Coronavirus: Omikron-Variante wird von den meisten Schnelltests erkannt

Deutschland/Welt - In Deutschland verschärft sich die Corona-Lage, die Fallzahlen steigen. Strengere Auflagen treffen nun vor allem Menschen, die noch nicht gegen das Covid-19-Virus geimpft sind.

Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen wie im Einzelhandel, in der Kultur und der Gastronomie die 2G-Regel.
Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen wie im Einzelhandel, in der Kultur und der Gastronomie die 2G-Regel.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 207,4 (Vortag: 205,5).

Laut RKI sind seit Beginn der Pandemie 7,1 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Coronavirus in Hamburg: 1622 neue Fälle, Inzidenz steigt auf 360,4
Coronavirus Coronavirus in Hamburg: 1622 neue Fälle, Inzidenz steigt auf 360,4

Insgesamt 111.602 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund 6,3 Millionen an (alle Daten Stand 30. Dezember, 5.17 Uhr).

+++ Ältere Informationen zur Corona-Situation findet Ihr im TAG24-Coronavirus-Newsarchiv +++

Update, 30. Dezember, 22 Uhr: US-Gesundheitsbehörde warnt vor Kreuzfahrten

Wegen einer Zunahme gemeldeter Corona-Neuinfektionen auf Schiffen hat die US-Gesundheitsbehörde CDC vor Kreuzfahrten gewarnt. Dies gelte weltweit und unabhängig vom Impfstatus der Reisenden, erklärte die Behörde am Donnerstag.

Auch vollständig geimpfte Passagiere könnten infiziert werden und das Virus weiterverbreiten. Es sei "besonders wichtig", dass Menschen, bei denen eine hohes Risiko für schwere Krankheitsverläufe bestehe, von jeglichen Kreuzfahrten absähen, hieß es weiter.

Die Behörde CDC stuft Kreuzfahrtschiffe nun auf einer Corona-Gefahrenskala von eins bis vier in der höchsten Kategorie ("sehr hoch") ein. Die Reisewarnung hat keine unmittelbar rechtlich bindende Wirkung. Der Verband der Kreuzfahrtindustrie in den USA (CLIA) bezeichnete den Beschluss der Behörde als verwirrend. Es gebe auf den Schiffen nur sehr wenig Corona-Fälle. "Deutlich weniger als an Land", erklärte der Verband über Twitter. Zu Beginn der Pandemie hatte die Behörde Kreuzfahrten zeitweise komplett untersagt.

Aktuellstes Beispiel: An Bord des Kreuzfahrtschiffs Costa Diadema (liegt in Brasilien an) gibt es mehrere Covid-19 Fälle.
Aktuellstes Beispiel: An Bord des Kreuzfahrtschiffs Costa Diadema (liegt in Brasilien an) gibt es mehrere Covid-19 Fälle.  © Luigi Bongiovanni/TheNEWS2 via ZUMA Press Wire/dpa

Update, 30. Dezember, 20.30 Uhr: Drosten gibt optimistischen Ausblick

Der Berliner Virologe Christian Drosten (49) sieht Anlass für vorsichtigen Optimismus bei der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland.

Hintergrund seien Daten aus Südafrika, wo sich die besonders ansteckende Virusvariante Omikron zunächst verbreitet hatte: "In gewisser Weise kann uns das beruhigen. Südafrika ist sicher ein Blick in eine Zukunft, in eine endemische Situation, die sich dort gerade einstellt", sagte Drosten am Donnerstagabend im ZDF-heute journal. "Nur sind wir leider noch ein ganzes Stück davon entfernt."

Mehr dazu im TAG24-Artikel: "Wann sind wir die Pandemie endlich los? Drosten gibt überraschend optimistischen Ausblick!"

Virologe Christian Drosten (49)
Virologe Christian Drosten (49)  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 30. Dezember, 20.20 Uhr: PEI mit erster positiver Einschätzung zu Schnelltests bei Omikron

Die meisten der in Deutschland angebotenen Corona-Schnelltests sind nach Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) auch zum Nachweis der neuen Omikron-Variante geeignet. Davon sei "auf der Grundlage der aktuellen Datenlage auszugehen", schreibt das PEI auf seiner Internetseite.

Bis Mitte Dezember hätten insgesamt 245 verschiedene sogenannte Antigentests ein allgemeines Prüfverfahren durch ein PEI-Labor durchlaufen, 199 hätten die Untersuchung bestanden. Von diesen 199 könnten wiederum die allermeisten eine Omikron-Infektion nachweisen.

