nach Corona-Ausbruch: Berliner Pflegeheim geschlossen

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Berlin-Schöneberg mit mehr als 20 Infizierten unter Bewohnern und Mitarbeitern ist die Einrichtung geschlossen worden. Dies sei in Absprache mit der Einrichtungsleitung erfolgt, sagte der zuständige Bezirksstadtrat Oliver Schworck (SPD) am Freitag auf Anfrage. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" (Online) über die Schließung des Heims am Donnerstag berichtet.

Schworck begründete den Schritt mit der Bestrebung, "dem Infektionsgeschehen einen Riegel vorzuschieben" und einem Personalengpass. Nicht nur die infizierten Mitarbeiter fallen aus, auch deren enge Kontaktpersonen stehen unter Quarantäne. Diese Zeit solle nun abgewartet und der Heimbetrieb dann wieder hochgefahren werden, sagte der SPD-Politiker. Dass das Virus über eine unbemerkte Infektion beim Personal eingeschleppt wurde, sei nicht auszuschließen.

Ein Teil der Bewohner war bereits vor einigen Tagen in ein anderes Haus verlegt worden, um die Versorgung sicherzustellen. Wie viele Menschen normalerweise in dem Heim leben war zunächst nicht bekannt. Viele von ihnen sollen dement sein.

Der Ausbruch war vor einer Woche bekannt geworden: 15 Bewohner und sechs Mitarbeiter hätten sich infiziert, hieß es von der Gesundheitsverwaltung. Einige seien in ein Krankenhaus gekommen. In der Zwischenzeit sei die Zahl der positiv Getesteten nur leicht gestiegen, sagte Schworck. Die genaue Zahl lag ihm nicht vor. Der "Tagesspiegel" berichtete von inzwischen 16 infizierten Bewohnern.

Seit Beginn der Pandemie hat es bundesweit etliche Covid-19-Ausbrüche in Pflegeheimen und Todesfälle bei Bewohnern gegeben.

Update, 18. September, 17.20 Uhr: Wegen Corona-Hotspot: Werder Bremen lädt Fans aus Cloppenburg aus

Fußball-Bundesligist Werder Bremen wird etwa 40 Fans aus dem Landkreis Cloppenburg keinen Zutritt zum Auftakt gegen Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gewähren. Weil im Landkreis am Freitag der Wert der neuen Corona-Infektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 61,5 pro 100.000 Einwohner anstieg und damit den Schwellenwert von 50 überschritten hatte, entschieden sich die Hanseaten, den Ticketinhabern am Freitag kurzfristig abzusagen. 

Erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie kann Werder gegen die Berliner 8500 Zuschauer im Weserstadion begrüßen. Diese wurden in einem Losverfahren ermittelt.

"Wir werden alles dafür tun, dass wir hier weitere Heimspiele in Bremen mit Zuschauerinnen und Zuschauern durchführen können und halten diese Maßnahme in diesem Zusammenhang für richtig", wird Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald in einer Clubmitteilung vom Freitag zitiert. "Wir hoffen auf Verständnis für unsere Entscheidung und setzen darauf, dass wir unsere Fans aus dem Landkreis Cloppenburg bald wieder begrüßen dürfen." Im niedersächsischen Landkreis gibt es zahlreiche Bremer Fans.

Auf den Rängen im Wohninvest Weserstadion dürfen erstmals wieder Gäste Platz nehmen.
Auf den Rängen im Wohninvest Weserstadion dürfen erstmals wieder Gäste Platz nehmen.  © dpa/AP Pool/Martin Meissner

Update, 18. September, 17.05 Uhr: Sachsen-Anhalt: Sprung bei Zahl der Corona-Infektionen

Nach einer technischen Panne bei der Übermittlung von Daten in dieser Woche ist die gemeldete Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Sachsen-Anhalt sprunghaft angestiegen. Von Donnerstag auf Freitag seien 40 Neuinfektionen registriert worden, teilte das Sozialministerium mit. Schuld sei eine Panne gewesen: In Halle seien in dieser Woche 27 Fälle angezeigt, aber zunächst nicht übermittelt worden, hieß es.

Insgesamt stieg die Zahl der laborbestätigen Corona-Infektionen damit auf jetzt 2423. Außer aus Halle wurden neue Fälle aus Dessau-Roßlau, dem Altmarkkreis Salzwedel sowie den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld, Harz, Mansfeld-Südharz, dem Saale- und dem Salzlandkreis sowie dem Landkreis Wittenberg gemeldet.

Schätzungen zufolge sind von allen Infizierten bisher 2205 wieder genesen, 353 Betroffene wurden in Krankenhäusern behandelt. 66 Menschen starben an oder mit einer Infektion mit Sars-CoV-2.

