Coronavirus: Tankstellen-Kassierer in Idar-Oberstein wegen Covid-Maske erschossen

Deutschland/Welt - In Deutschland stagnieren die Corona-Zahlen derzeit. Gleichzeitig ist die Impfwilligkeit der Menschen ins Stocken geraten. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.
In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 4,1 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Insgesamt 92.971 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit knapp 3,9 Millionen an.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 71 (Vortag: 70,5).

Coronavirus in Hamburg: Inzidenz sinkt wieder deutlich
Coronavirus Coronavirus in Hamburg: Inzidenz sinkt wieder deutlich

Weltweit gibt es mehr als 228,5 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 4,69 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 20. September, 6.25 Uhr).

+++ Ältere Informationen zur Corona-Situation findet Ihr im TAG24-Coronavirus-Newsarchiv +++

Update, 20. September, 19.37 Uhr: Gaskrise in Großbritannien kann Monate dauern

Die Energiekrise in Großbritannien mit rasant gestiegenen Gaspreisen kann nach Angaben von Premierminister Boris Johnson (57) noch mehrere Monate dauern. Es brauche Zeit, bis sich die globale Industrie von den Folgen der Corona-Pandemie erholt, sagte Johnson in der Nacht zum Montag bei einem Besuch in New York.

"Es ist, als ob am Ende einer TV-Sendung jeder den Wasserkocher anstellt. Es ist eine enorme Belastung der weltweiten Versorgungssysteme zu sehen." Zugleich versuchte Johnson, die Verbraucher zu beruhigen. Die Störungen seien nur vorübergehend. "Die Marktkräfte werden das sehr schnell ausgleichen, und wir werden alles tun, um zu helfen."

Die Gaspreise sind in Großbritannien seit Jahresbeginn um 250 Prozent gestiegen. Die Krise trifft auch Nahrungsmittel- und Getränkehersteller.

Update, 20. September, 18.48 Uhr: Corona-Spürhunde im Einsatz: Hochschule zieht positives Zwischenfazit

Nach dem ersten Praxiseinsatz von Corona-Spürhunden bei einem Konzert hat die Tierärztliche Hochschule Hannover ein positives Zwischenfazit gezogen.

Die Hunde hätten alle eingebauten Schweißproben erkannt, teilte die Hochschule am Montag mit. Um wie viele Proben es sich dabei handelte, war zunächst nicht bekannt. Bei dem Konzert wurden demnach inaktivierte positive Proben platziert. Damit sollte kontrolliert werden, ob die Tiere in der Lage sind, mit dem Coronavirus infizierte Menschen zu erkennen.

Die Spürhunde waren am Sonntag beim Konzert der Band Fury in the Slaughterhouse in Hannover im Einsatz. Zugelassen waren 500 Besucher, alle mussten vorher einen Antigen-Schnelltest und einen PCR-Test machen und eine Schweißprobe für die Hunde abgeben. Fünf bis sechs Hunde sollten im Einsatz sein, dabei sollten die Tiere nicht durch die Menschenmenge laufen, sondern davon abgesondert die Proben beschnüffeln.

Ziel sei es, herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option bei Großveranstaltungen sei.

Hundeführer Hans Ebbers und seine Corona-Spürhundin Bea (Deutscher Schäferhund) in der Teststation in Hannover.
Hundeführer Hans Ebbers und seine Corona-Spürhundin Bea (Deutscher Schäferhund) in der Teststation in Hannover.  © Michael Matthey/dpa

Update, 20. September, 18.18 Uhr: Staatsanwalt: Tankstellen-Kassierer wegen Corona-Maske erschossen

Im Streit um das Tragen einer Corona-Maske soll ein 49-Jähriger einen Tankstellen-Kassierer in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) erschossen haben. Der Mann habe sich geärgert, weil der Mitarbeiter ihm kein Bier verkaufen wollte, da er keinen Mund-Nasen-Schutz getragen habe, sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann am Montag in Idar-Oberstein.

Gegen den deutschen Tatverdächtigen aus dem Kreis Birkenfeld erging Haftbefehl wegen Mordes vor dem Amtsgericht Bad Kreuznach. Der mutmaßliche Täter habe gestanden, den 20 Jahre alten Studenten mit einem gezielten Schuss in den Kopf getötet zu haben, sagte Fuhrmann.

Zum Motiv habe er angegeben, dass ihn die Situation der Corona-Pandemie stark belaste. Er habe sich in die Ecke gedrängt gefühlt und "keinen anderen Ausweg gesehen", als ein Zeichen zu setzen. Das Opfer schien ihm dabei "verantwortlich für die Gesamtsituation, da es die Regeln durchgesetzt habe", sagte Fuhrmann. Mehr dazu lest Ihr bei TAG24: "Nach Tankstellen-Mord: Polizei nimmt Tatverdächtigen fest!".

Ein Angestellter der Tankstelle war in Idar-Oberstein von einem mit einer Pistole bewaffneten Mann erschossen worden. Die beiden Männer waren am Samstagabend vor dem Tankstellengebäude in Streit geraten. Nach dem Mord flüchtete der Täter zu Fuß.
Ein Angestellter der Tankstelle war in Idar-Oberstein von einem mit einer Pistole bewaffneten Mann erschossen worden. Die beiden Männer waren am Samstagabend vor dem Tankstellengebäude in Streit geraten. Nach dem Mord flüchtete der Täter zu Fuß.  © Christian Schulz/Foto Hosser/dpa

Update, 20. September, 17.40 Uhr: Teilnehmer an Impfstofftests in Großbritannien ohne Reisefreiheit

In Großbritannien können Tausende freiwillige Teilnehmer an Corona-Impfstofftests des Herstellers Novavax ihren Impfstatus nicht nachweisen. Sie genießen daher keine Freiheiten etwa bei Reisen. Aktivisten forderten in einer Petition nun Gesundheitsminister Sajid Javid zur Unterstützung auf.

Die etwa 15.000 britischen Freiwilligen an Versuchen mit dem Wirkstoff seien erheblich benachteiligt, schreibt die Novavax UK Concerned Participants Group dort, wie die Nachrichtenagentur PA am Montag meldete. Das Vakzin des US-Konzerns ist bisher noch nicht zugelassen. Vor einem halben Jahr hatte das Unternehmen von positiven Studienergebnissen berichtet.

Die Freiwillige Gill Ince sagte: "Ich wollte meinen Beitrag zum Kampf gegen Corona leisten, aber ich fühle mich vom System völlig betrogen und hocke nun ohne Impfstatus in der Falle." Ihr sei versichert worden, dass ihr wegen ihrer Teilnahme keine Nachteile entstünden. "Es ist unglaublich stressig, und ich fühle mich wie eine Gefangene", so Ince.

Die Regierung betonte sie sei bestrebt, die Frage zu lösen.

Update, 20. September, 16.08 Uhr: Medien: USA heben Reisestopp für Geimpfte aus EU bald auf

Die USA wollen laut Medienberichten die Einreisebeschränkungen aus der Europäischen Union und Großbritannien bald für Geimpfte aufheben. Die Lockerung solle noch am Montag bekanntgeben werden, berichteten die "Financial Times", die Website "Politico" und der Sender CNN. Der Zeitung und CNN zufolge soll der Schritt im November greifen.

Der weitgehende Einreisestopp war zu Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020 vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump (75) verhängt und bisher von seinem Nachfolger Joe Biden (78) aufrechterhalten worden. Unter anderem aus der Reisebranche wurde schon lange eine Lockerung zumindest für gegen das Coronavirus geimpfte Reisende gefordert. Mehr dazu lest Ihr bei TAG24: "USA wollen Reisestopp für Geimpfte aus EU bald aufheben".

Dürfen Geimpfte bald wieder in die USA reisen?
Dürfen Geimpfte bald wieder in die USA reisen?  © Gene J. Puskar/AP/dpa

Update, 20. September, 16.07 Uhr: Zutritt zum Vatikan ab 1. Oktober nur noch mit Corona-Pass

Der Vatikan ist vom 1. Oktober an nur noch für Menschen offen, die einen gültigen Corona-Pass haben. Wie der Heilige Stuhl am Montag mitteilte, muss jeder Bewohner, Beschäftigte oder Besucher des Kirchenstaats damit eine Impfung gegen Covid-19, eine Genesung oder einen negativen Test nachweisen.

Als Zertifikate gelten dabei der auch in Deutschland gebräuchliche EU-Corona-Pass, ein "Green Pass" des Vatikans oder andere ausländische Bescheinigungen. Der Vatikan kündigte Einlasskontrollen durch das eigene Gendarmeriekorps an.

Eine Ausnahme von den neuen Regeln gilt nur für jene Zeiten, in denen Gläubige im Vatikan Messen und liturgische Feiern besuchen. Sie werden aber dazu aufgefordert, die Hygieneregeln zu befolgen.

Die Päpstliche Kommission für den Staat der Vatikanstadt folgte mit ihrer Verordnung einer Anweisung von Papst Franziskus, für die Sicherheit und Gesundheit der Menschen im Kirchenstaat zu sorgen.

Blick auf den Petersplatz vor dem Petersdom im Vatikan.
Blick auf den Petersplatz vor dem Petersdom im Vatikan.  © Evandro Inetti/ZUMA Press Wire/dpa

Update, 20. September, 16.03 Uhr: Tschechien startet Corona-Auffrischimpfungen

Tschechien hat mit Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus begonnen. Die ersten Menschen erhielten am Montag ihre dritte Spritze. Voraussetzung ist, dass die letzte Impfung mehr als acht Monate zurückliegt.

Das Gesundheitsministerium in Prag empfiehlt die sogenannte Booster-Impfung ausdrücklich für Senioren ab 60, Angehörige von Risikogruppen sowie das Gesundheits- und Pflegepersonal. "Bei allen anderen liegt es an ihrem eigenen Willen", sagte Gesundheitsminister Adam Vojtech.

Wer infrage kommt, erhält eine SMS-Benachrichtigung - am ersten Tag waren das knapp 8000 Krankenversicherte, bis Jahresende dürften es eine Million sein. Manche Impfzentren verlangen keine vorherige Anmeldung. Für die Auffrischung werden ausschließlich die Impfstoffe von Pfizer-Biontech und Moderna verwendet.

Update, 20. September, 15.08 Uhr: Johnson: Auffrischungsimpfungen haben Vorrang vor Exporten

Der britische Premierminister, Boris Johnson (57), will Auffrischungsimpfungen im eigenen Land klaren Vorrang vor dem Spenden von Impfstoffdosen an ärmere Staaten einräumen, wie der konservative Politiker am Montag erklärte.

Bereits in dieser Woche sollen mehr als 1,5 Millionen Menschen in England eine Einladung zur dritten Impfung erhalten. Insgesamt sollen alle über 50-Jährigen, besonders gefährdete Menschen sowie Gesundheits- und Pflegepersonal eine Auffrischungsimpfung erhalten.

"Ich habe mir die Fakten angeschaut, was Auffrischungsimpfungen bewirken können und ich muss sagen, dass dies unsere Priorität sein muss, und wir werden damit fortfahren", so Johnson. Trotzdem werde die Regierung in London ein "riesiges Bekenntnis" zur Unterstützung der restlichen Welt machen, betonte Johnson. "Wir stimmen grundsätzlich zu, dass niemand sicher ist, bevor nicht alle sicher sind."

Boris Johnson (57), Premierminister von Großbritannien, infizierte sich im vergangenen Jahr mit dem Coronavirus und musste intensivmedizinisch behandelt werden.
Boris Johnson (57), Premierminister von Großbritannien, infizierte sich im vergangenen Jahr mit dem Coronavirus und musste intensivmedizinisch behandelt werden.  © Victoria Jones/PA Wire/dpa

Update, 20. September, 15 Uhr: Mainz lässt gegen Union 25.000 Zuschauer zu

Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 wird seine Zuschauerkapazität schon zum nächsten Heimspiel deutlich aufstocken und in weiten Teilen des Stadions nur noch Geimpfte und Genesene zulassen.

Darüber informierten die Rheinhessen am Montag. Mit der sogenannten "2G-plus-Regelung" sollen schon am 3. Oktober gegen den 1. FC Union Berlin 25.000 Fans ins Stadion dürfen. In den Bereichen, in denen sich ausschließlich Geimpfte und Genesene befinden, sollen Regeln wie Maskenpflicht, Abstandsgebot oder die Personalisierung von Tickets entfallen.

Zudem soll eine Stehplatztribüne wieder geöffnet werden, dafür werden die installierten Sitze entfernt. Auch für negativ Getestete gibt es ein Kontingent für die Mainzer Heimspiele, allerdings nur noch ein geringes. Derzeit sind es maximal 1000 Tickets. In diesen Bereichen der Fußball-Arena sollen die Fans weiter im Schachbrettmuster angeordnet werden.

Update, 20. September, 14.57 Uhr: Experten: Lockdown hat Sprachprobleme von Kindern verschärft

Der Corona-Lockdown hat nach Einschätzung von Experten für viele Kinder und Jugendliche Sprachprobleme verschärft.

Einerseits sei es durch die zeitweise Schließung von Schulen und Kindergärten erschwert gewesen, Störungen der Sprach- und Sprechentwicklung zu erkennen, sagte die Direktorin der Klinik für Phoniatrie am Universitätsklinikum Münster, Katrin Neumann, am Montag bei einem Symposium in Thalheim (Erzgebirgskreis). Andererseits hätten Lockdown und Quarantänen Therapien beim Logopäden behindert und hinausgezögert. Mehr dazu lest Ihr bei TAG24: "Homeschooling, weniger soziale Kontakte: Lockdown hat Sprachprobleme von Kindern verschärft".

Nach dem Lockdown seien bei Kindern Störungen der Sprach- und Sprechentwicklung zu erkennen. (Symbolbild)
Nach dem Lockdown seien bei Kindern Störungen der Sprach- und Sprechentwicklung zu erkennen. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 20. September, 13.54 Uhr: Spahn für einheitliche 2G-Option in allen Bundesländern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) hat sich für einheitliche Zugangsregeln für Veranstaltungen ausgesprochen - auch mit stärkerer Unterscheidung nach Geimpften und Ungeimpften.

"Wir sollten hier zu einer gemeinsamen Linie kommen", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Ideal wäre nach seinen Worten, wenn sich alle Länder auf das 2G-Modell als Option einigten. "Die Veranstalter könnten dann bundesweit selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, um im Gegenzug von anderen Schutzauflagen befreit zu werden."

"Es ist für die Bürger mal wieder sehr verwirrend, dass jedes Bundesland seinen eigenen Weg geht. Es gibt für Konzerte oder Veranstaltungen aktuell 16 unterschiedliche Regeln", so Spahn.

Jens Spahn (41,CDU) wünscht sich bei den Corona-Regeln für Veranstaltung mehr Einheitlichkeit in Deutschland.
Jens Spahn (41,CDU) wünscht sich bei den Corona-Regeln für Veranstaltung mehr Einheitlichkeit in Deutschland.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 20. September, 13.25 Uhr: Bundesregierung vorerst gegen festes Datum für Ende von Corona-Auflagen

Die Bundesregierung hat Forderungen nach einem festen Datum für ein Ende aller Corona-Auflagen vorerst eine Absage erteilt.

Über die Entwicklung des Infektionsgeschehens in den vergangenen Tagen könne man durchaus froh sein, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Aber es gibt aus heutiger Sicht nicht die Grundlage, um zu sagen, der Tag X ist der Tag, an dem alle Beschränkungen fallen." Vielmehr gebe es guten Grund, grundsätzliche Maßnahmen wie Abstand und Maskenpflicht weiter gelten zu lassen.

Titelfoto: Christian Schulz/Foto Hosser/dpa

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