Der Grund: Die große Mehrheit der in Deutschland angebotenen Tests schlage auf ein Protein des Virus an, dass von den Omikron-Mutationen vergleichsweise wenig betroffen sei.

Die meisten Schnelltests erkennen auch Omikron.
Die meisten Schnelltests erkennen auch Omikron.  © dpa/Marijan Murat

Update, 30. Dezember, 19.30 Uhr: Italien meldet mehr als 100.000 Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden in Italien haben am Donnerstag mehr als 100.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet.

Das Gesundheitsministerium meldete am Abend fast 127.000 Corona-Fälle. In den zurückliegenden 24 Stunden starben demnach fast 160 Menschen mit dem Virus. Die deutsche Bundesregierung stuft Italien ab Samstag als Hochrisikogebiet ein.

Das Mittelmeerland erreichte erneut einen Rekordwert nach den rund 98.000 registrierten Corona-Fällen vom Vortag. In den vergangenen Tagen stieg zudem die Zahl der gemachten Corona-Tests stetig an.

Update, 30. Dezember, 19 Uhr: Israel will Immungeschwächten vierte Corona-Impfung geben

Israel will zunächst nur Menschen mit Immunschwäche eine vierte Dosis des Corona-Impfstoffs geben. Diese Entscheidung gab Nachman Asch, Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, am Donnerstagabend bekannt.

Ein Expertengremium hatte angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante empfohlen, neben Immungeschwächten auch Menschen über 60 und medizinisches Personal zum vierten Mal zu impfen. Asch sagte, er sei noch nicht überzeugt, dass dies bereits notwendig sei. Man wäge aber jeden Tag neu das weitere Vorgehen ab.

Israel beginnt mit Viert-Impfungen.
Israel beginnt mit Viert-Impfungen.  © dpa/AP/Sebastian Scheiner

Update, 30. Dezember, 17.40 Uhr: Corona-Zahlen in Griechenland in einer Woche fast versechsfacht

Die griechische Gesundheitsbehörde hat von Mittwoch auf Donnerstag 35.580 Corona-Neuinfektionen registriert. Das sind fast sechsmal so viele neue Fälle wie am vergangenen Donnerstag (6667).

Verantwortlich ist die Omikron-Variante, die den Fachleuten zufolge mittlerweile vor allem im Großraum Athen um sich greift. Die Regierung hat die Corona-Maßnahmen für das Land mit seinen rund elf Millionen Einwohnern deshalb verschärft; unter anderem muss von diesem Donnerstag an und bis mindestens zum 17. Januar die Gastronomie um Mitternacht schließen und Plätze begrenzen. Außerdem müssen in Supermärkten, öffentlichen Verkehrsmitteln und anderen öffentlichen Räumen FFP2-Masken getragen werden.

Update, 30. Dezember, 17.15 Uhr: Epidemische Lage im Norden Deutschlands?

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen und der Ausbreitung der Omikron-Variante erwägt der Gesundheitsminister von Schleswig-Holstein, Heiner Garg (55, FDP), schärfere Schutzmaßnahmen.

Er werde der im Land regierenden Koalition von CDU, Grünen und FDP vorschlagen, auch in Schleswig-Holstein in der ersten Januarhälfte die epidemische Lage von landesweiter Tragweite festzustellen, sofern nicht der Bund kurzfristig eine solche Feststellung seinerseits vornimmt, sagte der FDP-Politiker am Donnerstag. "Mit der Omikron-Variante kommt die fünfte Welle in Schleswig-Holstein früher an als in anderen Ländern", so Garg.

Die jüngsten Ereignisse im Land gerade im Zusammenhang mit Feiern zeigen nach Einschätzung des Ministeriums, dass von einer erhöhten Dynamik auszugehen und damit auch eine deutlich schnellere Ausbreitung des Virus zu befürchten ist. Mit zusätzlichen Maßnahmen könne dem entgegengewirkt werden. Garg rief die Menschen auf, sich impfen zu lassen und Silvester im kleinen Kreis zu bleiben.

Heiner Garg (55, FDP), Gesundheitsminister von Schleswig-Holstein
Heiner Garg (55, FDP), Gesundheitsminister von Schleswig-Holstein  © dpa/Axel Heimken

Update, 30. Dezember, 17 Uhr: Auch Portugal verkürzt die Corona-Isolationsdauer

Portugal folgt dem Beispiel Spaniens und verkürzt die Corona-Isolationsdauer von zehn auf sieben Tage.

