Coronavirus: Stiko rät Schwangeren und Stillenden zur Impfung

Deutschland/Welt - In Deutschland stagnieren die Corona-Zahlen derzeit. Gleichzeitig ist die Impfwilligkeit der Menschen ins Stocken geraten. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.
In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 4,1 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Insgesamt 92.857 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit knapp 3,9 Millionen an.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 74,7 (Vortag: 76,3).

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Weltweit gibt es mehr als 227 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen rund 4,7 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 17. September, 7 Uhr).

+++ Ältere Informationen zur Corona-Situation findet Ihr im TAG24-Coronavirus-Newsarchiv +++

Update, 17. September, 15.15 Uhr: Stiko rät Schwangeren und Stillenden zur Corona-Impfung

Schwangere, Stillende und Frauen im gebärfähigen Alter sollten sich der Ständigen Impfkommission (Stiko) zufolge grundsätzlich gegen Corona impfen lassen.

Nach einem sogenannten Stellungnahmeverfahren hat das Robert Koch-Institut am Freitag die endgültige Empfehlung veröffentlicht.

Schwangere, Stillende und Frauen im gebärfähigen Alter sollten sich der Stiko zufolge grundsätzlich gegen Corona impfen lassen.
Schwangere, Stillende und Frauen im gebärfähigen Alter sollten sich der Stiko zufolge grundsätzlich gegen Corona impfen lassen.  © 123rf/satawatk

Update, 17. September, 15.14 Uhr: Arbeitgeberpräsident kann sich Impfprämie vorstellen

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger kann sich eine Geldprämie als Impfanreiz vorstellen.

Im Gespräch mit der Wirtschaftswoche sagte Dulger zu neuen Anreizen für eine Corona-Impfung: "Das kann man ja auch regional unterschiedlich gestalten: In München zum Beispiel mit Tickets für den FC Bayern, da würde sich wahrscheinlich die halbe Stadt piksen lassen. Und ja: Ich würde auch eine Geldprämie begrüßen - alles, was hilft, ist richtig, um in die Normalität zurückzukehren."

Update, 17. September, 15.12 Uhr: Biontech-Gründerpaar erhält Ehrendoktorwürde in Köln

Die Gründer des Unternehmens Biontech, Özlem Türeci (54) und Ugur Sahin (56), sind mit der Ehrendoktorwürde der Uni Köln ausgezeichnet worden.

Das Forscherpaar trug sich am Freitag zudem in das Goldene Buch der Stadt ein, die eine besondere Bedeutung für sie hat.

"Selbstverständlich sehen wir das als eine Ehrung für unsere wissenschaftliche Arbeit", sagte Sahin bei der Feierstunde. "Wir sehen es aber auch als Möglichkeit, uns an diese wunderschöne Zeit, die wir in Köln gehabt haben, zu erinnern."

Ugur Sahin (l, 56) und Özlem Türeci (54) tragen sich in das Goldene Buch der Stadt ein und die Universität Köln verleiht die Ehrendoktorwürde.
Ugur Sahin (l, 56) und Özlem Türeci (54) tragen sich in das Goldene Buch der Stadt ein und die Universität Köln verleiht die Ehrendoktorwürde.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 17. September, 14.22 Uhr: Wales führt Nachweispflicht für Nachtclubs ein

Nachtschwärmer im britischen Landesteil Wales müssen künftig vor Betreten von Nachtclubs und größeren Events einen Corona-Impf- oder Testnachweis vorlegen.

Das teilte der walisische Regierungschef Mark Drakeford am Freitag mit. Angesichts hoher Fallzahlen in dem Landesteil mit rund 3,1 Millionen Einwohnern rief der Labour-Politiker die Menschen auch dazu auf, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten.

Die Regel tritt vom 11. Oktober an in Kraft und gilt für alle Erwachsenen. "Das letzte was wir wollen, sind weitere Lockdowns, und dass Geschäfte ihre Türen wieder schließen müssen", sagte Drakeford der Mitteilung zufolge.

Deswegen müssten nun kleine, aber bedeutungsvolle Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Für Besuche in walisischen Clubs muss man demnächst Corona-Impf- oder Testnachweis vorlegen.
Für Besuche in walisischen Clubs muss man demnächst Corona-Impf- oder Testnachweis vorlegen.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Update, 17. September, 13.34 Uhr: Israels Sanitätstruppe betreut Corona-Kranke zu Hause

Um die Krankenhäuser in der Corona-Krise zu entlasten, betreut die Sanitätstruppe der israelischen Armee seit dieser Woche Corona-Infizierte zu Hause.

Dutzende Teams aus Arzt, Krankenpfleger und Fahrer würden zunächst 250 Kranke täglich besuchen, teilte die Armee am Freitag mit. Die Operation "Hand in Hand" könne bei Bedarf aber noch ausgebaut werden.

In Israel wurden zuletzt mehrfach mehr als 10.000 neue Corona-Fälle pro Tag registriert - die höchsten Zahlen seit Beginn der Pandemie.

Update, 17. September, 12.54 Uhr: Rund 1400 Aktionen bei bundesweiter Corona-Impfwoche

Bei der noch bis diesen Sonntag laufenden bundesweiten Aktionswoche für Corona-Impfungen sind laut Bundesregierung rund 1400 Impf-Gelegenheiten vor Ort organisiert worden.

Damit solle auch erneut ins Bewusstsein gerückt werden, wie einfach und für jeden erreichbar das Impfangebot sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. "Jede Impfung macht nicht nur die geimpften Personen, sondern uns alle ein wenig sicherer."

Es werde sicherlich auch nach dieser Woche weitere fantasievolle und unkonventionelle Impf-Aktionen geben, sagte Seibert.

Er bekräftigte erneut: "Die Bundesregierung hat eine allgemeine Impfpflicht immer abgelehnt, und da gibt es auch keine veränderte Position."

Update, 17. September, 11.39 Uhr: Zypern und ganz Portugal keine Corona-Hochrisikogebiete mehr

Die Bundesregierung streicht Zypern und die Algarve ab Sonntag von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete.

Damit verschwindet das auch bei Urlaubern beliebte Portugal nun ganz aus dieser Kategorie, wie am Freitag aus einer Mitteilung des Robert Koch-Institutes hervorging.

Gestrichen werden außerdem die Region West in Irland, Brasilien, Indien, Nepal, Bangladesch, Botsuana, Sambia, Simbabwe, Eswatini (Swasiland), Lesotho, Malawi und Zentralafrika. Neu als Hochrisikogebiete eingestuft werden Armenien, Venezuela, Guyana, Belize, Moldau, Barbados sowie Antigua und Barbuda.

Portugal, Cascais: Badegäste stehen am Strand Conceicao.
Portugal, Cascais: Badegäste stehen am Strand Conceicao.  © Edson De Souza/TheNEWS2 via ZUMA Press Wire/dpa

Update, 17. September, 11.15 Uhr: Singapur mit höchsten Corona-Zahlen seit Mai 2020

Singapur hat in dieser Woche so viele Corona-Neuinfektionen verzeichnet wie seit 16 Monaten nicht mehr.

Durchschnittlich lagen die innerhalb von 24 Stunden gemeldeten Zahlen in den vergangenen sieben Tagen bei fast 700. Allein am Donnerstag wurden 910 neue Fälle dokumentiert - eine ähnlich hohe Zahl war zuletzt Anfang Mai 2020 verbucht worden.

Bis vor kurzem hatte der südostasiatische Stadtstaat kaum mit der ansteckenden Delta-Variante zu kämpfen, anders als die meisten anderen Länder in der Region. Mitte August gab es in Singapur noch wenige Dutzend Neuinfektionen am Tag.

Die Sterblichkeitsrate in der wohlhabenden Wirtschaftsmetropole ist derweil weiterhin eine der niedrigsten der Welt. Bislang sind nur 59 Menschen in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

Update, 17. September, 11.03 Uhr: Nur verhaltene Kritik an neuen Corona-Pass-Regeln in Italien

Das Gesetzesdekret in Italien mit der Verpflichtung aller Beschäftigten auf eine Impfung oder regelmäßigen Corona-Tests hat auffallend wenig Kritik hervorgerufen.

In der Kabinettssitzung hatten am Donnerstagabend alle Minister der mitregierenden sechs Parteien einstimmig für die neuen Regeln votiert.

Selbst Lega-Chef Matteo Salvini vermied im Anschluss an die Abstimmung laute Kritik und sprang damit seinen Parteikollegen in der Regierung bei.

Draghi hatte entgegen einiger Vorbehalte etwa der Gewerkschaften durchgesetzt, dass vom 15. Oktober an alle Beschäftigten in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Sektor einen "Grünen Pass" haben müssen.

Mit diesem können sie entweder eine Impfung gegen Covid-19 oder einen gültigen Corona-Test belegen.

Giorgia Meloni von den rechtsnationalen Fratelli d'Italia, der größten Oppositionspartei im Parlament, kritisierte die "drastische Entscheidung, die die Impfpflicht einführt, ohne den Mut zu haben, das auch so zu sagen".

Sie forderte als Gegenleistung, dass andere Restriktionen nun aufgehoben werden. Die Regierung lehnte Pläne etwa zur Öffnung von Diskotheken bei ihrer Sitzung am Donnerstag noch ab und vertagte eine weitere Debatte dazu auf Anfang Oktober.

Update, 17. September, 10.30 Uhr: Homeoffice-Angebot in Stellenanzeigen hat sich verdreifacht

Der Anteil von Online-Stellenanzeigen mit Option auf Homeoffice ist bis März 2021 auf 12 Prozent gestiegen und hat sich damit seit 2019 mehr als verdreifacht.

Das geht aus einer Auswertung von 35 Millionen Stellenanzeigen durch das ifo-Institut und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt hervor.

"Der Anstieg der Homeoffice-Option in Stellenausschreibungen zeigt sich über alle Wirtschaftssektoren hinweg", sagte ifo-Forscher Jean-Victor Alipour am Freitag. Auch ländliche Regionen holten beim Homeoffice deutlich auf.

Computerkenntnisse würden in Stellenanzeigen mit Homeoffice-Option doppelt so oft gefordert wie in Stellenanzeigen, die kein Homeoffice erwähnen.

Auch Anpassungsfähigkeit an Veränderung und Teamfähigkeit würden häufiger verlangt. "Unsere Ergebnisse zeigen deutlich, dass Unternehmen ihre Arbeitsorganisation verstärkt auf das Homeoffice ausrichten", sagte die Eichstätter Volkswirtin Christina Langer.

Durch die Verlagerung der Arbeit nach Hause entfielen eingespielte Abläufe im sozialen Kontext und bei der Arbeitsorganisation. Dies spiegle sich in den geforderten Kompetenzen wider.

Eine Frau arbeitet in ihrer Wohnung vor einem Computer an einem Stehtisch.
Eine Frau arbeitet in ihrer Wohnung vor einem Computer an einem Stehtisch.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 17. September, 9.40 Uhr: Kindeswohlgefährdung: Halb so viele Meldungen im Lockdown

Während des Corona-Lockdowns haben Schulen und Kitas deutlich weniger Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet.

Im Frühjahr 2020 - als viele Einrichtungen geschlossen waren - meldeten Schulen halb so viele Fälle wie im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete.

Bei den Kitas ging die Zahl der Meldungen zeitgleich um etwa ein Drittel zurück.

Im gesamten Corona-Jahr 2020 stellten die Jugendämter in Deutschland bei 60.551 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung fest.

Bei weiteren 66.557 Minderjährigen kamen die Behörden zu dem Ergebnis, dass zwar keine Kindeswohlgefährdung vorlag, aber Hilfe- oder Unterstützung nötig war. In 15 Prozent der Fälle kam der Hinweis von einer Schule oder Kindertagesstätte.

"Damit bestätigt die Statistik die Einschätzung verschiedener Fachleute, dass im Zuge des Lockdowns im Frühjahr 2020 weniger Kinderschutzfälle aus den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen gemeldet wurden", sagte Manuela Nöthen, Expertin für Kinder- und Jugendhilfestatistik im Statistischen Bundesamt.

Im Mai stiegen die Zahlen wieder etwas an, im Sommer näherten sich die Fallzahlen wieder den Vorjahreswerten an.

Titelfoto: 123rf/satawatk

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