Update, 18. September, 17 Uhr: Gästen des Grote-Umtrunks droht kein Bußgeld

Den Gästen des von Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) entgegen geltender Corona-Regeln veranstalteten Umtrunks droht kein Bußgeld. Auch gegen den Wirt der Bar, in der Grote im Juni mit rund 30 Gästen zusammengekommen war, um auf seine Wiederernennung als Innensenator anzustoßen, werde kein Bußgeldverfahren eingeleitet, teilte die Bußgeldstelle am Freitag mit. Zuvor hatte das "Hamburger Abendblatt" darüber berichtet.

Grote selbst musste Anfang August ein Bußgeld in Höhe von 1000 Euro zahlen. Den Umtrunk hatte er zwar als Fehler bezeichnet und sich dafür entschuldigt, bis zuletzt aber einen Regelverstoß bestritten. Die Opposition hatte geschlossen seinen Rücktritt gefordert.

Die Gäste und der Gastwirt hätten angesichts der "Einladung durch den Präses der Innenbehörde, welche für die Durchsetzung und Ahndung der HmbSARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung zuständig ist, darauf vertrauen" können, dass alles im zulässigen Rahmen stattfinde, begründete die Bußgeldstelle ihre Entscheidung, nicht weiter gegen die anderen an dem Treffen Beteiligten vorzugehen.

Andy Grote (SPD), Innen- und Sportsenator in Hamburg, steht bei einem Pressetermin auf der Bühne im Großen Saal der Elbphilharmonie.
Andy Grote (SPD), Innen- und Sportsenator in Hamburg, steht bei einem Pressetermin auf der Bühne im Großen Saal der Elbphilharmonie.  © dpa/Christian Charisius

Update, 18. September, 16.55 Uhr: US-Grenzen zu Mexiko und Kanada bleiben weiter geschlossen

Die weitgehende Schließung der US-Grenzen zu Kanada und Mexiko wegen der Corona-Pandemie wird erneut um einen Monat verlängert. Bis einschließlich 21. Oktober sollen die Grenzen mindestens für den regulären Reiseverkehr geschlossen bleiben, wie aus einem Tweet des amtierenden Heimatschutzministers Chad Wolf am Freitag hervorging. Die Maßnahme soll helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Die zeitweisen Grenzschließungen waren am 21. März in Kraft getreten und seither jeden Monat verlängert worden. Die Grenzen sind aber nicht völlig zu, sondern nur für alle nicht dringlichen Übertritte. Aus Arbeitsgründen und für den Handel sind Grenzübertritte weiter möglich. Es gibt auch weiterhin Flüge zwischen den Ländern.

Autos stehem am Grenzübergang zwischen von Mexicali (Mexiko) und Calexico (USA).
Autos stehem am Grenzübergang zwischen von Mexicali (Mexiko) und Calexico (USA).  © dpa/ZUMA Wire/Mark Holtzman

Update, 18. September, 16.50 Uhr: Kitas und Schulen in München bleiben trotz mehr Infektionen geöffnet

Die Kindergärten und Schulen in München starten in der kommenden Woche trotz der hohen Zahl an Corona-Infektionen in der Landeshauptstadt im normalen Regelbetrieb. "Wir werden das Geschehen an den Schulen natürlich sehr genau im Blick behalten und Schulklassen und Kinderbetreuungseinrichtungen schließen, sollte es dort Infektionen geben. Aber einen Rückgang zum eingeschränkten Blockunterricht halte ich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht für verhältnismäßig", teilte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Freitag mit.

Wenige Stunden zuvor war bekannt geworden, dass München mit 50,70 den Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten hat. Deshalb verlängerte die Stadt die in den ersten zwei Schulwochen bayernweit geltende Maskenpflicht im Unterricht für Schülerinnen und Schüler ab der fünften Jahrgangsstufe. 

Weitere Maßnahmen, etwa eine Verringerung der Personenzahl für private Feiern und eine Verlängerung der Sperrzeit in der Gastronomie, sollen am Montag beraten werden, wenn die Entwicklung des Wochenendes bekannt ist.

Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München.
Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München.  © dpa/Sven Hoppe

Update, 18. September, 16.45 Uhr: Corona-Teststrategie der EU-Kommission: Ergebnis binnen 24 Stunden

Corona-Tests sollten von der ersten Anfrage bis zum Ergebnis aus Sicht der EU-Kommission nicht länger als 24 Stunden dauern, damit Kontakte sinnvoll nachverfolgt werden können. Ihre Empfehlungen für eine gemeinsame Teststrategie legte die Brüsseler Behörde am Freitag den EU-Staaten vor. Auch Deutschland müsste demnach mehr Tempo machen. Nach Angaben der Kommission vergehen hier bis zu 36 Stunden zwischen Test und der Bekanntgabe des Ergebnisses.