Die Reduzierung gelte für Infizierte ohne Symptome sowie für Menschen mit einem noch nicht bestätigten Verdacht auf eine Corona-Ansteckung, teilte die Gesundheitsbehörde DGS am Donnerstag mit.

Erst am Montag hatten die USA die empfohlene Isolationsdauer nach einer Corona-Infektion von zehn auf fünf Tage verkürzt. Zuvor hatte Großbritannien eine Verkürzung von zehn auf sieben Tage eingeführt. Das Thema wird auch in Deutschland und Italien diskutiert.

In Portugal müssen Positiv-Getestete jetzt weniger lang in Quarantäne gehen.
In Portugal müssen Positiv-Getestete jetzt weniger lang in Quarantäne gehen.  © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Update, 30. Dezember, 16.45 Uhr: 1,65 Milliarden Euro Corona-Hilfen für die Kultur beantragt

Kulturveranstalter haben beim Sonderfonds des Bundes Finanzhilfen in Höhe von 1,65 Milliarden Euro beantragt. Das berichtete das Nachrichtenportal The Pioneer unter Berufung auf einen Sonderbericht der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien zum 14. Dezember. Ein Sprecher aus dem Hause der neuen Kulturstaatsministerin Claudia Roth (66, Grüne) bestätigte die Angaben.

Demnach wurden bis Mitte Dezember Anträge für Finanzhilfen in Höhe von 795 Millionen Euro für 23.400 Veranstaltungen im Rahmen der Wirtschaftlichkeitshilfen eingereicht. Rund die Hälfte der Anträge entfällt dem Bericht zufolge auf Konzerte und Festivals, 40 Prozent auf private Theater und Schauspielhäuser, wie The Pioneer schreibt.

Für die Ausfallabsicherung von Großveranstaltungen seien 2000 Veranstaltungen mit einem Fördervolumen von 859 Millionen Euro angemeldet worden.

Update, 30. Dezember, 15.30 Uhr: Anteil von Omikron in Deutschland steigt rasant

Der Anteil der Omikron-Variante an den in Deutschland nachgewiesenen Corona-Infektionen nimmt rasant zu. So gingen in der Kalenderwoche 51 (bis 26.12.) laut Meldedaten aus den Bundesländern 17,5 Prozent der auf Varianten untersuchten Corona-Nachweise auf Omikron zurück, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag in seinem Wochenbericht schreibt.

Eine Woche zuvor wurde der Wert noch mit 3,1 Prozent angegeben. Bei der Zählung werden sowohl Nachweise mittels Erbgut-Analyse (Gesamtgenomsequenzierung) als auch Verdachtsfälle aufgrund sogenannter variantenspezifischer PCR-Tests einbezogen.

Laut den aktuellen Meldedaten nach Infektionsschutzgesetz schwankt der Omikron-Anteil in den Bundesländern stark. So kommt Bremen laut RKI auf rund 65 Prozent, Sachsen auf nur 1 Prozent. Als Gründe nennt das RKI: "Die Schwankungen ergeben sich aus den zum Teil noch niedrigen Omikron-Fallzahlen, der unterschiedlichen Häufigkeit von Testungen auf das Vorhandensein von besorgniserregenden Varianten in den einzelnen Bundesländern sowie Verzögerungen in der labordiagnostischen Erfassung und Übermittlung."

Der Anteil an Omikron-Infizierten in Deutschland stieg innerhalb einer Woche rasant an.
Der Anteil an Omikron-Infizierten in Deutschland stieg innerhalb einer Woche rasant an.  © dpa/SOPA Images via ZUMA Press/Pavlo Gonchar

Update, 30. Dezember, 15 Uhr: Datenschutz hat Corona-Bekämpfung behindert

Eine optimale Bekämpfung der Corona-Pandemie ist in Deutschland nach Ansicht von Intensivmedizinern durch unzureichende Daten und auch den Datenschutz behindert worden.

Die Bundesregierung müsse für genauere Daten sorgen, forderte der Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, am Donnerstag im SWR.

"Was wir brauchen, ist eine maximale Digitalisierungsoffensive", sagte Karagiannidis. "Dieses Stückwerk, das wir haben und auch immer wieder diese ganzen Bedenken, die ich tagtäglich höre, vom Datenschutz bis dieses und jenes - das hat auch relativ viel verhindert in den letzten zwei Jahren. Und ich glaube, die neue Bundesregierung tut gut daran, wenn sie einen Reset macht, einmal richtig Geld in die Hand nimmt und die Daten zusammenführt."

Titelfoto: dpa/Marijan Murat

Mehr zum Thema Coronavirus: