Coronavirus: München verschärft Regeln gegen die Pandemie

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch für eine ganze Weile an der Tagesordnung stehen. Örtlich kommt es derzeit auch wieder zu schärferen Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung.

Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.
Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

In Deutschland wurden mittlerweile 278.296 Infektionen bestätigt. 9413 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion, während 245.886 weitere als genesen gelten (Stand 23. September, 12 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 6,89 Millionen Infizierte und 200.814 Tote wurden bereits erfasst (Stand 23. September, 12 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 31,63 Millionen bestätigte Infektionen und 971.360 Todesfälle (Stand 23. September, 12 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 23. September, 20.47 Uhr: Bars und Restaurants in Marseille müssen wegen Corona schließen

Frankreich schließt im Kampf gegen das Coronavirus Bars und Restaurants in Teilen des Landes. Für die südfranzösische Hafenmetropole und das Überseegebiet Guadeloupe sei die "maximale Alarmstufe" ausgerufen worden, sagte Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran am Mittwoch. Dort müssten ab Samstag alle Bars und Restaurants komplett schließen. 

In der Hauptstadt Paris und weiteren Großstädten wie Lille oder Rennes müssten Bars ab Montag um 22 Uhr schließen.

Dort gelte nun eine "hohe Alarmstufe", es gebe daher eine Obergrenze von zehn Personen bei Treffen in der Öffentlichkeit, erklärte Véran. Im stark betroffenen Marseille würden zudem alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen geschlossen, sofern sie kein "strenges Gesundheitsprotokoll" eingeführt hätten, sagte Véran. 

Theater und Kinos seien davon nicht betroffen. Ziel sei es, dass die Bars und Restaurants in der Hafenstadt nicht länger als zwei Wochen geschlossen sein müssten.

Update, 23. September, 20.35 Uhr: 1769 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1769 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen mindestens 275.927 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 23.9., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9409. Das sind 13 mehr als am Vortag. Rund 245.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler (59).
Der Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler (59).  © Tobias Schwarz/AFP/Pool/dpa

Update, 23. September, 19.17 Uhr: UN-Organisationen: Falschmeldungen gefährden Corona-Bekämpfung

Mehrere UN-Organisationen haben vor fatalen Auswirkungen durch Falschmeldungen in der Corona-Pandemie gewarnt. 

"Fehlinformationen kosten Leben. Ohne das entsprechende Vertrauen und die richtigen Informationen bleiben diagnostische Tests ungenutzt, Impfkampagnen (oder Kampagnen zur Förderung wirksamer Impfstoffe) werden ihre Ziele nicht erreichen und das Virus wird weiterhin gedeihen", teilten die Vereinten Nationen und ihr angeschlossene Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bündnis am Mittwoch mit.

Zudem erhöhten gefälschte Inhalte unter anderem in den Sozialen Medien das Risiko von Konflikten, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen, so dass auch die Förderung demokratischer Strukturen unter ihnen leide. "Wir fordern die (UN)-Mitgliedstaaten auf, Aktionspläne zur Bekämpfung der Infodemie zu entwickeln und umzusetzen, indem sie die rechtzeitige Verbreitung genauer Informationen auf wissenschaftlicher Grundlage an alle Gemeinschaften und insbesondere an Risikogruppen fördern." Auch Medien und Internetplattformen seien zum Handeln aufgerufen.

Update, 23. September, 18.24 Uhr: AC-Mailand-Spieler Duarte positiv auf Corona getestet

Beim italienischen Erstligisten AC Mailand ist Verteidiger Léo Duarte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Fußballverein am Mittwoch in der Hauptstadt der Lombardei mit. Der 24-Jährige befinde sich den Vorschriften folgend in Quarantäne. 

Corona-Tests bei anderen Milan-Spielern und bei Mitarbeitern seien dagegen alle negativ ausgefallen, hieß es. Die gesamte Gruppe solle vor dem anstehenden Europa-League-Match gegen das norwegische Team FK Bodö/Glimt, das für Donnerstag in Mailand angesetzt ist (Qualifikation, 3. Runde), erneut überprüft werden.

Update, 23. September, 18.18 Uhr: München verschärft Coronaregeln

In München gelten ab Donnerstag zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärfte Kontaktbeschränkungen sowie eine generelle Maskenpflicht in Teilen der Altstadt.

Grundlage dafür ist eine Allgemeinverfügung, die die Stadt am Mittwoch bekanntgegeben hat. Die neuen Regelungen sollen zunächst bis zum 1. Oktober gelten. Sollten die Werte danach immer noch hoch sein, ist auch eine Verlängerung möglich.

In den kommenden Tagen dürfen sich in München nur noch bis zu fünf Menschen oder Angehörige von höchstens zwei Haushalten treffen, egal ob zu Hause, im Freien oder im Lokal. Ausnahmen gelten etwa für Familien oder Lebenspartner. Nicht öffentliche Feste wie Geburtstage oder Hochzeiten können mit bis zu 25 Menschen gefeiert werden, wenn der Gastgeber ein Schutz- und Hygienekonzept vorweisen kann. Unter freiem Himmel sind bis zu 50 Gäste erlaubt.

 Von 9 Uhr bis 23 Uhr gilt in Teilen der Innenstadt zudem eine Maskenpflicht. Am Wochenende ist zudem der nächtliche Alkoholkonsum an beliebten Treffpunkten wie dem Gärtnerplatz verboten.

Am 24. September werden die neuen Maßnahmen gegen Corona in der bayerischen Landeshauptstadt in Kraft treten.
Am 24. September werden die neuen Maßnahmen gegen Corona in der bayerischen Landeshauptstadt in Kraft treten.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 23. September, 17.55 Uhr: Mehr als 6000 neue Corona-Fälle in Großbritannien

Mit mehr als 6000 neuen Fällen innerhalb eines Tages hat Großbritannien den höchsten Stand an Corona-Neuinfektionen seit Anfang Mai erreicht. Die zuständige Regierungsbehörde zählte am Mittwoch 6178 neue positiv getestete Fälle. 

Lediglich an zwei Tagen seit Beginn der Pandemie habe die Zahl in Großbritannien höher gelegen, hieß es. Allerdings wurde im Frühjahr noch deutlich weniger getestet - das heißt, mehr Fälle blieben unentdeckt.

Das Testsystem in Großbritannien geriet in den vergangenen Wochen an seine Grenzen: In vielen Testzentren waren kaum noch Tests verfügbar, teilweise mussten Bürger mit Symptomen mehrere Hundert Kilometer fahren.

Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten auch wieder schärfere Schutzmaßnahmen: Pubs und Restaurants müssen in England von Donnerstag an um 22 Uhr schließen. Zudem wurde die Maskenpflicht auf Taxis und weitere Geschäfte ausgeweitet. Die Regierung forderte Arbeitnehmer auf, wenn möglich, wieder von zu Hause aus zu arbeiten. 

In Schottland und Nordirland gelten noch schärfere Regeln, dort dürfen sich bis auf wenige Ausnahmen keine verschiedenen Haushalte mehr miteinander treffen.

In Großbritannien gelten angesichts stark steigender Corona-Zahlen landesweit wieder schärfere Schutzmaßnahmen.
In Großbritannien gelten angesichts stark steigender Corona-Zahlen landesweit wieder schärfere Schutzmaßnahmen.  © Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Update, 23. September, 16.48 Uhr: Österreichisches Parlament billigt neues Corona-Gesetz

Österreichs Parlament hat einer neuen gesetzlichen Grundlage für Corona-Maßnahmen wie etwa Ausgangssperren zugestimmt. 

Die Regierungskoalition aus konservativer ÖVP und Grünen sowie die oppositionellen Sozialdemokraten stimmten am Mittwoch bei der ersten regulären Sitzung des Nationalrats nach der Sommerpause für das Gesetz. Davor hatte die rechtliche Grundlage für mehrere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie gefehlt.

Das österreichische Verfassungsgericht hatte im Juli festgestellt, dass etwa Verbote für das Betreten öffentlicher Orte im Frühjahr nicht von dem Gesetz gedeckt gewesen waren. Nach dem neuen Gesetz kann ein sogenannter Lockdown nur noch mit Einverständnis von Parlamentariern für höchstens zehn Tage verhängt werden. Er müsste dann gegebenenfalls verlängert werden.

Klar geregelt ist neben Betretungsverboten nun auch, dass etwaige Ausgangssperren unter anderem Ausnahmen wie berufliche Zwecke und Aufenthalt im Freien zur "körperlichen und psychischen Erholung" enthalten. Außerdem hat die Anfang des Monats von der Regierung eingeführte Corona-Ampel, die regional unterschiedliche Maßnahmen auslösen soll, jetzt eine rechtliche Basis.

Update, 23. September, 16.38 Uhr: Belgien lockert Maskenpflicht im Freien - Corona-Zahlen steigen

Trotz hoher Corona-Fallzahlen lockert Belgien die Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Ab 1. Oktober sei der Mund-Nasen-Schutz im Freien nicht mehr überall vorgeschrieben, teilte Ministerpräsidentin Sophie Wilmès am Mittwoch mit. Dringend empfohlen ist er jedoch weiter an besonders belebten oder engen Plätzen. In Bussen und Bahnen, Läden und Kinos muss jeder weiter Maske tragen.

Ebenfalls am 1. Oktober soll die Quarantänepflicht bei Corona-Verdachtsfällen auf sieben Tage verkürzt werden, wie Wilmès weiter sagte. Andere Regeln zur Eindämmung der Pandemie bleiben jedoch in Kraft, darunter die Auflage, pro Monat mit nicht mehr als fünf Menschen außerhalb der Familie engere Kontakte zu pflegen.

Belgien ist nach den Kriterien der EU-Seuchenbehörde ECDC inzwischen eine rote Zone mit mehr als 120 Infektionen pro 100.000 Einwohnern binnen zwei Wochen. Im Schnitt der vergangenen sieben Tage wurden 1374 Fälle pro Tag entdeckt, 60 Prozent mehr als in der Vorwoche.

Update, 23. September, 16.28 Uhr: Maskenpflicht in Bus und Bahn soll stärker kontrolliert werden

Fahrgäste in Bus und Bahn müssen sich auf eine stärkere Kontrolle der Maskenpflicht einstellen. Von Oktober an soll es regionale, überregionale und bundesweite Schwerpunktkontrollen an bestimmten Tagen geben. Darauf haben sich am Mittwoch Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie Bundespolizei, Verkehrsunternehmen und Gewerkschaften verständigt.

"Die zuständigen Behörden sowie die Verkehrsunternehmen werden ihre Maßnahmen zur Kontrolle und Einhaltung der Maskenpflicht sichtbar erhöhen", heißt es in der Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Aktionstage sollen demnach ein Zeichen des gemeinsamen Willens zur Einhaltung der Maskenpflicht setzen. Je nach Landesrecht soll die Kontrollen auch auf Bahnhöfe und Haltestellen ausgedehnt werden.

Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn-Wache kontrollieren die Einhaltung der Maskenpflicht in einer U-Bahn.
Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn-Wache kontrollieren die Einhaltung der Maskenpflicht in einer U-Bahn.  © Daniel Reinhardt/dpa

Update, 23. September, 16.13 Uhr: Opposition sieht noch Mängel nach 100 Tagen Corona-Warn-App

Die Oppositionsparteien im Bundestag haben eine kritische Bilanz zur Corona-Warn-App des Bundes gezogen. "Die Corona-Warn-App bleibt nach den ersten 100 Tagen unter den Erwartungen", sagte der Grünen-Digitalexperte Dieter Janecek der "Augsburger Allgemeinen".

"Sie ist zwar ein sinnvoller Baustein zur Eindämmung der Pandemie, aber nur herunterladen bringt nichts, wenn die App nicht auch genutzt wird", betonte der Bundestagsabgeordnete. Vor allem informierten zu wenige Betroffene mithilfe der App ihre Kontakte über einen positiven Corona-Test.

Janecek kritisierte technische Schwierigkeiten bei der Warn-Funktion auf Android-Geräten und Aussetzer bei iPhones. Trotz der genannten Schwierigkeiten gelte aber weiter der Appell: "Bitte App runterladen und nutzen."

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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