Die Bevölkerung solle leichten Zugang zu Teststellen haben, betont die Kommission. Es müsse Priorität sein, alle Fälle von Covid-19-änlichen Symptomen zu testen. Möglichst solle gleichzeitig auf das Coronavirus, Grippe und andere Atemwegsinfekte untersucht werden.

Die Empfehlungen decken sich weitestgehend mit denen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Uneinig sind sich die Institutionen jedoch bei lokalen Ausbrüchen. Das ECDC schrieb in einem ebenfalls am Freitag veröffentlichten Bericht, Länder sollten in diesen Fällen Massentests der gesamten Bevölkerung im betroffenen Gebiet in Erwägung ziehen. Die Kommission warnte, dies könnte deutlich kostspieliger sein, als strengere Gesundheitsregeln einzuführen.

Das ECDC äußerte die Befürchtung, dass wegen der Corona-Pandemie nicht ausreichend Ressourcen für Grippetestungen zur Verfügung stehen könnten. Krankenhauspatienten mit Symptomen einer Atemwegserkrankung sowie Pflegepatienten sollten in der Grippesaison aber stets auf Covid-19 und Influenza getestet werden. Bei anderen Patienten sei zuerst ein Coronatest durchzuführen.

Wie die Kommission fordert auch das Europaparlament ein geschlossenes europäisches Vorgehen. In einer am Donnerstag verabschiedeten Resolution hieß es, dass Corona-Testergebnisse gegenseitig in allen Mitgliedsstaaten anerkannt werden und ausreichende Kapazitäten für Tests geschaffen werden sollten. Darin wurde auch eine einheitliche Datenerhebung, gleiche Quarantänezeiten und vergleichbare Zahlen zum Infektionsgeschehen gefordert.

Ein Reisender lässt sich in der Corona-Teststation am Flughafen Dresden International auf das Coronavirus testen.
Ein Reisender lässt sich in der Corona-Teststation am Flughafen Dresden International auf das Coronavirus testen.  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Update, 18. September, 16.40 Uhr: Studentenbude in der Jugendherberge

Die bayerischen Jugendherbergen setzen in der Corona-Krise auf Studierende als Zielgruppe. Weil durch das Verbot von Klassenfahrten viele Zimmer leer stehen, sollen sie befristet als Studentenappartements vermietet werden, wie der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks am Freitag mitteilte. Das Angebot gilt demnach in München, Passau, Regensburg, Würzburg und Eichstätt. Die Preise reichen von 350 bis 649 Euro pro Monat.

"Besonders die Erstsemester brauchen in der Regel ein wenig Zeit, bis sie sich auf die örtlichen Gegebenheiten eingestellt, Kontakte geknüpft und eine Bleibe gefunden haben", sagte Winfried Nesensohn, Vorstand im Landesverband Bayern. "Diesen Zeitdruck wollen wir ihnen nehmen, damit sie möglichst reibungslos und ungestört den Studienbetrieb aufnehmen können." 

Als Dauerlösung ist das Angebot allerdings bewusst nicht ausgelegt.

Blick in das Zimmer einer Jugendherberge.
Blick in das Zimmer einer Jugendherberge.  © dpa/Friso Gentsch

Update, 18. September, 16.35 Uhr: Quarantäne für Schüler rechtens - Eilantrag gescheitert

Ein Schüler, der gemeinsam mit einem positiv auf das Coronavirus getesteten Mitschüler betreut wurde, durfte für 14 Tage in häuslicher Quarantäne geschickt werden. Das entschied das Verwaltungsgericht des Saarlandes in Saarlouis in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss (Az.: 6 L 977/20). Es wies damit einen Eilantrag der Eltern des betroffenen Schülers, der in eine Grundschule in Homburg geht, zurück.

Die Eltern hatten angegeben, ihr Kind habe keinen näheren Kontakt mit dem Infizierten gehabt und sei zudem zwei Mal negativ auf das Coronavirus getestet worden. Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht. Der Schüler habe sich während der Nachmittagsbetreuung mehr als 90 Minuten in einem Raum mit dem positiv getesteten Schüler aufgehalten. 

Auch die negativen Testergebnisse des Schülers seien nur "Momentaufnahmen" und rechtfertigten nicht die Annahme, dass der betroffene Schüler nicht mehr ansteckungsverdächtig sei. Die Anordnung der Quarantäne durch das Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises sei deshalb rechtens gewesen.

Titelfoto: dpa/Julian Stratenschulte

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